AT51466B - Verfahren zur Verwertung des Schlammes städtischer Kanalisationsabwässer. - Google Patents

Verfahren zur Verwertung des Schlammes städtischer Kanalisationsabwässer.

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   <Desc/Clms Page number 1> 
 



  Verfahren zur Verwertung des Schlammes städtischer   Kanalisationsabwässer.   



   Die Verwertung des Schlammes städtischer Kanalisationsabwässer ist schon mehrfach versucht worden, doch bisher ohne dauernden praktischen Erfolg. Der   Schlamm   enthält   nacb   Beseitigung der darüberstehenden geklärten Flüssigkeit noch mindestens 80 bis   90%   Wasser, während die festen Bestandteile neben anorganischen Stoffen im wesentlichen aus Fett, Fettsäuren, Seife und stickstoffhaltigen organischen Stoffen bestehen. Die vorliegende Erfindung bezweckt die Gewinnung dieser wertvollen Substanzen in getrennter Form, so dass einerseits Fette und Fettsäuren und andererseits aus dem Rückstande stickstoffhaltige Substanzen erhalten werden, welche als Düngemittel Verwendung finden. 



   Man hat bereits zur Abtrennung und Gewinnung der Fette   und Fettsäuren   aus dem Schlamm vorgeschlagen, denselben durch   Abschleudern   und dgl. zu entwässern und die Fette und Fettsäuren daraus mit flüchtigen Lösungsmitteln zu extrahieren. Dieser Vorschlag konnte keinen 
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 er durch den Wert. des gewonnenen Produktes nicht aufgewogen wird. Im Gegensatz hiezu liegt es im Wesen des vorliegenden Verfahrens, den abgesetzten Schlamm durch Abschleudern und 
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 mit Schwefelsäure versetzt und schliesslich die so   freigemachten   Fettsäuren durch Destillation mit überhitzten Wasserdampf übertreibt. Dieses Verfahren zeichnet sich durch besondere Einfachheit und Billigkeit aus. 



   Die Reinigung von Fetten und Fettsäuren mittels überhitzten Dampfes ist an sich bekannt. aber man hat diese Reinigungsmethode bisher auf verhältnismässig konzentrierte Fette von 
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 war nicht vorauszuschen. Ein gutes Resultat ist auch nur dann zu erzielen, wenn die Einwirkung des überhitzten Dampfes auf das Material in fein verteiltem Zustande stattfindet, so   dass   jedes Teilchen dem Einfluss des überhitzten Dampfes ausgesetzt ist. Die Erfindung besteht also nicht in der Reinigung von Fett.. sondern in der Trennung desselben aus einer grossen Masse anderer Stoffe mittels überhitzten Dampfes und dies kann nur dann in erfolgreicher Weise geschehen.   wenn   die Masse selbst gut zerkleinert ist und ständig   umgerührt wird,   damit immer neue Teile 
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     Da8     GernÌ8eh   von gestrocknetem Schlamm und Schwefelsäure wird darauf in eine Retorte   übergeführt,   in welcher die Fette und Fettsäuren mittels überhitzten   Wasscrdampfeg über-   getrieben werden.   Zweckmässig   benutzt man hiefür einen   wl gerechten, an   beiden Enden geschlossenen Zylinder aus Gusseisen, welcher mit einer Öffnung zum Beschicken und einer anderen   Onhung am entgegengesetzten   Ende zum Entleeren versehen ist. Ausserdem besitzt der Zylinder am oberen Teile einen Auslass, durch welchen die Destillationbprodukte zusammen mit dem überschüssigen Dampf in die Kondensatoren entweichen. Der wagerechte   e.

