DE948314C - Verfahren zur Verbesserung der Isoliereigenschaften von Blaehglimmern und Anlage hierzu - Google Patents
Verfahren zur Verbesserung der Isoliereigenschaften von Blaehglimmern und Anlage hierzuInfo
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Classifications
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- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C04—CEMENTS; CONCRETE; ARTIFICIAL STONE; CERAMICS; REFRACTORIES
- C04B—LIME, MAGNESIA; SLAG; CEMENTS; COMPOSITIONS THEREOF, e.g. MORTARS, CONCRETE OR LIKE BUILDING MATERIALS; ARTIFICIAL STONE; CERAMICS; REFRACTORIES; TREATMENT OF NATURAL STONE
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Description
- Verfahren zur Verbesserung der Isoliereigenschaften von Blähglimmern - und Anlage hierzu In der Bauindustrie wird in steigendem Maße aufgeblähter Glimmer, im Handel meist »Vermiculit« genannt, zur Wärme- und. Schallisolierung verwendet. Der Blähprozeß (Exfoliierun.g) bringt den Naturglimmer durch Erhitzung .auf ein Vielfaches seines Volumens, so daß eine lockere Masse entsteht. Mit einer Aufblähung auf das 15- bis 2ofache des ursprünglichen Volumens: :ist die Grenze der Exfoliierung mittels trockener Hitze nach dem bekannten Verfahren erreicht, wobei die Widerstandsfähigkeit des exfoliierten Verm!iculits gegen mechanische Beanspruchung jedoch so gering geworden ist, daß besondere Verfahren, vorgeschlagen worden sind, um die Luftpolster bei der Herstellung von Isolierkörpern und Massen nach Möglichkeit zu erhalten (s. die deutschen Patentschriften 832 567, go6 196 und 9o6 793).
- Nach dem erfindungsgemäßen Verfahren wird der durch trockene Hitze gewonnene Blähglimmer anschließend durch Wasserdampf oder aufgesprühte Flüssigkeit bei gleichzeitiger Erwärmung nochmals expandiert, wobei eine weitere Aufblähung auf mehr als das 30- bis 40fache des ursprünglichen Volumens eintritt.
- Zur Durchführung der Dampfbehandlung wird die Abwärme des Blähprozesses herangezogen, insbesondere durch Benutzung des heißen Blähglimmers und der Abwärme der Abgase des Blähglimmers. .
- Gleichzeitig wird eine-mechanisch widerstandsfähige Ummantelung der einzelnen Vermioülitpartkel mittels eines bei Dampfbildung erhärtenden Krustenmörtels erzielt. Es wird erst Wasser oder flüssiges Bindemittel zugeführt, welches zwischen die Blättchen des Glimmers dringt und sie bei der Dampfbildung noch weiter auseinandertreibt. Das Härtemittel wird anschließend aufgegeben. Die Dampfbildung verhindert das Eindringen des Mör; tels in die Luftpolster, so daß sich durch öftere Umwälzung -des Materials während. des Abbinde-Prozesses eine dünne, aber harte Mörtelkruste bildet, die die einzelnen Verm,iculitpartikel wie ein Panzer umhüllt.
- Als Krustenmörtel kommen alle hydraulisch erhärtenden Mörtel in Betracht.
- Kalte und Zemente können durch Beigabe von hydraulischen Zuschlägen für die Inkrustierung besonders. geeignet gemacht werden. Ferner kann an Stelle des Wassers Magnesiumsulfatlösung und zur Krustenbildung Magnesit und/oder Dolomit verwendet werden.
- In manchen Fällen kann es zweckmäßig sein, in bekannter Weise den Verfestigungsmitteln gas- bzw. schaumbildende Stoffe zuzusetzen, so daß die sich bildende Kruste ein lockeres, poröses Gefüge erhält und einerseits besonders leicht, andererseits auch aufsaugefähig wird.
- Der so. gewonnene, mit einer Kruste versehene Blähglimmer ist dem unbehandelten durch größere Luftpolster, geringeres Volumgewioht und höheremechanische Festigkeit überlegen. Er kann ohne Schwierigkeit mit jedem geeigneten Bindemittel zu Isolierkörpern und Massen verarbeitet werden. Er kann, weiter als lose geschüttetes Material unter schwimmenden Estrichen, in Leichtwänden und unter-der Dachhaut zum Zwecke der Wärme und Scha11isolierung eingebracht werden.
