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Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren und eine Vorrichtung, um im Grossbetrieb aus heissgesättigten Salzlösungen, insbesondere Kalisalzlösungen, die Salze in Kristallform ab- zuscheiden. Die für diesen Zweck bisher angewandten Verfahren und Vorrichtungen haben mancherlei Ubelstande, zufolge deren sie technisch und wirtschaftlich für den Grossbetrieb ungeeignet sind. Nach der gebräuchlichsten Methode werden die Salzlösungen in Kristallisierkästen geleitet, in denen sie unter Auskristallisieren der Salze erkalten ; die Ausscheidung der Kristalle ist erst nach zwei bis vier Tagen, je nach der Jahreszeit, vollendet.
Dieses Verfahren ist aber nicht nur langwierig, sondern auch teuer, indem bereits Fabriken mittlerer Grösse mehrere Hundert derartiger Kästen benötigen, deren jeder eine Grundfläche von ungefähr fünfmal 3 m hat. Zu den hohen Anschaffungskosten dieser Kästen und der sie aufnehmenden Gebäude kommen noch die bedeutenden Kosten langer schmiedeiserner Zu- und Abflussrinnen sowie ausgedehnter Transportanlagen und die Betriebskosten des Salztransportes aus den Kästen nach der Deck-und Trockenstation.
Um die Kristallisierzeit zu kürzen, hat man Apparate konstruiert, in denen die Salzlösung durch ein Rührwerk ständig bewegt und die Kühlung mittels plattenförmiger, von Kühlwasser durchflossener Zellen bewirkt wird. Zwar sind die Anschaffungskosten dieser Apparate für die Tagesleistung geringer, doch ist der Betrieb immerhin noch sehr teuer und vor allen Dingen ist die gewonnene Salzmasse für eine billige Herstellung der fertigen Handelsware wenig oder garnicht geeignet. Die mit einem Rührwerk ausgestatteten Apparate liefern eine schlammförmige Kristallmasse, die demzufolge schwer zu decken ist. Ebenso lässt sich das auf den wasserdurchflossenen Kühlzellen gewonnene Salz nur mit Nachteil decken, da das zu gewinnende Salz (z. B. Chlorkalium) mit, dem auszudeckenden Salz (z. B.
Chlornatrium) gleichmässig durchsetzt ist und demzufolge bei dem Ausdecken des letzteren das erstere in erheblichem Masse wieder gelöst Ferner lässt die Wirkung der Kühlflüssigkeit mit dem Stärkerwerden der sich auf den Wänden der Kühlzellen bildenden Salzkruste schnell nach.
Nach dem Verfahren gemäss vorliegender Erfindung soll nun das Auskristallisieren von Salzlösungen dadurch herbeigeführt werden, dass man die Salzlösung über ein System langer Blechtafeln, welches in einem Turm ähnlich den Rückkühltürmen von Kondensationsanlagen angeordnet ist, rieseln lässt und dabei mittels den Turm dauernd durchstreichender atmosphärischer Luft zur Kristallisation bringt, deren Kristalle die Bleche inkrustieren, während die
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Luft, bleiben hiebei dauernd 1Il unmittelbarer Berührung, welche Dicke auch die auf den Kristall sationsblechen sitzende Salzmasse inzwischen erreicht haben mag.
In der Zeichnung ist eine Vorrichtung zur Ausführung des neuen Verfahrens in mehreren Ausführungsformen veranschaulicht.
Fig. 1 und 2 zeigen zwei zueinander rechtwinkelige Vertikalschnitte und Fig. 3 den Grundriss
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bzw. einen Grundiss von zwei weiteren Ausführungsformen, die sich in Einzelheiten von der Ausführungsform nach Fig 1 bis 3 unterscheiden. a ist ein Turm von etwa 25 bis 30 m Höhe nach Art der Rückkühltürme von Kondensationsanlagen. in dessen Seitenwände am unteren Ende verstellbare Jalousieen b für den Eintritt der
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gerinne c, welches die auszukristallisierende Salzlösung von Lösekesseln d heranführt. In dem Turm befindet sich nun ein System breiter und langer Kristallisationsbleche e, über welche die Salzlösung unter Vermittlung eines entsprechenden Überlaufgerinnes c1 rieselt und dieselben inkrustiert. während die Lauge salzbefreit von den Blechen abläuft.
Die Blechtafeln haben eine Breite von etwa 1'5 m und eine Höhe von etwa 3 tn und sind etagenweise zu Gruppen (Register) I, II, III usw. zusammengefasst ; jedes Register enthält eine grössere Anzahl derartiger Blechtafeln, in der Zeichnung acht Blechtafeln. Die Blechtafeln liegen parallel zueinander in einem Abstand von etwa 20 cm und sind geneigt, um ein freies Herabfallen der Salzlösung durch die Zwischenräume der Blechtafeln zu verhindern.
