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Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Bearbeiten von geschweissten Schienenprofilen.
Beim Verschweissen von Eisenbahn- oder Strassenbahnschienen, z. B. mit Hilfe des aluminothermischen Verfahrens, müssen nach dem Schweissvorgang die Schweissgutüberstände bzw. Schweisswülste entfernt werden, u. zw. gegebenenfalls im eingebauten Gleis. Bei dieser Nachbearbeitung muss insbesondere der Schienenfuss sowohl an seiner Unterseite als auch an seiner Oberseite durch Schleifwerkzeuge bearbeitet werden.
In der Praxis war es bisher erforderlich, gesonderte Vorrichtungen für die Bearbeitung der Schienenfussoberseite und der Schienenfussunterseite zur Anwendung zu bringen, wobei die Abstützung dieser Vorrichtungen an der Schiene, insbesondere wegen des an der Schienenunterseite zur Verfügung stehenden geringen Raumes, relativ schwierig durchzuführen und auch die Einstellung der genauen Arbeitshöhe der Schleifwerkzeuge kompliziert ist.
Die Erfindung zielt nun darauf ab, eine konstruktiv einfache Vorrichtung zu schaffen, mit der sowohl eine Bearbeitung der Schienenfussunterseite als auch der Schienenfussoberseite möglich ist und die zugleich eine einwandfreie Anlage der Bearbeitungswerkzeuge am Schienenfuss gewährleistet.
Gegenstand der Erfindung ist eine Vorrichtung zum Bearbeiten von geschweissten Schienenprofilen, die gekennzeichnet ist durch einen über Laufrollen am Schienenkopf abstützbaren und verfahrbaren Rahmen, der zwei über eine zu den Achsen der Laufrollen parallele Schwenkachse miteinander verbundene Rahmenabschnitte aufweist, die relativ zueinander mittels einer Spreizeinrichtung unter gegenseitiger Annäherung oder Entfernung der Laufrollen um die Schwenkachse scherenartig verschwenkbar sind, wobei einer der Rahmenabschnitte eine Antriebseinrichtung trägt, über welche entweder eine von diesem Rahmenabschnitt abgestützte Schleifwalze für die Bearbeitung der Schienenfussunterseite oder eine ebenfalls von diesem Rahmenabschnitt abstützbare Schleifscheibenanordnung für die Bearbeitung der Schienenfussoberseite und gegebenenfalls auch der Schienenfussseitenkante antreibbar ist.
Diese Konstruktion ermöglicht es, je nach Bedarf entweder das Bearbeitungswerkzeug für die Schienenfussunterseite oder das Werkzeug für die Bearbeitung der Schienenfussoberseite sowie gegebenenfalls der Schienenfussseitenkante zum Einsatz zu bringen. In der von den Laufrollen und der Schwenkachse gebildeten Gelenkanordnung kann mittels der Spreizeinrichtung die gegenseitige Schwenklage bzw. Spreizlage der beiden Rahmenabschnitte so eingestellt werden, dass sich das jeweilige Bearbeitungswerkzeug stets in sicherer Anlage an dem zu bearbeitenden Schienenfussteil befindet und eine präzise Bearbeitung desselben stattfinden kann.
Vorzugsweise ist die Schleifwalze für die Bearbeitung der Schienenfussunterseite von einem gabelförmigen Joch getragen, das mittels eines Kupplungsbolzens mit dem Rahmenteil lösbar und schwenkbar verbindbar ist, wobei das Joch ferner eine Laufrolle trägt, welche an der Schienenfussunterseite angreift. Diese Ausführung ermöglicht ein rasches Ansetzen bzw. Entfernen der Schleifwalze und sichert eine einwandfreie Anlage der Schleifwalze am Schienenfuss beim Nachstellen der Schleifwalze durch Änderung der gegenseitigen Schwenklage der beiden Rahmenteile.
