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Zielvorrichtung für das Abwerfen von Geschossen aus Luftfahrzeugen.
Die Er bindung betrifft eine Zieivorrichtung, um von Flugzeugen u. dgl. aus den sicheren und richtigen Abwurf der Bomben auf das gewünschte Ziel zu bewirken.
Es sind Zielvorrichtungen bekannt, bei denen ein Zielfernrohr benutzt wird, um das Ziel aufzunehmen, und bei denen nach Feststellung der Geschwindigkeit des Flugzeuges gegenüber dem Ziel und ferner nach Feststellung der Abwurfzahl aus der Geschwindigkeit und Höhe des
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der Bomben bestimmt wird, welcher erreicht ist, sobald das Ziel in die betreffende Abwurfzahl des Gesichtsfeldes des Zielfernrohres einläuft.
Hiervon unterscheidet sich die Einrichtung nach der Erfindung dadurch, dass zwei Skalen \'01 gesehen sind, von denen die eine die Tangente des Vorhaltewinkels gemäss der ideellen Abwurfparabel angibt, während gegen diese Skala versetzt eine zweite in umgekehrter Richtung angeordnet ist, welche der Tangente des Vorhaltewinkels entspricht, wenn die Veränderung der Wurflinie durch den Luftwiderstand berücksichtigt wird.
Diese Skalen sind auf einem im Flugzeug befindlichen, mittels Libellen einstellbaren Winkel angebracht (und zwar Skala I mit Null am Ende des wagrechten freien Schenkels, Skala II mit Null am Scheitel des Winkels beginnend), und über ihnen ist ein Schieber verstellbar, dem ein einfaches Fernrohr angeschlossen ist, dessen Ziellinie über die an dem anderen Schenkel des genannten Winkels liegende Visierspitze läuft.
Gemäss der Erfindung wird ferner eine Stoppuhr verwandt, welche durch Einstellung auf die Höhe das Ende der Fallzeit aus dieser Höhe durch ein Lichtsignal anzeigt. Durch Anstellen dieses Uhrwerkes, wenn die Visiervorrichtung auf dem Nullpunkte der erstgenannten Skala steht. und durch gleichzeitiges Verfolgen des Zieles bis zum Aufleuchten des Signals wird durch den alsdann veränderten Stand des Schiebers auf der ersten der genannten Skalen die Tangente des Vorhaltewinkels im luftleeren Raum bestimmt.
Die so ermittelte Tangente wird dann auf der zweiten der genannten Skalen (Skala für den lufterfüllten Raum) festgestellt und von hier aus mit unbewegte Fernrohr visiert, bis das gewünschte Abwurfziel in dem Gesichtsfelde erscheint, was alsdann der Augenblick des Abwurfes für die Bomben ist.
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Fig. i ist eine Seitenansicht der ganzen Vorrichtung,
Fig. 2 ist ein senkrechter Schnitt durch das Zielfernrohr und den Führungswinkel nebst dem Einstellungsschieber,
Fig. 3 ist eine Aufsicht auf den Schieber und die Libelle,
Fig. 4 ist ein Querschnitt durch den oberen Teil des Zielfernrohres, 'Flg. 5 ist eine Aufsicht auf die an dem Uhrwerk angebrachte Höhenskala,
Fig.
6 ist eine schematische Darstellung der durch das Uhrwerk betätigten elektrischen Schaltvorrichtung, Fjg. 7 ist eine Aufsicht auf die dreiteilige Skala.
Der Erfindung liegt folgende bekannte Theorie zugrunde. Auf die Bewegung eines-aus
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. der Luftwiderstand.
