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Die Erfindung bezieht sich auf Vorrichtung zum Anziehen eines Strumpfes mit einem Gestell, das zwei an einem oberen Ende mit Handgriffen versehene Längs- holme und einen U-förmigen Spannbügel zur Strumpfaufnahme zwischen den unteren Enden der Längsholme aufweist.
Um das Anziehen von Strümpfen, insbesondere in Form von Socken oder Stutzen, für in ihrer Bewegung beeinträchtigte Menschen zu erleichtern, wurden unter- schiedlich aufgebaute Anziehhilfen vorgeschlagen, die darauf beruhen, den Strumpf mit Hilfe eines Spannrahmens zu öffnen, so dass der geöffnete Strumpf mit Hilfe einer am Spannrahmen eingreifenden Handhabe über den Fuss gezogen werden kann. Zu diesem Zweck ist es bekannt (DE 198 37 924 A1), ein leiterförmi- ges Gestell vorzusehen, das an seinem unteren Ende einen Spannring zur Auf- nahme des Strumpfes trägt.
Nachteilig bei solchen geschlossenen Spannringen ist allerdings, dass der Fuss beim Anziehen des Strumpfes durch den Spannring ge- führt werden muss, was die Handhabung erschwert, zumal ja der Fuss nach dem Anziehen des Strumpfes wieder aus dem Spannring gezogen werden muss. Ähnli- che Nachteile treten auch bei anderen bekannten Anziehhilfen auf (DE 198 03 503 A1 ), bei denen der Spannrahmen zur Aufnahme des Strumpfes aus zwei Rah- menteilen besteht, die nach dem Überstülpen eines Strumpfes zu seiner Aufspan- nung auseinandergefahren werden. Auch in diesem Fall muss der Fuss zwischen den Rahmenteilen ein- und ausgefädelt werden.
Bessere Handhabungsbedingungen ergeben sich, wenn ein U-förmiger Spannbü- gel für den Strumpf zum Einsatz kommt (US 5 706 988 A), so dass nach dem An- ziehen des Strumpfes und dem Lösen des Strumpfes vom Spannbügel der Fuss durch die Anziehhilfe freigegeben wird. Die gelenkige Verbindung dieses U-
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förmigen Spannbügels mit zwei nur über den Spannbügel verbundenen Längshol- men erschwert jedoch die Handhabung dieser Anziehhilfe. Abgesehen davon sind die am Spannbügel vorgesehenen, auswärts geneigten Rastzähne ungeeignet, den Strumpf in einer schonenden Art vor einem Abziehen vom Spannbügel zu sichern, wenn beim Anziehen eine entsprechende Zugbelastung des Strumpfes auftritt.
Um eine sicheres Aufspannen eines Strumpfes an einer U-förmigen Halterung einer Anziehhilfe zu ermöglichen, ist es schliesslich bekannt (DE 198 30 277 A1), den zwischen zwei seitlichen Schenkeln und einer Fersenzunge im Bereich seiner Öffnung aufgespannten Strumpf mit Hilfe von Stechspitzen festzuhalten, die schwenkbar in den Seitenschenkeln gelagert sind und über einen Seilzug betätigt werden können, der innerhalb eines von einem Bodengestell aufragenden Griffroh- res zu einem Stellhebel geführt wird. Nachteilig bei dieser bekannten Konstruktion ist neben dem Konstruktionsaufwand, dass durch die im Bereich eines Gummiban- des des Strumpfes einstechenden Spitzen der Strumpf zumindest nach einem längeren Gebrauch der Anziehhilfe beschädigt wird.
Daran ändert sich auch nichts, wenn die Stechspitzen durch Spannhebel ersetzt werden, die den Strumpf in Aus- nehmungen in den Seitenschenkeln einziehen.
Der Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zum Anziehen eines Strumpfes der eingangs geschilderten Art mit einfachen konstruktiven Mitteln so auszugestalten, dass ein sicheres Überstreifen des Strumpfes über den Fuss ohne Beschädigungsgefahr für den Strumpf gewährleistet werden kann.
Die Erfindung löst die gestellte Aufgabe dadurch, dass dem starr mit den Längs- holmen verbundenen Spannbügel eine Klemmeinrichtung zugeordnet ist, die aus zwei entlang der Längsholme gegen die Klemmkraft von Schliessfedern verschieb- baren Stellstangen besteht, die oberhalb des Spannbügels durch einen mit dem Spannbügel zusammenwirkenden Klemmbügel verbunden sind.
Durch die Kombination eines U-förmigen Spannbügels mit einer dem Spannbügel zugeordneten Klemmeinrichtung wird zunächst der Strumpf auf dem Spannbügel
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in einer für das Anziehen vorteilhaften Offenstellung festgeklemmt, wodurch die Gefahr eines einseitigen Abgleitens des Strumpfes vom Spannbügel während des Einführens des Fusses in den Strumpf vermieden wird. Über die starr mit dem Spannbügel verbundenen Längsholme lässt sich der aufgespannte Strumpf in einfacher Weise über den Fuss streifen, wobei nach dem Anziehen des Strumpfes die Klemmeinrichtung lediglich gelöst werden muss, um den Strumpf und den Fuss bzw. das Bein freizugeben.