Nach einem weiteren Merkmal der Erfindung ist an dem mit dem Schwenklager für das Joch versehenen Rahmenabschnitt koaxial zu diesem Schwenklager eine Kupplungsscheibe drehbar gelagert, die mit der Antriebseinrichtung über einen Antriebsriemen in ständiger Antriebsverbindung steht und ihrerseits mit einer am Joch gelagerten Kupplungsscheibe für einen weiteren Antriebsriemen kuppelbar ist, über welchen die Schleifwalze antreibbar ist. Hiedurch wird erreicht, dass die Antriebsverbindung zwischen der Antriebseinrichtung und der Schleifwalze auf einfache Weise unmittelbar nach dem Kuppeln des Joches mit dem Rahmen über den Steckbolzen durch den gegenseitigen Eingriff der beiden Kupplungsscheiben hergestellt ist.
An dem die Antriebseinrichtung tragenden Rahmenabschnitt ist in Weiterbildung der Erfindung nach Abnahme des die Schleifwalze tragenden Joches ein Träger für die Schleifscheibenanordnung zur Bearbeitung der Oberseite und gegebenenfalls der Seitenkante des Schienenfusses befestigbar, wobei die Schleifscheibenanordnung über einen Antriebsriemen mit der Antriebseinrichtung kuppelbar ist. Die Schleifscheibenanordnung, die eine Schleifscheibe zur Bearbeitung der Oberseite des Schienenfusses und eine Trennscheibe zur Bearbeitung der Schienenfussseitenkante umfassen kann, ist somit relativ zum zugehörigen Rahmenabschnitt ortsfest angeordnet und es ist die Arbeitslage der Bearbeitungswerkzeuge durch gegenseitiges Verschwenken der beiden Rahmenabschnitte mittels der Spreizeinrichtung einstellbar.
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Ein Vorteil der erläuterten Konstruktion besteht darin, dass der Austausch der Bearbeitungswerkzeuge mit wenigen Handgriffen sehr rasch vorgenommen werden kann.
Die Spreizeinrichtung für die Rahmenabschnitte ist vorzugsweise durch eine Schraubspindel gebildet, die in dem einen Rahmenabschnitt gelagert ist und am andern Rahmenabschnitt oberhalb der Schwenkachse angreift.
Die Erfindung wird nachfolgend an einem Ausführungsbeispiel unter Bezugnahme auf die Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen : Fig. 1 eine schematische Seitenansicht einer Vorrichtung gemäss der Erfindung, wobei das Bearbeitungswerkzeug für die Schienenfussoberseite und für die Schienenfussseitenkante strichliert dargestellt ist und Fig. 2 eine Stirnansicht der Vorrichtung nach Fig. 1.
Die gezeigte Vorrichtung weist einen allgemein mit-l-bezeichneten Rahmen auf, der über Laufrollen --2-- am Schienenkopf --K-- abgestützt und auf diesem verfahrbar ist, wozu der Rahmen mit Handgriffen --3-- ausgestattet ist. Der Rahmen-l-besteht aus zwei Rahmenabschnitten - 4 und 5--, die über eine quer zum Schienenprofil verlaufende Schwenkachse --6-- miteinander verbunden sind. Die gegenseitige Schwenklage der Rahmenabschnitte --4 und 5-- ist unter gegenseitiger Annäherung bzw. Entfernung der Laufrollen --2-- mittels einer Schraubspindel --7-- einstellbar, die oberhalb der Schwenkachse --6-- im Rahmenabschnitt --4-- gelagert ist und am Rahmenabschnitt --5-- angreift.
Der Rahmenabschnitt --5-- trägt eine Antriebseinrichtung z. B. einen Benzinmotor, auf dessen Ausgangswelle eine Keilriemenscheibe --9-- sitzt, die über einen Antriebsriemen --10-- mit einer ebenfalls am Rahmenabschnitt --5-- nahe der Schwenkachse --6-- drehbar gelagerten Keilriemen-Kupplungsscheibe --11-- in ständiger Antriebsverbindung steht. Die Kupplungsscheibe --11-sitzt drehbar auf einer Lagerbuchse --12-- für einen Kupplungsbolzen --13--, mit welchem ein ebenfalls mit einer Kupplungsscheibe --14-- versehenes Joch --15-- mit dem Rahmenteil --5-schwenkbeweglich verbindbar ist.
