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Es ist eine bekannte Tatsache, dass Luft ein schlechter Wärmeleiter ist und dass daher Bau- steine, die möglichst viele, hintereinander angeordnete, von Reihe zu Reihe gegeneinander ver- setzte Luftkammern aufweisen, einen in Abhängigkeit von der Anzahl der vorhandenen Reihen ver- besserten Wärmeschutz ergeben.
Dieser Umstand hat in den vergangenen Jahren dazu geführt, dass immer kompliziertere Loch- anordnungen, vor allem in der Ziegelindustrie, entwickelt wurden und es heute Hohlziegel gibt, die einen vor Jahren noch für unerreichbar gehaltenen Wärmedämmwert ergeben.
Hand in Hand mit den Bestrebungen zur Verbesserung des Wärmeschutzes von Bausteinen wur- den auch die Scherbenrohdichten herabgemindert, was z. B. durch Porosierung ermöglicht wurde. Schliesslich wurden auch Bausteine entwickelt, die das Einschieben von zusätzlichen, hochwärmedämmenden Isolierbaustoffen ermöglichen oder aber überhaupt einen Verbund zwischen wenig isolierenden tragenden Steinschichten mit nicht tragenden, hochdämmenden Isolierschichten darstellen.
Den meisten wärmedämmenden Bauweisen ist im wesentlichen gemeinsam, dass die Erhöhung des Wärmedämmwertes vornehmlich nur nach einer Durchgangsrichtung der Steine wirksam wird, während in einer demgegenüber um 900 verdrehten Richtung keine wesentliche Erhöhung der Wärmedämmung erreicht wurde. Bei der Vermauerung solcher Bausteine ist daher genau auf die Anordnung der Schlitze zu achten. Bei Steinen mit rechteckiger Lagerfläche führte das dazu, dass diese Steine nur in Längsrichtung vermauert werden konnten. Für verschiedene Mauerdicken mussten daher jeweils verschiedene Bausteine verwendet werden.
Durch die AT-PS Nr. 186401 wurde nun ein prismatischer Formstein mit systematisch angeordneten lotrechten Schlitzen von kreuzförmigem Querschnitt bekannt, bei dem die Reihen solcher Schlitze nicht nur parallel zu den Steinseiten, sondern auch diagonal hiezu angeordnet sind. Bei dem bekannten Stein sind daher diese Schlitze sowohl in der Längs- als auch in der Querrichtung des Steines gegeneinander versetzt, so dass der Weg der Wärme bzw. Kälte von einer Aussenseite des Formsteines zur andern - gleichgültig in welcher Richtung - solcher Art zwangsläufig verlängert wird.
Die gegen die Seitenflächen weisenden Schlitzschenkel können, um die Teilung des Formsteines zu erleichtern, bis knapp hinter diese Seitenflächen verlängert werden oder unmittelbar in diese ausmünden, wodurch eine weitere, die Isolierwirkung des Mauerwerkes erhöhende Unterbrechung des Ziegelquerschnittes erzielt wird. Dadurch, dass bei dem bekannten Stein ein Hauptaugenmerk auf eine möglichst günstige Teilbarkeit gerichtet wurde, wurde offenbar eine Kreuzform für die Schlitze gewählt. Die Wärmedämmung konnte damit nicht in optimaler Weise erreicht werden.
Durch die Erfindung wird nun der vorerwähnte Stein hinsichtlich der Schlitzanordnung modifiziert, um günstigere Wärmedämmwerte zu erzielen. Hiezu schlägt die Erfindung bei einem Hohlbaustein, insbesondere Hohlziegel, mit zu beiden Seitenkanten der Lagerfläche parallelen Schlitzen, wobei die Materialstege sowohl in Längs- als auch in Querrichtung durch Schlitze unterbrochen sind, vor, dass die zu beiden Seitenkanten parallelen Schlitze als W, dessen vier Schenkel jeweils unter rechtem Winkel zueinander stehen, ausgebildet sind, wobei gegebenenfalls jeweils zwei aneinandergrenzende Schenkel eines W durch einen Materialsteg, insbesondere von Schlitzbreite, voneinander getrennt sind.
Diese Schlitzform bildet eine besonders günstige Barriere gegen eine direkte
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B.chen Steines sowohl 250 als auch 300 mm starke Mauern - je nach Lage des Steines - herge- stellt werden, wobei die Wärmedämmung jeweils der Kantenlänge proportional ist.
