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Die Erfindung bezieht sich auf eine Tragklemme für Leiterseile od. dgl. mit Auslösung des Leiterseils bei Überschreiten einer vorgegebenen Zugkraft, wobei das Leiterseil mittels Befestigungsmittel, z. B. mittels einer Schrauben-Mutter-Verbindung, über mindestens eine Blattfeder und ein Druckstück gegen einen Muldenkörper gepresst ist, und das Druckstück an seiner der Blattfeder zugekehrten Seite mit zumindest einem Vorsprung versehen ist, auf dem die Blattfeder bei montierter Klemme aufliegt.
Die im Freileitungsbau verwendeten Tragklemmen haben die Aufgabe, das Leiterseil zu tragen und zu halten, wobei die üblicherweise angewendeten Tragklemmen auf das Seil eine verhältnismässig grosse Haltekraft ausüben.
Bei der Errichtung einer Freileitung stellen die Tragmaste einen wesentlichen Kostenfaktor dar. Die Tragmaste müssen umso stärker und somit teurer gebaut werden, je grösser die zu erwartenden Differenzzüge, die durch die hohen Haltekräfte der Tragklemmen zur Gänze auf den Mast weitergeleitet werden, sind.
Um diese Differenzzüge zu begrenzen und um damit die Tragmaste leichter und damit billiger bauen zu können, wurden Tragklemmen mit vorgegebener Rutschlast entwickelt, die ein Rutschen des Seiles gegenüber der Klemme bei Überschreiten der vorgegebenen Last ermöglichen. Um die Haltekraft der Tragklemme genau einstellen zu können, ist es nötig, auf das in der Seilmulde liegende Leiterseil über das Druckstück eine genau definierte Anpresskraft auszüben.
Die einfachste Methode besteht darin, die erforderliche Anpresskraft über eine Schraubenverbindung herzustellen, wobei die Schrauben bzw. Muttern mit einem dieser Anpresskraft entsprechenden Anzugsmoment montiert werden müssten (vgl. CH-PS Nr. 354134). Diese Methode ist jedoch nicht zielführend, da einerseits die Reibungsverhältnisse von Schraubenverbindungen stark streuen und anderseits die üblichen Drehmomentschlüssel im Leitungsbau nicht gerne verwendet werden und ausserdem für diesen Anwendungsfall keine ausreichende Genauigkeit besitzen.
Eine früher angewendete Methode der Auslösung des Seils bestand darin, das Freigeben des Seiles samt Mulde und Druckstück durch Bruchglieder zwischen Seilmulde und Aufhängung zu ermöglichen. Auch diese Methode ist infolge der Streuung der Festigkeitseigenschaften des Materials der Bruchglieder nicht hinreichend genau. Ausserdem musste durch unter die Seilmulde gehängte Rollen od. dgl. das Herunterfallen des Leiterseiles nach der Auslösung verhindert werden.
Die günstigste Lösung, eine genau definierte Klemmkraft und damit eine genaue Rutschlast zu erzielen, ist, die Klemmkraft durch Verformung einer Feder zu erreichen. Die erforderliche Klemmkraft wird hiebei über den Federweg eingestellt. Die Einstellgenauigkeit ist umso grösser, je weicher die Feder ist, d. h., je grösser der für das Erreichen der Klemmkraft benötigte Federweg ist.
Es sind, basierend auf diesem Konstruktionsprinzip, bereits einige Tragklemmen der eingangs
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schen Verformung hinweg beansprucht, was eine Wiederverwendung nach erfolgter Auslösung ausschliesst.
Alle diese Konstruktionen haben den Nachteil, dass bei Erreichen der Auslösekraft das Leiterseil vollkommen ungebremst durch die Seilmulde rutschen kann, was zu gefährlichen Seilschwingungen und unzulässig grossem Durchhängen mit eventueller Unterschreitung des Mindest-Bodenabstandes führen kann.
Es ist ein Ziel der Erfindung, eine Tragklemme zu schaffen, welche das Seil auch nach seinem Auslösen bei Auftreten einer Überlast noch mit einer bestimmten Resthaltekraft hält.
