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Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Kompostieren von Abfällen, insbesondere Garten- und Küchenabfällen.
Für die Verwertung von kompostierbaren Abfällen, wie sie z. B. in Garten und Küche anfal- len, ist eine Vorrichtung von Vorteil, in der diese Abfälle einer raschen und gleichmässigen Kom- postierung unterworfen werden können. Ein zweckmässiger Aufbau eines Komposters sollte die ein- fache Montage und Aufstellung am jeweils gewünschten Standort erlauben. Ausserdem sollte der ferti- ge Kompost ohne aufwendige Manipulationen entnommen werden können.
Für derartige Aufgabestellungen gibt es eine Vielzahl von Lösungen. So sind z. B. Komposter, die aus Holzlamellen bestehen, im Handel, deren Verbindung durch aufbauendes Ineinanderstecken der mit Schlitzen versehenen Lamellen hergestellt wird, wobei die Lamellen zweier benachbarter
Seiten aufeinandergesteckt werden und Lamellen gegenüberliegender Seiten so auf gleicher Höhe angeordnet sind.
Der Nachteil dieser Konstruktion liegt darin, dass der fertige Kompost nur durch vollständiges
Entleeren des Komposters entnommen werden kann. Ausserdem besteht die Gefahr, dass das Holz durch Witterungseinflüsse quillt und dadurch die Verbindungen nicht mehr oder nur mit erheblicher
Kraftanstrengung gelöst werden können.
Ferner sind Komposter im Handel, die aus Eckstehern und horizontal angeordneten Lamellen bestehen, wobei der Aufbau des Komposters durch Schraubverbindungen erfolgt. Dadurch wird die
Montage des Komposters kompliziert. Die Lamellen können durch Lösen der Schraubverbindungen zwar einzeln entfernt werden, was die Entnahme des Kompostes erleichtert, doch besteht die Ge- fahr dass sich durch Korrosion diese Verbindungen festfressen.
Bei andern im Handel befindlichen Kompostertypen weisen die Ecksteher komplizierte Profile auf, z. B. Dreieckprofile, auf die T-Profile aufgebracht sind, in die Lamellen schräg eingeschoben werden. Diese Kompostbehälter benötigen zusätzliche Verstrebungen um die Stabilität zu gewähr- leisten.
Aus der AT-PS Nr. 376652 ist ein Kompostbehälter aus mindestens vier Eckstehern und in an diesen vorgesehenen Taschen aufnehmbaren, schräg nach oben weisenden Lamellen bekannt.
Die Taschen weisen Ausnehmungen auf, in die an den Lamellen angebrachte vorspringende
Verriegelungselemente, im Ausführungsbeispiel Schrauben, eingreifen und verklemmt werden.
Der Komposter wird nur durch diese Verriegelungselemente gehalten. Da Holzlamellen stark der Verwitterung ausgesetzt sind und quellen und die als Verriegelungselemente dienenden Schrau- ben korrosionsanfällig sind, ist die Stabilität des Komposters nach einiger Zeit nicht mehr gege- ben. Ferner wird durch das Gewicht des Kompostes ein beträchtlicher Druck auf die Lamellen aus- geübt, der praktisch alleine von den Schrauben und den dazugehörenden Ausnehmungen aufgenom- men werden muss, was die Gefahr mit sich bringt, dass die Ausnehmungen ausreissen.
Die beschriebenen Nachteile aller dieser Typen konnten erfindungsgemäss durch Schaffung eines Komposters beseitigt werden, der durch ein geeignetes einfaches Stecksystem gleichzeitig unkompliziert zu fertigen, platzsparend aufzubewahren, leicht zu montieren ist, eine verbesserte
Standfestigkeit aufweist und durch die Anordnung der Lamellen sowohl durch verstärkte Zuführung von Niederschlägen und gute Belüftung eine verbesserte Kompostierung ohne zusätzliche Einrichtungen, als auch durch bequeme Entfernung der Lamellen eine Entnahme des Kompostes ohne aufwendige Manipulation erlaubt. Die Stabilität des Komposters ist ohne zusätzliche Verstrebungen dauernd gesichert und durch die Wahl des Werkstoffes wird eine ausgezeichnete Witterungsbeständigkeit erreicht.
