<Desc/Clms Page number 1>
Verfahren zur Herstellung glänzender Oberflächen auf Absätzen, Sohlen u. s. f.
Die Erfindung betrifft die Herstellung von glatten und glänzenden Flächen auf Gegenständen, wie Absätzen, Sohlen und anderen Teilen von Stiefeln und Schuhen oder auf irgend welchen Waren aus Leder oder ähnlichem Material, deren Oberfläche für die endgiltige Zurichtung durch Glätten oder Polieren vorbereitet ist, obwohl die Oberfläche auch das natürliche Korn von Leder auf-
EMI1.1
hafte, wasserbeständige, glänzende Oberflächenbeschaffenheit vorzusehen, ohne dass Neigung bestünde zu spontaner Veränderung oder Verfärbung, wobei die Kosten der Herstellung weitaus geringer sind, als die nach bisher bekannten Verfahren erfolgende Zurichtung der Oberfläche, von Stiefel-und Schuhabsätzen und dgl.
Gemäss der Erfindung werden auf die Oberfläche, welcher
EMI1.2
Karnaubawachs, wenn auch ein anderes geeignetes pflanzliches Wachs verwendet werden kann. Der zweite Überzug enthält pflanzliche Öle oder sonstige geeignete ölartige Stoffe, welche mit dem Wachs in der ersten Schicht in Verbindung treten ; die Masse für die zweite Schicht enthält auch einen, die Farbe verstärkenden Stoff, wie denaturierten Alkohol oder eine ebenso wirkende Substanz, die auf den in Lösung befindlichen Farbstoff einwirkt und ihm gänzlich oder zum Teil das an Stärke wieder zurückgil) t, was ihm durch die Einwirkung des Atzkalis entzogen wurde. Die zweite Schicht wird aufgetragen, nachdem die erste trocken geworden ist ;
die beiden Schichten
EMI1.3
für Reiben oder Putzen erreicht, was früher notwendig war, um eine glänzende Oberfläche herzustellen.
Zur Ausführung der Erfindung geht man folgendermassen vor :
Zur Herstellung der beiden Überzüge werden folgende Stoffe vorteilhaft in den späterhin angeführten Verhältnissen verwendet, obwohl die Mengenverhältnisse geändert und andere be- kannte Ersatzstoffe verwendet werden können, ohne dass der Rahmen der Erfindung überschritten würde ; dies gilt sowohl für die Herstellung der ersten, als auch der zweiten Überzugsschicht.
Zur Bereitung der ersten Überzugsmasse fügt man zu 4#54 l kochenden Wassers 62 g Ätz-
EMI1.4
<Desc/Clms Page number 2>
alkalischen Mischungen, die Wachs enthalten, und die zu dem in Rede stehenden Zweck bereitet wurden, der Fall war. Diese teilweise Lösung des Wachses erfolgt zufolge der Wirkung dei Ölsäure, welche nahezu eine wirkliche Lösung anstatt einer Verseifung hervorruft, welch letztere erfolgt, wenn ein gewöhnliches Alkali verwendet wird.
Die erste Mischung wird vervollständigt, indem man eine genügende Menge, etwa 186-248 g eines geeigneten Farbstoffes, zweckmässig eines Anilinfarbstones zusetzt, der genügend widerstandsfähig ist, um so gut wie möglich die Einwirkung des Atzalkalis zu vertragen ; der Farbstoff wird aufgelöst und bleibt in Lösung.
Die Masse für die zweite Schicht wird folgendermassen bereitet :
In einem geeigneten Gefäss werden zuerst folgende Bestandteile, die in Alkohol löslich sind, geschmolzen :
EMI2.1
stammenden Harzart oder irgend einem anderen geeigneten Harz oder Gummi, nebst ungefähr derselben Menge eines anderen Harzes oder Pechs, bekannt als Picea excelsa, einem geeigneten ölartigen Stoff, vorteilhaft ein pflanzliches 01 oder deren mehrere, wie Lucca-und Sassafrass-Ol : von jedem der letzteren nimmt man 62-186 g und dann setzt man einen pflanzlichen Balsam, der unter dem Namen Gurjunbalsam bekannt ist, in der Menge von 31-124 g zu.
