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Fernanzeigevorrichtung für Luftfahrzeuge.
Die im Stammpatente Nr. i9240 beschriebene Einrichtung ist nur bei grösseren Kompassen anwendbar, und zwar hei solchen, wo die Rosenkarte genügend magnetische Kraft hat, um mit den Kontaktstücken geordneten Stromschluss herbeizuführen. In kleineren Kompassen, wie sie namentlich auf Flugzeugen zur Anwendung kommen, ist dagegen die magnetische Kraft der Kompassrose nicht genügend stark, um in einer gegebenen Lage dicht an einem der Kontaktstücke anzuliegen. Durch den Anstoss bei einer Richtungsänderung wird vielmehr die Kompassrose zurückschnellen, was daher eine ordnungsmässige Kontakthildung verhindert.
Die vorliegende Erfindung will eine im wesentlichen nach dem gleichen Prinzip arbeitende Vorrichtung schaffen, die jedoch einerseits erheblich empfindlicher ist, andrerseits aber auch
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Zu dem Zwecke bedient sich die Erfindung der bekannten Selenzellen, die unter dem Einfluss von Lichtbestrahlung bekanntlich ihren Widerstand ändern. Es sind auch bei Kompass-Fernanzeigevorrichtungen verschiedentlich Versuche angestellt worden, um mit Hilfe von Selenzellen die Übertragung der Kompassstellungen auf andere Anzeigevorrichtungen zu veranlassen. Jedoch sind alle diese Versuche praktisch bisher ohne Bedeutung gebliehen und haben nicht zur Ein- führung solcher Instrumente geführt.
Unter anderem ist dabei auch eine solche Kompass-Fernanzeigevorrichtung bekannt geworden, bei welcher zwei diametral gegenüberliegende Selenzellen zur Anwendung kommen, die durch eine halb durchsichtige, halb undurchsichtige Rosenkarte beeinflusst werden sollen. Die Anordnung erfolgt dabei derart, dass die Selenzellen durch die halb undurchsichtige Rosenkarte in der Nullstellung zur Hälfte beschattet werden, wobei vorzugsweise parallele Lichtbündel zur Anwendung kommen müssen. Eine solche Ausbildung kann aber zu keinem praktisch brauchbaren Instrument führen.
Abgesehen davon, dass hierbei die Lichtstrahlenhündel beträchtliche Grösse haben müssen, wenn die Selenzellen nicht allzu klein und von zu geringer Leitfähigkeit sein sollen, was aber wieder eine beträchtliche Drehung des Kompassgehäuses erfordert, ehe eine zur Betätigung des \nzeigeinstrumentes ausreichende Ungleichheit in der Belichtung beider Zellen erzielbar ist, kommt noch in Betracht, dass Selen ausserordentlich stark unter Nachwirkungserscheinungen und unter mit der Zeit eintretenden Veränderungen des Widerstandes zu leiden hat.
Da bei der bekannten Ausbildung in der Normalstellung die Selenzellen zur Hälfte beschattet, zur Hälfte belichtet werden sollen, so ergibt sich, zumal die dunklen Zellenteile im Nebenschluss zu den belichteten liegen sollen, dass die Wirkung der Lichtstrahlen von den belichteten Teilen der Zellen sich allmählich auf die benachbarten dunklen Teile derselben fortpflanzt. Daraus resultiert aber eine so grosse Unsicherheit in der Nullstellung des Anzeigemstrumentes, dass die ganze Einrichtung praktisch unbrauchbar wird.
Die vorliegende Erfindung geht ebenfalls von zwei am Kompass diametral gegenüber gestellten Selenzellen und einer zur Hälfte undurchsichtigen Rosenkarte aus ; jedoch sollen die bei den bekannten Einrichtungen dieser Art bestehenden Nachteile vermieden werden, und zwar geschieht dies einerseits dadurch, dass von den zur Bestrahlung der Selenzellen vorgesehenen
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Ausbildung entweder im Sinne des Stammpatentes erfolgen oder irgend eine andere geeignete Konstruktion haben kann.
In der Zeichnung Ist 7 die drehbare Windrose, die an Hand eines feststehenden Indexes 2 eingestellt wird. Diese Einstellung erfolgt durch eine Kurbel 3. die durch ein Zahnradgetriebe
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Anschluss einer biegsamen Welle auf der anderen Seite zu verlängern und eine zweite oder gar eine dritte Windrose anzuschliessen. wodurch die Möglichkeit gegeben ist, die jeweilige Stellung dieser Windrose auch noch an anderen Stellen sichthat zu machen, was hei Grosskampfftugzeugen oder in ähnlichen Benutzungsfällen erwünscht sein kann.
