AT402995B - Sprungschuh - Google Patents
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Description
AT 402 995 B
Die Erfindung betrifft einen Sprungschuh, mit einem von der Schuhsohle gesonderten, im Bereich des hinteren Schuhsohlenendes schwenkbar gelagerten, in Richtung zur Schuhsohlenspitze auskragenden Auftrittsteil, der vorzugsweise aus einem federnd ausgebildeten Blatt besteht, und der gegebenenfalls an seiner Unterseite, zumindest am freien Ende derselben, mit reibungserhöhenden Mitteln versehen ist.
Derartige Sprungschuhe, mit welchen Hüpfbewegungen ausgeführt werden können, sind bereits bekannt.
Bei einer bekannten Ausführungsform ist an der Schuhsohlenunterseite eine Federanordnung befestigt, die aus einem Hohlkörper besteht, von dem zumindest die untere, die Auftrittsfläche bildende Begrenzungswand im unbelasteten Zustand vorgespannt nach außen gewölbt ist und dadurch federnd wirkt.
Bei einer anderen, aus der deutschen Gebrauchsmusterschrift 70 00 377.9 bekannten Ausbildung ist an der gesamten Sohlenunterseite eines Sprungschuhs eine Federanordnung befestigt, die aus zwei senkrecht zur Schuhsohlenfläche teleskopartig entgegen der Kraft einer Druckfeder ineinander schiebbaren Teilen besteht, wobei die Druckfeder austauschbar ist, um die Federkraft dem Körpergewicht anzupassen.
Es sind auch bereits Anordnungen bekannt, bei welchen ein im Bereich des hinteren Schuhsohlenendes schwenkbar gelagerter, in Richtung zur Schuhsohlenspitze auskragender Auftrittsteil vorgesehen ist, dessen freies Ende bei Belastung in Richtung zur Schuhsohle verschwenkt wird. Bei den bekannten Ausbildungen besteht der Auftrittsteil selbst aus einem federnden Material, das diese Verschwenkung bei Belastung ermöglicht, es bildet somit der Auftrittsteil selbst die durch Belastung aktivierbare Federanordnung, deren Kraft bei Entlastung genützt wird. Dies bringt verschiedene Nachteile mit sich. So hängt die wirksame Federkraft vom Material und von der Form des Auftrittsteiles ab und kann nicht beliebig variiert werden. Insbesondere ist es nicht möglich, die wirksame Federkraft auf einfache Weise einzustellen, sondern es kann dies bei den bekannten Ausführungen lediglich durch Auswechslung des gesamten Auftrittsteiles erfolgen. Es ist daher bei den bekannten Ausführungen nicht möglich, die wirksame Federkraft so einzustellen, daß sie an das Gewicht des Benützers des Sprungschuhes angepaßt ist.
Weiters ist bei den bekannten Ausführungen die wirksame Kraft im Bereich des hinteren Sohlenendes am kleinsten. Um jedoch eine Sprungbewegung nach vorne zu erzielen, wie dies für eine Weiterbewegung mittels der Sprungschuhe erforderlich ist, muß die wirksame Kraft im Bereich des hinteren Sohlenendes am größten sein.
Die vorliegende Erfindung hat sich zur Aufgabe gestellt, diese Nachteile zu vermeiden und einen Sprungschuh zu schaffen, der bei einfachem Aufbau eine Vorwärts-Sprungbewegung nach Art eines Känguruhsprunges ermöglicht, wobei die für diese Vorwärtsbewegung erforderliche Kraft eingestellt werden kann. Zur Lösung dieser Aufgabe schlägt die Erfindung vor, daß eine zwischen dem Schuhoberteil oder der Schuhsohle einerseits und dem Auftrittsteil oder einem mit diesem verbundenen Abschnitt andererseits wirksame Federanordnung vorgesehen ist, die durch Verschwenkung des Auftrittsteiles bei Belastung vorspannbar ist. Diese Ausbildung ermöglicht es, die wirksame Federkraft beliebig groß zu machen, jedenfalls größer, als diese Kraft ist, wenn sie lediglich durch federnde Ausbildung des Auftrittsteiles selbst erzielt wird, und weiters, gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung, die Federkraft der vorgespannten Federanordnung einstellbar zu machen und damit eine Anpassung an das Gewicht des Benützers des Sprungschuhes vornehmen zu können, wobei die Einstellung ohne Schwierigkeiten von Hand aus bewirkt werden kann.