Dieses Ziel lässt sich mit einer Seilklemme der eingangs genannten Art erreichen, bei welcher erfindungsgemäss die Verschiebung des Druckstückes in Seillängsrichtung gegenüber dem Muldenkörper durch Anschläge begrenzt ist, wobei nach Überschreiten der durch die Federkraft definierten Rutschlast und Verrutschen des Leiterseiles samt Druckstück die Blattfeder mit einer gegenüber der Rutschlast verringerten Festhaltekraft neben dem Vorsprung und um dessen Höhe tiefer auf dem Druckstück anliegt.
Dank der erfindungsgemässen Konstruktion kann bei Auftreten einer Überlast das Leiterseil samt Druckstück verrutschen, wird jedoch auch danach durch die - nun verminderte - Federkraft in der Klemme gehalten.
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Eine vorteilhafte Weiterbildung der Erfindung zeichnet sich dadurch aus, dass die Blattfeder symmetrisch zur Quermittellinie der Klemme zwei Zungen zur Auflage auf zwei diesen Zungen zugeordneten Vorsprüngen des Druckstücks aufweist. Zur bestmöglichen Materialausnutzung empfiehlt es sich hiebei, die Zungen der Blattfeder dreiecksförmig auszubilden.
Um die Montage der Klemme zu erleichtern und um von vornherein die richtige Lage der Feder bezüglich der Vorsprünge sicherzustellen ist es von Vorteil, wenn die Blattfeder mit dem Druckstück über ein oder mehrere Schrauben od. dgl. geringer Festigkeit, z. B. Schrauben aus Kunststoff, mit dem Druckstück verbunden ist, wobei die Gesamtfestigkeit der Schrauben gegen Abscheren oder Abbrechen in Seilrichtung klein gegen die Festhaltekraft der Klemme ist.
Zwecks besserer Festlegung der Auflagestelle und der Federwege kann die Blattfeder in ihrem auf dem Vorsprung bzw. den Vorsprüngen aufliegenden Bereich bzw. Bereichen mit einer Auskröpfung bzw. mit Auskröpfungen versehen sein.
Es ist vorteilhaft, wenn die Blattfeder in H-förmiger Anordnung vier Arme aufweist, die jeweils beiderseits eines Quersteges in Längsrichtung der Klemme abstehen und an ihren Endungen mit Bohrungen zur Festlegung mittels Bolzen an dem Muldenkörper versehen sind und dass von der Mitte des Quersteges aus beidseitig in Längsrichtung Zungen verlaufen. Bei einer derartigen Ausführung ist durch die Ausbildung von sechs Armen trotz bescheidener Abmessungen ein genügender Federweg gewährleistet.
Die Erfindung samt ihren weiteren Vorteilen und Merkmalen ist im folgenden an Hand beispielsweiser Ausführungsformen näher erläutert, die in den Zeichnungen veranschaulicht sind.
Es zeigen Fig. 1 in Seitenansicht eine erfindungsgemässe Klemme am Seil anliegend, jedoch noch nicht festgespannt, Fig. 2 dieselbe Klemme, jedoch fertig montiert, Fig. 2a die Klemme in Draufsicht, Fig. 3 die Klemme wieder in Seitenansicht, jedoch nach Auslösung zufolge einer aufgetretenen Überlast und Fig. 4 in einem Federdiagramm das Funktionsprinzip der Erfindung.
Aus Fig. 1 und 2a ist ersichtlich, dass die Klemme nach der Erfindung einen Muldenkörper - aufweist, in dem das Leiterseil --S-- liegt und gegen den es mittels eines Druckstückes - gepresst werden kann. Zur Festlegung des Anpressdruckes dient eine Blattfeder --5--, deren besondere Form am besten aus Fig. 2a hervorgeht. Die Blattfeder --5-- liegt mit den Enden von vier Armen --5c-- auf den Schultern von vier Bolzen --4-- auf. Von den Schultern nach oben verlaufen die Bolzen als Gewindebolzen --6-- mit verringertem Durchmesser, die entsprechende Bohrungen in den Enden der Federarme durchsetzen.
