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Aus einem sammelnden, einfachen Vorderglied und einem zerstreuenden Hinterglied bestehendes Fernrohr-Brillenalas.
Gegenstand der Erfindung ist ein Linsensystem für Fernrohrbrillen (ein FernrohrBrillenglas), das ein sehr grosses Gesichtsfeld besitzt und noch bei der Betrachtung von Objekten am Rande dieses Feldes, also für die Büschel stärkster Neigung, eine geringe Verzeichnung, eine mässige Farbenabweichung und nur Spuren von Astigmatismus aufweist.
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sind, neben den holländischen Fernrohren im engeren Sinne, eine Unterart des Fernrohrsystems aus sammelndem Vorderglied und zerstreuendem Hinterglied. Das Gewicht eines Fernrohr-Brillenglases, der Abstand zwischen seinen beiden Gliedern und der Abstand seines Schwerpunktes vom Hinterglied müssen klein sein. l) deshalb ist seine Vergrösserung höchstens eine zweifache, und sein Objektiv ist nicht achromatisiert, sondern besteht aus einer einfachen Sammellinse.
Vermöge der Verbindung des Fernrohr-Brillenglases mit dem Kopfe des Benutzers ist die Bedingung in der Praxis erfüllt. von der man bei der Berechnung von Brillengläsern auszugehen pflegt, dass nämlich der Biendenmitte ! punkt des Systems, der Kreuzungspunkt der Hauptstrahlen, an dem Ort des Augendrehpunktes liegt. ungefähr 21ctn hinter der hintersten Linsenflache. Deshalb lässt sich beim FernrohrBrillenglas ein sehr grosses Gesichtsfeld, das bis an seinen Rand ein scharfes Bild bietet. in vollkommener Weise ausnutzen, während sich Einstellung des Abstandes zwischen beiden Gliedern zur Anpassung des Systems an den Refraktionszustand des beobachtenden Auges verbietet. Der feste Gliederabstand kann so gewahlt sein, dass ein strenges Ffrnrobr- system vorliegt.
Die Brechkraft dieses Systems ist Null, so dass es für ein emmetropisches Auge geeignet ist. Das System kann aber auch eine mässige negative oder positive Scheitelrefraktion haben, damit es für ein myopisches oder hypermetropisches Auge von entsprechender achsialer Refraktion zum unmittelbaren deutlichen Sehen in die Ferne geeignet ist.
Bei dem Fernrohr-Brillenglas nach vorliegender Erfindung wird eine chromatischf Korrektion in der Weise erzielt wie bei dem Linsensystem für holländische Fernrohre. das in der deutschen Patentschrift Nr. 2072H beschrieben ist. Die Farbenabweichung des einfachen sammelnden Vordergliedes wird durch das zerstreuende Hinterglied mit ausgeglichen, das aus einer Sammellinse und einer Zerstreuungslinse zusammengekittet ist. Es wird zu diesem Zweck für die Sammellinse ein Glas von niedrigerem Brechungsexponenten und für die Zerstreuungslinse ein solches von höherer relativer Dispersion gewählt.
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zeichnung auf ein geringeres Mass herabzusetzen, ist nach vorliegender Erfindung die Zerstreuungslinse als Hinterlinse und in bikonkaver Form anzuwenden.
Dabei lässt sich eine besonders weitgehendeKorrektion des Astigmatismus dann erreichen, wenn man der sammelnden
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Ist das Auge, das mit dem neuen zweigliedrigen Ferurohr-Brillenglas ausgestattet werden soll, mit Astigmatismus behaftet, so kann dieser Augenfehler dadurch korrigiert werden, dass eine der freien Linsenflächen des wie gewöhnlich berechneten Systems aus einer rphärischen in eine torische umgewandelt wird, von deren beiden Radien der eine in dem zur Korrektion erforderlichen Sinn und Mass von dem der früheren sphärisrhon Fläche abweicht. Um den auf diese Weise eingeführten achsialen Astigmatismus auch auf allen Hauptstrahlen von endlicher Neigung entstehen zu lassen, mag man die hinterste
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Fläche des Systems zu der iorischen machen.
Um diesen Zweck noch besser zu erreichen, mag man ferner die hinterste Kugelfläche so wählen, dass sie die Hauptstrahlen ohne Ablenkung oder nur mit geringer Ablenkung austreten lässt. Das ist der Fall, wenn ihr Mittelpunkt dem Kreuzungspunkt der Hauptstrahlen sehr nahe liegt, ihr Radius also etwa zwischen den Grenzen 20 und 35 mm verbleibt.
In der Zeichnung sind drei Ausführungsbeispiele der Erfindung dargestellt, je eines für ein emmetropisches, ein myopisches und ein hypermetropisches Auge. In allen drei Fällen entspricht die hinterste Fläche des Systems der zuletzt gestellten Forderung, während das Auge als frei von Astigmatismus vorausgesetzt, die hinterste Fläche also kugelig gelassen ist, weil die Umwandlung jener Fläche in eine torische keiner Erläuterung bedarf.