Sind diese Bestandteile geschmolzen, so versetzt man die Mischung mit einer genügenden Menge von denaturiertem Alkohol, der eine kleine Menge Kampfer enthält, welch'letzterer mit dem denaturierten Alkohol als Lösungsmittel für die verwendeten Öle und das Harz wirkt, wobei die Alkoholmenge genügt, um dem Gemisch den geeigneten Grad von Dünnflüssigkeit zu erteilen.
EMI2.2
Die beiden Mischungen werden gesondert in der Aufeinanderfolge, in welcher sie oben beschrieben wurden, verwendet, und zwar wird eine Schicht von jeder Mischung auf die fertigzustellende Fläche aufgetragen, welche vorher abgerieben und poliert werden kann, so dass sie aufnahmsfähig ist, obwohl diese Oberfläche auch das natüIliche Korn aufweisen kann, ohne abgerieben oder poliert worden zu sein. Eine Schicht der ersten Mischung wird auf die zu behandelne
EMI2.3
getrocknet und erhärten gelassen.
Hierauf behandelt man vorteilhaft mit einer trockenen Borstenbürste, um irgend welche kleine Unregelmässigkeiten oder Spuren der Bürste, mit welcher der Überzug aufgetragen wurde, u entfernen und um den Überzug in glattem Zustande und frei von irgend welchen geringen Unregelmässigkeiten, Vorsprüngen oder Vertiefungen zu machen.
Auf den getrockneten und geglätteten ersten Überzug wird ein zweiter Überzug aufgetragen, der aus einer dünnen Schicht der zweiten Mischung besteht, die mit einer Bürste aufgetragen wird, um eine Überzugsschicht zu bilden, die so dünn wie nur möglich ist. Der zweite Überzug wird entweder durch künstliche Wärme in einem geeigneten Behälter oder durch ein längeres Aussetzen der Luft getrocknet. Wenn der zweite Überzug getrocknet ist, so besitzt er eine Oberfläche, die hohen Glanz aufweist und den Effekt einer durch langes fortgesetztes Reiben oder Putzen auf Hochglanz gebrachten, hervorruft. In der Praxis hat sich gezeigt, dass der nach Aufbringen und Trocken der zweiten Schicht erscheinende Glanz allzuhoch ist.
Anders ausgedrückt, die Oberfläche ist ausserordentlich hellglänzend, so dass es wünschenswert und in den meisten Fällen nötig ist, den Glanz einigermassen zu dämpfen. Dies kann erfolgen, indem man auf die
EMI2.4
giebige, wirksame Fläche hat ; diese besteht aus Wollstoff, dei den Träger für ein Material abgibt, das, wenn es auf der polierten Flache gerieben wird, ihren Glanz etwas vermindert, so dass er dann den im Handel gestellten Anforderungen entspricht.
Jenes Material kann aus folgenden
Bestandteilen zusammengesetzt sein, welche zu einem Gemisch von weicher Beschaffenheit vermengt sind, wobei die Mischung sich eignet, die nachgiebige wirksame Fläche des erwähnten
Organs ganz oder teilweise zu durchtränken : VegetabilÌ8ches Wachs 372 g, Stearinsäure 3 ! y, Ceresin 124 g, gepresstes 01 aus Schweine- fett 62 g und Kerosenöl 310 g. Diese Bestandteile werden geschmolzen und in verflüssigtem Zu- stande gemischt.
Die erste und die zweite Überzugschicht verbinden sich innig während des Trocknens der zweiten Schicht. Der ölartige Bestandteil der zweiten Schicht wird in die erste Überzugschicht durch die Wirkung der beim Trocknen der zweiten Schicht angewendeten Wärme übergeführt, wobei er mit dem Wachs in der ersten Schicht in Verbindung tritt. Diese Verbindung erteilt dem ganzen Überzug eine dauerhafte, biegsame und wasserbeständige Beschaffenheit, ohne ein
Häutchen zu bilden, welches entfernt oder verletzt werden kann. Der ganze Überzug ist vielmehr homogen, so dass der durch den zweiten Anstrich erzeugte Teil in keiner Weise verletzt werden kann, ohne den durch den ersten Anstrich hergestellten Teil zu zerstören.
