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Hartlötflussmittel.
Verbindet man mit Alkali Borsäure innerhalb der Grenzen von 3 bis 4 Molekülen' B'}. 03 auf 1 Molekül Alkali, z. B. Made, so gelingt es mit ungefähr soviel Wasser, als das Gewicht der wasserfreien Substanz beträgt, durchsichtige zähe Sirupe herzustellen, die auch bei gewöhnlicher Temperatur längere Zeit, unter Umständen tage-und wochenlang,
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dienen und die Borsäure kann ebenfalls teilweise durch ihre Verbindungen, z. B. Borax, ersetzt werden. Man geht zweckmässig von wasserhaltigen Substanzen aus, deren Gehalt an wasserfreien Stoffen man kennt, und fügt dann nur das etwa noch fehlende Wasser zu. Ein Gemenge z.
B. von l Gewichtsteil käuflicher gewässerter Borsäure (B2 O + 3 H30) und. 3 Gewichtsteilen gewöhnlichem, zehnfach gewässerten Borax (Na20. 2 B O3 + 100) enthält bereits in sich genügend Wasser, um ohneweiters in der Hitze des kochenden Wasserbades zu einem dicken Sirup zu zerlaufen. Diese bis jetzt nicht bekannten Sirupe besitzen eine merkwürdige Klebekraft und hinterlassen, auf Flächen aufgestrichen, einen durchsichtigen firnisartigen Überzug ; sie bilden ein richtiges Gegenstück zum Kieselsäure- wasserglas und eignen sich vortrefflich zum Flussmittel für Hartlötungen an Stelle des Boraxes ; allgemein wegen des wesentlich gesteigerten Dekapierungsvermögens, aber auch noch aus weiteren Gründen.
Zunächst bewährt sich der Lötsirup als ausserordentlich nützlich für die Vorbereitung aller Lötstücke, zumal im Massenbetriebe. Man kann mit der öldickigen Flüssigkeit durch einen Pinsel die Lötflächen, wenn nötig vor dem Zusammenbinden, gleichmässig wie mit Leim bestreichen und so die Anwesenheit von Flussmittel in jedem Teile der Lötfuge sicherbtelIen. Ferner gestattet die grosse Klebekraft des Sirups die ausgedehntesten Gegenstiinde, selbst an exponierten Stellen, fertig mit Lot zu beschicken, so dass nichts davon abfällt, auch nicht nach langem Stehenlassen, wo sich das Lot steinfest mit der Unterlage verkittet.
Ebenfalls kann man sich für kleinere Lötungpn den Sirup zunutze machen, in der Art, dass man mit einem in den Sirup getauchten Hölzchen über die Lötfuge einen Strich zieht, diesen mit fein zerteiltem Lot überpudert und so das Lot sauber und genau an seinen Ort bringt, wie auf andere Weise nicht möglich ist.
Diese Sirupe sind für die Hartlötung aller Metalle tauglich, zeigen aber bei Messing einen besonderen Vorteil. Während Borax nach dem Löten sehr harte Krusten hinterlässt, die rasch nur durch Hämmern, sonst durch langwieriges Beizen zu entfernen sind, platzen die Lötrückstände des vorliegenden Ilartlötflussmittels von Messing und ähnlichen Legierungen beim Erkalten von selbst ab und sind durch einfaches nasses Abwischen auch in den letzten Überbleibseln zu beseitigen.
Noch wäre hervorzuheben, dass dem Hartlötflussmittel als Lötmittel die immer als lästig empfundene Weise des Aufschäumens, wie sie der Borax zeigt, abgeht ; während der Borax beim Erhitzen sich astartig von seiner Unterlage abhebt, aufbäumt und beim
Zusammensinken im Feuer das Lot an andere Stellen schafft, bleibt das-übrigens erheblich geringere - Schaumgebilde des frisch aufgetragenen Hartlötflussmittels mit seiner
Basis verbunden, sinkt auch weit rascher im Glühfluss zusammen, wobei das etwa hoch gehobene Lot seinen alten Platz zurückgewinnt. Bei längerem Stehen ausgetrocknete Über- züge des Hartlötflussmittels blähen sich überhaupt fast gar nicht auf.
Es versteht sich, dass man das Borwasserglas bei Verzicht auf seine Klebefähigkeit auch in trockenem Zustande ohne Preisgabe seiner übrigen guten Eigenschaften ver- wenden kann.
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