Zwischen je zwei Armen der Blattfeder verlaufen zwei Zungen --5a, 5b-- in Richtung des Seils --S--. Sie sind nach dem Prinzip der Träger gleicher Festigkeit dreieckförmig ausgestaltet und tragen an ihrer Spitze je eine Auskröpfung --10-- nach unten. Wie ersichtlich ist die Blattfeder-in Draufsicht gesehen-symmetrisch sowohl bezüglich ihrer Quer- als auch ihrer Längsmittellinie gestaltet.
Wie Fig. 1 entnehmbar, liegt die Blattfeder --5-- vor der endgültigen Montage mit den Aus- kröpfungen --10-- auf Vorsprüngen --3-- des Druckstückes --2-- auf. Zur Sicherung dieser Lage dienen zwei Kunststoffschrauben --8--, welche Bohrungen in der Blattfeder --5-- durchsetzen und in Gewindebohrungen des Druckstückes --2-- eingeschraubt sind. Wie aus Fig. 1 am besten ersichtlich, sind im unbelasteten Zustand der Blattfeder --5-- deren Zungen --5a, 5b-- leicht nach unten, die Arme --5c-- jedoch leicht nach oben gebogen.
Zur Endmontage werden auf die Gewindebolzen --6-- Muttern --7-- geschraubt und angezogen, bis die Arme --5c-- der Blattfeder --5-- auf den Schultern der Bolzen --4-- satt anliegen.
Die Blattfeder --5-- wird hiebei insgesamt um den Federweg-f-zusammengedrückt (Fig. l und 4) und die Klemme gelangt in die Stellung nach Fig. 2.
Tritt nun im Leiterseil eine Überlast, d. h. ein zu grosser Differenzzug auf, der den durch die Blattfeder --5-- definierten Rutschlastwert der Klemme übersteigt, so wird das Druckstück
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der Blattfeder --5--, bis die Kröpfung --10-- der Blattfeder --5-- die Vorsprünge --3-- verlas- sen und hierauf um die Höhe 4 tiefer auf dem Druckstück --2-- anliegen.
In dieser Stellung, die aus Fig. 3 ersichtlich ist, ist die Resthaltekraft der Klemme durch
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den verminderten Federweg --f bis h-- (vgl. Fig. 4) gegeben. Ein völliges Durchrutschen bzw.
Herausfallen des Druckstückes --2-- kann beispielsweise durch zwei Anschläge --9-- verhindert werden, die bei grösserer Verschiebung des Druckstückes an die Bolzen --4-- stossen.
Es versteht sich, dass im Rahmen der Erfindung Abänderungen von dem dargestellten Ausführungsbeispiel möglich sind. Insbesondere kann die Form der Blattfeder --5-- einfacher gestaltet sein und sie muss nicht unbedingt die Kröpfungen --10-- aufweisen. Auch kann die Blattfeder nur an einem einzigen Vorsprung --3-- des Druckstückes --2-- angreifen.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Tragklemme für Leiterseile od. dgl. mit Auslösung des Leiterseils bei Überschreiten einer vorgegebenen Zugkraft, wobei das Leiterseil mittels Befestigungsmittel, z. B. mittels einer Schrauben-Mutter-Verbindung, über mindestens eine Blattfeder und ein Druckstück gegen einen Muldenkörper gepresst ist, und das Druckstück an seiner der Blattfeder zugekehrten Seite mit zumindest einem Vorsprung versehen ist, auf dem die Blattfeder bei montierter Klemme aufliegt, dadurch gekennzeichnet, dass die Verschiebung des Druckstückes (2) in Seillängsrichtung gegenüber dem Muldenkörper (1) durch Anschläge (9) begrenzt ist, wobei nach Überschreiten der durch die Federkraft definierten Rutschlast und Verrutschen des Leiterseils (S) samt Druckstück (2) die Blattfeder (5)
mit einer gegenüber der Rutschlast verringerten Festhaltekraft neben dem Vorsprung (3) und um dessen Höhe (h) tiefer aus dem Druckstück (2) anliegt.