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Die Erfindung betrifft einen Aufsatz für ein Wiegetablett einer Ladenwaage mit Taraausgleich, die zur unmittelbaren Gewichts- und gegebenenfalls Preisanzeige des von einer Aufschneidemaschine mit vertikaler Messerscheibe anfallenden geschnittenen Guts neben die Aufschneidemaschine gestellt wird. Solche Waagen, die auch als Rechenwaagen bezeichnet werden, finden auf
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dgl.,Verwendung.
Es sind Waagen bekannt, die eine Baueinheit mit Aufschneidemaschinen bilden, so dass es möglich ist, den Gewichtszuwachs während des Aufschneidevorganges zu kontrollieren und bei
Erreichen des Sollgewichtes den Schneidevorgang zu beenden. Nachteilig bei solchen kombinierten
Maschinen ist die Baugrösse und die Tatsache, dass bei Störungen z. B. im Bereich der Waage während der Reparatur beim Hersteller zwangsläufig auch die Aufschneidemaschine nicht zur Verfü- gung steht. Ferner kann infolge der relativ schlechten Zugänglichkeit des Wiegetabletts die Waage nicht ohne weiteres unabhängig von der Aufschneidemaschine verwendet werden. Werden also Stücke nicht aufgeschnitten, dann müssen diese auf einer andern Waage gewogen werden.
Ferner sind Anlagen bekannt, welche dem Aufschneiden, Wiegen, Auspreisen und Verpacken dienen. Solche Maschinen werden z. B. in Zentralen von Ladenketten verwendet. Die oben genannten Vorgänge werden in Stationen durchgeführt, zwischen welchen die Ware am Fliessband weiterbefördert wird. Bei der Aufschneidemaschine nach der DE-PS Nr. 598583 handelt es sich um ein Mo- dell, das bei horizontaler Anordnung des Kreismessers sowie der verstellbaren Anschlagplatte das Schnittgut in eine darunter befindliche Schublade abwirft. Wird die Schublade entfernt, dann kann eine Waage mit ihrem Wiegetablett unmittelbar unter die horizontale Messerscheibe der Aufschneidemaschine geschoben werden. Das geschnittene Gut fällt von der Messerscheibe dann direkt auf das Wiegetablett.
Bei heute üblichen Aufschneidemaschinen mit vertikaler Messerscheibe ist diese Anordnung nicht möglich. Die Erfindung setzt hier ein und betrifft einen Aufsatz für eine Waage zum Wiegen des von der Aufschneidemaschine mit vertikaler Messerscheibe anfallenden ge- schnittenen Gutes während des Aufschneidevorganges. Der Aufsatz soll so beschaffen sein, dass die Verwendung der Waage auch unabhängig von der Aufschneidemaschine möglich ist.
Dies wird erfindungsgemäss dadurch erreicht, dass der Aufsatz auf dem Wiegetablett einen Ausleger in Form mindestens einer Platte aufweist, die in den Ablegebereich der Aufschneidemaschine hineinragt bzw. von einer Grundstellung über dem Wiegetablett der Waage in den Ablegebereich ausklappbar oder ausschiebbar ist. Eine im Abstand neben einer Aufschneidemaschine stehende, unabhängige Waage kann somit durch den Aufsatz funktionell in die Aufschneidemaschine eingebunden werden. Bei eingeklappter oder eingeschobener Aufsatzplatte besteht keine Verbindung zur Aufschneidemaschine. Zwei unabhängige Thekengeräte (Waage, Aufschneidemaschine) stehen dann zur Verfügung. Greift der Aufsatz in den Ablegebereich der Aufschneidemaschine, dann ist eine kombinierte Anwendung möglich.
Es kann die Waage sowohl individuell, als auch zur direkten Gewichtsanzeige des geschnittenen Guts zusammen mit der Aufschneidemaschine (in Kombination) verwendet werden. Dies ist besonders vorteilhaft, da ohne Veränderung von Bauelementen sowohl ganze Stücke als auch geschnittenes Gut während des Schneidvorganges gewogen werden können. Es ist zweckmässig, wenn die Platte mittels eines seitlichen Scharniers mit einem Aufsatzstück des Wiegetabletts verbunden ist, und aus der Lage über dem Wiegetablett in den Ablegebereich der Aufschneidemaschine herausklappbar ist. Durch Herausklappen der Platte ist die Verbindung mit der Aufschneidemaschine hergestellt. Durch Zurückklappen der Platte kann die Waage unabhängig von der Aufschneidemaschine auch an anderer Stelle des Ladentisches verwendet werden.
