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Bei der Herstellung von Zahnersatzstücken aus Gold durch Ausgiessen des geschmolzenen Goldes in eine Form aus feuerbeständigem Stoffe bietet die Verteilung des Metalles in enge Teile der Form oder in besondere Ausgravierungeu derselben in Hinblick auf die Natur und physikalischen Eigenschaften des Goldes grosse Schwierigkeiten. Der am meisten angewendete Kunstgriff besteht darin, die Wände des Giessformhohlraumes mit einem Platinblatte auszukleiden ; infolge der Affinität dieser Metalle schliesst sich das geschmolzene Gold leicht der Form der Platin- umkleidung und infolgedessen auch der Giessform an.
Um die Anwendung von Platin entbehrlich zu machen, wurde vorgeschlagen, den Druck eines Gases zu benützen, um das geschmolzene Gold in die Form einzubringen und es zu zwingen, in die feinsten Einzelteile derselben sich zu verteilen. Dieses Verfahren gibt ganz gute Ergebnisse, jedoch haben die bisher hiefür zur Benützung in zahntechnischen Laboratorien geschaffenen Apparate verschiedene Unzukömmlichkeiten, die ihrer allgemeinen Anwendung entegenstehen.
Die einen erfordern die Anwendung eines Behälters mit verdichtetem Sauerstoff, andere die Betätigung einer Pumpe vor Ausführung jedes Giessvorganges, andere können nur mit einem elektrischen Strome arbeiten, der einen Lichtbogen in einem geschlossenen Gefässe erzeugt, das seinerseits mit einem, verdichtetes Gas put- haltenden Behälter verbunden ist.
Zum Zwecke, einen Apparat zu schaffen, der viel handlicher ist, als die bestehenden und weder die Benützung eines elektrischen Stromes noch von verdichtetem Sauerstoff, noch amer Pumpe oder Druckgasleitungen bedarf, besteht die vorliegende Erfindung ill der Vereinigung eines Schmelzofens oder einer die Giessform enthaltenden Muffel mit einem kleinen Gas-oder Dampferzeuger, welcher letztere geeignet ist, in jedem beliebigen Zeitpunkte des Giess-oder Schmelz- Vorganges jene Menge an Gas oder Dampf abzugeben, die erforderlich ist, um das geschmolzene Gold in die Giessform zu drängen. Die Einrichtung dieses Gas-oder Dampferzeugers kann eine verschiedenartige sein, jenachdem, ob die unter Druck stehenden Gase oder Dämpfe durch eine chemische Umsetzung,
oder durch Explosion einer detonierbaren Substanz, oder durch die Ausdehnung eines verflüssigten Gases oder durch Verdampfung einer Flüssigkeit oder durch sonstige ähuliche Mittel erzeugt werden sollen. In allen Fällen wird derselbe aber verhältnismässig klein und in solcher Nähe des Schmelzofens angeordnet sein, dass weder er selbst noch seine ihn mit dem Schmelzofen verbindenden Leitungen irgendwie hinderlich sind.
Zu Beginn jedes Giess- vorganges bringt man den Dampf-oder Gaserzeuger in jenen Zustand, demzufolge er den er- forderlichen Druck erzeugen kann und in dem Zeitpunkte, wo das Gold geschmolzen und genügend erhitzt sein wird, bewirkt man mit der grösstmöglichen Geschwindigkeit ein gasdichtes Abschliessen des Schmelzofens und stellt gleichzeitig die Verbindung zwischen letzterem und dem s-oder Dampferzeuger her, so dass der Druck auf das geschmolzene Gold einwirken kann, ehe dasselbe
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noch eine Schwierigkeit in dem Sinne, als es bestrebt ist, sich schon zu verdichten, auch wenn noch Wärme zugeführt wird, besonders dann, wenn es sich um so kleine Mengen handelt, wie sie im vorliegenden Falle zur Anwendung kommen.
Diese Schwierigkeit wurde bisher dadurch
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aufgewendet werden können. Beim vorliegenden Apparat kann man vorteilhaft als Wärmeerzeuger einen gewöhnlichen Gasbrenner verwenden, der geeignet ausgestattet ist, um genügend hohe Hitzegrade zu erzeugen. Zu diesem Zwecke lässt man das Gas-Luftgemisch ein Rohr durchziehen, welches durch eine Hilfsflamme erhitst wird, um auf diese Weise Gas und Luft vor ihrer Ankunft an der Brennermündung zu überhitzen. Die dadurch erzeugte Flamme wird infolgedessen weit heisser, sie schmilzt das Gold rasch und erhält es auf einer sehr hohen Temperatur, derart, dass das Metall nicht Gefahr läuft, während der verhältnismässig kurzen Zeit, welche notwendig ist, um den Schmelzofen zu schliessen und die Giessform auszufüllen, seinen flüssigen Aggregatzustand zu verlieren,
Der so zusammengebaute Apparat benötigt somit weder verdichteten Sauerstoff noch Elektrizität für die Schmelzung des Goldes und dessen Ausgiessen unter Druck, so dass er in allen Laboratorien Verwendung finden kann ; ausserdem ist seine Anwendung viel einfacher und handlicher, wie jene der bestehenden ähnlichen Apparate.