Durch die ständige Berührung der niederneselnden Salzlösung mit der aufsteigenden atmosphärischen Luft findet eine ununterbrochene kräftige Kühlung der Salzlösung statt und die hiebei sich bildenden Kristalle setzen sich an den Blechtafeln bzw. der auf diesen bereits vor handenen Kristallsdicht an. Hat die Salzschicht eine gewisse Dicke erreicht, so wird dieselbe entfernt. Die Entfernung wird in einfachster Weise dadurch vorgenommen, dass ein Arbeiter
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Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren und eine Vorrichtung, um im Grossbetrieb aus heissgesättigten Salzlösungen, insbesondere Kalisalzlösungen, die Salze in Kristallform ab- zuscheiden. Die für diesen Zweck bisher angewandten Verfahren und Vorrichtungen haben mancherlei Ubelstande, zufolge deren sie technisch und wirtschaftlich für den Grossbetrieb ungeeignet sind. Nach der gebräuchlichsten Methode werden die Salzlösungen in Kristallisierkästen geleitet, in denen sie unter Auskristallisieren der Salze erkalten ; die Ausscheidung der Kristalle ist erst nach zwei bis vier Tagen, je nach der Jahreszeit, vollendet.
Dieses Verfahren ist aber nicht nur langwierig, sondern auch teuer, indem bereits Fabriken mittlerer Grösse mehrere Hundert derartiger Kästen benötigen, deren jeder eine Grundfläche von ungefähr fünfmal 3 m hat. Zu den hohen Anschaffungskosten dieser Kästen und der sie aufnehmenden Gebäude kommen noch die bedeutenden Kosten langer schmiedeiserner Zu- und Abflussrinnen sowie ausgedehnter Transportanlagen und die Betriebskosten des Salztransportes aus den Kästen nach der Deck-und Trockenstation.
Um die Kristallisierzeit zu kürzen, hat man Apparate konstruiert, in denen die Salzlösung durch ein Rührwerk ständig bewegt und die Kühlung mittels plattenförmiger, von Kühlwasser durchflossener Zellen bewirkt wird. Zwar sind die Anschaffungskosten dieser Apparate für die Tagesleistung geringer, doch ist der Betrieb immerhin noch sehr teuer und vor allen Dingen ist die gewonnene Salzmasse für eine billige Herstellung der fertigen Handelsware wenig oder garnicht geeignet. Die mit einem Rührwerk ausgestatteten Apparate liefern eine schlammförmige Kristallmasse, die demzufolge schwer zu decken ist. Ebenso lässt sich das auf den wasserdurchflossenen Kühlzellen gewonnene Salz nur mit Nachteil decken, da das zu gewinnende Salz (z. B. Chlorkalium) mit, dem auszudeckenden Salz (z. B.
Chlornatrium) gleichmässig durchsetzt ist und demzufolge bei dem Ausdecken des letzteren das erstere in erheblichem Masse wieder gelöst wiru Ferner lässt die Wirkung der Kühlflüssigkeit mit dem Stärkerweden der sich auf den Wänden der Kühlzellen bildenden Salzkruste schnell nach.
Nach dem Verfahren gemäss vorliegender Erfindung soll nun das Auskristallisieren von
Salzlösungen dadurch herbeigeführt erden, dass man die Salzlösung über ein System langer Blechtafeln, welches in einem Turm ähnlich den Rückkühltürmen von Kondensationsanlagen angeordnet ist, rieseln lässt und dabei mittels den Turm dauernd durchstreichender atmosphärischer Luft zur Kristallisation bringt, deren Kristalle die Bleche inkrustieren, während die
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Luft, bleiben hiebei dauernd 1Il unmittelbarer Berührung, welche Dicke auch die auf den Kristall sationsblechen sitzende Salzmasse inzwischen erreicht haben mag.
In der Zeichnung ist eine Vorrichtung zur Ausführung des neuen Verfahrens in mehreren Ausführungsformen veranschaulicht.
Fig. 1 und 2 zeigen zwei zueinander rechtwinkelige Vertikalschnitte und Fig. 3 den Grundriss einer beispielsweisen Ausführungsfrom ; Fig. 4 bis 6 zeigen den Fig. 1 bis 3 gleiche Schnitte bzw. einen Grundriss von zwei weiteren Ausführungsformen, die sich in Einzelheiten von der Ausführungsform nach Fig 1 bis 3 unterscheiden. a ist ein Turm von etwa 25 bis 30 m Höhe nach Art der Rückkühltürme von Kondensationsanlagen. in dessen Seitenwände am unteren Ende verstellbare Jalousieen b für den Eintritt der
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gerinne c, welches die auszukristallisierende Salzlösung von Lösekesseln d heranführt.