Das Joch --15-- trägt eine Schleifwalze --16-- zur Bearbeitung der Unterseite des Schienenfusses --S-- und stützt sich an der Schienenfussunterseite ferner über eine Laufrolle --17-- ab. Die Kupplungsscheibe --14-- steht mit der Schleifwalze --16-- über einen Antriebsriemen-18-, z. B. Keilriemen, der auf einer mit der Schleifwalze verbundenen Riemenscheibe --19-- sitzt, in Antriebsverbindung.
Soll an Stelle der Schienenfussunterseite die Schienenfussoberseite und gegebenenfalls auch die Schienenfussseitenkante bearbeitet werden, so wird das die Schleifwalze --16-- tragende Joch --15-- durch Entfernen des Steckbolzens --13-- vom Rahmenteil --5-- abgenommen und es wird ein in den Zeichnungen strichpunktiert angedeuteter Träger --20-- für eine Schleifscheibe --21-und eine zu dieser koaxiale Trennscheibe --22-- am Rahmenteil --5-- mittels eines Schraubenbolzens --23-- unbeweglich befestigt. Wie Fig. 2 zeigt, greift die Schleifscheibe --21-- an der Oberseite und die Trennscheibe --22-- an der Seitenkante des Schienenfusses --S-- an. Der Antrieb der Schleifscheibenanordnung --21, 22-- erfolgt über einen Antriebsriemen --24--, der mit der Riemenscheibe --9-- in Eingriff steht.
Um die Arbeitslage der Schleifscheibe --21-- genau einzustellen, werden die Rahmenabschnitte - 4 und 5-- mittels der Spreizspindel --7-- scherenartig um die Schwenkachse --6-- so verschwenkt bzw. gespreizt, dass eine genaue Anlage des betreffenden Bearbeitungswerkzeuges am Schienen- fuss --S-- gesichert ist. Auf diese Weise kann ferner zum Ausgleich des Verschleisses der Schleifscheibe --21-- ein Nachstellen der Schleifscheibe vorgenommen werden. Das Nachstellen der Schleifscheibe --21-- erfolgt dabei unter Verringerung der Grösse der von den beiden Rahmenabschnitten - -4, 5-- gebildeten Scherenöffnung.
Um die Schleifwalze --16-- und die Laufrolle --17-- während des Betriebes in ständigem Ein-
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den Rahmenabschnitten vorhandenen Scherenöffnung mittels der Spreizspindel --7-- vorgenommen, u. zw. unter Schwenken des Joches --15-- um den Steckbolzen --13--.
Mit der erfindungsgemässen Vorrichtung können auf einfache Weise beide Schienenfussseiten bearbeitet werden, indem die Vorrichtung um 1800 versetzt auf die Schiene aufgesetzt wird.
Es versteht sich, dass im Rahmen des allgemeinen Erfindungsgedankens verschiedene Abwand-
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lungen des erläuterten Ausführungsbeispieles möglich sind, insbesondere hinsichtlich der Ausbildung der Einrichtungen zum Antrieb der Bearbeitungswerkzeuge.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Vorrichtung zum Bearbeiten von geschweissten Schienenprofilen, gekennzeichnet durch einen über Laufrollen (2) am Schienenkopf abstützbaren und verfahrbaren Rahmen, der zwei über eine zu den Achsen der Laufrollen (2) parallele Schwenkachse (6) miteinander verbundene Rahmenabschnitte (4,5) aufweist, die relativ zueinander mittels einer Spreizeinrichtung (7) unter gegenseitiger Annäherung oder Entfernung der Laufrollen (2) um die Schwenkachse (6) scherenartig verschwenkbar sind, wobei einer (5) der Rahmenabschnitte (4,5) eine Antriebseinrichtung (8) trägt, über welche entweder eine von diesem Rahmenabschnitt abgestützte Schleifwalze (16) für die Bearbeitung der Schienenfussunterseite oder eine ebenfalls von diesem Rahmenabschnitt abstützbare Schleifscheibenanordnung (21,22)
für die Bearbeitung der Schienenfussoberseite und gegebenenfalls auch der Schienenfussseitenkante antreibbar ist.