Da die Klemmeinrichtung aus entlang der Längsholme geführten Stellstangen besteht, die über einen Klemmbügel verbunden sind, erge- ben sich einfache Konstruktionsverhältnisse, wobei der Strumpf über entsprechen- de am Klemmbügel bzw. an den Stellstangen vorgesehene Klemmbacken sicher an Spannbügel festgeklemmt werden kann, und zwar über die vorgesehenen Schliessfedern. Zum Lösen dieser Klemmverbindung brauchen daher lediglich die Stellstangen entgegen der Federkraft der Schliessfedern gegenüber den Längs- holmen verschoben zu werden.
Zum Verstellen der Stellstangen entlang der Längsholme können unterschiedliche konstruktive Lösungen eingesetzt werden. Besonders einfache Konstruktionsver- hältnisse ergeben sich allerdings, wenn die die hohlen Stellstangen durchsetzen- den Längsholme oben über die Stellstangen vorstehen und wie die Stellstangen auf der der Öffnung des U-förmigen Spannbügels abgekehrten Seite quer ausge- richtete Handgriffe tragen, die mit den zugehörigen Handgriffen der Stellstangen jeweils ein Griffpaar bilden.
Da die Klemmung des Strumpfes auf dem Spannbügel von oben erfolgen muss, um das Aufspannen des Strumpfes auf den Spannbügel von unten nicht zu beeinträchtigen, wird die Klemmung des Strumpfes am Spann- bügel dadurch erreicht, dass die Schliessfedern die Stellstangen entlang der Längs- holme nach unten verschieben, so dass der aufgespannte Strumpf zwischen dem Spannbügel und dem Klemmbügel festgeklemmt wird. In dieser Klemmstellung kann über die Griffpaare eine zum Anziehen des Strumpfes erforderliche Zugkraft ausgeübt werden, weil diese Zugkraft insbesondere auf die unteren, den Stellstan- gen zugehörigen Handgriffe ausgeübt wird. Mit der Ausrichtung der Griffpaare quer zu den Längsholmen wird ausserdem eine vorteilhafte Handführung für das Gestell erreicht.
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Die über die Stellstangen vorstehenden Längsholme bieten ausserdem eine einfa- che Möglichkeit, die für die Klemmeinrichtung erforderlichen Schliessfedern vorteil- haft anzuordnen, weil in diesem Fall die Schliessfedern den vorstehenden Endab- schnitt der Längsholme umschliessen können, um sich an der Stirnseite der Stell- stangen abzustützen. Wird nach dem Anziehen des Strumpfes die Klemmung des Strumpfes durch ein Gegeneinanderbewegen der Handgriffe der Griffpaare gegen die Kraft der Schliessfeder gelöst, so wird der Strumpf freigegeben. Das Gestell kann dann unbehindert vom Bein entfernt werden.
Um einen Strumpf unbehindert von der in Schliessrichtung federbelasteten Klemmeinrichtung über den Spannbügel ziehen zu können, kann die Klemmein- richtung eine Rasteinrichtung für die Offenstellung aufweisen. Zu diesem Zweck kann die Rasteinrichtung aus auf den Stellstangen gelagerten, federnden Haken bestehen, die in eine Rastausnehmung der Längsholme eingreifen. Werden die Stellstangen gegen die Kraft der Schliessfedern in Richtung der Offenstellung ver- schoben, so greift der federnde Haken beim Erreichen einer vorgegebenen End- stellung schnappverschlussartig in die Rastausnehmung des zugehörigen Längs- holmes ein, was zu einer selbständigen Verriegelung der Offenstellung führt.
Zum Lösen des Rasteingriffes kann der federnde Haken mittels eines im Griffbereich unterhalb des Handgriffes für die Stellstange gelagerten Entriegelungshebel aus dem Rasteingriff gezogen werden, wobei besonders einfache Bedienungsverhält- nisse geschaffen werden, weil die Klemmeinrichtung über den Entriegelungshebel betätigt werden kann, ohne die Griffstellung im Bereich der Griffpaare lösen zu müssen.
