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Die Erfindung bezieht sich auf ein Scharnier für einen Klosettsitz mit einem auf einer Klosettmuschel befestigbaren Gehäuse, das ein Lager für einen Scharnierzapfen mit einer seitlichen Umfangsöffnung zum Einsetzen des Scharnierzapfens und ein ge- genüber dem Lager der Höhe nach verstellbares Schliessstück für die Umfangsöff- nung des Lagers aufweist, wobei das Lager für den Scharnierzapfen und das Schliessstück über eine lösbare Federrast in der Schliessstellung gegeneinander verriegelbar sind.
Um Klosettsitze gegebenenfalls mit einem zugehörigen Deckel in einfacher Weise auswechselbar auf einer Klosettmuschel lagern zu können, ist es bekannt (WO 91/11950), ein Scharnier mit einem auf der Klosettmuschel befestigbaren Gehäuse vorzusehen, das ein Lager für einen Scharnierzapfen mit einer seitlichen Um- fangsöffnung bildet, so dass der dem Klosettsitz bzw. der aus Klosettsitz und Deckel zusammengesetzten Baueinheit zugeordnete Scharnierzapfen quer zur Scharnier- achse in das Lager eingesetzt werden kann. Zur Sicherung des Scharnierzapfens im umfangseitig offenen Lager dient ein Schliessstück, das aus einer aussen auf dem Gehäuse geführten Gleithülse besteht, die in der Verriegelungsstellung die seitliche Umfangsöffnung des Lagers verschliesst. Eine in der Hülse gelagerte, federbelastete Rastklinke sichert dabei die Verriegelungsstellung.
Nachteilig bei dieser bekannten Konstruktion ist vor allem, dass aufgrund der das Gehäuse umschliessenden Gleithül- se eine vorgegebene Baugrösse nicht unterschritten werden kann. Dazu kommt, dass nur geringer Platz zur Aufnahme der Belastungsfeder für die Rastklinke zwischen dem Gehäuse und der Gleithülse vorhanden ist. Schliesslich erschwert die aussen am
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Gehäuse geführte Gleithülse die Gehäusereinigung, womit die Gefahr einer Beein- trächtigung der Verschiebbarkeit der Gleithülse verbunden ist.
Der Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde, ein Scharnier für einen Klosettsitz der eingangs geschilderten Art so auszugestalten, dass aufgrund der konstruktiven Voraussetzungen die Baugrösse erheblich verringert werden kann, eine Gleithülse zur Verriegelung des Scharnierzapfens im Lager vermieden und eine einfachere Hand- habung beim Einsetzen des Scharnierzapfens in das Lager sichergestellt wird.
Die Erfindung löst die gestellte Aufgabe dadurch, dass das Lager für den Scharnier- zapfen einen im Gehäuse der Höhe nach verschiebbaren Gleiteinsatz und das Ge- häuse das den Gleiteinsatz umschliessende Schliessstück bilden.
Da zufolge dieser Massnahmen das Lager für den Scharnierzapfen aus einem im Gehäuse der Höhe nach verschiebbaren Gleiteinsatz besteht, während das Gehäuse selbst das den Gleiteinsatz umschliessende Schliessstück bildet, können die Abmes- sungen des Scharniers klein gehalten werden, zumal der für den Einsatz des Schar- nierzapfens erforderliche Verschiebeweg des Gleiteinsatzes die Bauhöhe des Schar- niers nicht beeinflusst. Der Umstand, dass der verschiebbare Gleiteinsatz innerhalb des Gehäuses geführt wird, erlaubt glatte Aussenwände, die einfach zu reinigen sind und die bewegten Teile vor einer Verschmutzung schützen, so dass die Funktionssi- cherheit auch nach einem längeren Einsatz gegeben ist.
Dazu kommt, dass die Handhabung beim Einsetzen des Scharnierzapfens und dessen Verriegelung im Lager vereinfacht wird, weil der zum Einsetzen des Scharnierzapfens aus dem Ge- häuse zum Teil nach oben ausgezogene Gleiteinsatz nach dem Einsetzen des Scharnierzapfens mit Hilfe des Klosettsitzes lediglich in das Gehäuse eingeschoben zu werden braucht, wobei sich aufgrund der Federrast zwischen dem Gehäuse und dem Gleiteinsatz eine selbständige Verriegelung des Scharnierzapfens in seinem Lager ergibt.
