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Was die Methode der Messung des Kohlensäureüberdrucks vermittels eines Manometers betrifft, so würde diese, auf die Harnzuckervergährung angewandt, schon einige Vorteile gegenüber der anderen Methode bieten. Doch ist es unmöglich, sie direkt auf die Harnzuckerbestimmung zu übertragen, und zwar aus folgenden Gründen :
Bei der Vergährung des Harnzuckers handelt es sich darum, den Zückergehalt auf Bruchteile von Prozenten, d. h. sehr geringen Mengen genau festzustellen.
Von einem Apparat, der dies leisten soll, ist daher zu verlangen, dass er lediglich auf den entstehenden Kohlensäure- überdruck reagiert, dagegen nicht auf andere Einflüsse, da letztere, auch wenn sie noch so klein sind, doch Ablesungsfehler zur Folge hätten, die das durch die Kleinheit der zu messenden Quantität geforderte Mass. der genauen Ablesung weit überschreiten würden. Zu derartigen Einflüssen gehört zunächst der äussere Luftdruck, der von Tag zu Tag wechselt, und seinen Eirifluss auf die Manometer-resp. die Manometer-oder aneroidbarometerartige Vorrichtung dadurch geltend macht, dass der Nullpunkt sich von Tag zu Tag. unter Umständen gar von Stunde Mi Stunde ändert.
Ausserdem reagiert ein derartiger Apparat genau wie die vorerwähnte Saccharometerkonstruktion dadurch auf Temperaturänderungen, dass die vom Apparat eingeschlossenen Luftmengen sich ausdehnen, resp. zusammenziehen, wodurch der Gasdruck im Apparat sich ändert und die Zeigerstellung in dem einen oder anderen Sinne beeinnusst wird. Ein weiterer Umstand, der die Verwendung einer derartigen Einrichtung zur quantitativen Messung des Harn- zuckergehaltes unmöglich macht, ist dadurch gegeben, dass Säurepartikelchen, welche von der Kohlensäureentwicklung mit nach oben gerissen werden, in den Mechanismus des Apparates gelangen und dort Verrostung usw. hervorrufen.
Die nachstehend beschriebene Erfindung stellt nun eine Konstruktion dar, welche die Nachteile, welche die beiden beschriebenen Konstruktionsprinzipien in sich borgen, mit einem Schlage beseitigt.
Das in der Zeichnung dargestellte Gährungs-Saccharometer enthält als Messvorrichtung eine Membrane n. durch welche das ganze Instrument in zwei vollkommen voneinander geschiedene gleiche Räume b und c zerlegt wird. Der untere Raum b dient zur Aufnahme des Gemisches aus Harn und Hefe und nimmt die bei der Vergährung entstehende Kohlensäure af. Gegen die
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Apparates kommuniziert. Der obere Raum c enthält eine beliebige geeignete Vorrichtung/'zur Übertragung der Membranedurchbiergungen auf dem Zeiger ss. dessen Stellung auf einer Skala h
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angebracht, die es gestattet, den Raum c zeitweilig mit der Aussenatmosphäre in Verbindung zu setzen.
Die Handhabung des Apparates ist unabhängig von der Zeit des Verschliessens. Durch die Verwendung einer Membran als Reagens auf die Druckänderungen sind zunächst gegenüber der in der britischen Patentschrift Nr. 2774/1898 angegebenen Vorrichtung die folgenden prinzipiellen Vorteile erreicht : Zunächst'ist es unmöglich gemacht, dass Säurepartikelchen in die empfindlichen Teile des Anzeigemechanismus gelangen. Ferner übt das Schwenken des äusseren Luftdruckes keinerlei Einfluss auf die Lage des Nullpunktes aus, da stets dann, wenn vor der Messung die Ö ffnung k für einen Augenblick geöffnet wird. sich in beiden Hälften des Apparates der gleiche Luftdruck herstellt, so dass stets der Zeiger sich auf Null einstellt.
Während der Messung selbst sind jedoch beide Gefässhälften gegen die Atmosphäre abgeschlossen, so dass auch dann jeder Einfluss der atmosphärischen Druckänderungen ausgeschlossen ist. Endlich reagiert der Apparat nicht mehr auf Temperaturänderungen, und zwar aus dem Grunde, weil bei geeigneten Abmessungen der beiden Räume, in die das Gefäss geteilt ist. nämlich dann, wenn ihre Volumina einander gleich sind, diese Räume sich bei jeder Temperaturänderung um den gleichen Betrag ausdehnen oder zusammenziehen ; jedoch sind die Richtungen der beiderseitigen Volumen- änderungen einander entgegengesetzt, so dass sie sich gegenseitig aufheben und die Zeigerstellung dadurch keinerlei Beeinflussungen erfährt.
Diese Unempfindlichkeit gegenüber Temperatur- schwankungen stellt ebenfalls gegenüber den bestehenden Saccharometerkonstruktionen einen wesentlichen technischen Vorteil dar ; ferner aber weist der Apparat diesen letzteren gegenüber* noch folgende Vorzüge auf : Er gestattet es. jedem Laien ohne jede Vorübung und ohne irgendwelche Vertrautheit mit chemischen Arbeiten die quantitative Zuckerbestimmung selbst aus- zuführen. da er in bezug auf Einfachheit der Handhabung das Äusserstmögliche erreicht. Zur Benutzung wird das Gefäss c abgeschraubt. und die Harnprobe und mit dieser zusammen die Hefe hineingegossen und darauf das Gefäss wieder angeschraubt.
Nach der Messung kann c zur Reinigung einfach unter die Wasserleitung gehalten werden, da schon durch diese einfache
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Manipulation eine vollkommene Reinigung des Apparates erzielt wird. Ferner ist der Apparat unzerbrechlich, da er keinerlei Glasröhre, kein Quecksilber usw. enthält. Der Zuckergehalt endlich ist, wie bei technischen Messinstrumenten, direkt vermittels eines Zeigers ablesbar, was für den Laien von nicht zu unterschätzender Bedeutung ist, da dieser nicht an die wissenschaftliche Methode der Ablesung mittels eines Flüssigkeitsmeniskus gewohnt ist.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Gährungs-Saccharometer, dadurch gekennzeichnet, dass dasselbe durch eine Membrane in zwei vollkommen voneinander geschiedene, gleiche Räume b, c geteilt ist, wovon der untere zur Aufnahme des Gemisches von Harn und Hefe und der bei der Vergährung entstehenden C ( dient, und der obere Raum eine beliebige Vorrichtung zur Übertragung der Membrandurchbiegung auf ein Zeigerwerk enthält.
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