AT403849B - Hebevorrichtung - Google Patents
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Description
AT 403 849 B
Die Erfindung betrifft eine Hebevorrichtung für einen Körper mit zumindest abschnittsweise kreisförmigem Querschnitt, insbesondere eine Granate, mit einem bügelartigen Halter, der eine Aufnahme aufweist, in die der Körper einführbar ist, und mit einem Sperrelement, mittels dessen der Körper wahlweise in der Aufnahme festlegbar oder aus dieser freigebbar ist (vgl. CH 651 132 A5).
In der Transport- und Fördertechnik tritt häufig das Problem auf, einen Körper aufzunehmen und an anderer Stelle abzusetzen, d.h. umzulagern, Zu diesem Zweck werden beispielsweise Hebevorrichtungen bzw. Krananlagen verwendet, die längs einer vorbestimmten Bahn verfahrbar sind und einen bügelartigen Halter besitzen, der mit dem umzulagernden Körper in Eingriff bringbar ist. Der Halter wird um den Körper herumgelegt, so daß der Körper in der Aufnahme des Halters angeordnet ist. Durch Einschrauben eines Sperrelementes, beispielsweise eines Sicherungsbolzens, wird die Aufnahme verschlossen und so verhindert, daß der Körper aus dem Halter herausfallen kann. Zur Freigabe des Körpers muß der Sicherungsbolzen entfernt und der Halter abgehoben werden.
Insbesondere bei empfindlichen, schweren Körpern mit zumindest abschnittsweise kreisförmigem Querschnitt, beispielsweise Granaten, ist das genannte Vorgehen sehr mühselig. Darüber hinaus ist die Montage des Bügels bei beengten Platzverhältnissen, wie sie in Panzerfahrzeugen herrschen, relativ schwierig und insbesondere zeitintensiv, wodurch die Zuführung der Munition zu der Waffe beeinträchtigt sein kann.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Hebevorrichtung der genannten Art zu schaffen, mit der ein Körper auch auf engem Raum schnell und in einfacher Weise aufgenommen und abgesetzt werden kann.
Diese Aufgabe wird bei einer Hebevorrichtung der vorgenannten Art dadurch gelöst, daß die Aufnahme des Halters im wesentlichen halbkreisförmig ist und daß das Sperrelement ein in einer Führung verschiebbar gelagerter Riegelbolzen ist, der am vorderen Ende der Aufnahme in im wesentlichen tangentialer Richtung verschiebbar angeordnet ist.
Zum Aufnehmen einer Granate wird der Halter von oben auf die Granate aufgeschoben. Dabei wird der Riegelbolzen, der vorzugsweise mittels einer Feder in seine Sperrsteilung vorgespannt ist, durch die Granate entgegen der Kraft der Feder zurückgeschoben, so daß die Aufnahme des Halters frei liegt und dieser auf die Granate aufgesetzt werden kann. Wenn die Granate vollständig in der Aufnahme des Halters angeordnet ist, springt der Riegelbolzen unter der Kraft der Feder in seine Sperrsteilung zurück, wodurch der Umschließungswinkel des Halters auf mehr als 180 ° vergrößert und die Granate sicher aufgenommen ist.
Um zu verhindern, daß der Riegelbolzen unter Last in seine Freigabestellung zurückgeschoben werden kann, ist er durch die Last bzw. das Gewicht der Granate kraftschlüssig arretierbar. Dies kann insbesondere dadurch erreicht werden, daß er bei Beaufschlagung mit dem Gewicht des Körpers gegen zumindest eine Fläche der Führung gespannt ist. Die dabei auftretende Reibungskraft arretiert den Riegelbolzen in seiner Sperrsteilung. Es hat sich gezeigt, daß die aufgrund des relativ hohen Gewichtes einer Granate auftretende Reibung am Riegelbolzen so groß ist, daß eine manuelle Verlagerung des Riegelbolzens durch einen Benutzer praktisch unmöglich ist. Als Führung für den Riegelbolzen kann sowohl eine Rundführung, d.h. eine Bohrung, als auch eine Nutenführung Verwendung finden.