Zum Auswechseln eines Klosettsitzes ist zunächst die Federrast zu lösen, um dann mit einem Anheben des Klosettsitzes den Gleiteinsatz aus dem Gehäuse des Scharniers zur Freigabe des Scharnierzapfens ausziehen zu können.
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Besonders einfache Konstruktionsverhältnisse ergeben sich, wenn der Gleiteinsatz unterhalb des Lagers für den Scharnierzapfen ein im Querschnitt U-förmiges Führungsprofil aufweist, das eine mit einer Rastöffnung in der zugehörigen Gehäusewand zusammenwirkende Rastfeder aufnimmt. Durch das U-förmige Führungsprofil wird ausreichend Platz zur Aufnahme einer Rastfeder gewonnen, die mit dem Gleiteinsatz mitbewegt wird und beim Einschieben des Gleiteinsatzes in das Gehäuse schnappverschlussartig in die vorgesehene Rastöffnung in der anliegenden Gehäusewand einrastet.
Um ein vollständiges Ausziehen des Gleiteinsatzes aus dem Gehäuse zu unterbinden, können die Schenkel des U-förmigen Führungsprofils an ihren freien Enden nach aussen gerichtete, mit Gegenanschlägen des Gehäuses zusammenwirkende Ausziehanschläge aufweisen.
Damit in der Gebrauchslage des Scharniers ein mit Ausnahme der Durchtrittsöffnungen für den Scharnierzapfen geschlossenes Gehäuse sichergestellt werden kann, kann der Gleiteinsatz einen das oben offene Gehäuse abschliessenden Gehäusedekkel bilden. Ein solcher Deckel verhindert allerdings ein Einsetzen des Gleiteinsatzes von der Unterseite des Gehäuses her, wenn der durch den Gleiteinsatz gebildete Deckel die obere Gehäuseöffnung übergreift. Aus diesem Grunde empfiehlt es sich, die Schenkel des Gleiteinsatzes vom Steg des U-förmigen Führungsprofils durch Schlitze zu trennen und federnd einwärts schwenkbar auszubilden, so dass trotz der nach aussen weisenden Ausziehanschläge an den freien Schenkelenden der Gleiteinsatz von oben in das Gehäuse eingesetzt werden kann.
Aufgrund der Federwirkung der Schenkel können die Ausziehanschläge an den Gegenanschlägen des Gehäuses vorbeibewegt werden, um dann die Gegenanschläge im Sinne der angestrebten Ausziehsicherung zu hintergreifen.
Damit der Scharnierzapfen im Lager axial festgelegt werden kann, kann der Scharnierzapfen eine mit einer Umfangsrippe des Lagers zusammenwirkende Nut aufweisen. Damit können die Lager des Klosettsitzes auf dem Scharnierzapfen in einer genauen Zuordnung zum Gehäuse festgelegt werden, und zwar mit sehr einfachen konstruktiven Mitteln.
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In der Zeichnung ist der Erfindungsgegenstand beispielsweise dargestellt. Es zeigen
Fig. 1 ein erfindungsgemässes Scharnier für einen Klosettsitz in einem Querschnitt senkrecht zur Scharnierachse und
Fig. 2 dieses Scharnier in einem Schnitt nach der Linie 11-11 der Fig. 1 in einem grö- #eren Massstab.
Das Scharnier gemäss dem dargestellten Ausführungsbeispiel weist ein Gehäuse 1 auf, das mit Hilfe eines den Rand einer Klosettmuschel durchsetzenden Klemmbol- zens 2 in herkömmlicher Weise auf einer Klosettmuschel befestigt wird. In dem nach oben offenen Gehäuse 1 ist ein Gleiteinsatz 3 der Höhe nach verschiebbar einge- setzt, der ein Lager 4 für einen Scharnierzapfen 5 bildet. Das Lager 4 weist eine seitliche Urnfngsöffnung 6 auf durch die der Scharnierzapfen 5 quer zur Scharnier- achse in das Lager 4 eingesetzt werden kann. Unterhalb des Lagers 4 bildet der
Gleiteinsatz 3 ein U-förmiges Führungsprofil 7, dessen Steg 8 zwischen den beiden
Schenkeln 9 von diesen durch Längsschlitze 10 getrennt ist.
