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Die Erfindung betrifft eine Betätigungsvorrichtung für den um ein oberes Scharnier aufklappbaren Bodendeckel eines auf einem Fahrgestell angebrachten Transportbehälters für Flüssigkeiten und Aufschwemmungen, insbesondere für den heckseitigen Bodendeckei des in seiner Grundform liegend-zylindrischen Kessels eines Kesselwagens, mit beidseitig des Kessels und am Bodendeckel mit Abstand von dessen Scharnier angelenkten hydraulischen Zylinder-Kolbeneinheiten und Verriegelungsvorrichtungen zum Verspannen und Abdichten des Bodendeckels gegen eine Randdichtung der Behälteröffnung.
Bei einer bekannten Betätigungsvorrichtung dienen die beidseits vorgesehenen Zylinder-Kolbeneinhei- ten ausschliesslich zum Öffnen und Schliessen des Bodendeckeis. Vorgesehene Verriegelungsvorrichtungen müssen von Hand aus betätigt werden, so dass es notwendig wird, z. B. beim Entleeren von Kesselwägen zunächst die Verriegelungen zu lösen und dann erst den Bodendeckel über die Zylinder-Kolbeneinheiten zu öffnen. Nach dem Schliessen des Bodendeckels müssen die Verriegelungen wieder von Hand aus betätigt werden. Der Fahrer eines Kesselwagens muss daher beim Entleervorgang den Führerstand allein für die Riegelbetätigung wenigstens zweimal verlassen. Abgesehen von dieser Unbequemlichkeit ergeben sich weitere Schwierigkeiten beim Abkippen des Kesselinhaltes in eine Deponie.
Hier ist es oft notwendig, zunächst die Verriegelungen zu lösen und dann erst mit dem Fahrzeug soweit zurückzusetzen, dass der untere Kesselrand über den Rand der Deponie hinausreicht. Wird anderseits die Verriegelung vor dem endgültigen Zurücksetzen des Fahrzeuges gelöst, so schliesst der Bodendeckel nicht mehr dicht und es kommt zu Verschmutzungen der Fahrbahn.
Eine Betätigung der Verriegelungsvorrichtungen über gesonderte Zylinder-Kolbeneinheiten, wie sie nach der EP 0 291 831 A für eine sogenannte Knaggenverriegelung vorgeschlagen wird, würde nicht nur eine wesentliche Erhöhung des gesamten baulichen Aufwandes bedingen, sondern auch eine Verbindung der Steuereinrichtungen für diese Kolbeneinheiten mit den Steuereinrichtungen für die der Betätigung dienenden Zylinder-Kolbeneinheiten notwendig machen, um auf jeden Fall sowohl beim Öffnen als auch beim Schliessen eine richtige Betätigungsreihenfolge Entriegeln- Öffnen-Schliessen-Verriegeln zu gewährleisten. Weitere Probleme ergeben sich daraus, dass die vorgesehenen Dichtungen für den Bodendeckel Ermüdungserscheinungen oder auch Herstellungstoleranzen aufweisen, so dass zur Erzielung einer einwandfreien Abdichtung Einstellungen bzw.
Nachjustierungen erwünscht bzw. notwendig sind. Eine Klappenverriegelung gemäss der DE 38 24 216 A, bei der eine Entladeklappe für rieselfähiges Schüttgut mit ihrem unteren Rand in einen Gegenhalter eingreift und über das als Hubscharnier ausgebildete Scharnier erst angehoben und dann aufgeschwenkt werden kann, ist für Transportbehälter der eingangs genannten Art wegen der fehlenden Abdichtung unbrauchbar.
Aufgabe der Erfindung ist die Schaffung einer Betätigungsvorrichtung der eingangs genannten Art, bei der das Problem der Ver- und Entriegelung des Bodendeckels beim Öffnen und Schliessen mit einfachen Mitteln betriebssicher gelöst ist.
Die gestellte Aufgabe wird dadurch gelöst, dass die Verriegelungsvorrichtungen aus im Randbereich des Bodendeckels gelagerten Schwenkriegel und zugeordneten Gegenhaltern am Kessel bestehen, dass die Schwenkriegel an der jeweiligen Behälterseite untereinander über Gestänge antriebsverbunden sind und dass die dieser Behälterseite zugeordnete Zylinder-Kolbeneinheit an einem Hebelarm des einen Schwenkriegels angreift, so dass diese Zylinder-Kolbeneinheit bei ihrem Ausfahren die Verriegelungen löst und dann den Bodendeckel um das Scharnier aufschwenkt, beim Einfahren aber die Riegel gegen das im Schliesssinn wirkende Eigengewicht des Bodendeckels in eingriffsbereiter Stellung hält, bis sie bei geschlossenem Bodendeckel in ihre Gegenhalter eingreifen, und dann die Riegel im Sinne des Verspannens des Bodendeckels gegen die Dichtung anzieht.
