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Die Erfindung betrifft die Herstellung eines brikettierten Brennstoffes aus zerkleinertem, in Wasser aufgeweichtem Laub und gegebenenfalls weiteren Stoffen.
In der CH-PS Nr. 76779 und in den FR-PS Nr. 869. 383 und Nr. 2. 270. 315 sowie Nr. 484. 316 sind Verfahren zur Verarbeitung von Laub zu brikettierten Brennstoffen beschrieben.
Alle diese Patentschriften sehen ausnahmslos vor, bei der Brikettherstellung ein Bindemittel einzusetzen. Es ist dort nirgends beschrieben, dass Wasser allein zur Formgebung und Verpressung von Laub zu Briketts verwendet wird.
In der DE-OS 2616725 wird ein Verfahren zur Brikettierung von Laub beschrieben, bei dem oberflächlich betrachtet nur Wasser ohne Bindemittel eingesetzt zu werden scheint. Dieses Verfahren weist nicht weniger als 4 Verfahrensstufen auf, innerhalb welchen eine Fermentierung oder Gärung des Laubes, das meist sogar schon vorher durch eigenes Lagern vorfermentiert sein muss, erfolgt.
Während dieses vierstufigen und daher sehr aufwendigen, verschiedene eigene Fermentationstanks benötigenden Gärvorgangs werden aus dem Laub selbst Stoffe freigesetzt, die als Bindemittel für die Briketts wirken, es kommt also auch dieser recht aufwendige, bekannte Prozess nicht ohne Bindemittel aus. Diese mehrstufige Aufbereitung zur Freisetzung des dort für unumgänglich erachteten Bindemittels aus der zu brikettierenden Laub-Substanz ist aller Wahrscheinlichkeit nach wesentlich kostspieliger, als die aus den andern oben angegebenen Patentschriften bekannte Zugabe von Bindemitteln. Gemäss dieser DE-OS beträgt die Mindestzeit zwischen dem Einweichen des Laubes und dem Verpressen zu Briketts insgesamt mindestens 48 h.
Diese DE-OS offenbart also eindeutig die Anweisung, dass zum Brikettieren von Laub ein Bindemittel-das dort aus dem Laub selbst gewonnen ist-und ein Verpressen nötig ist, um die Formgebung von Laub zu Briketts zu bewirken.
Demgegenüber wurde überraschend gefunden, dass bei der Herstellung von Briketts auf Basis von Laub u. dgl. nicht nur auf die Zugabe eines Bindemittels von aussen, sondern auch auf einen tagelangen Fermentationsprozess zur Bildung eines Bindemittels verzichtet werden kann, und dass vielmehr kurzes, oft nur halbstündiges Einweichen des Laubes in reinem Wasser ohne jeden Bindemittelzusatz und ohne langwieriger Fermentation durchaus dazu ausreicht, in einem nachfolgenden Formgebungsprozess sogar auch ohne eigenen Pressvorgang zu Laubbriketts mit guten mechanischen und Brenneigenschaften zu gelangen.
Gegenstand der Erfindung ist demnach ein Verfahren zur Herstellung eines brikettierten Brennstoffes auf Basis von Laub durch Einweichen von Laub in Wasser, nachfolgendes Zerkleinern und anschliessende Formgebung, das dadurch gekennzeichnet ist, dass man das Laub in Wasser ohne Zusatz eines Bindemittels für kurze Zeit, höchstens 3 h, insbesondere 2 bis 3 h, lang einweicht, wobei das Laub vollständig durch das Wasser bedeckt wird, nach Abtropfen und bzw. oder Abquetschen des Wassers das feuchte Laubmaterial anschliessend der Zerkleinerung unterwirft, gegebenenfalls mit einem Zusatzstoff, wie z. B. Kohlenstaub, Holzmehl, Gras, Stroh, Papier oder Torf vermengt, und, nach Formgebung ohne Druckanwendung, an der Luft trocknen lässt.
Vorteilhaft verwendet man pro 1 kg trockenem Laub 4 bis 5 l Einweichwasser. Es ist jedenfalls darauf zu achten, dass das Laub vollständig von Wasser bedeckt ist, ein Überstehen des Wassers ist oft wünschenswert.
Für die Zerkleinerung des Laubmaterials kann jede dafür geeignete Vorrichtung eingesetzt werden ; vorzugsweise erfolgt die Zerkleinerung bis zu einer Partikelgrösse von etwa 3 mm. Nach der Formgebung wird der feuchte Formling an der Luft, gegebenenfalls unter Anwendung von Warm-
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so benötigt man 2 bis 3 Wochen, zumindest 1 Woche.