Gegenstand der Erfindung ist demnach eine Vorrichtung zum Kompostieren von Abfällen, insbesondere Garten- und Kü. chenabfällen, bestehend aus vier in den Eckpunkten eines quadratischen oder rechteckigen Grundrisses situierten Stehern und die Seiten eines quaderförmigen Hohlkörpers bildenden Lamellen, die in einem Winkel von 15 bis 45 zur senkrechten Achse der Steher schräg nach oben weisend angeordnet sind, dadurch gekennzeichnet, dass die Steher rechtwinkelige Profile aus Aluminium oder Aluminiumlegierungen sind, die so situiert sind, dass ihre Scheitel diagonal nach innen weisen und die an den Aussenkanten der Winkelprofile in senkrechter Richtung in regelmässigen Abständen mit nach oben weisenden Ausnehmungen, deren Neigung der Neigung der Lamellen entspricht, versehen sind,
die Lamellen aus einem Metall-Kunststoff-Metallverbund bestehen
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und an den Unterkanten mit parallel zu den Seitenkanten verlaufenden Ausnehmungen versehen sind, deren maximale Tiefe den Abstand der Endpunkte der Ausnehmungen vom Scheitel der Steher beträgt, wobei die Lamellen in zusammengestecktem Zustand die einzige Verbindung zwischen den
Stehern darstellen.
Die erfindungsgemässe Vorrichtung besteht also aus vier Eckstehern, die durch schräg in die Ausnehmungen der Steher eingeschobene Lamellen verbunden sind. Die Lamellen sind ebenfalls mit Ausnehmungen an ihrer Unterkante versehen, und rasten so in die Steher ein. Die Lamellen benachbarter Seiten können höhenversetzt oder auf gleicher Höhe angeordnet werden. Sind die Lamel- len zweier benachbarter Seiten auf gleicher Höhe angeordnet, müssen sie so dimensioniert sein, dass in eingestecktem Zustand die einanderzugewandten Seitenkanten die Diagonale des Winkelpro- fils der Steher nicht überragen. Die Abstände der Ausnehmungen in den Lamellen bestimmen die
Seitenlänge des Komposters. Sie müssen so dimensioniert sein, dass bei vollständigem Einrasten die Unterkante der Lamellen nicht über die Scheitel der Steher in den Hohlkörper hineinragen kön- nen.
Der Winkel, den die Lamellen zur senkrechten Achse der Steher einnehmen, beträgt 15 bis 45 . Die Lamellen bilden die einzige Verbindung zwischen den Stehern. Durch das Einrasten der geschlitzten Lamellen in die Ausnehmungen der Steher ist der Komposter bereits nach Einschieben einer Lamelle auf jeder Seite stabil und es sind keine zusätzlichen Verstrebungen oder Haltevorrichtungen notwendig.
Durch die Verwendung von rechtwinkeligen Profilen für die Steher können diese zur Lagerung des Komposters ineinander geschoben werden, d. h., dass die Lagerung platzsparender als bei bekannten Kompostern erfolgen kann. Zusätzlich sind die Steher einfacher zu fertigen, da nur Ausnehmungen in die Winkelprofile eingeschnitten werden, wogegen bei Eckstehern bekannter Komposter komplizierte Profile geformt werden müssen und für die Halterung der Lamellen komplizierte taschenartige Einrichtungen gesondert montiert werden müssen.
Da die Lamellen einzeln entfernt werden können, kann der Kompost an jeder geeigneten Stelle entnommen werden. Für verstärkte und gleichmässige Durchfeuchtung und Durchlüftung des zu kompostierenden Gutes wird durch die bereits bekannte schräg nach oben weisende Anordnung der Lamellen gesorgt.
Durch die Wahl der Werkstoffe, Aluminium oder Aluminiumlegierungen für die Steher und ein Metall-Kunststoff-Metallverbund, für die Lamellen weist die erfindungsgemässe Vorrichtung eine erhöhte Witterungsbeständigkeit gegenüber andern Werkstoffen, z. B. : imprägniertem Holz usw. auf.
Ausserdem weisen die gewählten Werkstoffe geringes Gewicht, bei grösserer Dicke gegenüber Metall auf, was einerseits den Aufbau, anderseits die Lagerung und den Transport wesentlich erleichter.
Als Metall-Kunststoff-Metallverbund für die Lamellen kommt jedes Verbundmaterial in Frage, das über eine ausreichende Haftung zwischen Metall- und Kunststoff verfügt. Insbesondere kommen
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des Kunststoffes durch z. B. Carboxylgruppen, Zugabe von Füllstoffen usw. verbessert werden.
Die Metalloberflächen können gegebenenfalls zur Erhöhung der Witterungsbeständigkeit oberflächenbehandelt, mit Schutzüberzügen oder Schutzanstrichen versehen werden. Zweckmässigerweise wird für das Metall des Verbundwerkstoffes dasselbe Metall wie für die Steher verwendet. Prinzipiell sind auch andere Metallkombinationen denkbar, doch müssen dann geeignete Massnahmen zur Verhinderung des direkten Kontaktes der verschiedenen Metalle in den Steckstellen ergriffen werden.