Bei einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Sprungschuhs ist die Federanordnung zwischen einem vom Schuhsohlenende nach hinten abstehenden, mit dem Schuh fest verbundenen Ansatz und dem Auftrittsteil oder dem mit diesem verbundenen Abschnitt angeordnet. Je nachdem, ob das eine Ende der Federanordnung auf der dem Auftrittsteil zugewendeten oder auf der dem Auftrittsteil abgewendeten Fläche des Ansatzes abgestützt ist, kann die Feder als Druckfeder oder als Zugfeder ausgebildet sein.
Die Federanordnung kann beispielsweise auch aus einer Blattfeder oder aus einer Gummifeder bestehen. Bei einer einfachen Ausführungsform der Erfindung ist jedoch die Federanordnung von einer Schraubenfeder gebildet, die einen mit dem Auftrittsteil verbundenen Stab umgibt, der einen Anschlag zur Begrenzung des Federweges aufweist, durch den somit die Federkraft einstellbar ist. Zweckmäßig besteht hiebei der Anschlag aus einer Gewindemutter, die auf einen mit einem Gewinde versehenen Abschnitt des Stabes aufgeschraubt ist.
Zweckmäßig ist es, das freie Ende des den Auftrittsteil bildenden, federnd ausgebildeten Blattes nach unten abzubiegen, um einen größeren Federweg dieses Auftrittsteiles zu erzielen.
Der Auftrittsteil kann aus Federstahl gebildet sein, aber auch aus einem faserverstärkten, insbesondere glasfaserverstärkten oder kohlefaserverstärkten, Kunststoffmaterial oder keramischem Material bestehen.
Die reibungserhöhenden Mittel an der Unterseite des Auftrittsteiles können eine nach unten abstehende, vorzugsweise auswechselbare Profilkante aufweisen, wodurch unerwünschte Gleitbewegungen verhindert werden. 2
AT 402 995 B
Damit der Auftrittsteil bei einer vollständigen Verschwenkung nicht von der Schuhsohlenunterseite absteht, weist diese Schuhsohlenunterseite eine Ausnehmung für die Aufnahme des belasteten Auftrittsteiles auf.
Um eine einwandfreie Funktion des erfindungsgemäßen Sprungschuhes zu gewährleisten, ist es vorteilhaft, wenn der Schuhoberteil, etwa bis zum Ballenbereich, aus einem starten Material, beispeilsweise aus einem starten Kunststoff material, und vorne aus einem weichen Material, beispielsweise aus Leder oder aus elastischem Kunststoff, besteht, wobei vorzugsweise das starre Material mit dem weichen Material über ein elastisches Material, beispielsweise ein Gummiband, verbunden ist. Dadurch wird sichergestellt, daß eine gute Führung des Fußes im Schuh im hinteren Teil, dort, wo der Auftrittsteil schwenkbar gelagert ist und die Federanordnung wirkt, gegeben ist, wogegen im vorderen Teil der Schuh weich und biegsam ist und dadurch die Sprungbewegung unterstützt wird. Als starres Kunststoffmaterial kann beispielsweise ein für Skistiefel verwendetes Material herangezogen werden.
In der Zeichnung ist die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen schematisch erläutert. Fig.1 zeigt in Seitenansicht ein erstes Ausführungsbeispiel und Fig.2, gleichfalls in Seitenansicht, ein zweites Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Sprungschuhes.
Bei beiden Ausführungsbeispielen besteht der Schuhoberteil in seinem hinteren Bereich aus zwei über ein Gelenk 1 verbundenen Teilen 2', 2" aus starrem Material und ist in diesem hinteren Bereich wie ein Skistiefel aufgebaut. Der hintere Bereich ist über ein elastisches Gummiband 3 mit dem vorderen Bereich 4 des Schuhoberteiles verbunden, der aus einem weichen Material, beispielsweise aus Leder besteht.
Der vordere Bereich 4 des Schuhoberteiles weist eine übliche, zur Erhöhung der Rutschfestigkeit mit reibungserhöhenden Vorsprüngen versehene Sohle 5 auf.