- Er ist auch zur Herstellung von Formkörpern aller Art verwendbar, die sich besonders durch ihr geringes Gewicht auszeichnen.
- Beider Durchführung des Herstellungsverfahrens kann man von dem handelsüblichen Blähglimmer ausgehen, wobei nach folgendem Beispiel gearbeitet werden kann: ioo Gewichtsteile BlähglImmer werden mit a50 Gewichtsteilen Bindemitteln gemischt. Der Binder besteht aus Magnesiumsulfat (M9S 04) in einer Menge von 150 g pro Liter Wasser.
- Nachdem sich der Blähglimmer . mit dem flüssigen Bindemittel vollgesogen hat, werden ioo Gewichtsteile Magnesit (oder Dolomit oder -ein Gemisch aus beidem),. z. B. in Form eines feinen Pul' vers zugegeben und gut durchgemischt. Das Gemisch wird bis zur Dampfbildung erhitzt, wobei die Abbindung eintritt, die in wenigen Minuten abgeschlossen ist. Eine andere, wirtschaftlich noch günstigere Möglichkeit der Durchführung des neuen Verfahrens besteht darin, es unmittelbar an den bekannten Blähprozeß anzuschließen. In diesem Falle kann der noch heiße Glimmer. der Dampfeinwirkung ausgesetzt werden. Es ergibt sich dann ein kontinuierliches Verfahren in folgenden Stufen: i. Blähprozeß, wie bekannt, mittels trockener Hitze, a. Zuführung von Wasser oder Binderflüssigkeit, 3. Aufgabe des Härtemittels (Mörtelstaub), 4. Abbindeprozeß bei öfterer Umwälzung der Vermiculitpartikel, 5. Bildung der Mörtelkruste, 6. Kühlprozeß.
- Das beschriebene Verfahren zur Herstellung von ummanteltem, doppelt aufgeblähtem Glimmer kann mit einem zur Herstellung von Formkörpern bekannten Verfahren kombiniert werden.
- In der Anlage zur Durchführung dieses Verfahrens schließt entsprechend an die bekannte Bläheinrichtung für den Naturglimmer eine Besprüh-oder Tränkeinrichtung an, hinter der ein Mischer mit schnell umlaufenden Mischgliedern angeordnet ist, in den das Härtemittel aufgegeben wird und an den eine langsamer laufende Misch- und Erhitzungstrommel anschließt.
- Eine Kühl- und eine Besprüheinrichtung wird vorzugsweise in Form von Brausen zweckmäßig über dem Förderer angebracht, der den heißen Blähglimmer von der Blähtrommel zum Mischer fördert. Sie gibt nicht nur das Bindemittel auf, sondern bringt gleichzeitig den heißen Glimmer auf eine für die Fördereinrichtung und das weitere Verfahren günstige Temperatur.
- In der Zeichnung ist ein Ausführungsschema für eine Anlage dargestellt, mit welcher das neue Verfahren im kontinuierlichen Betrieb durchgeführt werden kann:. Der Naturglimmer wird bei i .in eine mit einer Heizvorrichtung, z. B. dem Brenner z, versehene Drehtrommel 3 eingebracht und in bekannter Weise gebläht. Die Abgase dieses Trommelofens ziehen durch den Kamin 4 ab.
- Der geblähte Glimmer gelangt in heißem Zustand auf das Förderband 5, über dem die Düsen oder Brausen 6 angeordnet sind, durch die der Glimmer abgekühlt und mit dem Bindemittel getränkt wird. Das Förderband 5 gibt ihn in. den Mischer 7, der vorzugsweise mit schnell umlaufenden Mischelementen versehen ist. In den Mischer wird auch der Mörtelstaub bei 8 aufgegeben. Die schnell um-' laufenden Mischelemente sorgen einerseits für eine gute Durchmischung und verhindern andererseits. das zu schnelle Abbinden des Mörtels.
