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Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum Herstellen eines Garnes aus einer verstreckten Faserlunte, bestehend aus einer zwischen einem Streckwerk und einem Walzenabzug angeordneten, in einem Abschnitt die Faserlunte aufrauhenden Eindreheinrichtung mit gleichsinnig umlaufenden, die Faserlunte zwischen sich eindrehenden Drallkörpern, wobei in Durchlaufrichtung hintereinander wenigstens zwei Paare von aus endlos um Umlenkrollen geführten Riemen od. dgl. bestehenden Drallkörpern vorgesehen sind, von denen das dem auslaufseitigen Paar vorgeordnete
Drallkörperpaar Riemen od. dgl. mit einer ein Aufrauhen der Faserlunte bewirkenden Oberfläche aufweist, nach Patent Nr. 382400.
Das dem auslaufseitigen Drallkörperpaar vorgeordnete Paar von Drallkörpern bewirkt bei einer Vorrichtung dieser Art auf Grund seiner Oberflächenausgestaltung ein Aufrauhen der Faser- lunte im Sinne eines Herausziehens der Faserenden im Bereich der Luntenoberfläche aus dem
Faserverband, wobei durch die Eindrehung der Faserlunte die Verankerung der Fasern im Faserver- band so gross ist, dass ein völliges Herausziehen der Fasern aus dem Luntenverband vermieden wird. Die durch das Aufrauhen bürstenartig von der Faserlunte abstehenden Faserenden werden zwischen den nachfolgenden Drallkörpern wieder um die Faserlunte gewunden, u. zw. mit einer gegenüber der Eindrehung der Kernfasern unterschiedlichen Steigung, so dass der Faserverband durch die herausgezogenen Fasern entsprechend zusammengehalten wird.
Die erzielbare Festigkeit des Garnes wird dabei von dem Umstand vorteilhaft beeinflusst, dass die Fasern, deren Ende aus dem Faserverband beim Aufrauhen herausgezogen wird, mit ihrem andern Ende im Faserverband verankert bleiben, was eine besonders feste Umhüllung der Kernfasern erlaubt. Allerdings ist auf Grund der vorgegebenen Verhältnisse keine Möglichkeit gegeben, die Garnqualität in einem grösseren Rahmen zu beeinflussen und Garne unterschiedlicher Eigenschaften herzustellen.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zum Herstellen eines Garnes aus einer verstreckten Faserlunte so weiterzubilden, dass auch unterschiedliche Garne erzeugt und für die Erzeugung der unterschiedlichen Garne die jeweils besten Bedingungen mit einfachen Mitteln geschaffen werden können.
Die Erfindung löst die gestellte Aufgabe dadurch, dass die vorgesehenen Drallkörperpaare mit unterschiedlichen Umfangsgeschwindigkeiten antreibbar sind.
Diese Massnahme gestattet es, das Eindrehen der Faserlunte im wesentlichen unabhängig von der nachfolgenden Aufrauhung und der Umwindung der Faserlunte mit den beim Aufrauhen aus dem Faserverband gezogenen Faserenden durchführen zu können, was für jeden dieser Funktionsabläufe die jeweils günstigsten Bedingungen ohne die sonst notwendige Rücksicht auf die sich ergebenden Einflüsse auf die andern Funktionsabläufe gewährleistet, weil eben die andern Funktionsabläufe an die geänderten Bedingungen angepasst werden können.
Dies gilt insbesondere für eine Konstruktion, bei der das Drallkörperpaar zum Aufrauhen der Faserlunte zwischen zwei Drallkörperpaaren vorgesehen ist, von denen das dem Streckwerk zugeordnete die Eindrehung der verstreckten Faserlunte bewirkt, während das andere Drallkörperpaar im wesentlichen die Umwindung der Faserlunte mit den aus dem Faserverband herausgezogenen Faserenden zu besorgen hat. Es ist folglich bei einer an eine vorgegebene Abzugsgeschwindigkeit angepassten Eindrehung der Faserlunte möglich, die Faserlunte unterschiedlich aufzurauhen, weil die Anzahl der von den Aufrauhflächen erfassten Faserenden von der relativen Geschwindigkeit der Drallkörper gegen- über der Oberfläche der Faserlunte abhängt.
In ähnlicher Weise kann eine festere oder weniger feste Umhüllung der Faserlunte mit den herausgezogenen Faserenden über die Relativgeschwindigkeit des dem Walzenabzug zugekehrten Drallkörperpaares hinsichtlich der Luntenoberfläche eingestellt werden, so dass tatsächlich die Möglichkeit gegeben ist, die jeweils günstigsten Bedingungen für die einzelnen Funktionsabläufe zu schaffen, um ein Garn mit vorgegebenen Eigenschaften zu erhalten.
