<Desc/Clms Page number 1>
Vorrichtung an Rosshaarumspinnmaschinen zur Verhütung von Fehlstellen.
Mechanische Vorrichtungen zum Ergreifen und Herausziehen einzelner Haare aus einem Haarbündel haben zuerst beim mechanischen Verweben von Rosshaar Verwendung gefunden. Damit durch Fehlgreifen keine Schussfehler im Gewebe entstehen, sind die mechanischen Webstühle zum Verweben von Rosshaaren mit Vorrichtungen versehen worden, welche bewirken, dass bei fehlendem Rosshaar ohne den Gang des Stuhles zu unterbrechen, nur der Fachwechsel unterbrochen wird und dass dieser fortgesetzt wird, sobald wieder ein Haar zuni Kmtragen vorhanden ist. Während die Vorrichtungen zum mechanischen Ergreifen von Haaren zweckentsprechend später auf die Rosshaarumspinnmaschinen übertragen wurden, sind Vorrichtungen an diesen zum Verhüten von Fehlstellen im Fadengebilde infolge Fehlgreifens oder Versagens des Greifwerkzeuges bis jetzt nicht vorhanden.
Vorliegende Erfindung bezweckt, solche Fehlstellen zu verhüten.
Erreicht wird dieser Zweck durch eine Vorrichtung, welche bei fehlendem Rosshaar die Fadenbildung unterbricht, um sie fortzusetzen, sobald die Rosshaarzuführung wieder richtig
EMI1.1
Haarzuführungsapparat beschaffen sein mag.
Eine Erläuterung des Erfindungsgedankens wird in folgendem Ausführungsbeispiel gegeben.
Gewählt ist dabei eine wagerechte Anordnung der Umspinnspindel. Fig. l zeigt, die Umspinnspindel mit der Einrichtung zur Haarzuführung, in Fig. 2 ist die neue Vorrichtung selhst mtt den zugehörigen Teilen der Umspinnmaschine veranschaulicht und die Fig. 3,4 und 5 geben Einzelheiten der Vorrichtung wieder.
An einer starren Schiene 2 ist ein Rohr : 2 mit zwei Muttern. ? befestigt. Um das Rohr 2
EMI1.2
bilden die Umspinnvorrichtung.
Das Rad 4 wird von dem Rad 15, die mit letzterem verbundene Scheibe 16 von der Reibscheibe 17 angetrieben. Rad 76 und Scheibe 76 sitzen an dem um das Rohr 2 drehbaren Hebel 18.
Solange unter der Wirkung einer Feder 79 die Scheibe 76 gegen die Reibscheibe 17 angedrückt wird, dreht sich die Umspinnvorricbtung. Wird dagegen mittels des Hebels 18 die Scheibe 16
EMI1.3
Umspinnvorrichtung zum Stillstand, der je nach dem Grad der Bremswirkung allmählich oder plötzlich bewirkt werden kann.
Statt des Bremsschuhes 2U kann auch eine zweite Reibscheibe mit geringerer Umdrehungs-
EMI1.4
eintritt, sondern diese nur verlangsamt wird.
Zur mechanischen Bewegung des hebels 18 ist folgende Einrichtung getroffen. Aaf euler starren Schiene 21 sitzt drehbar ein Winkel 22, von welchem ein Schenkel als Sperrhaken ausgebildet ist, während an dem anderen Schenkel ein haken 23 angelenkt ist. Unterhalb der Schiene 21 bewegt sich eine Schiene 24 in der angegebenen Pfeilriohtung hin und her. An dieser ist ein Doppelhaken 25 und ein Sperrhaken 26 drehbar befestigt. Je nachdem der erstere durch
<Desc/Clms Page number 2>
EMI2.1
seine gehobene Stellung zurück, andernfalls zieht derselbe in seiner gesenkten Stellung bei der folgenden Rechtsbewegung der Schiene 24 den Haken 23 ? mit und bewirkt dadurch ein Anheben der Sperrklinke 22.
Dadurch wird der Stift 29 freigegeben und die Scheibe 16 wird unter Ein-
EMI2.2
des Hakens 26 wird durch eine Fühlereinrichtung bewirkt, sobald bei der mechanischen Haarzuführung ein Versager vorkommt.
Der Haarzuführungsapparat besteht beispielsweise aus dem auf einem beweglichen Tisch
EMI2.3
Heben und Senken eines Hebels 32 bewirkt. Der Arbeitsvorgang ist folgender: Der Greifer 31 ist in seiner Endstellung nach rechts, der Tisch mit dem Haarbündel 30 in seiner Endstellung
EMI2.4
wodurch die Greifernadel in die Haare eindringt, wird der Griefer 31 geschlossen. Dieser bewegt sich dann nach l, inks, das Haarbündel 30 nach rechts, wobei es gleichzeitig gehoben wird.