Die Eigengeschwindigkeit des Flugzeuges ist von der Windrichtung und Windstärke abhängig, denn die Eigengeschwindigkeit des Flugzeuges ist gleich seiner Normalgeschwindigkeit plus oder minus der Geschwindigkeitskomponente in der Fahrtrichtung infolge der Windstärke. (Die seitliche Ablenkung des Geschosses durch die andere Komponente kann als ziemlich un- bedeutend angesehen werden. )
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Flacheisen gebildet wird, ist das Zielfernrohr 4 : angebracht. Der obere Teil des Fernrohres ist an einem Schieber 5 drehbar befestigt, der zwei Libellen 6 und einen Ausschnitt 7 besitzt. Dieser Schieber 5 gleitet auf dem T-Eisenschenkel 2 des Winkels 1.
An dem Ausschnitt 7 des Schiebers 5 sind Kerben 8 angebracht, welche zur Einstellung über einer dreiteiligen Skala (Fig. 7) dienen, mit welcher die obere flache Seite des Schenkels 2 versehen ist. Die Skalen haben zweckmässig verschiedene Farben, indem z. B. die mittlere Skala 60 schwarz ist, während von den beiden seitlichen die eine (61) rot und die andere (62) grün ist. An dem unteren Teile des Schenkels 3 ist die Visierspitze 9 angebracht, an welcher eine Teleskopstange 10 angelenkt ist. An dem oberen Teil einer Hülse, in der die Teleskopstange 10 verschiebbar ist, ist das Fernrohr 4 befestigt, so dass beim Verstellen des Schiebers 5 bzw. Verkleinern oder Vergrössern des Winkels 11 die Stange 10 in der zugehörigen Hülse verschoben wird.
Das Ende der Visierspitze 9 liegt in der optischen Achse des Fernrohres 4. Die beiden Enden des T-Eisenschenkels X sind stiftartig ausgebildet und ruhen in Stellvorrichtungen 12 und 13, von denen 12 für Höhenverschiebung und 13 für Seitenverschiebung des ganzen Winkels 7 dient, so dass der Winkelschenkel 2 wagrecht gestellt und in bezug auf die Längsrichtung des Flugzeuges durch Verschwenkung eingestellt werden kann. Die Stiftenden können zurückgezogen und somit der ganze Apparat auf einfache Weise ausgehängt werden.
Im Kopf des Fernrohres 4 sind zwei kleine, nach oben abgeblendete rote Lämpchen 14 und 15 angebracht, welche durch eine besondere Kontaktvorrichtung mit Stromquelle auf kurze Zeit zum Aufleuchten gebracht werden. Zur Bedienung der Zielvorrichtung ist eine besondets konstruierte Stoppuhr zu verwenden. Eine Scheibe 16 (Fig. 6) dieser Stoppuhr, welche auf d. e Welle des Sekundenrades aufgesetzt ist, besitzt einen Einschnitt 17, in welchen bei Drehung der Scheibe der Stift 18 einfällt. Der Stift 18 sitzt an einem Hebelarm 19, der beim Niedergehen des Stiftes eine Kontaktvorrichtung 20 schliesst und so die hiermit in Verbindung stehenden roten Lämpchen 14 und 15 für etwa 10 Sekunden durch eine vorhandene Stromquelle (zwei bis drei Feldelemente) zum Aufleuchten bringt.
Die Scheibe 16 ist vermittelst Stellschraube 21 einstellbar auf die Fallzeit, welche auf dem Skalenkreis 16a gleich in Höhenmeter umgerechnet ist. Der auf der Scheibe befindliche Strich 22 muss sich mit der jeweils zutreffenden Höhenziffer auf dem Skalenkreis 16a decken.
Mit Hilfe der beschriebenen Vorrichtung wird der Vorhaltewinkel wie folgt ermittelt :
Angenommen, das Flugzeug befinde sich in Höhe 2500.
Ich stelle die Scheibe 16 des Uhrwerkes auf diese Höhe ein und beginne, sobald das Ziel (oder ein Hilfsziel) im Fernrohr erscheint, bei Fernrohr auf Null der schwarzen Skala zu visieren,
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getragenen Zahlen sind in der Mitte der Skala schwarz, die von B aus. abgetragenen, auf beiden Seiten dieser schwarzen Zahlen befindlichen, sind grün und rot ; erstere kommen in Höhen unter 2000 bis 1600 ils, letztere in Höhen über 2000 liai zur Anwendung. Ich habe also nur nötig, da, wo sich der Schieber 5 beim Aufleuchten der Lämpchen befand, die Zahl auf der mittleren (schwarzen) Skala abzulesen (durch den Ausschnitt 7) und den Schieber auf die entsprechende rote oder grüne Zahl 61 bzw. 62 einzustellen.
