AT401609B - Zangenartiges, handbetätigbares schneidgerät für stomabasisplatten - Google Patents
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Description
AT 401 609 B
Die Erfindung betrifft ein zangenartiges, handbetätigbares Schneidgerät zum Herstellen von formgenau b2w. scharf geschnittenen Ausnehmungen bzw. Bohrungen in Stomabasisplatten.
In der medizinischen Behandlung von akuten Krankheitsfällen von Menschen ist es in einigen Fallen erforderlich, durch oder bei einem chirurgischen Eingriff einen künstlichen Darmausgang zu erstellen. Ein derartiger Anus Praeter erfordert in weiterer Folge eine besondere Hygiene bzw. einen Schutzring für die umgebende Haut, um Entzündungen und dergleichen durch aggressive Darmsekrete zu vermeiden, Schutzringe oder Platten können in Colostomiebeutel oder Ostomiebeutel integriert sein oder als eigenes Element verwendet werden. Besonders wichtig ist dabei eine Schutzwirkung der Stomaumgebung bis genau zum Stomarand. Zur Anpassung an die Stomagröße kann der Schutzring bzw. die Basisplatte aus hochelastischem Material gefertigt sein; bei körperlicher Betätigung und/oder Bewegung des Menschen ist die Haltbarkeit und/oder Wirkung jedoch nur kurzzeitig. Es sind auch formstabilisierende, aus wenig elastischem Material gefertigte Stomabasisringe oder- platten für den langzeitigen Schutz bekannt, welche in abgestuften Größen erhältlich sind.
Durch chirurgisch erforderliche Maßnahmen und Unsicherheiten der Formstabilität im Zuge des Einheilprozesses ist es jedoch weitgehend nicht möglich, genaue Formen des Anus Praeter bzw. des Stomarandes einzustellen, so daß Sonderformen und großen der Stomaringe bzw. Stomabasisplatten erforderlich sind. Derartige Sonderformen und Sondergrößen scheinen oft nicht im Verkaufsprogramm der einschlägigen Firmen auf, bzw. es sind teure Sonderanfertigungen mit hoher Formgenauigkeit in relativ geringer und daher unwirtschaftlicher Stückzahl in Automaten zu fertigen. Bei einer Eigen-bzw. Einzelfertigung mit üblichen, händisch zu bedienenden Schneidgeräten wie z.B. Scheren oder dgl. ist jedoch die erforderliche Herstellgenauigkeit nicht leicht erreichbar und/oder nur mit hohen Zeit- und Einrichtungsaufwendungen möglich.
Hier will die Erfindung Abhilfe schaffen und eine Einrichtung angeben, mit welcher es auf einfache Weise möglich ist, Stomabasisringe oder- platten aus entsprechendem Vormaterial wirtschaftlich mit hoher Genauigkeit eigenhändig bei Berücksichtigung der individuellen Gegebenheiten zu fertigen. Diese Ziele werden bei einer Vorrichtung der eingangs genannten Art dadurch erreicht, daß an einem der beiden Zangenbacken ein aus einem korrosionsbeständigen Werkstoff bzw. einer Legierung, die in der Matrix einen Chromgehalt von mindestens 13 Gew.-% aufweist, gefertigter Schneidring vorgesehen ist, welcher von einer Halterung getragen ist, die mittels eines den Schneidring zentrierenden Befestigungsmittels schwenkbar und auswechselbar an diesem Zangenbacken befestigt ist, daß eine umlaufende Schneidkante einerseits durch die äußere zylindrische Mantelfläche des Schneidringes, dessen Querschnitt der Form des Anus Praeter angepaßt ist, und andererseits durch eine nach innen gerichtete Abfasung des Schneidringes gebildet ist, daß am gegenüberliegenden Zangenbacken eine mindestens die gleiche Flächenausdehnung wie diejenige des größten vorgesehenen Schneidringes aufweisende, vorzugsweise um ein im wesentlichen zentrisch angeordnetes weiteres Befestigungsmittel schwenkbare Gegenplatte vorgesehen ist, die durch Zusammenpressen der beiden Zangengriffe schnitterzeugend gegen den Schneidring andrückbar ist, und daß die Gegenplatte zumindest im Bereich der Andrücklinie der Schneidkante aus einem Werkstoff mit im Vergleich mit dem Werkstoff des Schneidringes im Bereich der Schneidkante geringerer Härte und gegebenenfalls höherer Elastizität gefertigt ist.