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unterstützt.
Trotz der kardanischen Aufhängung des Kompasses kann dieser mithin durch die beschriebene Anordnung gedreht werden.
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umgekehrt erfolgen, d. h. in der Weise. dass die Selenzellen unterhalh. die Lichtquellen oberhalb der Kompassrose sitzen.
Durch Kondensoren 21. welche in den zugehörigen Ruhrtlen 18 und 19 untergebracht sind. wird ein hcharfes Bild der Lichtquelle 20 in der Ebene der Rosenkarte 15
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Rosenkarte die in den beiden Rohren 18 und 19 sitzenden Lichtquellen 20 gerade abdecken, d. h. in dieser Lage eine Belichtung der Seknzellen 7C bzw. 7/'verhindern. In diesem Falle wird daher ein Stromdurchgang nach dem Richtungsanzeiger verhindert, und dieser wird in seiner normalen Lage stehen bleihen.
Soba)ld aber durch die Windrose 1 das Kompassgehäuse 14 etwas gedreht wird. nehmen die beiden Lichtquellen ? eine Lage ein. bei welcher entweder die eine oder die andere durch den Rand der Roscnkarte 7J nicht mehr verdeckt ist. so dass demzufolge die freiliegende Lichtquelle jetzt die dazugehörige Selenzelle belichten und erregen kann, so dass durch diese Stromdurchang erfoigt und daher der Richtungsanzeiger so betätigt werden kann,
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kann man auch andere Vorkehrungen treffen, um die jeweilig einzuschlagende Richtung dem Flugzeugführer bekannt zu geben.
Insbesondere ist es möglich, durch aufglühende Lampen, die gegebenenfalls verschieden gefärbt sein können, solche Zeichen zu übermitteln, was insbesondere für Xachtflge sehr erwünscht sein kann. Die Anwendung der Kondensoren 21 ist deswegen wichtig, weit nur. dadurch die Möglichkeit geschaffen wird, die Bilder der Lichtquellen 20 in unmittelbarer Nähe der radialen Ränder 23 der Rosenkarte 7J zu schaffen, so dass schon eine geringe Abweichung in der Flugrichtung dazu führt, eine der Lichtquellen freizulegen und die
Belichtung der zugehörigen Selenzellen gestattet ; dennoch wird bei dieser Ausbildung eine ungünstige und unerwünschte Beleuchtung der Selenzellen, insbesondere durch diffuses Licht, verhindert.
In gewissen Fällen und bei geeigneten Anzeigevorrichtungen kann es dabei auch zweck- mässig sein, die Lichtquelle derart zu gestalten oder zu lagern, dass das durch den Kondensor in der Ebene der Rosenkarte geschaffene Lichtbild nicht als Punkt erscheint, sondern quer zum
Radius der Rosenkarte, d. h. quer zur Kante 23 derselben eine gewisse Ausdehnung hat. Das kann z. B. dadurch erreicht werden, dass man den Glühfaden der Lichtquelle derart lagert, dass er bei der. Abbildung der Lichtquellen quer zum radialen Rande liegt. Das hat zur Folge, dass, wenn das Kompassgehäuse bei Kursänderungen gedreht wird, die Lichtquelle nach und nach durch den Rand,'23 der Rosenkarte freigelegt wird.
Demzufolge ist daher auch die Belichtung der ent- sprechenden Selenzellen 16 bzw. 17 hierhei nicht sofort die maximale, sondern es tritt zunächst durch einen kleinen freigelegten Teil der Lichtquelle erst eine schwache Belichtung und bei grösserer Abweichung vom Kurse eine stärker werdende Belichtung der Selenzelle ein. Entsprechend dieser graduierten Belichtung wird dadurch auch der Stromdurchgang der entsprechenden
Selenzellen ein verschieden starker sein. Wird in Verbindung mit dieser Ausbildung eine Anzeige- vorrichtung verwendet, welche durch mehr oder weniger grossen Ausschlag diese veränderliche.
Stromstärke erkennbar macht, so hat der Flugzeugführer hierin ein Mittel festzustellen, ob er sehr stark oder nur relativ wenig von dem vorgeschriel) enen Kurse abgewichen ist.
Das oben beschriebene Prinzip kann aber auch in umgekehrtem Sinne zur Anwendung kommen, um die Kompassstellung auf Anzeigevorrichtungen zu übertragen, die die jeweilige
Lage der Kompassrose angeben sollen. Auch bei solchen sogenannten Kompassübertragungs- vorrichtungen sind nicht nur Kontakte, sondern gleichfalls Selenzellen bekannt, mit deren Hilfe auf die. Anzeigevorrichtung eine entsprechende Bewegung übertragen wird, so dass letztere eine
Verstellung erfährt, die der Änderung In der Kompassstellung entspricht.