In bevorzugter Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, daß der Riegelbolzen in seiner Sperrstellung aus der Führung frei auskragt. Wenn ein derartig ausgestalteter Riegelbolzen durch das Gewicht der Granate mit einer Querkraft beaufschlagt wird, führt dies zu einem Verkanten des Riegelbolzens in der Führung und am inneren, gehaltenen Ende des Riegelbolzens zu einer Anlage an einer Wand der Führung. Auf diese Weise kann eine große Reibungskraft sichergestellt werden.
Zusätzlich zu der kraftschlüssigen Arretierung des Riegelbolzens über Reibungskräfte kann zusätzlich vorgesehen sein, daß der Riegelbolzen in seiner Sperrsteilung formschlüssig festgelegt ist.
Nachdem die Granate mit der Hebevorrichtung in die gewünschte Position umgesetzt wurde, wird die kraftschlüssige Arretierung des Riegelbolzens aufgehoben, so daß der Benutzer den Riegelbolzen entgegen der Kraft der Feder in die Freigabestellung verschieben kann, in der der Halter von der Granate abgenommen werden kann. Zu diesem Zweck ist vorzugsweise vorgesehen, daß der Riegelbolzen ein Betätigungselement, insbesondere einen Knopf oder ähnliches aufweist, mittels dessen er längs der Führung verschiebbar ist.
Um die kraftschlüssige Arretierung des Riegelbolzens aufzuheben, ist es notwendig, die Reibung des Riegelbolzens in der Führung zu vermindern. Dies kann einerseits dadurch erreicht werden, daß die Granate auf einer Unterlage, beispielsweise dem Boden, abgelegt wird, wodurch der Riegelbolzen von der Gewichtskraft der Granate freikommt und in einfacher Weise in seine freigebende Stellung verschoben werden kann. 2
AT 403 849 B
Alternativ kann in bevorzugter Ausgestaltung der Erfindung vorgesehen sein, daR der Riegelbolzen an seinem vorderen Ende eine Ausnehmung aufweist, die mit einem Vorsprung einer Lagerschale in Eingriff bringbar ist, wodurch der Kraftschluß des Riegelbolzens in der Führung verminderbar und der Riegelbolzen in seine freigegebene Stellung verschiebbar ist. Die Anlage des Vorsprungs der Lagerschale an der Ausnehmung des Riegelbolzens führt zu einer Änderung der Auflagersituation des Riegelbolzens und somit der auftretenden Lagerkräfte. Statt einer frei auskragenden Lagerung des Riegelbolzens kann mit Hilfe des Vorsprungs eine beiderseitige Endlagerung des Bolzens erreicht werden. Ein großer Teil der auf den Bolzen einwirkenden Gewichtskraft der Granate kann auf diese Weise von dem als Gegenlager wirkenden Vorsprung der Lagerschale aufgenommen und in den Boden abgeleitet werden. Die in der Führung auftretende Reibungskraft des Lagerbolzens ist dadurch wesentlich vermindert, so daß der Benutzer den Riegelbolzen in seine freigegebene Stellung zurückziehen kann.
Statt einer manuellen Verstellung des Riegelbolzens kann dieser auch nach Anlage an den Vorsprung der Lagerschale durch Absenken des Halters relativ zu dem Vorsprung in seine freigebende Stellung verschoben werden.
Um beim Aufnehmen der Granate sicherzustellen, daß diese vollständig in dem Halter aufgenommen ist und der Riegelbolzen sich in seiner sperrenden Stellung befindet, kann vorzugsweise eine Erfassungsvorrichtung zum Sensieren des Verriegelungszustandes des Riegelbolzens vorgesehen sein.
