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Die Erfindung betrifft ein Bodenbearbeitungsgerät mit einer quer zur Fortbewegungsrichtung des Gerätes liegenden, angetrieben rotierenden Werkzeugwelle und einer hinter dieser und parallel zu ihr angeordneten, ebenfalls angetriebenen Abstreiferwelle, wobei sich die Umlaufkreise der Werkzeuge und der Abstreifer überschneiden.
Ein solches Bodenbearbeitungsgerät ist bereits bekannt (DE-OS 2913815). Dabei haben die Werkzeugwelle und die Abstreiferwelle die gleiche Drehrichtung und die gleiche Drehzahl. Wegen des kleineren Durchmessers der Abstreifertrommel haben also die Abstreifer eine geringere Umfangsgeschwindigkeit als die Werkzeuge. Die Abstreifer dienen auch nicht dazu, auf den Werkzeugen hängen gebliebenes pflanzliches Gut od. dgl. zu erfassen und abzuheben, sondern sollen die von den vorgelagerten Werkzeugen abgetrennten Erdschollen in definierter Stellung nach unten ablegen, wobei die Werkzeuge mit breiter Schneide auf den Boden auftreffen, demnach einen ziemlichen Leistungsbedarf haben bzw. keine zu grosse Eindringtiefe erlauben.
Es ist ferner ein Bodenbearbeitungsgerät mit in Drehrichtung der Werkzeugwelle vorwärtsgerichteten Schneiden der im wesentlichen haken- oder sichelförmigen Werkzeuge bekannt (DE-PS Nr. 1048058), wobei die Werkzeuge an ihren Vorderenden in zur Werkzeugwelle etwa paralleler Richtung abgewinkelt sind und feststehende Abstreifer lediglich auf die durch die Abwinkelung gebildeten Schaufel wirken.
Abgesehen davon, dass längere Pflanzenrückstände, die sich in der durch die Haken- oder Sichelform entstehenden Hohlkehle um die Werkzeuge hängen, von den Abstreifern nicht erfasst werden können, ergibt sich'bei feststehenden Abstreifern im allgemeinen der Nachteil, dass sie zusammen mit den vorbeibewegten Werkzeugen eine Scherwirkung ausüben sollen, die aber geringe Abstände der Werkzeug- und Abstreiferkanten voneinander und damit enge Toleranzen voraussetzt, welche bei robusten Bodenbearbeitungsgeräten kaum realisierbar sind.
Fehlt die gewünschte Scherwirkung, so kommt es zu einer Materialklemmung zwischen den bewegten Werkzeugen und den ortsfesten Abstreifern. Ähnliches gilt hinsichtlich eines andern bekannten Bodenbearbeitungsgerätes (US-PS Nr. 3, 672, 453), bei dem etwa sichelförmige Werkzeuge mit rechenartigen Abstreifern zusammenarbeiten, die zwar verschwenkt werden können, bei der Arbeit aber unbeweglich sind.
Schliesslich ist ein Bodenbearbeitungsgerät bekannt (DE-OS 2423930), bei dem mehrere um die Abstreiferwelle kreisende Werkzeugwellen vorgesehen sind und die Werkzeuge eine zinkenartige Form aufweisen. Hier besteht der Nachteil, dass sich pflanzliches Gut jeweils um die Werkzeugwelle wickeln kann, ohne von den Abstreifern daran gehindert zu werden, obwohl Abstreifer und Werkzeuge eine entgegengesetzte Drehrichtung besitzen.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Gerät der eingangs geschilderten Art so zu verbessern, dass eine günstige Bodenbearbeitung mit verhältnismässig geringem Leistungsbedarf ermöglicht und ein Umwickeln bzw. Verstopfen und Verschnüren der Werkzeugwelle ausgeschlossen wird.
Die Erfindung löst die gestellte Aufgabe dadurch, dass bei an sich bekannten, im wesentlichen haken- oder sichelförmigen Werkzeuge mit in Drehrichtung der Werkzeugwelle vorwärtsgerichteten Schneiden die Abstreiferwelle, wie an sich ebenfalls bekannt, eine zur Werkzeugwelle entgegengesetzte Drehrichtung aufweist und sich die Abstreifer an den zugeordneten Werkzeugen jeweils mit höherer Umfangsgeschwindigkeit vorbeibewegen.