An der vorzugsweise aus demselben Kunststoffmaterial wie der Teil 2' bestehenden und mit diesem Teil 2' mitgeformten Sohle ist beim Ausführungsbeispiel nach Fig. 1 ein Ansatz 6 angeformt, der über eine bogenförmige Umlenkung 7 mit einem Auftrittsteil 8 verbunden ist, wobei der Ansatz 6, die bogenförmige Umlenkung 7 und der Auftrittsteil 8 einstückig ausgebildet sind und aus Federstahl bestehen. Es kann aber auch ein anderes Material, beispielsweise glasfaserverstärktes oder kohlefaserverstärktes Kunststoffmaterial, verwendet werden. Am hinteren Ende des Auftrittsteiles 8 ist ein Stab 9 angelenkt, der eine Öffnung des Ansatzes 6 durchsetzt und an seinem Ende einen mit einem Gewinde versehenen Abschnitt aufweist, auf den eine Gewindemutter 10 aufgeschraubt ist. Die Gewindemutter 10 weist zweckmäßig die Gestalt einer Rändelmutter oder einer Flügelmutter auf, sodaß ein Verdrehen ohne Zuhilfenahme eines Werkzeuges möglich ist.
Den Stab 9 umgibt eine Schraubenfeder 11, deren eines Ende sich am Auftrittsteil 8 und deren anderes Ende sich an der dem Auftrittsteil zugewendeten Seite des Ansatzes 6 abstützt. Durch Verdrehen der Schraubenmutter 10 kann somit die Vorspannkraft der Schraubenfeder 9 verändert und dem Gewicht des Trägers des Sprungschuhes angepaßt werden.
Wie ersichtlich, ermöglich die in Fig. 1 dargestellte Ausführung eine Verschwenkung des Auftrittsteiles 8 um eine hinter dem Schuhsohlenende befindliche fiktive Schwenkachse, von welcher der Auftrittsteil 8 nach vorne in Richtung zur Sohlenspitze auskragt An seinem freien Ende ist der Auftrittsteil 8 mit einer nach unten abstehenden Profilkante 12 versehen, durch welche die Griffigkeit des Auftrittsteiles 8 erhöht wird. Bei einer Belastung des Sprungschuhs durch das Gewicht des Trägers wird der Auftrittsteil 8 verschwenkt und nimmt die in Fig.1 strichliert eingezeichnete Lage ein, in der der unterhalb des Schuhs befindliche Teil des Auftrittsteiles 8 von einer Ausnehmung 13 an der Sohlenunterseite aufgenommen wird. Wird das Gewicht des Trägers in Richtung zur Sohlenspitze verlagert, dadurch, daß der Schuh entlang des Gummibandes 3 abgebogen wird und der Träger sich lediglich am Sohlenteil 5 abstützt, so wird der Auftrittsteil 8 durch die Kraft der Feder 9 nach unten verschwenkt und übt hiedurch eine Stoßkraft auf den Springschuh nicht nur nach oben, sondern auch nach vorne aus, sodaß ein Sprung nach vorne entsteht.
Die Ausführungsform nach Fig.2 unterscheidet sich von der Ausführungsform nach Fig.1 dadurch, daß der Auftrittsteil 8' zumindest in der unbelasteten Stellung eben ausgebildet ist und um ein am hinteren Schuhsohlenende befindliches, nicht fiktives, sondern wirkliches Gelenk 14 schwenkbar gelagert ist. Der sich von diesem Gelenk 14 rückwärts erstreckende Bereich des Auftrittsteiles 8' ist mit einem Stab 9' verbunden, der einen starr mit dem Schuhoberteil 2' bzw. der sich an diesen Schuhoberteil 2' anschließenden Schuhsohle verbundenen Ansatz 6’ durchsetzt und an seinem Ende mit einem Gewinde versehen ist, auf das eine Gewindemutter 10' aufgeschraubt ist. Der Ansatz 6' kann bei dieser Ausführungsform beispielsweise aus zwei sich seitlich vom Schuhoberteil 2' nach hinten erstreckenden Flügeln und einer diese Flügel miteinander verbindenden Brücke gebildet sein.