Um die Granate im Panzerinnenraum sicher zu bewegen, ist es üblich und hat es sich bewährt, diese während des Transportes manuell zu führen. Zu diesem Zweck kann an dem Halter ein Handgriff angebracht sein. Bevorzugterweise ist in dem Handgriff eine Steuervorrichtung für die Bewegungssteuerung der Hebevorrichtung integriert, so daß der Benutzer durch Erfassen des Handgriffs einerseits direkt auf die Bewegung der Granate und darüber hinaus über eine entsprechende Steuervorrichtung auf die Antriebe der Hebevorrichtung einwirken kann. Dazu hat es sich bewährt, wenn am Handgriff Infrarotsender angebracht sind, die mit entsprechenden Infrarotempfängern an den Antriebsvorrichtungen der Hebevorrichtung Zusammenwirken.
Weitere Einzelheiten und Merkmale der Erfindung sind aus der folgenden Beschreibung eines Ausführungsbeispiels unter Bezugnahme auf die Zeichnung ersichtlich. Es zeigen:
Figur 1 eine erfindungsgemäße Hebevorrichtung beim Aufnehmen einer Granate,
Figur 2 die Hebevorrichtung in perspektivischer Darstellung,
Figur 3 die Hebevorrichtung mit aufgenommener Granate in Seitenansicht,
Figur 4 die Hebevorrichtung vor Freigabe der Granate und Figur 5 die Hebevorrichtung nach Freigabe der Granate.
In Figur 1 ist eine Hebevorrichtung 20 gezeigt, mit der eine Granate 12, die auf einer Schublade 11 eines Regalmagazins 10 angeordnet ist, ergriffen und umgelagert werden kann. Die Hebevorrichtung 20 weist einen bügelartigen Halter 22 auf, der über ein Seil 21 abgehängt ist. Der Halter 22 besitzt eine im wesentlichen halbkreisförmige Aufnahme 22a, die von einem Halbringbügel gebildet ist. Am vorderen Ende eines Schenkels des Halters 22 ist ein Riegelbolzen 23 in etwa tangentialer Richtung verschiebbar gelagert. An dem Halter 22 ist ein Handgriff 27 befestigt, an dem ein Benutzer B den Halter 22 ergreifen und führen kann. Am Handgriff ist ein Auslöser 25 vorgesehen, mittels dessen über am Handgriff befindliche Infrarotsender 26 Steuerinformationen an die Antriebsvorrichtung der Hebevorrichtung übermittelt werden können.
Wie Figur 3 zeigt, ist der Riegelbolzen 23 in einer Führung 29 verschieblich gehalten und steht unter Wirkung einer ihn in seine Sperrichtung beaufschlagenden Feder 28. An dem Riegelbolzen 23 ist über ein Gewinde 24a ein Betätigungselement 24 angeschraubt, mittels dessen der Benutzer B den Riegelbolzen 23 manuell entgegen der Kraft der Feder 28 innerhalb der Führung 29 verschieben kann.
Zum Aufnehmen der Granate 12 wird der Halter 22 von oben auf die Granate 12 aufgesetzt, wobei der Riegelbolzen 23 durch die Granate entgegen der Federkraft in der Führung 29 verschoben wird, so daß die Aufnahme 22a freigegeben ist und der Halter 22 unter enger Passung auf die Granate 12 aufgesetzt werden kann. Der Sperrbolzen 23 verläuft tangential zu der Granate 12 und steht in seiner Sperrstellung in den Eintritts- bzw. Austrittsquerschnitt der Aufnahme 22a vor, so daß die in der Aufnahme befindliche Granate aus dem Halter 22 nicht herausfallen kann.