Besonders bewährt haben sich Metall-Kunststoff-Metallverbunde, die als Metall Aluminium oder Aluminiumlegierungen verwenden und als Kunststoffkern einen gefüllten, oberflächenmodifizierten Polyolefinkern enthalten.
Eine bevorzugte Ausführungsform ist in den Zeichnungen dargestellt. Dabei zeigen Fig. 1 den Aufriss eines aufgebauten Komposters, Fig. 2 und 3 die Ecksteher mit den Ausnehmungen und Fig. 4 und 5 die, die Seiten des Komposters bildenden Lamellen. In den Zeichnungen bedeuten die Ziffern - l und 2-- die Steher, --3-- die Winkelprofile der Steher, --4-- die in die Steher geschnittenen Ausnehmungen, --5 und 6-- die, die Steher verbindenden Lamellen, --7-- die Ausnehmungen in
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den Lamellen und --8-- die Unterkante der Lamellen.
Fig. 1 zeigt die Seitenansicht des erfindungsgemässen Komposters in aufgebautem Zustand.
Wie aus Fig. 2 ersichtlich sind die Steher --1 und 2-- rechtwinkelige Profile, die an den
Aussenkanten der Winkelprofile --3-- mit schräg nach oben weisenden Schlitzen --4-- in einen
Winkel von 30 zur senkrechten Achse versehen sind. Bei der bevorzugten Ausführungsform werden die Ausnehmungen so angeordnet, dass die Verbindungslamellen zweier benachbarter Seiten höhenver- setzt und zweier gegenüberliegender Seiten auf gleicher Höhe einrasten.
Dadurch wird die Montage des Komposters und zugleich die Fertigung der Lamellen erleich- tert, da die Toleranzen der über die Ausnehmung hinausragender Länge grösser sein können.
Aus der höhenversetzten Anordnung der Lamellen ergibt sich, dass je zwei diagonal zueinan- der situierte Steher gleich ausgeführt sind. Fig. 3 zeigt die, die Seiten des Komposters bildenden
Lamellen --5 und 6--, mit den Ausnehmungen --7-- an deren Unterkante --8--.
Da sich bei der bevorzugten Ausführungsform durch die höhenversetzte Anordnung der Lamel- len --5-- ein nicht höhengleicher Abschluss ergeben würde, werden in die höchsten Ausnehmungen der Steher an den Seitenkanten abgeschrägte Lamellen geringerer Breite --6-- eingeschoben. Als
Metall-Kunststoff-Metallverbund für die Lamellen hat sich ein Aluminium-Polypropylen-Aluminium- verbund besonders bewährt.
Der Kunststoffkern ist mit Holzmehl gefüllt, und durch Pfropfen mit polaren Gruppen, vorzugsweise Carboxylgruppen von Carbonsäuren oder Dicarbonsäuren, modifiziert. Dadurch wird einer- seits die Haftung an Metall verbessert, anderseits das Gewicht beträchtlich reduziert.
Der erfindungsgemässe Komposter vereint somit durch seine Bauweise die Vorteile einer ein- fachen Fertigung, einer günstigen Lagerung, eines unkomplizierten Aufbaus einer bequemen Handhabung und Bedienung und einer guten Kompostierung.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Vorrichtung zum Kompostieren von Abfällen, insbesondere Garten- und Küchenabfällen, bestehend aus vier in den Eckpunkten eines quadratischen oder rechteckigen Grundrisses situierten Stehern und die Seiten eines quaderförmigen Hohlkörpers bildenden Lamellen, die in einem Winkel von 15 bis 45 zur senkrechten Achse der Steher schräg nach oben weisend angeordnet sind, dadurch gekennzeichnet, dass die Steher (1, 2) rechtwinkelige Profile aus Aluminium oder Aluminiumlegierungen sind, die so situiert sind, dass ihre Scheitel diagonal nach innen weisen und die an den Aussenkanten der Winkelprofile (3) in senkrechter Richtung in regelmässigen Abständen mit nach oben weisenden Ausnehmungen (4), deren Neigung der Neigung der Lamellen (5,6) entspricht, versehen sind,
die Lamellen aus einem Metall-Kunststoff-Metallverbund bestehen und an den Unterkanten (8) mit parallel zu den Seitenkanten verlaufenden Ausnehmungen (7) versehen sind, deren maximale Tiefe den Abstand der Endpunkte der Ausnehmungen (4) vom Scheitel der Steher (1, 2) beträgt, wobei die Lamellen (5,6) in zusammengestecktem Zustand die einzige Verbindung zwischen den Stehern darstellen.