AT39581B - Verfahren zum Nitrieren von Glyzerin, Kohlehydraten und aromatischen Kohlewasserstoffen. - Google Patents

Verfahren zum Nitrieren von Glyzerin, Kohlehydraten und aromatischen Kohlewasserstoffen.

Info

Publication number
AT39581B
AT39581B AT39581DA AT39581B AT 39581 B AT39581 B AT 39581B AT 39581D A AT39581D A AT 39581DA AT 39581 B AT39581 B AT 39581B
Authority
AT
Austria
Prior art keywords
acid
glycerine
nitrating
carbohydrates
aromatic hydrocarbons
Prior art date
Application number
Other languages
English (en)
Inventor
Josef Oskar Dr Klimsch
Original Assignee
Josef Oskar Dr Klimsch
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Josef Oskar Dr Klimsch filed Critical Josef Oskar Dr Klimsch
Application granted granted Critical
Publication of AT39581B publication Critical patent/AT39581B/de

Links

Landscapes

  • Polysaccharides And Polysaccharide Derivatives (AREA)

Description


   <Desc/Clms Page number 1> 
 



  Verfahren zum Nitrieren von Glyzerin, Kohlehydraten und aromatischen Kohlewasserstoffen. 



   Die bisherige Herstellung der wichtigsten Nitroverbindungen erfolgt in der Weise, dass das zu nitrirende Material entweder mit konzentrierter Salpetersäure allein, oder einer sogenannten   #Mischsäure"   (Nitriersäure), bestehend aus   konz. Salpetersäure   und ebensolcher Schwefelsäure, oder auch mit einem Gemisch von Salpetersäure und Eisessig behandelt wird. 



   Die Hauptnachteile. die sich bei dieser bisherigen Nitrierungsmethode oft   fühlbar machen   sind unter   ändern   folgende : Eine unliebsame, die   Nitrierung beeinträchtigende Erwärmung   beim Prozess selbst, welche manchmal auch eine plötzliche Zersetzung   der Nitriersäure herbei-   führt und wobei eine gänzliche Vernichtung des Nitriermaterials ebenfalls stattfindet. Weiter das Erfordernis eines grösseren Überschusses an   Nitriersäure und eine unsichere und   viel geringere Ausbeute an   Nitrokörpern   als es die theoretische Berechnung verspricht. Schliesslich das Erfordernis einer grossen Wassermenge, um den gebildeten Nitrokörper von der anhaftenden Säure zu befreien, neutral und stabil zu machen, ohne dieses sicher zu erreichen. 



   Das vorliegende Nitrierungsverfahren bezweckt nun die obigen Nachteile der bisherigen   Nitrierungsmethoden   zu beseitigen und besteht, in der Hauptsache darin, dass zu den   bisher   
 EMI1.1 
 nitrierung unterworfen. Oder es wird das zu   nitrierende   Material nicht   nur für sich allein früher   mit Borsäure behandelt, sondern auch ebenfalls mit Borsäure versetzter   Mischsäure nitriert.   



   Die Borsäure ist für sich   wenig löslich   und hat die   Eigenschaft beim Auflösen in der Salpeter-     saure viel Wärme   zu   binden ; bei Zusatz der Schwefelsäure   tritt keine   Erhitzung   der so gebildeten Mischsäure ein. Es ist deshalb auch keine Abkühlung   der so hergestellten Mischsäure nötig, und   das   Volumgcwicht   steigt.

   Weiter ist die Borsäure für sich sehr beständig und erleichtert als indifferentes Zwischenmittel, das nach der Nitrierung erforderliche Waschen sowie stabil   machen   
 EMI1.2 
   besondere Wärmeentwicklung,   so dass weniger an Gesamtsäure nötig wird und deshalb auch bei   gleichzeitig weniger Säure   zur Wiederbelebung oder als Abfallsäure zur   Denitrierung   gelangt. 
 EMI1.3 
 

 <Desc/Clms Page number 2> 

 zusammengesetzt sein. Es kann aber auch die Baumwolle oder eine andere Zellulose nach dieser Methode zunächst mit   wässeriger     Borsäure   behandelt oder gekocht, getrocknet und dann erst, wie vorstehend beschrieben, gewöhnlich nitriert. werden. 



   2. Zur Herstellung von Nitroglyzerin benützt man die übliche Mischsäure und kann auch hier zunächst mit Borsäure versetztes Glyzerin zur Anwendung kommen oder ein anderer diesbezügliche Weg eingeschlagen werden. 



   3. Zur Fabrikation von Nitrostärke kann man z. B. eine Mischsäure bestehend aus 150 G. T. konz. Salpetersäure mehr 10 G. T. Borsäure und 300 G. T. konz. Schwefelsäure   benützen,   und zwar auf je etwa 100 G. T.   Karto : ffelmehl oerechllet,   oder auch entsprechend anders arbeiten. 



   4. Zur Erzeugung von Nitrobenzol kann man Benzol mit etwa 3% Borsäure (auch mehr oder weniger) versetzen und dann wie gewohnlich nitrieren oder auch mit Borsäure versetzter   Mischsiture   arbeiten u. s. w. 



   Aus diesen wenigen Beispielen ergibt sich auch für alle andern darzustellenden Nitrokörper der jeweilig passende   ehem.   tech. Arbeitsgang. Bei Anwendung von Borsäure werden demnach insbesondere bei der Nitrierung von Glyzerin, Kohlehydraten und den aromatischen Kohlen-   wasse, rstofien, folgende   Vorteile gegenüber den bisherigen Nitrierungsmethoden erzielt, und zwar : ,, Die Herstellung der Mischsäure ohne Wärmeentwicklung, also ohne nötige Abkühlung. 