Da die Abstreifer als Arme auf einer sich in entgegengesetzter Richtung zur Werkzeugwelle drehenden eigenen Abstreiferwelle sitzen und sich die Umlaufkreis der Werkzeuge und der Abstreifer überschneiden, wird eine gute Abstreifwirkung erreicht. Dabei wird zufolge der höheren Umfangsgeschwindigkeit der Abstreifer und ihrer zu den Werkzeugen entgegengesetzten Umlaufrichtung das an den vorderen Werkzeugkanten bzw. -schneiden und insbesondere in der durch die Hakenoder Sichelform gebildeten Hohlkehle hängengebliebene pflanzliche Gut jeweils von unten erfasst, von der Werkzeugkante abgehoben und hinter der Abstreiferwelle fallengelassen, so dass durch die besonderen Relativbewegungen der Werkzeuge und Abstreifer eine sichere Werkzeugreinigung erzielt wird.
Da die Werkzeuge haken-oder sichelförmig sind, kann eine vergleichsweise grosse Eindringtiefe der Werkzeuge in den Boden gewählt werden, ohne wegen eines gegebenenfalls zu hohen Leistungsbedarfes auf das Abtrennen jeweils nur kleiner Bissen Bedacht nehmen oder ein Ausheben des Gerätes befürchten zu müssen. Die Abstreifer können ausser ihrer Abstreifwirkung noch die Funktion von Krümelwerkzeugen erfüllen, soferne die Abstreiferwelle
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in einer entsprechenden Höhe über dem Boden liegt. Selbstverständlich müssen die Drehung der Abstreiferwelle und die Drehung'der Werkzeugwelle so aufeinander abgestimmt sein, dass die Abstreifer an den ihnen zugeordneten Werkzeugen stets im Bereich zwischen den beiden Wellen vorbeibewegt werden.
In den Zeichnungen ist der Erfindungsgegenstand in einem Ausführungsbeispiel schematisch dargestellt, u. zw. zeigen Fig. 1 ein Bodenbearbeitungsgerät in Seitenansicht und Fig. 2 in Draufsicht.
In einem nicht dargestellten, an einen Ackerschlepper anbaubaren oder anhängbaren Rahmen ist eine quer zur Fortbewegungsrichtung des Gerätes (Pfeil 1) liegende Werkzeugwelle --2-- gelagert, die über ebenfalls nicht dargestellte Mittel von der Zapfwelle des Ackerschleppers her im Drehsinn der Schlepperräder (Pfeil 3) angetrieben wird. Auf der Werkzeugwelle --2-- sitzen nebeneinander, aber gegeneinander jeweils um 900 winkelversetzt vier Werkzeuge --4 bis 7--, die mit in Drehrichtung --3-- der Werkzeugwelle --2-- vorwärtsgerichteten Schneiden --8-- im wesentlichen Haken- oder Sichelform besitzen und deren Aussenenden --9-- zu zur Werkzeugwelle --2-- parallelen Schaufeln abgewinkelt sind.
Jedem Werkzeug --4 bis 7-- ist ein Abstreifer --4a bis 7a-- zugeordnet, die als Arme auf einer hinter der Werkzeugwelle-Z-parallel zu dieser angeordneten Abstreiferwelle --10-- sitzen. Die Abstreiferwelle --10-- rotiert in Richtung des Pfeiles --11--, also in zur
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der Durchmesservergrösserung der von der Abstreiferwelle --10-- und den Abstreifern --4a bis 7a-gebildeten Einheit könnte die Drehzahl der Abstreiferwelle --10-- auch verringert werden. Die Abstreiferwelle --10-- ist um die Werkzeugwelle --2-- im Sinne der Pfeile --12-- schwenkverstellbar.
Wie insbesondere aus Fig. 2 ersichtlich, besitzen auch die Abstreifer --5a bis 7a-- parallel zur Abstreiferwelle --10-- abgewinkelte Aussenenden --13-- mit Schneiden --14--. Die Abstreifer --4a bis 7a-- dringen bis zu einer bestimmten Tiefe in den Boden ein und können so beispielsweise zur Saatbettaufbereitung dienen, während die Werkzeuge --4 bis 7-- zur gröberen Bodenlockerung bzw. Bodenmischung mit grösserem Tiefgang herangezogen werden. Den Werkzeugen --4 bis 7-- können Grubberwerkzeuge --15-- vorgeordnet sein, die im Gegensatz zu den Werkzeugen --4 bis 7-- keine Bodenmischung und-wendung herbeiführen, sondern bloss eine grobe Bodenlockerung bewirken.
Die Grubberwerkzeuge --15-- können selbstverständlich mit der Werkzeug welle --2-- und der Abstreiferwelle --10-- in einem Gerät zusammengefasst sein und ihren Antrieb ebenfalls von der Zapfwelle des Ackerschleppers, an dem das Gerät angeschlossen ist, her erhalten.