Der Anteil des der zerkleinerten Laubmasse vor der Formgebung zugegebenen Zusatzstoffes beträgt vorzugsweise 0 bis 25 Gew.-%.
Als Laubmaterial können jegliche in der Natur vorkommende Arten von Pflanzenblättern Verwendung finden.
Das erfindungsgemässe Verfahren hat insbesondere den Vorteil, dass es keinen mehrstufigen Prozess benötigt und dass praktisch jedermann, beispielsweise bloss ausgerüstet mit einem Eimer, einem Fleischwolf und einem Schöpflöffel einwandfreie Laubbriketts herstellen kann. Er sammelt
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Laub - frisch gefallenes ist, wie gefunden wurde, genausogut brauchbar wie schon länger liegendes - weicht es im Eimer beispielsweise 1/2 h und höchstens 2 bis 3 h ein, lässt das Wasser abtropfen oder quetscht es zwischen den Händen ab, dreht das nasse Laub durch den Fleischwolf, schöpft aus der erhaltenen zerkleinerten Laubmasse mittels dem Schöpflöffel Teilmengen ab, setzt sie nach Art von Keks od. dgl. auf eine Unterlage ab und lässt sie dort an der Luft trocknen.
Nach 2 bis 3 Wochen Lagern bei Umgebungstemperaturen zwischen etwa 10 und etwa 25 C, werden feste halbkugelförmige Briketts erhalten, die dann problemlos verheizt werden können.
Das erfindungsgemässe Verfahren hat also den Vorteil, dass es in jedem Massstab, vom Selbstversorger-bis zum Industriemassstab anwendbar ist.
Der aus Laub hergestellte erfindungsgemässe Brennstoff weist gegenüber aus Kohle hergestellten Briketts weitere Vorteile auf. Insbesondere entfällt die bei der Herstellung herkömmlicher Briketts auftretende Staubentwicklung. Die dadurch in der Umgebung von Brikettfabriken entstehende Belästigung durch Staub wird somit vermieden. Der erfindungsgemässe herstellbare Brennstoff verursacht sowohl bei der Herstellung als auch bei der Handhabung, beim Verpacken und Verladen und bei der Verwendung keinerlei Verschmutzung.
Die Verbrennung geht fast ohne Rauchentwicklung vor sich. Der Brennstoff verglüht vollkommen und hinterlässt nur eine feine, aus den Verbrennungsanlagen leicht zu entfernende Asche.
Die erfindungsgemäss erhältlichen Briketts eignen sich insbesondere auch als Brennmaterial für Grillöfen.
Schliesslich weisen die Briketts die für die Stapelung und den Versand nötige Festigkeit auf und sind daher für Hausbrand, Handwerk und Industrie gleichermassen geeignet.
Beispiel : Etwa 14 Tage nach dem Laubfallbeginn gesammeltes Eichen-Buchen-Mischwaldlaub aus dem Wienerwald wurde in 4,5 l Wasser pro kg Laub 1 h lang eingeweicht, dann in einer Faschiermaschine zerkleinert und schliesslich in einer quadratisch-prismatischen Blechform zu einem Brikett geformt, das dann 3 Wochen lang bei Temperaturen im Bereich zwischen 10 und 23 C im Freien an einer regengeschützten Stelle luftgetrocknet wurde.
Die Probebriketts wurden von der Staatlichen Versuchsanstalt für Heizung und Lüftung in Wien geprüft und es wurde ein unterer Heizwert der Briketts von 14588 kJ/kg gefunden, was etwa dem Heizwert österreichischer Braunkohlen entspricht.
Identische Parallelversuche mit Einweichzeiten von 2 und von 3 h ergaben gleichwertige Briketts. PATENTANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Herstellung eines brikettierten Brennstoffes auf Basis von Laub durch Einweichen von Laub und Wasser, nachfolgendes Zerkleinern und anschliessende Formgebung, dadurch gekennzeichnet, dass man das Laub in Wasser ohne Zusatz eines Bindemittels für kurze Zeit, höchstens 3 h, insbesondere 2 bis 3 h, lang einweicht, wobei das Laub vollständig durch das Wasser
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staub, Holzmehl, Gras, Stroh, Papier oder Torf vermengt, und, nach Formgebung ohne Druckanwendung, an der Luft trocknen lässt.