- Die eigentliche Abbindung findet in der Trommel 9 statt, die mit einer Misch- und Förderschnecke io ausgerüstet ist und von außen her -durch die Heizschlange i r -erwärmt wird. Der fertig abgebundene Blä_'hgliri@mer verläßt die Txommel über eine Rutsche 1z und gelangt auf einen. Förderer 13, auf 'dem er abgekühlt wird. .
- Die Abbindung in der Trommel 9 findet bei Temperaturen von ioo bis. aoo° statt. Dazu wird die Abwärme der Trommel 3 benutzt. In deren Kamin ist der Wärmeaustauscher 14- eingebaut, in- welchem das in der Heizschlange i i umlaufende Heizmittel auf die erforderliche Temperatur gebracht wird.
- Durch die Regelung der Besprühung auf dem Förderband 5, auf welch-ein der Blähglimmer auf eine zum Abbinden des Mörtels geeignete Temperatur gebracht wird, und durch Regelung der Aufgabem,.nge des Härtemittels in den Mischer 7, gegebenenfalls auch durch die Regelung der Temperaturen der Sprühflüssigkeit und der Heizschlange kann das Verfahren jederzeit gesteuert werden, so daß ein einwandfreies, Produkterhalten wird.
Claims (2)
- PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zur Verbesserung der Isoliereigenschaften von Blähglimmern, dadurch gekennzeichnet, daß dieser Glimmer der Einwirkung von Dampf, z. B. Wasserdampf, unter entsprechender Erwärmung ausgesetzt wird.
- 2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß dem Blähgli.mmer Flüssigkeit, z. B. durch Besprühen, zugeführt wird, die durch gleichzeitige Wärmeeinwirkung verdampft. -3. Verfahren. nach den Ansprüchen i und 2, dadurch gekennzeichnet, daß zur Durchführung der Dampfbehandlung die Abwärme des Blähprozesses herangezogen wird, insbesondere durch Benutzung des hcißeri Blähglim,mers und der Abwärme der Abgase des Blähglimmers. ¢. Verfahren nach den Ansprüchen i bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß sich an die Expandierung durch Dampfeinwirkung ein Härteverfahren anschließt, wobei die Dampfbildung das Eindringen des Krustenmörtels in die Luftpolster verhindert und sich eine harte Mörtelkruste um die Vermiculitpartikel legt. 5. Verfahren nach den Ansprüchen i bis 4., dadurch gekennzeichnet, daß zur Krustenbildung hydraulisch erhärtende Mörtel verwendet werden. 6. Verfahren nach den Ansprüchen i bis .4, dadurch gekennzeichnet, daß zur Krustenbildung Kalke und Zemente mit hydraulischen Zuschlägen verwendet werden. 7. Verfahren nach den Ansprüchen i bis q., dadurch gekennzeichnet, daß zur Dampfbildung an Stelle des Wassers Magnesiumsulfatlösung und zur Krustenbildung Magnesit und/oder Dolomit verwendet werden. B. Verfahren nach den Ansprüchen i his 7, dadurch gekennzeichnet, daß den Verfestigungsmitteln gas- bzw: schaumbildende Stoffe zu-. gesetzt werden. g. Die Durchführung der Verfahrensschritte nach den Ansprüchen i bis 8 in kontinuierlichem Verfahren. io. Die Kombination des Verfahrens nach einem der Ansprüche i bis g mit einem bekannten Verfahren: zur Herstellung von Formkörpern, die aus ummanteltem, doppelt aufgeblähtem Glimmer bestehen. i z. Anlage zur weiteren Aufblähung und Ummantelung von Blähglimmern im Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß an die bekannte Bläheinrichtung (Drehtromm:el3) für den Naturglimmer eine Besprüh- (6) oder Tränkeinrichtung anschließt, :hinter der ein Mischer (7) mit schnell umlaufenden Mischgliedern angeordnet ist, in den das Härtemittel aufgegeben wird und an den eine langsamer laufende Misch- und Erhitzungstrommel (g) anschließt. 12. Anlage nach Anspruch i i, dadurch gekennzeichnet, daß über dem zwischen Blähtrommei (3) und Mischer (7) angeordneten stetigen Förderer (5) eine Kühl- und eine Besprüheinrichtung (6) angeordnet ist, vorzugsweise beide zusammen in Form von Brausen, mit denen das auf entsprechende Temperatur gebrachte Bindemittel aufgesprüht wird.
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