Die durch die Erfindung erreichten Vorteile sind im wesentlichen darin zu sehen, daß als Schneidmittel ein Schneidring vorgesehen ist, der vorerst seiner Form und Größe dem Anus Praeter angepaßt wird und in einer zangenartigen Schneidvorrichtung mittels eines zentrierenden und schwenkbaren Befestigungsmittels fixiert wird. Der Schneidring ist dabei aus Gründen einer Schneidhaltigkeit, einer Korrosionsbeständigkeit und zur Einstellung von aseptischen Bedingungen aus einer Legierung gefertigt, welche in der Matrix einen Chromgehalt von mindestens 13 Gew-% aufweist. Die Schneidlinie des Schneidringes muß erfindungsgemäß in der äußeren zylindrischen Mantelfläche liegen, so daß beim Schnitt keine Erweiterung des Hohls und somit keine Bildung von Mikrorissen, wodurch ein Austreten von aggressiven Sekreten ermöglichst wird, eintreten kann. Eine mit dem Schneidring schnitterzeugend zusammenwirkende Gegenplatte ist erfindungsgemäß in einer Halterung zentrisch, vorzugsweise schwenkbar, angeordnet, um bei einer Schnitterstellung keine Verschiebung des Schneidgutes zu verursachen bzw. zuzulassen und somit höchste Dimensionsgenauigkeit des Hohles des Ringes durch Gleichzeitigkeit der Schnittbiidung über die gesamte Ringlinie zu erreichen. Von besonderer Wichtigkeit ist eine Werkstoffwahl für die Gegenplatte, weil damit eine gute Schnittbildung, insbesondere durch hohe Elastizität bei langer Schneidhaltigkeit des Schneidringes durch geringere Härte der Gegenplatte erreicht wird. Besonders vorteilhafte Ausführungsformen der Erfindung sind in den Unteransprüchen gekennzeichnet.
So wird, wenn der Schneidkantenwinkel α des Schneidringes höchstens 254 0, vorzugsweise höchstens 204 °, insbesondere höchstens 102$.', mindestens jedoch 24. · beträgt, einerseits ein besonders scharfkantiger Schnitt in der Stomabasisplatte bei geringen gegeneinander gerichteten Druckkräften an den beiden 2
Claims (4)
- AT 401 609 B Zangengriffen erreicht, andererseits ist auch eine gute Schneidhaltigkeit bei geringer Bruch- und Verformungsgefahr der Schneidkante gegeben. Im Sinne eines unmittelbaren selbsttätigen Auswurfes des ausgetrennten Butzens aus dem Schneidgerät und damit einer Vermeidung einer Verletzungsgefahr hat es sich weiters als günstig erwiesen, wenn zentrisch innerhalb des Schneidringes eine gegen die Anstell- bzw. Andrückrichtung der Schneidkante an die Gegenplatte federnd bewegbare, flächig ausgebildete Butzenplatte angeordnet ist, deren Fläche mindestens 10 %, vorzugsweise mindestens 25 %, insbesondere mindestens 50 %, der Querschnittsfläche des Schneidringes beträgt und im unbelasteten Zustand des Federelementes mindestens die gleiche Höhe wie die Schneidkante aufweist. Eine besonders lange Schneidhaltigkeit des Schneidringes und somit ein geringer Nachschärfaufwand werden erreicht, wenn die Gegenplatte an ihrer dem Schneidring zugewandten Arbeitsseite, mindestens jedoch im Bereich der Andrücklinie der Schneidkante, aus einem elastischen nichtmetallischen Werkstoff, z.B. Kunststoff, Gummi oder dgl., gefertigt ist. Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und wird im folgenden näher beschrieben. Das handbetätigbare zangenartige Schneidgerät weist zwei Zangengriffe 1,1’ und zwei Zangenbacken 2, 2' auf. Mit einem Zangenbacken 2 ist schwenkbar ein Befestigungsmittel 3, weiches eine Halterung 31 für einen Schneidring 4 trägt, verbunden. Der Schneidring 4 besitzt außenseitig eine zylindrische Mantelfläche und eine nach innen geneigte Abfasung 7, wobei ein Schneidwinkel a gebildet wird. Zentrisch im Schneidring 4 kann eine federnde Butzenplatte 11 angeordnet sein, welche nach Herstellung einer Bohrung in einer Stomabasisplatte P einen gegebenenfalls sich durch die geneigte Abfasung 7 verspannenden Butzen auswirft. Im gegenüberliegenden Zangenbacken 2' ist mittels einer Halterung 8 eine Gegenplatte 9 ebenfalls schwenkbar befestigt. Durch eine Schwenkbarkeit der Halterung 31 für den Schneidring 4 und/oder der Gegenplatte 9 wird eine gleichmäßige Schneidkraftverteilung zwischen Schneidkante 5 und einem Gegenplattenbereich 10 mit geringerer Härte oder mit höherer Elastizität erreicht. Patentansprüche 1. Zangenartiges, handbetätigbares Schneidgerät zum Herstellen von formgenau bzw. scharf geschnittenen Ausnehmungen bzw. Bohrungen in Stomabasisplatten, dadurch gekennzeichnet, daß an einem (2) der beiden Zangenbacken (2,2') ein aus einem korrosionsbeständigen Werkstoff bzw. einer Legierung, die in der Matrix einen Chromgehalt von mindestens 13 Gew.-% aufweist, gefertigter Schneidring (4) vorgesehen ist, welcher von einer Halterung (31) getragen ist, die mittels eines den Schneidring (4 ) zentrierenden Befestigungsmittels (3) schwenkbar und auswechselbar an diesem Zangenbacken (2) befestigt ist, daß eine umlaufende Schneidkante (5) einerseits durch die äußere zylindrische Mantelfläche (6) des Schneidringes (4), dessen Querschnitt der Form des Anus Praeter angepaßt ist, und andererseits durch eine nach innen gerichtete Abfasung des Schneidringes (4) gebildet ist, daß am gegenüberliegenden Zangenbacken (2') eine mindestens die gleiche Flächenausdehnung wie diejenige des größten vorgesehenen Schneidringes aufweisende, vorzugweise um ein im wesentlichen zentrisch angeordnetes weiteres Befestigungsmittel (8) schwenkbare Gegenplatte (9) vorhanden ist, die durch Zusammenpressen der beiden Zangengriffe (1,1') schnitterzeugend gegen den Schneidring (4) andrückbar ist, und daß die Gegenplatte (9) zumindest im Bereich (10) der Andrücklinie der Schneidkante (5) aus einem Werkstoff mit im Vergleich mit dem Werkstoff des Schneidringes (4) im Bereich der Schneidkante (5) geringerer Härte und gegebenenfalls höherer Elastizität gefertigt ist.
- 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Schneidkantenwinkel a des Schneidringes (4) höchstens 254. *, vorzugsweise höchstens 204 °. insbesondere höchstens 104 °, mindestens jedoch 24 *, beträgt.
- 3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß zentrisch innerhalb des Schneidringes (4) eine gegen die Andrückrichtung der Schneidkante (5) an die Gegenplatte (9) federnd bewegbare, flächig ausgebildete Butzenplatte (11) angeordnet ist, deren Fläche mindestens 10 %, vorzugweise mindestens 25 %, insbesondere mindestens 50 %, der Querschnittsfläche des Schneidringes (4) beträgt und im unbelasteten Zustand des Federelementes mindestens die gleiche Höhe wie die Schneidkante (5) aufweist.
- 4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Gegenplatte (9) an ihrer dem Schneidring (4) zugewandten Arbeitsseite (12), mindestens jedoch im Bereich der Andrücklinie der Schneidkante (5), aus einem elastischen nichtmetallischen Werkstoff, z.B. Kunststoff, Gummi 3 AT 401 609 B oder dgl., gefertigt ist. Hiezu Blatt Zeichnungen 4
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