Diese Ziffern gelten für Normalmunition, für andere Munition wird die gesamte Skala verstellt.
Kurz zusammengefasst ist also die Bedienung der Zielvorrichtung folgende :
Der Winkel 1 wird mit Hilfe der Stellschraube bei 12 in die durchqdie Längslibelle 6 bestimmte horizontale Lage eingestellt. Der Schenkel 3 pendelt, da das Ganze frei drehbar an den Endstiften des Armes 2 aufgehängt ist, immer lotrecht. (Einmalige Einstellung für ein bestimmtes Flugzeug ist im allgemeinen genügend). Der Strich 22 der Stoppuhrscheibe wird auf die jeweilige Höhe
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auf dem Skalen kreis 16a eingestellt, in welcher sich das Flugzeug augenblicklich befindet (Barometer). Alsdann wird durch das Fernrohr ein beliebiges Ziel ins Auge genommen und die Stoppuhr in Tätigkeit gesetzt.
Nach diesem beliebig gewählten Ziel wird so lange visiert durch Verstellen des Schiebers 5 mit dem Fernrohr 4, bis die roten Lämpchen 14 und 15 aufleuchten. Nun wird die Zahl auf der mittleren schwarzen Skala durch die Öffnung 7 des Schiebers 5 abgelesen und letzterer alsdann auf eine gleichnamige Zahl der roten oder grünen Skala verschoben. Ist dieses geschehen, so wird durch das nun unverrückt stehenbleibende Fernrohr visier, bis das
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blick des Abwurfes für die Bomben gekommen.
Bei der einfachsten Ausführung ohne Fernrohr ist am Schieber seitlich eine Kimme angebracht und das Korn selbst als Glühlampe ausgebildet, welche in den Stromkreis eingeschaltet wird. Die untere Hälfte dieser Glühlampe ist mit Spiegelreflektor versehen und zum Schutz gegen Stoss in Metall gefasst.
Das Signal, welches das Ende der Fallzeit der Bombe anzeigt, kann anstatt eines elektrischen Lichtsignals auch andersartig sein ; so kann beispielsweise ein Zeiger im Gesichtsfelde des Fernrohres erscheinen oder ein Festklemmen des Schiebers auf mechanische oder elektromagnetische Art erfolgen.
PATENT-ANSPRÜCHE : i. Zielvorrichtung für das Abwerfen von Geschossen aus Luftfahrzeugen, bei der der Vorhaltewinkel unter Berücksichtigung der Höhe und Geschwindigkeit des Flugzeuges sowie des Luftwiderstandes unter Zuhilfenahme einer Stoppuhr ermittelt wird. dadurch gekennzeichnet, dass die Begrenzung der bei Verfolgung des Zieles eintretenden Schwenkung des Visierorgans durch ein von der Stoppuhr ausgelöstes Signal erfolgt, welches im Gesichtsfelde der Visiervorrichtung dann erscheint, wenn die Stoppuhr eine der eingestellten Höhe des Flugzeuges entbprechende Zeit abgelaufen-ist, dass ferner eine mit dem verschiebbaren Visier verbundene Anzeigevorrichtung auf einer Skala im Augenblick der Auslösung des Signals diejenige Strecke anzeigt,
welche der Tangente des Vorhaltewinkels beim Fall im luftleeren Raum entspricht und der infolge des Luftwiderstandes sich ergebende korrigierte Vorhaltewinkel bei Verschiebung des Visiers auf den der Anzeige des Vorhaltewinkels im luftleeren Raum entsprechenden Teilstrich einer zweiten mit der genannten Skala gekuppelten Skala angezeigt wird.