Einige Ausführungsformen des Erfindungsgegenstandes sind auf der, lediglich AusführungsIw. ispiele gebenden Zeichnung im lotrechten Schnitt schematisch veranschaulicht.
In der Fig. 1 bezeichnet 1 einen Schmelzofen, cL L einen hohlen, oben offenen Zylinder, in welchein eine Giessform 2 aus feuerbeständigem Stoffe eingesetzt ist und dessen obere Mündung durch emen mit Asbestfutter 4 ausgekleideten Deckel 3 luftdicht abgeschlossen werden kann. Dieser Deckel J ist an einer auf-und abbeweglichen Stange 5 befestigt, die in Armen 6 und 7
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Mufle 9 eingesetzte Feder 12 hält die Stange 5 und den Deckel für gewöhnlich in angehobener Lage. Auf dem oberen Teil der in einen Kopf 13 endigenden Stange 5 kann ein Rahmenviereck 14
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an der Säule 8 schwingbar gelagerten Hebel 19 verbunden.
Die Gabel 18 trägt einen Finger 20, der sich im gegebenen Zeitpunkt auf die Stange 21 des Ventils 10 aufsetzen und das letztere öffnen kann, sobald die Stange 15 der Stange 5 sich nähert.
Auf dem Gestell des Apparates ist ein Brenner 22 befestigt, dessen Mischrohr in einem entsprechenden Abstande vom Gasaustrittsende durch die Flamme eines Bunsenbrenners 23 erhitzt werden kann, derart, dass das brennbare Gemisch schon auf eine hohe Temperatur gebracht wird, ehe es noch zur Entzündung gelangt. Die äusserst intensive Flamme wird unmittelbar auf das in die obere Ausnchmung der Giessform eingelegte Stück Gold gerichtet.
Vor Beginn der Schmelzung setzt mau den Gaserzeuger 11 unter Druck. Im dargestellten Ausfuhrungsbeispiel wird das Gas durch Zersetzung eines Gemisches von Weinsäure und einem kohlensaurem Salze erzengt. Das Gemisch dieser beiden Bestandteile wird in trockenem Zustande in einen kleinen durchbrochenen Behälter 25 untergebracht und in gewünschtem Zeitpunkte durch m einem Napfehen 26 befindliches Wasser gelöst. In diesem Zwecke wird der Gaserzeuger 11
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auf einen auf einem Manometer 29 ersichtlichen Grad.
@ Sobald das Gold geschmolzen und hinrichend warm ist, senkt man den Hebel 19 rasch herab. Bei dieser Abwärtsbewegung wird zunächst die Stange 5 und die von ihr getragenen Teile mit gen@mmen, weil die Feder 17 stärker ist als die Feder 12. Der Deckel 3 wird hiedurch gas- dicht auf den Schmelzofen 7 aufgesetzt, ehe noch die Feder 17 genügend gespannt ist, um den Finger 20 20 zum Herabbewl"gen auf die Stange 21'zu veranlassen. Die fortgesetzte Abwärts- bewegung des Hebels 79 bewirkt, dass bei gespannter Feder 17 der Finger 20 nun auch das Ventil 10 öffnet, wodurch der Gaserzeuger sofort durch die die Stange 5 durchziehende Leitung 30 mit dem Innenraum der Rehmelzvorrichtl11lg in Verbindung gebracht wird.
Der Druck der Kohlensäure kann nun auf den geschmolzenen Goldtropfen einwirken und ihn in die Giessform 2 drängen, hiebei das geschmolzene Metall zwingend, sich allen Formen der Wandung der Giessform voll- kommen anzuschmiegen. Unmittelbar darauf kann der Hebel 19 wieder angehohen und die Giessform 2 aus der Schmelzvorrichtung ausgehoben werden. Es ist verständlich, dass e. s genügt, den Hebel 19 rasch herabzubewegen, um den Abschluss der Schmelzvorrichtung und die Öffnung
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man leicht mit vorstehendem Apparate auch eine Einrichtung verbinden können, welche den Gas, zufluss im selben Zeitpunkte absperrt, in dem der Deckel 3 die Schmelzvorrichtung schliesst.