Die Schenkel 9 können daher einwärts federn, um die aussen an den freien Schenkelenden vorgesehenen
Ausziehanschläge 11 an den Gegenanschlägen 12 des Gehäuses vorbei von oben in das Gehäuse 1 einführen zu können. Die die Gegenanschläge 12 hintergreifenden
Ausziehanschläge 11 verhindern nach dem Einsetzen des Gleiteinsatzes 3 in das
Gehäuse 1 ein vollständiges Ausziehen des Gleiteinsatzes aus dem Gehäuse 1.
Durch das Ausziehen des Gleiteinsatzes 3 aus dem Gehäuse 1 wird die Umfangsöff- nung 6 des Lagers 4 für den Einsatz des Scharnierzapfens 5 frei zugänglich, wie dies der Fig. 1 entnommen werden kann. Der Gleiteinsatz 3 muss anschliessend lediglich in das Gehäuse 1 eingeschoben werden, um die Gebrauchsstellung des Scharniers zu erreichen. In dieser Gebrauchsstellung, die in der Fig. 2 dargestellt ist, wird die Um- fangsöffnung 6 durch das Gehäuse 1 verschlossen, das somit ein Schliessstück für das Lager 4 bildet. Der Scharnierzapfen 5 ragt aus dem Gehäuse 1 durch eine axiale
Durchtrittsöffnung 13. Gemäss dem Ausführungsbeispiel steht der Scharnierzapfen 5 nur einseitig aus dem Scharnier vor, was jedoch keineswegs zwingend ist.
Zur Verriegelung des Gleiteinsatzes 3 in der Gebrauchslage des Scharniers dient eine Rastfeder 14, die mit einem Schenkel 15 in das U-förmige Führungsprofil 7
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eingesetzt ist und mit dem anderen Schenkel 16 einen Rastkopf 17 bildet, der mit einer Rastöffnung 18 in der anliegenden Gehäusewand zusammenwirkt.
Wird das Gleitstück 3 nach dem Einsetzen des Scharnierzapfens 5 über diesen in das Gehäuse 1 eingeschoben, so gleitet der Rastkopf 17 entlang der anliegenden Gehäusewand bis zur Rastöffnung 18, in die er federnd eingreift und damit die Schliessstellung des Gleitstückes 3 verriegelt. Aus dieser Verriegelungsstellung kann der Gleiteinsatz 3 nur ausgezogen werden, wenn vorher der Rastkopf 17 aus der Rastöffnung 18 herausgedrückt wird. Ein unbeabsichtigtes Entriegeln des Scharniers ist damit ausgeschlossen.
Da der Gleiteinsatz 3 einen die obere Gehäuseöffnung übergreifenden Gehäusedek- kel 19 bildet, wird das Gehäuse 1 beim Verriegeln des Lagers 4 verschlossen, so dass die Verschmutzung der Gleitführungen zwischen dem Gehäuse 1 und dem Gleitein- satz 3 weitgehend ausgeschlossen werden kann.
Zur axialen Festlegung des Scharnierzapfens 5 gegenüber dem Lager 4 kann der Scharnierzapfen 5 eine Nut 20 aufweisen, die mit einer Umfangsrippe 21 des Lagers 4 zusammenwirkt. Diese beim Einsetzen des Scharnierzapfens in das Lager 4 in die Nut 20 eingreifende Umfangsrippe 21 sichert nicht nur die axiale Lage des Schar- nierzapfens 5 im Lager, sondern verhindert auch ein falsches Einsetzen des Schar- nierzapfens 5 in das Lager 4, weil in diesem Fall der Gleiteinsatz 3 nicht in das Ge- häuse 1 eingeschoben werden kann.