In der in Figur 3 gezeigten Stellung wirkt die Gewichtskraft der Granate 12 auf den frei auskragenden Riegelbolzen 23 als Querkraft ein, wodurch dieser innerhalb der Führung 29 leicht verkantet und sich gegen eine Innenwand der Führung 29 spannt. Die dabei auftretende Reibungskraft verhindert, daß der Benutzer den Riegelbolzen 23 in die Freigabestellung verschieben kann. ln den Figuren 4 und 5 ist eine Lagerschale 30 dargestellt, die Teil eines Ansetzter eines Panzerfahrzeugs sein kann und eine Aufnahme 30a für die Granate 12 aufweist. Die Lagerschale 30 ist über eine Halterung 31 in nicht näher beschriebener Weise ortsfest gehalten. Ein Schenkel der Lagerschale 30 weist 3
Claims (11)
- AT 403 849 B an seinem Ende einen als Gegenlager wirkenden Ansatz oder Vorsprung 32 auf, der mit einer am vorderen Ende des Riegelbolzens 23 ausgebildeten Ausnehmung 23a in Eingriff treten kann. Wenn der Halter 22 mit der Ausnehmung 23a des Riegelbolzens 23 auf dem Ansatz 32 abgesetzt wird, wie in Figur 4 dargestellt ist, ändern sich die Lagerungsverhältnisse für den Riegelbolzen 23 derart, daß die zwischen dem Riegelbolzen 23 und der Führung 29 auftretenden Reibungskräfte vermindert sind. In diesem Zustand kann der Benutzer entweder den Halter 22 noch weiter absenken, wodurch der Riegelbolzen 23 infolge der Anlage an dem Ansatz 32 entgegen der Kraft der Feder 28 in der Führung 29 verschoben wird, so daß die Granate freigegeben ist und in die Lagerschale 30 fällt. Alternativ ist es jedoch auch möglich, daß der Benutzer den Riegelbolzen 23 über das Betätigungselement 24 erfaßt und in der Führung 29 in seine Freigabestellung verschiebt. Patentansprüche 1. Hebevorrichtung für einen Körper mit zumindest abschnittsweise kreisförmigem Querschnitt, insbesondere eine Granate, mit einem bügelartigen Halter, der eine Aufnahme aufweist, in die der Körper einführbar ist, und mit einem Sperrelement, mittels dessen der Körper wahlweise in der Aufnahme festlegbar oder aus dieser freigebbar ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Aufnahme (22a) des Halters (22) im wesentlichen halbkreisförmig ist und daß das Sperrelement ein in einer Führung (29) verschiebbar gelagerter Riegelbolzen (23) ist, der am vorderen Ende der Aufnahme (22a) in im wesentlichen tangentialer Richtung verschiebbar angeordnet ist.
- 2. Hebevorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Riegelbolzen (23) bei Beaufschlagung mit dem Gewicht des Körpers gegen zumindest eine Fläche der Führung (29) gespannt und durch die dabei auftretende Reibungskraft arretiert ist.
- 3. Hebevorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Riegelbolzen (23) in seiner Sperrstellung aus der Führung (29) frei auskragt.
- 4. Hebevorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Riegelbolzen (23) in seiner Sperrstellung zusätzlich formschlüssig festgelegt ist.
- 5. Hebevorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Riegelbolzen (23) mittels einer Feder (28) in seine Sperrstellung vorgespannt ist.
- 6. Hebevorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5. dadurch gekennzeichnet, daß der Riegelbolzen (23) ein Betätigungselement (24) aufweist, mittels dessen er längs der Führung verschiebbar ist.
- 7. Hebevorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Riegelbolzen (23) bei Abstützung des Körpers (12) auf einer Unterlage von dessen Gewicht entlastet und in seine freigebende Stellung verschiebbar ist.
- 8. Hebevorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Riegelbolzen (23) an seinem vorderen freien Ende eine Ausnehmung (23a) aufweist, die mit einem Vorsprung (32) einer Lagerschale (30) in Eingriff bringbar ist, wodurch der Kraftschluß des Riegelbolzens (23) in der Führung (29) vermindert und der Riegelbolzen (23) in seine freigegebene Stellung verschiebbar ist.
- 9. Hebevorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß der Riegelbolzen (23) durch Anlage an den Vorsprung (32) der Lagerschale (30) in seine freigebende Stellung verschoben wird.
- 10. Hebevorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß an dem Halter (22) ein Handgriff (27) angebracht ist, der eine Steuervorrichtung (25, 26) für die Bewegungssteuerung der Hebevorrichtung aufweist.
- 11. Hebevorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuervorrichtung am Handgriff (27) angebrachte Infrarotsender (26) aufweist, die mit entsprechenden Infrarotempfängern am Antrieb der Hebevorrichtung Zusammenwirken. 4 AT 403 849 B Hiezu 3 Blatt Zeichnungen 5
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