In Fig. g Ist schematisch eine solche Kompassübertragung an sich bekannter Art, jedoch unter Verwendung neuer Mittel, dargestellt. 25 ist hier die mit einem halbkreisförmigen Ausschnitt versehene Rosenkarte. 26 und 27 sind zwei auf der einen Seite dieser Rosenkarte befindliche
Lichtquellen, von welchen durch Kondensoren 28 Bilder in der Ebene der Rosenkarte erzeugt werden. Auf der anderen Seite der Rosenkarte liegt, fest verbunden mit den Lichtquellen 26 und 27, eine drehbare Scheibe 29, welche einen Teil des Kompassgehäuses bilden kann und welche die Selenzellen 30 und 81 trägt, und zwar sind diese so angeordnet, dass sie auf einer Linie liegen, die parallel zu den radialen Rändern der halbkreisförmig ausgeschnittenen Rosenkarte liegt.
Die
Selenzellen 30 und 31 sind in zwei Stromkreise eingeschaltet, welche einen Elektromotor 32 an- treiben, und zwar derart, dass, wenn die Selenzelle 30 durch Belichtung erregt wird, der Motor 32 in dem einen und wenn die Selenzelle. 31 erregt wird, in dem anderen Sinne gedreht wird. Wird bei der Steuerung eines Schiffes, eines Flugzeuges usw. die Scheibe 29 gedreht und dadurch eine der beiden Selenzellen 30 oder 31 belichtet, so tritt infolgedessen eine Drehung des Motors 32 in dem entsprechenden Sinne ein mit der Folge, dass die die Selenzellen 30 und 31 tragende
Scheibe 29 so la.'nge zurückgedreht wird, bis eine die Selenzellen 30 und 31 verbindende Linie wieder parallel zu den radialen Rändern der halbkreisförmig ausgeschnittenen Rosenkarte 25 steht.
Diese Drehung des Motors 32 wird in an sich bekannter Weise auf eine oder mehrere Anzeigevorrichtungen übertragen. Diese Anzeigevorrichtungen bestehen gleichfalls aus einer drehbaren Scheibe 33, welche durch einen Motor 3. direkt oder indirekt gedreht werden kann.
Der Motor 37 wird durch einen Stromkreis erregt, der durch einen Walzenschalter 35 hindurchgeht. Dieser Walzenschalter sitzt auf der Achse des Motors 32 und wird daher zusammen mit der Motorwelle gedreht. Der Walzenschalter hat eine Anzahl Kontakte, an welche durch Bürsten, Federn u. dgl. Stromkreise angeschlossen sind, die durch den Motor 34 gehen und zwar wieder derart, dass je nach dem Drehungssinne des Motors 32 auch der Motor 34 in dem einen oder anderen
Sinne gedreht werden kann. Solche Schaltvorrichtungen sind an sich bekannt, so dass eine nähere Erläuterung derselben entbehrlich erscheint. Es wird dadurch erreicht, dass der Motor 34 mit dem Motor 32 synchron läuft.
Da durch den Motor 34 aber die Scheibe 33 gedreht wird, tritt mithin eine Verstellung der Scheibe 33 solange ein, als die Scheibe 29 bzw. das mit derselben verbundene Kompassgehäuse durch den Motor 32 einer Drehung unterliegt. Die auf der Scheibe 33
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Drehung des Motors-3 ? einnimmt.
Die Art solcher Anzeigevorrichtungen und auch die Mitte ! zu ihrer Betätigung. insbesondere auch durch synchron laufende Motoren, ist bereits bekannt. Das Eigenartige hegt auch hier in der
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PATEXT-AXSPRCCHE : i. Kompass-Fernanzeigevorrichtung nach Patent Nr. 79240 mit zwei am Kompass diametral gegenüber gestellten Selenzellen und einer zur Hälfte undurchsichtigen Rosenkarte, dadurch gekennzeichnet, dass von den zur Bestrablung der Selenzellen vorgesehenen Lichtquellen durch Kondensoren o. dgl. kleine Bilder ungefähr in der Ebene der Kompassrose erzeugt werden, welche durch das undurchsichtige Segment der Kompassrose in der Xormatellung algedeckt sind. zum Zwecke, einerseits schon bei kleiner Winkelverdrehung des Kompassgehäuses ein völliges Freiliegen der einen oder anderen Lichtquelle herbeizuführen.
andrerseits in der Normalstellung beide Selenzeilen dunkel zu halten und erst bei einem gewissen Ausschlag der Rose nach rechts
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