Auch bei herausgeklappter Platte ist ein Wiegen auf dem Wiegetablett möglich.
Wenn die Ebene des Wiegetabletts nicht mit der Ebene des Ablegetabletts der Aufschneidemaschine übereinstimmt, dann ist es zweckmässig, wenn die Platte geteilt ist und die beiden Teile mittels eines Scharniers verbunden sind und wenn ferner eine Stütze vorgesehen ist, so dass die Platte etwa Z-förmig aus dem Wiegetablett herausklappbar und durch die Stütze fixierbar ist. In einer andern Ausführungsform ist der Aufsatz als seitlich aus dem Wiegetablett herausziehbare Platte ausgebildet. Schliesslich kann das Wiegetablett selbst in Führungen seitlich verschiebbar sein. Bei manchen Ausführungen einer Waage bildet die Wiegeplatte einen vom Anzeige-
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block getrennten Baukörper. Die Wiegeplatte kann dann unter die Aufschneidemaschine geschoben werden.
In diesem Fall ist es zweckmässig, wenn der Ausleger zwei parallele, etwa übereinander angeordnete, durch ein Distanzstück im Abstand zueinander gehaltene Platten aufweist. Abgesehen davon, dass der Verkäufer beim Schneidevorgang die Anzeige der Waage beobachten kann, ist es möglich, dass die Waage bei Erreichen des vom Kunden gewünschten Sollgewichtes, ein akustisches Signal abgibt. Bei vollautomatisch arbeitenden Aufschneidemaschinen kann durch ein elektrisches Signal der Maschinenantrieb abgeschaltet werden.
Das Eigengewicht des Auslegers oder Aufsatzes wird durch den Taraausgleich der Waage eliminiert. Zur gleichmässigen Belastung des Wiegetabletts kann der Aufsatz mit einem Gewichtsausgleich versehen sein.
Ausführungsbeispiele des Erfindungsgedankens sind in den Zeichnungen dargestellt. Die Fig. l, 3 und 4 zeigen Ausführungsvarianten des Aufsatzes, Fig. 2 den zusammengelegten Aufsatz nach Fig. 1 und Fig. 5 zeigt eine Kombination mit automatischer Schneidemaschine und Abschaltautomatik.
Fig. 1 zeigt eine elektronische Ladenwaage --1-- mit Preisanzeige --2-- sowie mit Gewichts- anzeige --3--. Über ein nicht dargestelltes Tastenfeld wird wie üblich der Kilopreis eingegeben. Neben der Waage --1-- ist eine bekannte Aufschneidemaschine --4-- angeordnet. Sie verfügt über einen Schnittgutwagen--5--, ein Kreismesser --6--, eine Ablegeeinrichtung --7-- sowie ein Ablegetablett --8--. Erfindungsgemäss ist auf dem Wiegetablett --9-- ein als Aufsatz ausgebildeter Ausleger --10 -- angeordnet, der aus miteinander gelenkig verbundenen Platten besteht und eine
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Grund der bei Waagen üblichen Tarataste geht das Eigengewicht des Aufsatzes in das Wiegeergebnis nicht ein. Der Ausleger --10-- kann auch mit dem Wiegetablett --9-- eine Baueinheit bilden.
Auch bei aufgesetztem Ausleger --10-- kann die Waage unabhängig von der Schneidemaschine --4-- benutzt werden. Eine Strebe --13-- hält den Ausleger --10-- in der Lage gemäss Fig. 1.
Der Ausleger --10-- kann, wie Fig. 2 zeigt, zusammengefaltet werden.
Fig. 3 betrifft eine Variante, bei der auf dem Wiegetablett --9-- ein Ausziehtisch --14-- aufgesetzt ist, dessen Ablegefläche --15-- wieder in den Ablegebereich der Schneidemaschine --4-ragt. Der Ausziehtisch--14--kann auf dem Wiegetablett --9-- z. B. mit Schraubenklemmen aufgeklemmt sein. Auch in diesem Fall kann die Waage mit dem Ausleger nachträglich ausgerüstet werden oder es kann der Ausleger bereits Teil des Wiegetabletts sein.