Die erfindungsgemässe Betätigungsvorrichtung findet mit den ohnehin zum Öffnen und Schliessen des Bodendeckels benötigten Zylinder-Kolbeneinheiten das Auslangen, so dass gegenüber einem Transportbehälter mit Handbetätigung der Verriegelungsvorrichtungen an zusätzlichem Aufwand nur die erwähnten Gestänge notwendig werden. Besonders vorteilhaft ist, dass bei der erfindungsgemässen Ausführung weder vor der Öffnungsbetätigung der Zylinder-Kolbeneinheiten noch nach der Betätigung dieser Einheiten im Schliesssinn auf die Entriegelung bzw. die Verriegelung vergessen werden kann, so dass Beschädigungen durch solche Fehlbetätigungen auszuschliessen sind und überdies keine eigenen Überwachungseinrichtungen über den momentanen Verriegelungszustand des Bodendeckels benötigt werden.
In Weiterbildung der Erfindung weisen die Schwenkriegel je einen als Riegelhaken für einen als Rtegetbotzen ausgebildeten Gegenhalter ausgeführten Hebelarm und einen mit dem Verbindungsgestänge verbundenen Hebelarm auf. Man kann die Schwenkriegel auch als mit entsprechenden Aufnahmen für die feststehenden Riegelbolzen ausgestattete Kurbelscheiben oder Laschen ausführen.
Es ist zur Erzielung einer möglichst gleichmässigen Verspannung der Dichtung anzustreben, etwa gleiche Abstände zwischen dem Scharnier, den nächstfolgenden Verriegelungen und den Verriegelungen untereinander einzuhalten. Damit kommt man zu grösseren Abständen zwischen den Verriegelungen.
Damit hier in einfacher Weise eine in groben Zügen dem Deckelumfang folgende und durch die Deckelwölbung
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nicht behinderte Führung des Gestänges möglich wird, kann man bei Anordnung von nur zwei Riegeln pro Kesseiseite am Bodendeckel zwischen den Riegeln eine Schwenklasche lagern, an der zu je einem der Riegel führende Stangen angelenkt sind, von denen wenigstens die eine in ihrer Länge einstellbar ist, um auf diese Weise eine Möglichkeit zu erhalten, die Riegel nachzustellen bzw. eine vorgegebene Eingriffsreihenfolge der Riegel einzustellen.
Die Riegelhaken können leicht konvex gewölbte Anzugsflächen aufweisen und sogar in der Einriegelungsstellung eine Übertotpunktlage ihrer Anzugsfläche gegenüber dem zugeordneten Riegelbolzen einnehmen, so dass sie nur unter Überwindung des Totpunktes mittels des Kolbentriebes entriegelt werden können. Ferner wird man vorzugsweise nur bei einem von zwei Riegeln in einem Maul des Riegelhakens einen Endanschlag für den Verriegelungsbolzen vorsehen. Bei dem zweiten Riegelhaken aber auch in der voll eingerasteten Stellung Spiel zu einem solchen Endanschlag oder Ende des Riegelmaules lassen, damit auf jeden Fall ein ausreichender Anzug beider Riegel gewährleistet ist.
Ebenfalls zur Anpassung an Montagetoleranzen sowie an Herstellungstoleranzen der Verriegelungseinrichtung und der Dichtung bzw. zum Ausgleich von Ermüdungserscheinungen der Dichtungen kann wenigstens ein Lager eines Riegels bzw. der Schwenklasche und/oder wenigstens einer der Gegenhalter am Bodendeckel bzw. Kessel einstellbar und in verschiedenen Einstellungen feststellbar angebracht sein.
Weitere Einzelheiten und Vorteile des Erfindungsgegenstandes entnimmt man der nachfolgenden Zeichnungsbeschreibung.
In der Zeichnung ist der Erfindungsgegenstand beispielsweise veranschaulicht. Es zeigen
Fig. 1 in schematisierter Darstellungsweise das heckseitige Ende eines zylindrischen Transportkes- sels, z. B. des Transportbehälters eines Schlamm saugwagens mit einem in der Schliessstel- lung befindlichen Bodendeckel und dessen Betätigungsvorrichtung und
Fig. 2 die Bestandteile der Verriegelungsvorrichtung in einer in die Ebene abgewickelten Darstellung, wobei die Verriegelungsstellung voll und die Entriegelungsstellung strichpunktiert veranschau- licht wurde.
