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Einrichtung zur Befreiung der Zuckerkri8talle von dem sie umgebenden Syrup durch Kapillarafination.
Vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Einrichtung zur Durchführung des den Gegen- stand des Patentes Nr. 36323 bildenden Verfahrens zur Befreiung der Zuckerkristalle von dem sie umgebenden Syrup durch Kapillaraffination.
Gemäss dem Verfahren des Stammpatentes erfolgt die Befreiung der Zuckerkristalle von dem sie umgebenden Syrup dadurch, dass dem Rohzucker kapillare Produkte der Textilindustrie oder diesen ähnliche aus Haaren oder Fasern auf anderem Wege erzeugte Körper zugesetzt werden.
Zur praktischen Durchführung dieses Verfahrens bedarf es einer sehr gründlichen Durch- mischung der Faserstoffe und des Zuckers, da nur in diesem Falle eine vollständige Trennung des Syrupes von den Zuckerkristallen erreicht werden kann. Für die Schwierigkeit der Durch- führung dieser Aufgabe spricht auch die Tatsache, dass eine Befreiung der Zuckerkristalle von dem anhaftenden Syrup allein durch Zentrifugierung der Masse bekanntlich nicht möglich ist.
Es hat sich nun gezeigt, dass eine hinreichend innige und genügend oft sich wiederholende
Berührung der Textilstoffe mit den Zuckerkristallen in allen ihren Teilen erreicht wird, wenn die Durchmischung des Zuckers mit den Textilstoffen in einer rotierenden Trommel geschieht.
Wichtig für die Erzielung des gewünschten Endergebnisses ist auch hierbei, dass die Trommel mit der gehörigen Geschwindigkeit in Umdrehung versetzt wird, und zwar so, dass die Füllung so weit in die Höhe genommen wird, dass sie, sich überstürzend, frei herabfällt. Die zweckmässige
Umdrehungsgeschwindigkeit der Mischtrommel hängt demnach von dem Trommeldurchmesser ab. Bei einem Durchmesser von etwa 1,50 m hat sich eine Umdrehungsgeschwindigkeit von etwa
30 Umdrehungen in der Minute als besonders zweckmässig erwiesen. Nur bei einem solchen freien
Herabfallen der Mischung tritt die erforderliche Häufigkeit der Berührungen zwischen den
Kristallen und Textilstoffen ein, welche zu einer völligen Befreiung der Kristalle von dem
Syrup führt.
Ergänzend zu dieser Behandlung des Rohzuckers mit TextilstoSen in einer rotierenden
Trommel muss hinzutreten die Trennung der von Syrup befreiten Kristalle von den Textilstoffen.
Diese Trennung kann mit Erfolg auf einfache Weise in einer Siebvorrichtung mit entsprechender
Maschenweite durchgeführt werden, welche zwar den Durchtritt der Zuckerkristalle, nicht aber den der verhältnismässig voluminösen Textilkörper gestattet.
Die dem Vorstehenden zufolge für die Durchführung des Verfahrens des Stammpatentes erforderliche Apparatur kann sowohl für diskontinuierlichen Betrieb als auch für kontinuierlichen
Betrieb eingerichtet werden, wobei als wesentliche Merkmale stets der rotierende Zylinder zur
Durchmischung des Rohzuckers mit den Textilstoffen und die Siebvorrichtung zur Trennung der Kristalle von den Textilkörpern vorhanden sein müssen.
Auf der beigefügten Zeichnung ist eine Vorrichtung für kontinuierlichen Betrieb dargestellt.
Dieser Apparat setzt sich aua einer rotierenden Mischtrommel und einer ebenfalls rotierenden Siebtrommel zusammen mit Einrichtungen zur Einführung des Rohzuckers und der Textil- stoffe in die Mischtrommel und zur Überführung der Mischung in den Siebzylinder. Entsprechend der Bedingung, den Transport der Masse durch die Mischtrommel je nach der Beschaffenheit des in die Trommel eingeführten Rohzuckers schneller oder langsamer durchzuführen, ist bei der auf der Zeichnung dargestellten Anordnung der Trommelmechanismus gegenüber der Horizontalen einstellbar angeordnet, so dass durch stärkere Neigung die Transportgeschwindigkeit beschleunigt und durch geringere Neigung verlangsamt werden kann.
Bei der auf der Zeichnung dargestellten Vorrichtung ist der Mischzylinder mit 1 bezeichnet : Derselbe kann vermittels der acht tragenden Reibungsräder 2 in Umdrehung versetzt werden, wobei die Reibungsräder bzw. ihre Welle durch die Kettenräder 3 (vergl. Figur 2) angetrieben werden.
