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Verfahren und Vorrichtung zum Entleeren von Schlammsammlern, Sinkkästen und dergl.
Bei der Entleerung und Reinigung der in den Kanalisationsanlagen grösserer Städte sich befindenden Sammelschächte (Gully's), Sinkkästen oder dergl. wird der grössere Teil des Inhaltes durch Auspumpen entleert. Die angewandten Pumpvorrichtungen gestatten jedoch ein Heben der Flüssigkeit nur bis zu etwa 6 bis 8 m, bei tieferen Schächten wurde bisher der Rest durch Arbeiter, die in den zu entleerenden Behälter hineinsteigen mussten, in Eimer gefüllt, die von Hand oder durch mechanische Hebevorrichtungen heraufgeholt wurden.
Diese Arbeitsweise ist nicht nur kostspielig, sondern auch äusserst unangenehm und gesundheitsschädlich, da bei ihrer Ausführung die Arbeiter der Einwirkung der in dem Behälter befindlichen, aus den in der Flüssigkeit enthaltenen Unreinigkeiten, Fäkalien oder dgl. sich entwickelnden Gasen ausgesetzt sind und mitunter bis an die Brust in der schlammigen Flüssigkeit stehen müssen. Durch den während des Ausschöpfens aus dem Behälter aufsteigenden üblen Geruch wird auch die Nachbarschaft arg belästigt.
Gemäss der vorliegenden Erfindung wird in den zu entleerenden Schlammsammler (Gully oder dgl. ) nach Absaugen der mittels einer Pumpvorrichtung ü licher Art entfernbaren Flüssig- keitsmenge ein luftdicht verschlossenes Rohr eingeführt und dadurch die wegen zu grosser Saughöhe nicht mehr zu hebende Schlammflüssigkeit in den freibleibenden Raum des Schlammsammlers verdrängt, aus welchem sie teilweise wieder abgesaugt wird.
Um den alsdann verbleibenden Rest zu entleeren, wird das Rohr luftl-r gemacht und der Rückstand in das Innere des Rohres abgesaugt, das hierauf aus dem Behälter herausgehoben wird. Das Rohr braucht hierbei nicht vollständig aus dem Gully oder dg), herausgezogen werden, sondern nur soweit gehoben werden. dass die in dem Rohr befindliche Flüssigkeit mit tunlichst geringem Kraft-
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durch eine Lngswand m zwei luftdichte Abteilungen geteilt ist. Die Längswand kann flach oder gewölbt sein.
In einer dieser Kammern ist ein Saugrohr" angebracht, das in einen Klappenkasten c mündet, welcher luftdicht in das Rohr a eingesetzt ist. durch eine bewegliche Klappe d können wechselweise die Öffnungen e und f dicht verschlossen werden. An dem hornartigen Ansatz g der Klappe d greift eine Zugstange h an, welche durch die Spindel i auf und ab bewegt werden kann. An der Schottwand k befindet sich dichtschliessend ein Schieber 1, welcher durch eine mit einem Handgriff versehene Zugstange m auf und nieder bewegt und durch einen Stift 11 festgehalten werden kann. Das Luftventil ) kann durch einen Hebel p von Hand gelüftet werden. Der zum Leersaugen des Rohres a dienende Luftschlauch q wird an eine Verschraubung r an-
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zum Hochwinden des rohres a dienen.
Um beim Heben des Rohres a ein Schwanken desselben zu verhindern und dieses in beliebiger Höhenlage für das Absaugen feststellen zu können, sind neben dem Rohre a Führungen < angebracht, die mit Schraubenspindelll u versehen sind, welche durch fest an Rohr angebrachte Muttern v hindurchführen.
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Lufthahn p wird geöffnet und dadurch der Inhalt des Rohres a unter atmosphärischen Druck gebracht. Die in dem Rohr a befindliche Masse wird durch das Rohr b abgesaugt, wobei der ganze Apparat durch einen Kran oder eine sonstige Hebevorrichtung, an dessen Lasthaken das Rohr a durch Ketten oder dgl. befestigt wurde, langsam hochgewunden und der Inhalt des Rohres a entleert werden kann.
Die Scheidewand k dient dazu, um bei geringeren Schlammassen bei geschlossenem Schieber und luftleer gesaugter Kammer die Flüssigkeit in dieser höher ansteigen zu lassen, als wenn sie den ganzen Raum des Rohres a ausfüllen müsste. Durch Schliessen der Öffnung f und Ofnen eines (in der Zeichnung nicht dargestellten) Nebenlufthahnes kann ein grösserer Teil des Schlammes gefördert werden, ohne gleich den ganzen Apparat mit der ganzen Last anheben zu müssen.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zum Entleeren von Schlammsammlem, Sinkkästen und dgl., deren Tiefe grösser als die erreichbare Saughöhe ist, dadurch gekennzeichnet, dass nach dem Absaugen der innerhalb der erreichbaren Saughöhe befindlichen Flüssigkeit in den alsdann noch in dem Behälter befindlichen Rückstand ein luftdicht verschlossener Hohlkörper, dessen Durchmesser geringer als die lichte Weite des Behälter ist, eingeführt, die dadurch verdängte Flüssigkeit abgesaugt, der verbleibende Rest in den Hohlkörper eingesaugt, dieser darauf geschlossen und leergesaugt wird, wobei er gleichzeitig zwecks Erleichterung des Absaugens angehoben werden kann.