Statt eines umkehrbare Gaserzeugers kann auch ein solcher von anderer geeigneter Einrichtung benützt werden, z. B. ein bekannter Apparat, bei dem verflüssigtes Gas in einer Blase aufgespeichert ist, die im geeigneten Zeitpunkte durch eine die Ventilstange 21 ersetzende Spitze durchstossen wird. Der nötige Druck im Gaserzeuger kann auch durch Erwärmen einer leicht flüchtigen Flüssigkeit oder durch jedes andere ähnliche oder gleichwertige Mittel geschaffen werden.
Der Gaserzeuger muss nicht mit dem beweglichen Deckel der Schmelzvorrichtung, sondern kann auch mit einem feststehenden Teil derselben verbunden sein, und auch diese Ausführungsform verhindert keinesfalls die Betätigung des Ventiles cder Verbindungshahnes oder der Durchstossspitze oder des Zündstiftes für die Explosionspatrone o. dgl. vom Deckel der Schmelzeinrichtung durch geeignete Zwischenglieder und unter den vorbeschriebenen Bedingungen oder auf gleichwertige Art und Weise.
Der Druckerzeuger kann auch im Innern des Deckels untergebracht werden ; dann kann die strahlende Wärme der Giessform und der anschliessenden Teile der Schmelzeinrichtung dazu benützt werden, um eine geeignet im Druckerzeuger untergebrachte Substanz zu verflüchtigen und aus dem Deckel auszutreiben, sobald derselbe auf die Schmelzeinrichtung behufs Schliessens derselben niederbewegt ist. Dies ermöglicht auch eine weitere Vereinfachung des Apparates ; so kann der Druckerzeuger einfach in einem beliebigen Behälter oder Träger bestehen, mittels dessen die flüchtige oder feste Substanz im Deckel untergebracht wird, deren Verflüchtigung zu bewirken ist, sobald der Deckel die Schmelzeinrichtung geschlossen hat.
Fig. 2 zeigt eine solche beispielsweise Ausführung, bei welcher der von der Stange J getragene und mit Hilfe des Hebels 19 bewegte Deckel 3 der Schmelzeinrichtung 1 ein Kissen 31 aus Asbest oder anderem aufsaugungsfähigem Stoffe wie Löschpapier o. dgl. umschliesst und einerseits dazu dient, durch Kapillarwirkung Wasser oder eine andere verdampfbare Flüssigkeit festzuhalten, anderseits eine dichte Verbindung zwischen Deckel und Schmelzeinrichtung herzustellen. Die Stange 5 ist für gewöhnlich durch eine Feder 12 angehoben. Im Zeitpunkte, wo die auf der Giessform aufgelegte Goldmasse geschmolzen und auf die gewünschte Temperatur gebracht ist, drückt man rasch den Deckel 3 nieder.
Die von der Giessform dem geschmolzenen Golde und den umliegenden Teilen der Schmelzeinrichtung ausgehende Hitze verursacht eine sofortige Verdampfung einer geringen Wassermenge und infolge des nun auf dem Golde lastenden Dampfdruckes wird dasselbe sofort in die Gussform übergedrängt. Es genügt infolgedessen, vor jedem Giessvorgang das Asbestkissen zu befeuchten. Zu diesem letzteren Zwecke kann man die Stange 5, die an ihrem oberen Ende einen Behälter 33 mit Absperrhahn trägt, von einer Bohrung 32 durchziehen lassen.
Die zu verdampfende Flüssigkeit wird im Behälter 33 untergebracht und es genügt, den Hahn 34 für einen Augenblick zu öffnen, um dem Asbestkissen eine hinreichende Menge Verdampfungsflüssigkeit zuzuführen. Es ist aber ein-iuchtpnd. dass die Befeuchtung des Kissens auch auf jede andere Art herbeigeführt werden kann.
Die Fig. 3 veranschaulicht eine Zange, deren einer Arm die Schmelzvorrichtung j ? und deren anderer Arm 36 einen Deckel 3 trägt, welche beide von der vorbeschriebenen Ausführung sind.
In diesem Falle hält man die Arme der Zange mit der Hand, bietet das in der Schmelzeinrichtung eingelegte Goldstückchen 24 der Einwirkung einer Heizflamme dar und nähert schliesslich die beiden Zangenarme einander, sobald die Erhitzung soweit gediehen ist, dass das Schliessen der
Schmelzform erforderlich wird. Aus dem vorher geeignet befeuchteten Asbestkissen 31 wird sofort, wie obbeschrieben, Dampf entwickelt, der das geschmolzene Gold in die Giessform drängt.
Für das Giessen gewisser besondersgeformter Zahnteile wird es vorteilhaft sein, in der Schmelz- einrichtung einen elektrischen Faden-Widerstand anzuordnen, der eine Erhitzung mittels
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