Die Schraubenmutter 10' ist wieder zweckmäßig als Flügelmutter oder als Rändelmutter ausgebildet, um ein Verdrehen ohne Zuhilfenahme eines Werkzeuges zu ermöglichen. 3
Claims (11)
- AT 402 995 B Bei der Ausführungsform nach Fig.2 ist die den Stab 9' umgebende Schraubenfeder 11' zwischen der Schraubenmutter 10' und dem Ansatz 6' bzw. der erwähnten Brücke abgestützt. Die Vorspannung der Schraubenfeder 9' kann wieder durch Verdrehen der Schraubenmutter 10' geändert und dadurch an das Gewicht des Trägers des Sprungschuhes angepaßt werden. Die Funktion der in Fig.2 dargestellten Ausführungsform entspricht jener der Ausführungsform nach Fig. 1. Die Verschwenkung des Auftrittsteiles 8’ erfolgt bei einer Belastung um das Gelenk 14, bis der von diesem Gelenk 14 nach vorne auskragende Teil des Bereiches des Auftrittsteiles von der Ausnehmung 13 aufgenommen ist. Durch diese Verschwenkung wird die Schraubenfeder 9' gespannt. Bei einer Gewichtsverlagerung in den vorderen Bereich des Sprungschuhs wird durch die Kraft der Schraubenfeder 9' eine nach vorne gerichtete Sprungbewegung erzielt. Die Auftrittsteile 8, 8' sind vorzugsweise selbstfedernd ausgebildet und bestehen beispielsweise aus Federstahl. Dadurch wird die federnde Wirkung der Schraubenfeder 9, 9' unterstützt. Ein längerer Federweg kann dadurch erzielt werden, daß das vordere Ende des auskragenden Bereiches des Auftrittsteiles 8,8', also jenes Ende, wo sich die Profilkante 12 befindet, nach unten gebogen ist. Dadurch wird eine zusätzliche Federwirkung erzielt, da dieses Ende zurückgebogen werden muß, bis es von der Ausnehmung 13 aufgenommen an der Schuhsohle anliegt. Patentansprüche 1. Sprungschuh, mit einem von der Schuhsohle gesonderten, im Bereich des hinteren Schuhsohlenendes schwenkbar gelagerten, in Richtung zur Schuhsohlenspitze auskragenden Auftrittsteil (8, 8'), der vorzugsweise aus einem federnd ausgebildeten Blatt besteht, und der gegebenenfalls an seiner Unterseite, zumindest am freien Ende derselben, mit reibungserhöhenden Mitteln versehen ist, dadurch gekennzeichnet, daß eine zwischen dem Schuhoberteil (2', 2") oder der Schuhsohle einerseits und dem Auftrittsteil (8, 8') oder einem mit diesem verbundenen Abschnitt (9, 9') andererseits wirksame Federanordnung (11, 11’) vorgesehen ist, die durch Verschwenkung des Auftrittsteiles (8, 8') bei Belastung vorspannbar ist.
- 2. Sprungschuh nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Federkraft der vorgespannten Federanordnung (11, 11') einstellbar ist.
- 3. Sprungschuh nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Federanordnung (11, 11’) zwischen einem vom Schuhsohlenende nach hinten abstehenden, mit dem Schuh fest verbundenen Ansatz (6, 6') und dem Auftrittsteil (8, 8') oder dem mit diesem verbundenen Abschnitt (9, 9') angeordnet ist.
- 4. Sprungschuh nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Federanordnung von einer Schraubenfeder (11, 11') gebildet ist, die einen mit dem Auftrittsteil (8, 8') fest verbundenen Stab (9, 9') umgibt, der einen Anschlag zur Begrenzung des Federweges aufweist.
- 5. Sprungschuh nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Anschlag aus einer Gewindemutter (10, 10') besteht, die auf einen mit einem Gewinde versehenen Abschnitt des Stabes (9, 9’) aufgeschraubt ist.
- 6. Sprungschuh nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das freie Ende des den Auftrittsteil (8, 8’) bildenden, federnd ausgebildeten Blattes nach unten abgebogen ist.
- 7. Sprungschuh nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Auftrittsteil (8, 8') aus Federstahl gebildet ist.
- 8. Sprungschuh nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Auftrittsteil (8, 8') aus einem faserverstärkten, insbesondere glasfaserverstärkten oder kohlefaserverstärkten, Kunststoffmaterial oder keramischen Material besteht.
- 9. Sprungschuh nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die reibungserhöhenden Mittel an der Unterseite des Auftrittsteiles (8, 8’) eine nach unten abstehende, vorzugsweise auswechselbare Profilkante (12) aufweisen. 4 AT 402 995 B
- 10. Sprungschuh nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Schuhsohlenunterseite eine Ausnehmung (13) für die Aufnahme des belasteten Auftrittsteiles (8, 8') aufweist.
- 11. Sprungschuh nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß der Schuhoberteil hinten, etwa bis zum Ballenbereich, aus einem starren Material (2', 2"), beispielsweise aus einem starren Kunststoffmaterial, und vorne aus einem weichen Material (4), beispielsweise aus Leder oder aus elastischem Kunststoff, besteht, wobei vorzugsweise das starre Material (2', 2") mit dem weichen Material (4) über ein elastisches Material (3), beispielsweise ein Gummiband, verbunden ist. Hiezu 1 Blatt Zeichnungen 5
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