Ist der Greifer. 31 in seiner Endstellung angelangt, so beginnt die Tätigkeit der Fühl'jreinrichtung die aus einem in der Schiene 34 drehbar gelagerten Stift 40 (Fig. 4 un, ì 5) und zwei in defen
EMI2.5
Stäbchens 42 ist nach unten abgebogen und ruht auf einem in der Schiene 34 steckenden Stift 39 Die Schiene 34 schwingt mit dem Greifer 31 hin und her. In der Endstellung des Greifers nach links (Fig. 1) beginnt die Schiene 34 sich nach rechts zu verschieben (Fig. 4 und 5).
Hat der Greifer 31 nun ein Haar gefasst und zum Teil aus dem Bündel 3 herausgezogen, so begegnet das senkrechte Stäbchen 41 des Fühlers dem Haar und wird ber Fortsetzung der Rechtsbewegung der Schiene 34 zurückgehalten, so dass sich die rechte Spitze des wagerechten Stäbchens 42 des
EMI2.6
Ebene drehbaren Winkel 36 aus. Der eine Schenkel dieses Winkels 36 ist mit dem Sperrbaken 26 durch eme Schnur 37 verbunden, die über eine leitrolle 38 geführt ist.
Sobald die rechte Spitze des wagerechten Stäbchens 42 des Fühlers sich gehoben hat, beginnt die Schiene 35 sich nach links zu bewegen. Der dem Fühler zugekehrte Schenkel des Winkels 36 gleitet dabei unter dem Stäbchen 42 des Fühlers hinweg. Der Winkel 36 bleibt in seiner Ruhelage und demzufolge wird der Sperrhaken 26 nicht ; angehoben.
Die Fadenbildung nimmt ungestört ihren Fortgang. Der Greifer 31 öffnet sich, das Bündel 30 bewegt sich nach links und die Schienen 34 und 35 kehren in ihre Ausgangsstellung zurück,
EMI2.7
Bewegung des Bündels 30 m derselben Richtung wird das erfasste Haar der Umspinnvorricltung zugeführt..
Hat der Greifer kein Haar erfasst, 80 wird der Fühler bei seinem Vorgang nicht beeinflusst.
In seiner Ruhelage verharrend stösst die rechte Spitze des Stäbchens 42 desselben gegen den ihm mit der Schiene 35 entgegenkommenden Winkel 36. Dieser wind in der Pfeilrichtung gedreht und hebt den mit ihm verbundenen Sperrhaken 26 mit der Wirkung. dass die Fadenbildung, wie zuvor beschrieben wurde, unterbrochen wird. Zweckmässig werden die Bewegungen der Schienen zueinander so eingestellt, dass, wenn Schiene 27 am Ende ihrer Bewegung nach rechts angelangt und der Sperrhaken 26 von dem Gewicht des Doppelhakens 25 entlastet ist, das Anheben des Sperrhakens 26 eintritt. Alsdann hat der Fühler nur geringen Wider-wu zu überwinden.
Wenn nur zwei Haare gleichzeitig unzwirnt werden sollen, muss die Unterbrechung der Fadenbildung bei jedem Versager erfolgen ; werden dagegen drei oder noch mehr Haare gleichzeitig umzwimt, so kann die Einrichtung so getroffen werden, dass bei einem Versager noch keine Unterbrechung der Fadenbildung stattfindet, sondern erst wenn zwei enger hintereinander vorkommen. die Unterbrechung beim zweiten Versager eintritt.
<Desc/Clms Page number 3>
EMI3.1
Reibscheibe 17 als auch mit dem Bremsschuh 20. Die Umspinnvorrichtung dreht sich weiter unter Einwirkung der lebendigen Kraft.
Ist bei dem folgenden Spiel der Haarzuführung wieder ein Haar vorhanden, so wird der Sperrstift 29 wieder entriegelt, ehe eine Unterbrechung der Fadenbildung eingetreten ist. Kommt
EMI3.2
Bremsschuh 2C angehalten wird. Die Stufe b der Sperrklinke 22 fällt dann hinter den Sperrstift 29 ein. Wird nun bei dem dritten Spiel wieder ein Haar gefasst, so findet die Entriegelung des Hebels 18 durch Anheben der Sperrklinke 22 mit einer einmaligen Rechtsbewegung der Schiene 24 statt.
Werden die von dem Greifer 31 ergriffenen Rosshaare mittels Zuführungswaizen der Umspinnspindel zugeführt, so muss mit Unterbrechung der Fadenbildung auch deren Bewegung unterbrochen werden, was am einfachsten und zweckmässigste dadurch erreicht wird, dass diese Walzen gleich wie die Abzugswalzen von der Umspimspindel angetrieben werden.
Während auf den bisherigen Rosshaarumspinnmaschinen ein Mitlauffaden zugleich mit den Rosshaaren ut wirft werden musste, kann bei Anwendung der vorliegenden Erfindung der Mitlauffaden entbehrt werden. Ohne einen solchen Faden kommt die natürliche Elastizität des Rosshaares besser zur Geltung. Sowohl durch diesen Umstand, als auch besonders dadurch, dass durch fehlende Rosshaare geschwächte Stellen verhütet sind, wird der hergestellte Faden wertvoller als die bisherigen Erzeugnisse dieser Art.