Erstes Beispiel (Fig. 1) :
Teleskopisches Linsensystem (für emmetropische Augen). Vergrösserung des Netzhautbildes in der Achsenrichtung 1'77. Nachstehend sind die Abmessungen der Linsen 1, Il und III, ihre Abstände voneinander und von dem Hauptstrahlenkreuzungspunkt 0, die Neigungen Wmax und wlmax der randlichen Hauptstrahlen beim Eintritt und heim Austritt, die Glasarten und ausserdem noch die Reste von Astigmatismus angegeben. Diese Reste sind veranschaulicht durch die in dptr gemessenen Reziproken der augenseitigen Schnittweiten sil und 31'der sagittalen und meridionalen Btischel, die dem mit der Achse zusammenfallenden Hauptstrahl, einem solchen von mittlerer Neigung und einem randlichen Hauptstrahl zugehören.
Abmessungen und Abstände der Linsen in mm :
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Eintritts-und Austrittsneigung der randlichen Hauptstrahlen :
EMI2.2
Glasarten :
EMI2.3
EMI2.4
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<tb>
<tb> w <SEP> = <SEP> 0 <SEP> 6#76 <SEP> 8#98
<tb> 1
<tb> = <SEP> 0 <SEP> dptr <SEP> + <SEP> 0#28 <SEP> dptr <SEP> + <SEP> 0#34 <SEP> dptr
<tb> st'
<tb> 1
<tb> =0 <SEP> # <SEP> + <SEP> 0#59 <SEP> # <SEP> + <SEP> 3#53 <SEP> #
<tb> st'
<tb> 1 <SEP> 1
<tb> - <SEP> = <SEP> 0 <SEP> # <SEP> + <SEP> 0#31 <SEP> # <SEP> + <SEP> 3#19 <SEP> #
<tb> st' <SEP> st'
<tb>
Zweites Beispiel (Fig. 2) :
Linsensystem von-7 dptr Scheitelrefraktion (für myopische Augen von 6#5 dptr achsiale Refraktion). Vergrösserung des Netzhautbildes 1-80.
Abmessungen und Abstände der Linsen in mm :
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Eintritts- und Austrittsneigung der randlichen Hauptstrahlen :
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Glasarten (wie im ersten Beispiel) :
Korrektion des Astigmatismus :
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<tb>
<tb> w <SEP> = <SEP> 0 <SEP> 7#10 <SEP> 10#14
<tb> 1
<tb> = <SEP> - <SEP> 7#0 <SEP> dptr <SEP> - <SEP> 7#07 <SEP> dptr <SEP> - <SEP> 7#29 <SEP> dptr
<tb> st'
<tb> 1
<tb> = <SEP> - <SEP> 7#0 <SEP> # <SEP> - <SEP> 7#09 <SEP> # <SEP> - <SEP> 7#40 <SEP> #
<tb> st'
<tb> 1 <SEP> 1
<tb> - <SEP> = <SEP> 0#0 <SEP> # <SEP> - <SEP> 0#02 <SEP> # <SEP> - <SEP> 0#11 <SEP> #
<tb> st' <SEP> st'
<tb>
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Drittes Beispiel (Fig. 3) :
Linsensystem von + 3'44 dptr Scheitelrefraktion (für hypermetropische Augen von
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Abmessungen und Abstände der Linsen in mm :
EMI3.2
Eintritts-und Austrittsneigung der randlichen Hauptstrahlen :
EMI3.3
Glasarten (wie im ersten Beispiel) :
Korrektion des Astigmatismus :
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<tb>
<tb> w <SEP> = <SEP> 0 <SEP> 5#09 <SEP> 7#30
<tb> 1
<tb> = <SEP> + <SEP> 3#44 <SEP> dptr <SEP> + <SEP> 3#52 <SEP> dptr <SEP> + <SEP> 3#22 <SEP> dptr
<tb> st'
<tb> 1
<tb> = <SEP> + <SEP> 3#44 <SEP> # <SEP> + <SEP> 3#60 <SEP> # <SEP> + <SEP> 1#18 <SEP> #
<tb> st'
<tb> 1 <SEP> 1
<tb> - <SEP> = <SEP> 0#0 <SEP> # <SEP> + <SEP> 0#08 <SEP> # <SEP> - <SEP> 1#84 <SEP> #
<tb> st' <SEP> st'
<tb>
PATENT-ANSPRÜCHE :
1.
Achromatisches Fernrohr-Brillenglas von höchstens zweifacher Vergrösserung, bestehend aus einem einfachen, sammelnden Vorderglied und einem zerstreuenden Hinterglied, das aus einer Sammellinse von niedrigerem Berechnungsexponenten und einer Zerstreuungslinse von höherer relativer Dispersion zusammengekittet ist, und dadurch gekennzeichnet, dass die Zerstreuungslinse die Hinterlinse des Hintergliedes bildet und bikonkav ist.