Fig. 4 zeigt ein Ausführungsbeispiel mit einer Waage --16-- mit separater, flacher Wägezelle --17--. Diese wird unter die nun etwas erhöht angeordnete Schneidemaschine--4--geschoben. Sie trägt einen Aufsatz, der zwei durch ein Distanzstück im Abstand voneinander gehaltene Plat- ten --18-- aufweist, von welchen eine in den Ablegebereich der Aufschneidemaschine hineinragt.
Die Ausführung nach Fig. 5 entspricht etwa jener nach Fig. l. Die Waage --19-- ist jedoch mit einer zusätzlichen Sollgewicht- (20) oder Sollbetragsanzeige --21-- ausgestattet sowie mit einem Tastenfeld, z. B. zur Eingabe der Sollgrösse. Die Schneidemaschine --23-- arbeitet automatisch, d. h. der Schnittgutwagen --5-- fährt durch einen elektronischen Antrieb --25-- vor und zurück, wobei das Schnittgut gleichmässig nachgeschoben und angedrückt wird.
Die Waage --19-- verfügt über eine Schaltung zum Soll-Istvergleich, die in Fig. 5 durch ein UND-Glied --24-- symbolisiert ist. Stimmen Soll- und Istwert überein, dann erfolgt ein Ausschaltbefehl an den Antrieb --25-- der Schneidemaschine --23--. Verlangt also ein Kunde 20 dag Extrawurst, dann wird die Wurst auf den Schnittgutwagen --5-- gelegt, 20 dag auf dem Tasten- feld--22--eingetastet und der Antrieb --25-- eingeschaltet. Der Einschaltbefehl kann auch mit der Betätigung des Tastenfeldes verbunden sein. Ist das Sollgewicht erreicht, dann schaltet die Maschine --23-- automatisch ab.
Verfügt die Schneidemaschine--23--nicht über einen automatischen Antrieb --25--, dann ist das UND-Glied --24-- mit einer Signaleinrichtung --26-- verbunden (strichliert eingezeichnet), die dem Verkäufer optisch oder besser akustisch, etwa durch einen Piepston signalisiert, dass
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nunmehr das Sollgewicht oder der Sollbetrag (z. B. Aufschnitt für S 30,-) erreicht ist und der Aufschneidevorgang zu beenden ist.
Da die Istwerte auf Grund der nacheinander abgeschnittenen Scheiben stufenweise zunehmen, ist es meist nicht möglich, ein exaktes Sollgewicht (oder einen Sollbetrag) zu erreichen. Die stufenweise Zunahme ist jedoch jeweils gleich, so dass vor Abschneiden der letzten Scheibe vorausberechenbar ist, wie die Schnittstärke verändert werden muss, damit der Sollwert exakt erreicht wird. Der Korrekturwert der Schnittstärke für die letzte Scheibe ist proportional der Differenz zwischen dem Sollwert und dem Istwert bei der vorletzten Scheibe geteilt durch die vorangegangene stufenweise Zunahme. Um diesen Faktor kann die Schnittstärke mittels eines Servoantriebes automatisch korrigiert werden.
Beispiel : Es sollen exakt 10 dag Wurst aufgeschnitten werden. Jede Wurstscheibe wiegt ], 5 dag. Nach 6 Scheiben sind 9 dag erreicht. Eine siebente Scheibe würde bei unveränderter Schnittstärke zu einem Endgewicht von 10, 5 dag führen. Daher muss die Schnittstärke mit dem Fak-
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zierte letzte Scheibe genau zum Sollgewicht führt.
PATENTANSPRÜCHE : l. Aufsatz für ein Wiegetablett einer Ladenwaage mit Taraausgleich, die zur unmittelbaren Gewichts- und gegebenenfalls Preisanzeige des von einer Aufschneidemaschine mit vertikaler Messerscheibe anfallenden, geschnittenen Guts neben die Aufschneidemaschine gestellt wird, dadurch gekennzeichnet, dass der Aufsatz auf dem Wiegeblatt (9) einen Ausleger in Form mindestens einer Platte (11,15, 18) aufweist, die in den Ablegebereich der Aufschneidemaschine (4,12) hineinragt bzw. von einer Grundstellung über dem Wiegetablett (9) der Waage (1) in den Ablegebereich ausklappbar oder ausschiebbar ist.