Die Wärmedämmung des Steines kann weiters noch dadurch gesteigert werden, dass in Weiterbildung der Erfindung parallel zu den beiden inneren Schenkeln des als W ausgebildeten Schlitzes und in einem Abstand, der im wesentlichen der Schlitzbreite entspricht, die inneren Schenkel des benachbarten, ebenfalls als W ausgebildeten Schlitzes angeordnet sind, wodurch die Schnittkan-
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en dergeradlinigen) Wärmedurchgang zwischen zwei parallel zueinander angeordneten Seitenkanten der , agerfläche.
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Eine weitere Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, dass die Teilung zwischen den in benachbarten Reihen angeordneten W-Schlitzen parallel zu den Seitenkanten der Lagerfläche, ungefähr gleich der zehnfachen Schlitzbreite ist. Hiedurch wird eine besonders dichte Anordnung der Schlitze und damit ein besonders schlechter Wärmeübergang erzielt.
Die Erfindung wird nachstehend an Hand zweier in den Zeichnungen dargestellter Ausführungsbeispiele näher erläutert. Es zeigen Fig. 1 das erste Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemässen Hohlbausteines, in Draufsicht auf eine Lagerfläche, und Fig. 2 eine gegenüber Fig. 1 modifizierte Ausbildung eines Hohlbausteines, ebenfalls in einer Draufsicht auf eine Lagerfläche.
Fig. 1 liegt ein Baustein von 30 cm Länge, 25 cm Breite und 24 cm Höhe zugrunde, Fig. 2 ein solcher mit quadratischer Lagerfläche.
In den Zeichnungen ist mit --3-- die Lagerfläche und mit --1 und 2-- deren Seitenkanten bezeichnet. Der Hohlbaustein besitzt Schlitze --5, 7--, die parallel zur Seitenkante-l-und Schlitze-6, 8-, die parallel zur Seitenkante --2-- verlaufen. Die Schlitze --5 bis 8-- sind durchgehend von einer Lagerfläche zur dazu parallelen Lagerfläche ausgebildet. Die Schlitze unterbrechen jedoch sowohl in Längs- als auch in Querrichtung die Materialstege.
Die zu den Seitenkanten --1, 2-- parallelen Schlitze --5 bis 8-- sind sowohl gemäss Fig. 1 als auch gemäss Fig. 2 W-förmig gestaltet, wobei der Unterschied zwischen der Ausführung nach Fig. 2 gegenüber der Ausführung nach Fig. 1 darin besteht, dass jeweils zwei der rechtwinkelig zueinander stehenden Schenkel der insgesamt vier das mit --4-- bezeichnete W bildenden Schenkel, durch einen Materialsteg --9--, insbesondere von Schlitzbreite b voneinander getrennt sind.
Die beiden inneren Schenkel-6, 7-eines der als W ausgebildeten Schlitze verlaufen in einem Abstand a, der im wesentlichen der Schlitzbreite entspricht, parallel zu den inneren Schenkeln des benachbarten, ebenfalls als W ausgebildeten Schenkels. Durch diese Anordnung wird erreicht, dass die Schnittkanten der Wandungen der die inneren Schenkel --6, 7-- bildenden Schlitze in einer schräg, insbesondere unter 450 zu den Seitenkanten --1, 2-- der Lagerfläche --3-- ver- laufenden Ebene --9-- liegen. Die Teilung t zwischen den in benachbarten Reihen angeordneten W-Schlitzen --4--, parallel zu den Seitenkanten --1, 2-- der Lagerfläche --3--, ist ungefähr gleich der zehnfachen Schlitzbreite b.
Die erfindungsgemäss ausgestalteten Hohlbausteine weisen trotz der Schlitze günstige Werte der Druckfestigkeit sowie auch verbesserte Schallschutzeigenschaften auf. Erfindungsgemäss ausgebildete Hohlbausteine bieten sich daher für eine Verwendung im Wohnungs-, Büro- und auch im Industriebau an.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Hohlbaustein, insbesondere Hohlziegel, mit zu beiden Seitenkanten der Lagerfläche parallelen Schlitzen, wobei die Materialstege sowohl in Längs- als auch in Querrichtung durch Schlitze unterbrochen sind, dadurch gekennzeichnet, dass die zu beiden Seitenkanten parallelen Schlitze als W (4), dessen vier Schenkel (5,6, 7,8) jeweils unter rechtem Winkel zueinander stehen, ausgebildet sind, wobei gegebenenfalls jeweils zwei aneinandergrenzende Schenkel (5, S ; 6, 7 ; 7,8) eines W durch einen Materialsteg (9), insbesondere von Schlitzbreite (b), voneinander getrennt sind.
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