   Zylinder   ist auch mit einer in der Mitte angeordneten Welle ausgestattet, auf welcher Rührarme angebracht sind, welche für eine stetige Bewegung des getrockenten Schlammes sorgen. Durch an geeigneter Stelle angebrachte Röhren wird überhitzter Dampf in die Retorte geleitet, wobei das Rührwerk während der ganzen Zeit in Bewegung bleibt. Die Retorte wird von aussen auf eine solche Temperatur gebracht, dass der durch Strahlung, Verdampfung usw. verursachte Wärmeverlust ausgeglichen wird, um eine Kondensation des Dampfes zu verhindern, wogegen einer Zersetzung des Fettes durch zu hohe Erhitzung vorgebeugt wird. 



   Um Hitzeverlust zu vermeiden, wird die Welle und das Rührwerk hohl ausgebildet und durch diese Hohlräume Dampf geleitet, der am Ende des Zylinders austritt, um auf seinem Wege die innere Erhitzung der Masse zu bewirken. Ist auf diese Weise alles Fett überdestilliert, so wird die Retorte stillgestellt und deren Inhalt entleert. 



   Die Beschickungs- und Entleerungsöffnungen werden so eingerichtet, dass ein Zutritt von Luft praktisch ausgeschlossen ist. Der Apparat zum Vermischen des Schlammes mit Schwefelsäure kann so   aufgestellt werden, dass   die Masse direkt vom Mischapparat in die Destillierretorte entleert. werden kann. Will man die Retorte kontinuierlich betreiben, so gibt man ihr eine entsprechend grössere Länge und eine geneigte Lage nach dem Entleerungsende zu. Der erste Teil wird alsdann zum Trocknen, der zweite Teil zum Vermischen mit Säure und der dritte Teil zum Destillieren benutzt. 



   Die dampfförmigen und flüchtigen Destillationsprodukte, die aus Wasserdampf, Fettsubstanzen und anderen Stoffen und aus mechanisch übergerissenen Staub bestehen, werden durch Röhren geleitet, die zweckmässig auf eine Temperatur von   100"C'erhitzt   sind, damit sich dort der Staub unter Vermeidung von Kondensation absetzen kann. Die flüchtigen Produkte gehen alsdann weiter in einen Röhrenkondensationsapparat, der durch Luft oder Wasser von   aussen   gekiihlt wird und darauf durch Türme, in welchen Kühlwasser mit dem Dampf und den Destillationsprodukten zusammentrifft, um dieselben vollständig zu kondensieren. Beim Erkalten scheidet sich   die Fettsubatanz   an der Oberfläche aus und das Kühlwasser kann alsdann wiederum für die gleichen Zwecke im Kondensationsturm benutzt werden.

   Die rohe Fettsubstanz wird durch   Pmschn1E'lzen   und nochmaliges Destillieren mit überhitztem Wasserdampf oder vermittelst geeigneter Chemikalien m bekannter Weise gereinigt. 



     Der Rückstand   von der Destillation enthält Stickstoff, Kali, Phosphate und   beträchtliche   Mengen organischer Stoffe, die entweder für sich oder im Gemisch mit   Nitraten, Kalisalzen uaw.   als Dünger zu benutzen sind. 



   Die der Retorte von aussen zugeführte Hitze kann in beliebiger Weise entweder durch direkte Feuerung. Dampf usw. erfolgen ; die Temperatur von aussen soll etwa   1200 bis 1500 ('   betragen, während der innen zugeführte überhitzte Dampf eine Temperatur von etwa 2500 bis   is W C hat.   



   Anstatt   Schwefelsäure   kann man auch Phosphorsäure, Superphosphate. saure Sulfate und dgl. zur Behandlung des Schlammes bzw.zur Zersetzung der Fette verwenden.

Claims (1)

  1. PATENT-ANSPRUCH : Verfahren zur Verwertung des Schlammes städtischer Kanalisationsabwässer, dadurch gekennzeichnet, dass das durch Zentrifugieren und nachfolgendes Erwärmen entwässerte Material 111 geeigneten Apparaten zuerst mit Schwefelsäure behandelt, darauf der Destillation mit über- hitztemWasserdampfunterworfenwird.
AT51466D 1909-07-15 1909-07-15 Verfahren zur Verwertung des Schlammes städtischer Kanalisationsabwässer. AT51466B (de)

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