In dem Turm befindet sich nun ein System breiter und langer Kristallisationsbleche e, über welche die Salzlösung unter Vermittlung eines entsprechenden Überlaufgerinnes c1 rieselt und dieselben inkrustiert. während die Lauge salzbefreit von den Blechen abläuft.
Die Blechtafeln haben eine Breite von etwa 1'5 m und eine Höhe von etwa 3 tn und sind etagenweise zu Gruppen (Register) I, II, III usw. zusammengefasst ; jedes Register enthält eine grössere Anzahl derartiger Blechtafeln, in der Zeichnung acht Blechtafeln. Die Blechtafeln liegen parallel zueinander in einem Abstand von etwa 20 cm und sind geneigt, um ein freies Herabfallen der Salzlösung durch die Zwischenräume der Blechtafeln zu verhindern.
Durch die ständige Berührung der niederneselnden Salzlösung mit der aufsteigenden atmosphärischen Luft findet eine ununterbrochene kräftige Kühlung der Salzlösung statt und die hiebei sich bildenden Kristalle setzen sich an den Blechtafeln bzw. der auf diesen bereits vor handenen Kristallsdicht an. Hat die Salzschicht eine gewisse Dicke erreicht, so wird dieselbe entfernt. Die Entfernung wird in einfachster Weise dadurch vorgenommen, dass ein Arbeiter
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mit einem Hammer an einigen wenigen Stellen gegen ein einzelnes Register klopft, wodurch dessen Blechtafeln in Schwingungen geraten und ihren Salzbelag abwerfen.
Die Register sind durch eine am Turmgebäude hochgefübrte Treppe mit entsprechenden Podesten zugänglich gemacht, welche in der Zeichnung nicht dargestellt ist.
Durch die Verwendung mehrerer Gruppen von Blechtafeln (Register) wird die unmittelbare Gewinnung von Salzen verschiedener Zusammensetzung erreicht. Die meisten Salzlösungen sind ein Gemisch verschiedener Salze, deren Einzelaalze zum Auskristallisieren eine verschieden starke Kühlung erfahren müssen ; es scheiden sich demzufolge auf dem obersten Register vornehmlich diejenigen Salze ah, welche die geringste Kühlung benötigen, während sich auf dem untersten Register diejenigen Salze abscheiden, welche die stärkste Kühlung voraussetzen. Bei der Verarbeitung von Kalirohsalzlösungen setzt sich aus diesem Grunde auf den Kristallisations. blechen des obersten Registers vornehmlich Chlornatrium und auf dem untersten Register Chlorkalium an.
Dementsprechend werden die Kristallkrusten des obersten Registers einen geringeren
Gehalt an Chlorkalium zeigen als die der mittleren und noch weniger als die des untersten Registers und es lassen sich auf diese Weise Salze mit verschiedenem Chlorkaliumgehalt erhalten, die den gängigen Handelsmarekn entsprechen oder doch so nahe kommen, dass mit ihnen ein längerer
Deckprozess nicht vorgenommen zu werden braucht.
Damit nun beim Entleeren der einzelnen Register nicht Krustenteile höher liegender Register zum abgestürzten Satz des gerade entleert werdenden Registers fallen können, wie dies zufolge der Erschütterung anlässlich der Entleerung geschehen kann, sind unter den Registern einschiebbare
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und nur für die Zeit der Registerentleerung eingeschoben werden. Die Entleerung wird in der Weise vorgenommen, dass zunächst bei eingeschobenen Böden 1. und h2 das unterste Register I entleert und die von ihm abfallende Salzmaase von Hand oder durch eine Transportschnecke f mit Becherwerk 9 oder in sonstiger Weise der weiteren Behandlungsstelle n zugeführt wird.
Alsdann wird der Boden h2 herausgezogen. das Register II entleert und seine abfallende Salzmasse in gleicher Weise in ein anderes Oefäss transportiert : in entsprechender Weise wird mit den übrigen Registern verfahren.
Um nun in der Entleerung der Blechtafelregister unabhängig zu sein, sind nach einer zweiten Ausführungsform (F) g. 4 und 5, Register f und 7) unter den Registern aus dem Turm herausführende Fahrbahnen jf mit Behälterwagen t angeordnet, welche für die Zeit der Entleerung
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Blechtafelregister an emer Laufkatze @ aufgehangt. mit Hilfe deren sie aus dem Turminnern heraus über die weitere Behandlungsstelle gefahren und dort eintleert werden.
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Luft durchströmten Turm angeordnetes System vertikal oder nahezu vertikal angeordneter Blechtafeln wolcher Länge rrieseln lässt, dass die zufolge der Abkühlung der Lösung durch die Luft auskristalhsierenden Salze als Belag auf den Blechtafein verbleiben.
während die Lösungsflussigkeit kristallbefreit am unteren Ende der Blechtafeln ununterbrochen abfliesst.
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