Damit über das Gestell nicht nur eine Anziehhilfe gegeben ist, sondern auch das Ausziehen eines Strumpfes unterstützt werden kann, können die beiden Längs- holme oder die beiden Stellstangen mit Abstand oberhalb des Klemmbügels und diesem gegenüberliegend einen U-förmigen Verbindungsbügel tragen, an dem mittig ein nach unten gerichteter Mitnehmer als Ausziehhilfe für den Strumpf vor- gesehen ist. Dieser zusätzliche Verbindungsbügel behindert das Anziehen eines Strumpfes nicht, weil er beim Anziehen auf der Seite des Schienbeines zu liegen kommt und eine freie Bewegung des Gestelles nach vorne erlaubt. Zum Ausziehen
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des Strumpfes kann der Mitnehmer wadenseitig in den Strumpf eingeführt werden, um dann den Strumpf über die Ferse vom Fuss abzustreifen.
Der auf der gegen- überliegenden Gestellseite angeordnete, vom Fuss abgewandte Spannbügel kann somit den Ausziehvorgang ebenfalls nicht beeinträchtigen.
In der Zeichnung ist der Erfindungsgegenstand beispielsweise dargestellt. Es zeigen Fig. 1 eine erfindungsgemässe Vorrichtung in einem Schnitt quer zu den Längshol- men und Fig. 2 einen Schnitt nach der Linie 11-11 der Fig. 1.
Die dargestellte Vorrichtung zum Anziehen eines Strumpfes weist ein Gestell 1 auf, das zwei seitliche Längsholme 2 bildet, die miteinander durch einen U-förmigen Spannbügel 3 starr verbunden sind. Auf diesen Längsholmen 2 sind Stellstangen 4 längsverschiebbar gelagert, die über einen Klemmbügel 5 in Verbindung stehen, der mit dem Spannbügel 3 zusammenwirkt, wobei über elastische Auflagen 6 einerseits des Klemmbügels 5 und anderseits von Klemmstegen 7 im Bereich der Stellstangen 4 Klemmbacken erhalten werden, die einen über den Spannbügel 3 gezogenen Strumpf am Spannbügel 3 festklemmen. Diese Klemmung wird durch die Klemmkraft von Schliessfedern 8 erreicht, die über die Stellstangen 4 vorstehende Endabschnitte 9 der Längsholme 2 umschliessen und sich stirnseitig an den Stellstangen 4 abstüt- zen.
Diese Stellstangen 4 sind im Ausführungsbeispiel als Vierkantrohre ausgebildet, die die Längsholme 2 aufnehmen.
Auf der der Öffnungsseite des U-förmigen Spannbügels 3 abgekehrten Seite des Gestells 1 sind an den oberen Enden sowohl der Längsholme 2 als auch der Steil- stangen 4 zu Griffpaaren zusammengefasste Handgriffe 10 und 11 vorgesehen, die nicht nur zum Führen des Gestelles 1, sondern auch zum Öffnen der Klemmeinrich- tung entgegen der Klemmkraft der Schliessfedern 8 dienen. Zu diesem Zweck brau- chen die jeweils von einer Hand umschlossenen Handgriffe 10 und 11 der beiden Griffpaare lediglich gegeneinander gezogen zu werden, so dass die vorstehenden Endabschnitte 9 der Längsholme 2 in die hohlen Stellstangen 4 eingeschoben wer- den, was zu einem Abheben des Spannbügels 3 von den Klemmbacken 6 des Klemmbügels 5 und der Klemmstege 7 führt.
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Um die Offenstellung der Klemmeinrichtung für ein ungehindertes Aufspannen eines Strumpfes auf den Spannbügel 3 zu sichern, ist eine Rasteinrichtung 12 vorgesehen, die aus je einem auf den Stellstangen 4 gelagerten, federnden Haken 13 besteht, der in eine Rastausnehmung 14 des Längsholmes 2 eingreift und damit die Stellstangen 4 gegenüber den Längsholmen 2 in der Offenstellung der Klemmeinrichtung verrie- gelt. Zum Lösen dieser Raststellung dient ein Entriegelungshebel 15, der im Griffbe- reich unterhalb des Handhebels 10 für die Stellstange 4 auf dieser gelagert ist und bei seinem Verschwenken den federnden Haken 13 aus der Rastausnehmung 14 des Längsholmes 2 zieht, was mit einem Schliessen der Klemmeinrichtung zufolge der Schliessfedern 8 verbunden ist.
Zum Lösen der dadurch erreichten Klemmung des aufgespannten Strumpfes am Spannbügel 3 sind die Handgriffe 10 und 11 in der bereits beschriebenen Weise gegeneinanderzuziehen, bis der federnde Haken 13 wieder in die Rastausnehmung 14 einrastet.
Um mit dem Gestell 1 auch eine Hilfe zum Ausziehen eines Strumpfes zu geben, sind die Stellstangen 4 auf der dem Klemmbügel 5 abgekehrten Seite durch einen U- förmigen Verbindungsbügel 16 verbunden, der mittig einen nach unten gerichteten Mitnehmer 17 trägt. Dieser Mitnehmer 17 kann wadenseitig in den angezogenen Strumpf eingeführt werden, um diesen Strumpf dann über die Ferse vom Fuss abzu- ziehen.