Der denaturierte
Alkohol, der in der zweiten Mischung enthalten ist, wirkt auf den in dem ersten Überzug ent-
EMI2.5
<Desc/Clms Page number 3>
unmöglich, einen Anilinfarbstoff in einer, Atzalkali enthaltenden Lösung aufzulösen, ohne dass er etwas von seiner Stärke verliert. Dieser Verlust wird durch die Einwirkung des in der zweiten Überzugschicht enthaltenen Alkohols grösstenteils eingebracht.
Ein wichtiges Merkmal der Erfindung ist die Tatsache, dass das verwendete Wachs nicht verseift wird. Früher wurde das in derartigen Mischungen verwendete Wachs stets verseift. Dies bringt mit sich, dass im Laufe der Zeit, wenn die fertiggestellte Ware nicht sofort in Gebrauch genommen wird, ihre Oberfläche grau wird oder ein Aussehen annimmt, als wäre sie mit feinem weisseh Staub in dünner Schicht bestreut worden. Der Glanz und die Farbe ist viel dauerhafter und wasserbeständiger, als dies nach bisher bekannten Verfahren erreicht werden kann.
Ein Merkmal der Erfindung ist ferner die Tatsache, dass der Glanz durch innige Vereinigung zweier aufeinanderfolgender Schichten hervorgerufen wird, was durch Wärme während des Trocknens der Endschicht bewirkt wird, und dass kein Reiben oder Putzen erforderlich ist, um den Glanz zu vergrössern, während die einzige Reibung, die auf die zweite Schicht ausgeübt werden muss, nur den Zweck hat, den Glanz zu vermindern, *wenn dieser allzugross ist. Die Erfindung bringt viel Ersparnis an Zeit und in der Zahl der nötigen Arbeitsvorgänge mit sich.
Vorteilhaft schlägt man bei Fertigstellung der Oberflächen von Absätzen und Sohlen von Stiefeln und Schuhen folgenden Vorgang ein :
Nachdem die Kanten der Sohle und des Absatzes zugerichtet wurden, wird die Unterseite der Sohle und des Absatzes poliert und abgerieben und der Rand des Absatzes wie üblich ab-
EMI3.1
Sohle und des Absatzes aufgetragen, bei einem Rahmenschuh auf die Kante einschliesslich dem Rand.
Das Werkstück wird dann zur Seite gelegt, bis der erste Überzug ganz trocken ist, worauf die Ränder der Sohle mit einem gewöhnlichen heissen Befestigungswerkzeug befestigt werden, während man auf die überzogenen Flächen des Absatzes und der Unterseite der Sohle mit einer trockenen Bürste einwirkt, um diesen Flächen gewünschte Glätte zu erteilen. Hierauf wird ein dünner Überzug der zweiten Mischung auf alle vorher erwähnten Oberflächen aufgetragen und
EMI3.2
dadurch, dass man ihn längere Zeit der Einwirkung der Luft aussetzt, bis der denaturierte Alkohol und die Ole der zweiten Schicht ein Teil der ersten Überzugschicht geworden sind.
Der erhaltene Glanz ist so hoch, dass er meistens gedämpft werden muss, indem man auf die fertiggestellten
EMI3.3
beschrieben wurde, einwirken lässt, obwohl dieser Belag auch als Überzug auf die fertiggestellte Oberfläche auf getragen und das nachgiebige Organ später auf dieselbe einwirken gelassen werden kann.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Herstellung glänzender glatter Oberflächen auf Absätzen, Sohlen u. s. f. ol hne Reiben oder l'utzen, dadurch gekennzeichnet, dass zuerst auf das zu behandelnde Material, seine, aus in Alkali gelöstem Farbstoff und aus in Stearinsäure emulgiertem pflanzlichen Wachs bestehende Schicht und nach dem Trocknen derselben eine zweite Schicht aufgetragen wird, die aus einem pflanzlichen Öl und denaturiertem Spiritus besteht und sich in der Wärme mit der ersten Schicht zu einem untrennbaren Ganzen vereinigt.