Ein z. B. am Fahrgestell auf einem Lastkraftwagen angebrachter Transportbehälter 1 besitzt am heckseitigen Ende eine über den ganzen Durchmesser reichende Öffnung, der entlang eine Dichtung 2 angebracht ist. Am Transportbehälter 1 ist um ein nur durch einen Kreis angedeutetes Scharnier 3 ein Bodendeckei 4 aufklappbar gelagert. Dieser Bodendeckei 4 besitzt einen Randbereich 5 in Form eines ringförmigen Endkranzes, der mit der Dichtung 2 zusammenwirkt und einen gewölbten Hauptteil 6.
Zur Betätigung des Bodendeckels 4 sind links und rechts am Transportbehälter 1 nur in starken strichpunktierten Linien angedeutete hydraulische Zylinder-Kolbeneinheiten 7 angebracht. Am Randbereich 5 des Bodendeckels 4 sind an jeder Seite des Kessels 1 zwei Schwenkriegel 8,9 und eine Zwischenlasche 10 um Achsen 11, 12, 13 schwenkbar gelagert. Der Schwenkriegel 8 bildet einen dreiarmigen Hebel, bei dem der eine Hebelarm 14 als Riegelhaken ausgebildet ist, die Zylinder-Kolbeneinheit 7 an einem zweiten Hebelarm 15 angelenkt ist und ein dritter Hebelarm 16 über eine angelenkte Stange 17 mit der Lasche 10 verbunden ist. Die Lasche 10 ist ihrerseits über eine weitere Stange 18 mit einem Hebelarm 19 des als zweiarmiger Schwenkhebel ausgebildeten Schwenkriegel 9 verbunden, bei dem der zweite Hebelarm als Riegelhaken 20 ausgeführt ist.
Wenigstens eine der beiden Stangen 17 oder 18 ist in ihrer Länge einstellbar und zu diesem Zweck z. B. als teleskopisch ein- und ausschraubbare Stange ausgebildet. Für die Riegelhaken 14, 20 sind am Kessel 1 Riegelbolzen 21, 22 vorgesehen. In der in Fig. 1 dargestellten Lage und auch in der voll eingezeichneten Stellung nach Fig. 2 verriegeln die Riegelhaken 14, 20 durch ihren Eingriff in die Riegelbolzen 21,22 den Bodendeckel 4 in der Schliessstellung, wobei durch den Anzug der Riegelhaken 14, 20 auch die Dichtung 2 vorgespannt wird.
Wie Fig. 2 zeigt, besitzen die Riegelhaken 14, 20 bombierte Anzugsflächen 23,24 für den Eingriff mit den Riegelbolzen 21, 22. Das Riegelmaul 25 des Riegelhakens 20 endet mit Spielabstand vom Bolzen 22.
Die Bolzen 21, 22 sitzen auf Platten oder sonstigen Trägern 26,27 und können nach Lösen von Halteschrauben 28, 29 nach Langlöchern gegenüber dem Kessel eingestellt werden. Eine ähnliche Einstelleinrichtung kann auch für die Achse 12 vorgesehen sein.
Beim Ausfahren der Zylinder-Kolbeneinheiten 7 schwenken diese über die Hebelarme 15 die Schwenkriegel 8, so dass sich die Riegelhaken 14 von den Riegelbolzen 21 zu lösen beginnen. Gleichzeitig wird über das aus den Stangen 17, 18 und der Lasche 10 bestehende Gestänge auch der Schwenknegel 9 geschwenkt, so dass sich auch der Riegelhaken 20 vom Riegelbolzen 22 löst. Sobald die Riegelhaken 14, 20 die Bolzen 21, 22 freigegeben haben, stellen sich die Schwenkriegel 8, 9 in eine gegebenenfalls durch Anschläge begrenzte Öffnungslage ein. Die weiter ausfahrenden Zylinder-Kolbeneinheiten 7 können nun auf den Bodendeckel 4 wirken und ihn um das Scharnier 3 aus der dargestellten Schliessstellung in die Öffnungslage aufschwenken. Der Transportbehälter 1 kann gegebenenfalls durch Kippen entleert werden.
Beim Einfahren der Zylinder-Kolbeneinheiten 7 aus der Öffnungsstellung hält zunächst das wirksam werdende Eigengewicht des Bodendeckeis 4 die Schwenkriegel 8, 9 mit dem gesamten Gestänge in der
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der Entriegelung entsprechenden Lage. Erst wenn der Deckel praktisch seine Schliessstellung erreicht hat, bewirken die weiter einfahrenden Zylinder-Kolbeneinheiten 7 eine Verschwenkung der Schwenkriegel 8, 9 im Uhrzeigersinn, so dass die Riegelhaken 14,20 die Riegelbolzen 21,22 hintergreifen und bei der Weiterverstellung den Bodendeckel 4 unter Spannung der Dichtung 2 verriegeln.