Der Zucker und die Baumwollgeflechte gelangen durch den Trichter 4 in den Zylinder 1, der in der Minute 30 Umdrehungen macht und bei einer Länge von 7 m einen Durchmesser von 1, 5 ni hat. Die Geschwindigkeit des Zylinders muss konstant bleiben, damit die durch das Schema (Figur 4) veranschaulichte Bewegung des Zuckers stattfindet, durch welche die grösste Wirkung der Mischung eintritt.
Da der Zylinder eine veränderliche Neigung von 2-5% gegen die Wagerechte hat, und da der Zucker senkrecht zur Zylinderachse aufsteigt, welche, wie erwähnt, geneigt zur Wagerechten liegt, aber senkrecht zur Wagerechten abstürzt, so ergibt sich daraus, dass er sich bei jeder Umdrehung des Zylinders, bei der sein Absturz viel schneller als sein Aufstieg erfolgt, um etwas mehr als die Hälfte der Ganghöhe der sich ergebenden Schraubenlinie stetig nach dem tieferen Ende des Zylinders bewegen muss. Da hier der Zylinder durch die Zarge 5
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Geflechte getrennt wird, die am offenen Ende des Siebes bei 12 austreten.
Am Einführungsende des Zylinders befindet sich der Konus 13, der bei der Drehung des Zylinders von Zucker frei bleibt und dadurch einerseits die Einwendung des Trichters 4 gestattet, andererseits den neu hinzukommenden Zucker in der Weise an die vorhandene Menge anreiht, dass er sie infolge der konischen Auffallsfläche von dieser abdrängt, so dass eine schnell eintretende Mischung der einzelnen Portionen mit einander nicht eintritt und die Nacheinanderfolge derselben besser gewahrt bleibt.
Da die Affinationszeiten für die verschiedenen Produkte verschieden sind, indem bester Kornzucker 5 Minuten, dagegen geringe Nachprodukte bis 15 Minuten brauchen und davon die Geschwindigkeiten abhängig sind, mit welcher der Zucker den Apparat durchläuft, so muss die Neigung des letzteren je nach Bedarf verändert werden können.
Ei Es wird dies dadurch erreicht, dass der auf dem Holzrahmen 14 ruhende Apparat um den Zapfen pen 15 beweglich ist und durch Keile 16 eingestellt werden kann, welche mittels der Schraubenspindeln 17 und der Handräder 18 gleichzeitig betätigt werden. Die durch das Handrad 18 (Figur 2) bewegte Schraubenspindel auf der rechten Seite des Apparates überträgt ihre Bewegung auf die links liegende Spindel durch den Kettentrieb 19.
Bei einer Geschwindigkeitsänderung des Zuckers im Apparat muss auch dessen Entleerung und Beschickung geändert werden. Ersteres wird durch Einstellung der Brücke 7 erreicht, während letzteres durch eine Geschwindigkeitsänderung der betreffenden Transporteure bewerkstelligt wird, deren Konstruktion aus Figur 3 ersichtlich ist. Auf der linken Seite befindet sich der Zuckertransporteur 20, der in seinem unteren Teile als Baggertransporteur ausgebildet ist und daher den Zucker aus der Grube 21 ganz gleichmässig und automatisch dem Apparat zumisst. Auf der rechten Seite befindet sich der Baumwollentransporteur 22, der durch Handarbeit beschickt wird.
Diese beiden durch die gleich grossen Zahnräder 23 angetriebenen Transporteure haben stets dieselbe relative Geschwindigkeit, wodurch die Unveränderlichkeit des Verhältnisses von Zucker und Geflechte gesichert ist. Soll dagegen die absolute Geschwindigkeit der beiden Transporteure geändert werden, so kann dies durch Verschieben des Riemens 24 auf dem Kegelscheibentriebe geschehen, wobei die Scheibe 25 als die treibende mit konstanter Geschwindigkeit umläuft, während die Scheibe 26 ihre veränderliche Geschwindigkeit auf die Scheibe 27 der Transporteure überträgt. Auf der Welle der Scheibe 25, die ihren Antrieb von der Transmission erhält, sitzt auch die ScheibE'28, welche die Scheibe 29 des Apparates antreibt.
Schon aus der Beschreibung dieses Apparates ist ersichtlich, dass er nur sehr wenig Handarbeit beansprucht : sein wesentlicher Vorteil ist aber seine grosse Leistungsfähigkeit, da mit ihm täglich 300000 kg Rohzucker affiniert, werden können. Von Bedeutung für die Dauerhaftigkeit des Apparates ist, dass das Sieb nicht mit grossen Chargen beladen wird, sondern stets nur kleine Mengen Gemisch kontinuierlich abzusieben hat. Die Betriebskraft, welche der Apparat erfordert.
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