Zur Umrüstung einer Vorrichtung für das Herstellen eines Garnes mit unterschiedlichen Eigenschaften ist es vorteilhaft, die Drallkörperpaare hinsichtlich ihrer Umfangsgeschwindigkeit einstellbar auszubilden. Veränderbare Umfangsgeschwindigkeiten der Drallkörperpaare erlauben auch eine einfache Anpassung an verschiedene Faserlunten. Soll jedoch mit einer Vorrichtung lediglich eine Garnart erzeugt werden, so ist eine solche Einstellbarkeit nicht erforderlich, weil die Vorrichtung von vornherein auf die vorgegebene Garnart abgestimmt werden kann.
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In den Zeichnungen ist der Erfindungsgegenstand beispielsweise dargestellt. Es zeigen
Fig. l eine erfindungsgemässe Vorrichtung zum Herstellen eines Garnes aus einer verstreckten
Faserlunte in einer schematischen Seitenansicht und Fig. 2 diese Vorrichtung im Schnitt nach der Linie II-II der Fig. 1.
Die dargestellte Vorrichtung besteht im wesentlichen aus einem Streckwerk --1--, einem
Walzenabzug --2-- und aus einer zwischen dem Streckwerk-l-und dem Walzenabzug --2-- vorgesehenen Eindreheinrichtung--3--, die drei Drallkörperpaare --4a, 4b und 4c-- aufweist.
Diese Drallkörperpaare --4a, 4b und 4c-- werden jeweils aus endlos um Umlenkrollen --5-- geführten Riemen --6-- gebildet, die gleichsinnig umlaufend angetrieben sind. Während die
Riemen --6--, die flach, rund oder profiliert sein können und durch Bänder oder Bahnen ersetzbar sind, der Drallkörper --4a und 4c-- kraftschlüssig an den Fasern der zwischen ihnen hindurchge- führten Faserlunte --7-- angreifen und ein Eindrehmoment erzeugen, weisen die Riemen --6-- der Drallkörper --4b-- eine zusätzlich einen Formschluss bewirkende Oberfläche auf, so dass die an der Oberfläche der Faserlunte --7-- befindlichen Faserenden erfasst und aus dem Faserver- band herausgezogen werden können,
bis der durch die Eindrehung der Faserlunte bedingte Veranke- rungswiderstand dieser Fasern im Faserverband die erfassten Faserenden aus dem Formschluss löst. Die in dieser Weise herausgezogenen Faserenden werden mit Hilfe des Drallkörperpaares --4c-- um den Faserverband gewunden, wobei die Kernfasern in ihrer gegenseitigen Lage festgehalten werden.
Da die Verankerung der durch die Aufrauhung gewonnenen Hüllfasern im Faserverband von der Verdrillung der Faserlunte vor ihrer Aufrauhung abhängt, muss für eine entsprechende
Verdrillung durch das Drallkörperpaar --4a-- gesorgt werden. Diese Eindrehung der Faserlunte zwischen dem Streckwerk-l-und dem Drallkörperpaar --4a-- ist von der Abzugsgeschwindigkeit der Faserlunte --7-- abhängig und muss daher auf die Abzugsgeschwindigkeit durch eine entsprechende Umfangsgeschwindigkeit der Drallkörper abgestimmt werden. Die nachfolgende Aufrauhung der Faserlunte sollte unabhängig von der Eindrehung der Faserlunte gewählt werden können, um Garne mit verschiedenen Eigenschaften herstellen und unterschiedliche Faserlunten verwenden zu können.
Dies kann ebenfalls durch eine Anpassung der Umfangsgeschwindigkeit der endlosen Riemen --6-- des Drallkörperpaares --4b-- erreicht werden, weil die Relativgeschwindigkeit der Riemen --6-- gegenüber der Luntenoberfläche die Anzahl der von den Aufrauhoberflächen erfassten Luntenfasern bestimmt. In ähnlicher Weise beeinflusst die Umfangsgeschwindigkeit des Drallkörperpaares --4c-- die Umhüllung der Faserlunte mit den teilweise herausgezogenen Luntenfasern, so dass die unterschiedlichen Umfangsgeschwindigkeiten der Drallkörperpaare --4a, 4b, 4c-den angestrebten Effekt bezüglich einer Anpassung der Vorrichtung an die verschiedenen Funktionsabläufe tatsächlich sicherstellen.
Um die Faserlunte zwischen den Riemen --6-- der Drallkörperpaare --4a, 4b, 4c-- ohne Gefahr eines Auswanderns entlang der Riemen auf Grund sich ergebender Unsymmetrien führen zu können, ist den Drallkörperpaaren --4a, 4b und 4c-- je eine Luntenführung --8-- unmittelbar vorgeordnet.
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