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Es ist bekannt, dass bei allen bisherigen zur Erzeugung kurzer Hochspannungs- stromstösse dienenden Einrichtungen, bei denen die Primärwicklung eines Transformators bzw. Induktoriums mittels kurzer, gleichgerichteter Stromstösse erregt wird, im allgemeinen bessere Ergebnisse erzielt wurden, wenn dabei statt eines geschlossenen Eisentransformators ein sogenanntes lnduktorium mit offenem Eisenkreis verwendet wird. Als Grund hiefür werden mit Recht die REmanenzerscheinungen angeführt. Diese sind allerdings von solcher Bedeutung, dass bei starker Sättigung nur ein verhältnismässig kleiner Bruchteil der Kraftlinien ans dem Eisen verschwindet, falls dieses einen geschlossenen magnetischen Kreis bildet.
Es bleiben unter Umständen 700/, der Kraftlinien in dem Eisen zurück, so dass die Wirkung tatsächlich nur gering sein kann, selbst wenn die Unterbrechung in noch so kurzer Zeit erfolgt.
Durch die Wirkung der Enden ist bei einem offenen Induktorium diese Schwierig- keit zum grossen Teiie beseitigt, dafür kommen aber die bekannten Einwände gegen den offenen magnetischen Stromkreis, bestehend in ungenügender Verkoppelung der beiden Windungssysteme und in Erzeugung zu geringer Felder, in Betracht, so dass ein Verfahren, welches imstande ist, die Remanenz l. ei geschlossenem Transformator zu beseitigen, l'e- trhchtticbe Vorteile bieten würde.
Ihnser Zweck kann nun dadurch erreicht werden, dass mau in dem Moment, wo der Unterbrecher ausschaltet, eine magnetomotorische Kraft in Tatigkeit treten lässt, welche der magnetomotorischen Kraft des Unterbreeherstromes entgegenwirkt, so dass dutch ge- eignete Wahl der Verhältnisse tatsächlich die ganze Remanenz besnitigt und, wenn nötig, auch negative Kraftlinien entgegengesetzter Polarität erzeugt werden.
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brecherstromes entgegenwirkende magnetomotorische Kraft mittels einer Gegenstromwicklung gerade in dem Augenblick, wo die Unterbrechung des Hauptstromes erfolgt, dadurch entstehen zu lassen, dass in diesem Augenblick der Stromkreis der Gegenstromwicklung durch einen besonderen Schalter geschlossen wird. Dieses Verfahren bietet aber verschiedene Nachteile.
Zunächst ergeben sich fast unüberwindliche konstruktive Schwierigkeiten. Es ist zu berücksichtigen, dass die gebräuchlichen Unterbrecheranordnungen durch lange Erfahrung und viele Versuche auf eine hohe Stufe der Vollkommenheit gebracht worden
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strom im Augenblich der Abschaltung des primären Hauptstromes noch nicht zur vollen Höhe entwickelt werden kann, werden im Augenblick dtr Abschaltung Komplikationen eintreten, die eine Verzerrung der Kurve im ungänstigsten Sinne zur Folge haben müssen.
Damit überhaupt bereits im Augenblick der Unterbrechung ein Gegenstrom vorhanden ist, muss der Stromsch1uss der Gegonstromwicklung eine, wenn auch kleine, so dach endliche Zeit vor der Unterbrechung des Hauptstromes eingeschaltet werden ; infolgedessen wird ein grosser Teil der durch den Hauptstrom erzeugten Kraftlinien noch vor der Unter-
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brechung zum Verschwinden gebracht und die Zeit des Verschwindens der Kraftlinien ans der Spule um die Zeit - dor Voreinschaltong des Gegenstromes verlängert, wodurch die Wirksamkeit der Unterbrecheranordnung wesentlich verringert wird.
Gemäss der vorliegenden Erfindung wird die Gegenstromwicklung ununterbrochen mit Gleichstrom gespeist, so dass die entgegengesetzte magnetomotorische Kraft dauernd wirkt. Natürlich muss dann die entgegengesetzte magnetomotorische Kraft kleiner sein, als die des Hauptstromes, und zwar kann man je nach den Verhältnissen ihre Grösse so bestimmen, dass die Remanenz entweder teilweise oder ganz vernichtet oder auch die Kraftlinienrichtung umgekehrt wird.
Da nun aber die Gegenwicklung durch den Wechsel der Kraftlinien im Eisenkern des Transformators ebenfalls eine elektromotorische Kraft. erzeugen wird, so werden die hiedurch entstehenden Ströme sich über die Gleichstromquelle hinweg zu schliessen vermögen und tatsächlich eine Art Kurzschluss bilden, welcher sich der Gleichstromerregung überlagert und eine Schwächung, ja sogar Vernichtung des ursprünglich erzeugten Feldes herbeiführen wird.
Um dies zu vermeiden, kann z. B. die Gleichstromwicklung von einer Spannung erregt werden, welche wesentlich grösser ist, als zur Erzeugung des Gleichstromes in der Gegenwicklung erforderlich, und auch gross ist im Verhältnis zur erzeugten Wechselspannung, so dass die hiedurch entstehenden Pnlsationen keinen merkbaren Einfluss mehr haben.
Durch dieses Mittel werden jedoch Vorschaltwiderstände erforderlich sein, in denen beträchtliche Energiemengen vernichtet werden müssen. Um dies zu umgeben, ist es auch möglich, eine starke Selbstinduktion einzuschalten, die zwar dem Gleichstrom keinen wesentlichen Widerstand bietet, wohl aber den übergelagerten Wechselstom mehr oder weniger vollkommen unterdrückt. Diese Selbstinduktion wurde in den Stromkreis der Gegenwicklung einzuschalten sein.
Die Selbstinduktion kann in einfacher Weise aus einem Eisenkreis bestehen, auf den eine Anzahl Windungen in bekannter Weise gewickelt sind, dia ausreichen, um die Unterdrückung des Wechselstromes herbeizuführen. Um eine solche getrennte Spule zu vermeiden, ist es jedoch auch möglich, die Gegenwicklung selbst so anzuordnen, dass zwischen ihr und dem eigentlichen Transformatorenkreis genügende Streuung hervorgerufen wird, derart, wie es etwa die Zeichnung zeigt, hei der die Gegenwicklung d auf dem zweiten Kern b des Transformators angebracht ist. Es kann dabei der Transformator noch so ausgebildet werden, dass zwischen den Kernen und bein regelbarer Eisensteg e sich befindet, mit Hilfe dessen die Streuung derart eingestellt werden kann, dass sie zur Unter-
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allzusehr zu schwächen.
Jedes andere Mittel, wie Parallelschaltung von Kondensatoren. Kapazitäten usw, welches dazu dienen kann, die Wirkung des Kurzselilussstromes zu verringer, ohne den Glf'lchstrom zu schwächen, kann natürliche ebenfalls hier Verwendung finden und fällt sinngemäss in den Bereich dieser Erfindung.
PATENT-ANSPRÜCHE:
1. Mit einer Gegenstromwicklung ausgestatteter Transformator, der primär durch kurze, gleichgerichtete, mittels eines Unterbrechers stzeugte Stromstösse erregt wird, dadurch gekennzeichnet, dass die GEgenstromwicklung (d) ununterbrochen mit Gleichstrom gespeist wird.