<Desc/Clms Page number 1>
Wassergasschmelz-oder Wärmeofen mit einem Rekuperator.
Den Gegenstand der vorliegenden Erfindung bildet eine Ofenkonstruktion, die an Stelle der Gas- und Luftregeneratoren nur eines Rekuperator besitzt, welcher jedoch, im Gegensatzu anderen Rekuperativ-Systemen, reversierbar ist, und dadurch die Vorteile des Regenerativ und Rekuperativsystems in sich vereinigt. Der Ofen kann als Schmelz-oder Wärmeofen und mit einem oder zwei Herden ausgeführt werden.
Voraussetzung bei der Konstruktion ist, dass nicht das gewöhnliche Generatorgas, welches vor der Benutzung der Vorwärmung bedarf, sondern das hochwertigere, einer Vorwärmung nicht bedürfende Wassergas zum Heizen verwendet wird.
Da der Rekuperator ständig durch die abziehenden Gase geheizt wird, die Luft also fortdauernd steigend vorgewärmt und nul dann reversiert wird, wenn die hohe Ofentemperatur dies erfordert, so kann das Reversieren aufs äusserste beschränkt werden und ist überhaupt nur dann erforderlich, wenn die sogenannten Köpfe des Ofenoberbaues durch die abziehenden Gase stark angegriffen werden. Der Zeitraum, wann reversiert werden muss, richtet sich je nach dem Ofengang und lässt sich naturgemäss nicht vorausbestimmen, doch kann man im allgemeinen annehmen, dass beim Regenerativsystem mindestens dreimal so oft umgesteuert werden muss wie bei dem neuen System.
Das häufige Reversieren, welches beim Fertigmachen einer Charge im Regenerativofen unerlässlich ist, um eint'möglichst grosse und gleichmässig ? Hitze zu erzielen, entfällt hier fast vollständig.
Die Wirkungsweise des Rekuperators unterscheidet sich dadurch von anderen Rekuperatorsystemen, dass er nicht getrennte Kanäle für Luft und Heizgase besitzt, sondern, dass die gleichen Kanäle, je nach der Stellung des Umsteuerventils, abwechselnd Luft und Heizgase führen und somit der neue Ofen bei bedeutend einfacherer Bauart auch die Vorteile des Regenerativsystems aufweist. Die Vorteile des Rekuperators gegenüber den Regeneratoren bestehen in geringerem Platzbedarf, billigere Herstellung, einfacherer Wartung und Reinigung und niedrigerer Reparaturkosten.
Auf den Zeichnungen ist Fig. 1 eine Ausführungsform. Fig. 2 zeigt einen Doppelofen in grösserem Massstabe und Fig. 3 bis 8 sechs verschiedene mögliche Betriebsweisen dieses Doppelofens.
In Fig. 1 ist A der Schmelzraum, B der Rekuperator, C ein Wechselventil und D der Kamin.
E nnungen, durch welche entweder die erhitzte Luft eintritt und die Verbrennungsgase austreten.
Die einfachen pfeil # zeigen den Weg der sich vorwärmenden Luft bis zum Schmelzraum, die gefiederten Pfeile # den Weg der Verbrennungsgase aus dem Schmelzraum zum Kamin. Bei der Reversierung werden die Luftwege zu Wegen für die Verbrennungsprodukte, welche durch Umstellen des Ventiles C nicht in die frt. ie Luft, sondern in den Kamin D entweichen.
In Fig. 2 sind a die Eintrittsdüsen für das Wassergas, b die Eintrittsdüsen für die heisse Luft, die abwechselnd als Austrittsöffnungen für die Abgase dienen, c, c sind die beiden Schmelzherde, d die Arbeitsöffnungen und e die Abstiche.
Die Fig. 3 bis 8 lassen erkennen, wie dieser Doppelherd mit einem Rekuperator verbunden ist und wie sie in verschiedener Weise benutzt werden können. Hier sind vier Wechselventile C
EMI1.1
<Desc/Clms Page number 2>
In Fig. 3 erfolgt die Beheizung der beiden Ofen durch die Flammen rechts. Fig. 4 zeigt die Reversierung dieses Betriebes, bei welchem die mittleren Brenner untätig sind oder nur alo Zusatz verwendet werden und die Flamme sich in einer Richtung über die beiden Herde verbreitet.
Fig. 5 zeigt die Beheizung nur eines Herdes, des rechten, und des Abzugs der Gase in der Mitte ; Fig. 6 dasselbe in reversiertem Zustande. Fig. 7 und 8 zeigen dasselbe für den Herd links.
So ist es möglich entweder beide Herde im Gang zu halten und den einen etwa vorzuwärmen, wenn der andere gegen Ende geht oder nur einen Herd zu betreiben, während der andere frisch chargiert wird.
Der Hauptvorteil des Doppelofens liegt in der Möglichkeit, zwei Chargen von gleichem Gewicht mit demselben Aufwand an Arbeit und ungefähr dem gleichen Brennstoffverbrauch fertigzustellen, wie er im gewöhnlichen Ofen für eine Charge benötigt wird.
In vielen Fällen wird auch der sonst unentbehrliche Reserve-Martinofen sich erübrigen und dadurch das Anlagekapital vermindert werden.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Wassergasschmelz-oder Wärmeofen mit einem Rekuperator, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorwärmung der Luft in dem Rekuperator abwechselnd einerseits in üblicher Weise mittels Wärmeaustausch zwischen den abziehenden Gasen und der eintretenden Luft und andererseits direkt stattfindet, indem nämlich durch Wechsel die erhitzten Gaskanäle zu Luftkanälen gemacht werden.