  Ein geringerer Verbrauch an Gesamtsäure und meist grössere Ausbeute an Nitrokörpern, z. B. bei
Glyzerin, Zellulosen, Stärke, Zucker, Benzol, Naphtalin, Toluol u. dgl. Die Möglichkeit, wenn nötig auch mit schwacher Säure zu arbeiten und ein schnelleres Nitrieren überhaupt zuzulassen, da grössere Mengen auf einmal nitriert werden können. Die Leichtigkeit auch   grösseren,, Stick-     stoffgehalt" und solche #Stabilität" der betreffenden Nitrokörper   zu erzielen, und mit viel geringerem Aufwand an technischen Mitteln, Vorsichtsmassregeln, z. B. beim "Waschen", bei   der Kühlung"u. s. w., auszukommen.   Die Möglichkeit in vielen Fällen auch eine "kontinuierliche"
Nitrierung einrichten zu können, und weiter die Tatsache, z.

   B. besonders bei Nitrozellulose auch eine   beliebig geringere #Brisanz" und grössere #Stabilität" zu   erzielen. Der grosse Vorteil weiter, dass auch   mit #Inkrustationen" versehene   organische Abfallprodukte, wie : Holzmehl,
Stroh, Torf, Kleie u. dgl., günstig nitriert werden können, und ebenso wichtig ist die Sicherheit des Verfahrens gegen zu schnelles Erwärmen oder gegen plötzliche Zersetzung der Mischsäure, gegen Verlust des Nitriermaterials, und besonders auch die Gefahrlosigkeit für die Arbeiter selbst, sowie die grössere Billigkeit des Verfahrens".

Claims (1)

  1. PATENT-ANSPRUCH : Verfahren zum Nitrieren von Glyzerin, Kohlehydraten und aromatischen Kohlenwasser- EMI2.1
AT39581D 1907-01-17 1907-01-17 Verfahren zum Nitrieren von Glyzerin, Kohlehydraten und aromatischen Kohlewasserstoffen. AT39581B (de)

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
AT39581T 1907-01-17

Publications (1)

Publication Number Publication Date
AT39581B true AT39581B (de) 1909-11-10

Family

ID=3557717

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
AT39581D AT39581B (de) 1907-01-17 1907-01-17 Verfahren zum Nitrieren von Glyzerin, Kohlehydraten und aromatischen Kohlewasserstoffen.

Country Status (1)

Country Link
AT (1) AT39581B (de)

Similar Documents

Publication Publication Date Title
AT39581B (de) Verfahren zum Nitrieren von Glyzerin, Kohlehydraten und aromatischen Kohlewasserstoffen.
DE3242403C2 (de)
DE851180C (de) Verfahren zur Herstellung eines Staerkeproduktes aus Kartoffelstaerke
DE517755C (de) Herstellung von Chlordioxyd
DE555765C (de) Verfahren zur Herstellung von Nitrocellulose
DE567878C (de) Verfahren zur Herstellung rauchloser, muendungsfeuerfreier Nitrozellulosepulver
DE871124C (de) Verfahren zum Nitrieren von Cellulose und Inkrusten enthaltenden Stoffen
DE870543C (de) Verfahren zur Verbesserung der Eigenschaften von vollsynthetischen Faserstoffen
DE733410C (de) Verfahren zum Entfernen von Kationen aus Wasser oder waesserigen Loesungen
DE328597C (de) Verfahren zur Herstellung von Gespinstfasern aus Stroh und aehnlichen Stoffen
DE723628C (de) Verfahren zum Denitrieren von Nitrocellulose
DE1643600C3 (de) Verfahren zur Nitrierung von alkylsubstituierten aromatischen Verbindungen
DE590985C (de) Verfahren zur Herstellung von Kern- und Formmassen fuer Giessereizwecke
AT45384B (de) Verfahren zur Herstellung von kolloidalem Thorhydrat.
DE417999C (de) Verfahren zur Wiedergewinnung und Konzentrierung von Salpetersaeure
DE38788C (de) Verfahren zur Herstellung wasser- und feuerbeständiger Asbest - Pappe und -Papier
DE972099C (de) Verfahren zur Herstellung leicht faerbbarer Acrylnitrilpolymerer
DE833842C (de) Bindemittel fuer Giessereisand aus Sulfitablauge
DE515108C (de) Verfahren zum Nitrieren, insbesondere Annitrieren von Cellulose
AT133521B (de) Verfahren zur Herstellung von harten und elastischen Massen aus Gips.
AT41552B (de) Metalle nicht angreifendes Holzkonservierungsmittel.
DE715811C (de) Verfahren zur Herstellung von Schiesspulver aus Nitrocellulose
DE522367C (de) Verfahren zum Haltbarmachen von Salzen der Sulfochloramine der aromatischen Reihe in Seifen
AT85842B (de) Verfahren zur Verhinderung der Nitrierung leicht nitrierbarer organischer Stoffe bei ihrer Behandlung mit Salpetersäure bzw. zur Regelung des Reaktionsverlaufes bei der Nitrierung organischer Stoffe und zur Stabilisierung nitrierter organischer Stoffe, ferner Verfahren zur Verminderung der Zersetzlichkeit von Lösungen der salpetrigen Säure.
AT117857B (de) Verfahren zum Aufschließen von zellulosehaltigem Material mittels Mineralsäuren.