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Die Erfindung betrifft einen Kanal zur Aufnahme von Leitungen, insbesondere Fernheizleitungen, bestehend aus dichtend zusammengefügten, einen Hohlraum einschliessenden vorgefertigten Elementen aus Beton, vorzugsweise Stahlbetonfertigteilen und setzt sich die Herstellung solcher Kanäle zum Ziel, die es vorteilhafterweise ermöglichen, die zu verlegenden Leitungen besonders zuverlässig isoliert und einwandfrei gegen Einflüsse aller Art unterirdisch unterzubringen.
Aus der Schweizer Patentschrift Nr. 192095 ist das bündelweise Umschliessen und Isolieren von Fernheizleitungen bekannt. Das isolierte Rohrbündel ist in einem Kanal untergebracht, der aus Fertigteilen zusammengefügt erscheint, doch enthält diese Patentschrift über die Ausbildung dieses Kanals und über die Art der zu seiner Herstellung benutzten Elemente keinerlei konkrete Aussage.
Die DDR-Patentschrift Nr. 32120 befasst sich mit der Ausgestaltung eines sogenannten Rohrfertigteiles, der aus jeweils einem mit einer Isolierung und einem Betonmantel umhüllten, in einem Gleitlager gehaltenen Rohrstück besteht.
Die USA-Patentschriften Nr. 2, 355, 966, Nr. 2, 773, 512 und Nr. 2, 857, 648 sehen zur Herstellung bzw. zum Einbau von Leitungen ausschliesslich die Verwendung von Ortbeton vor ; solche Leitungen unterscheiden sich naturgemäss von dem eingangs beschriebenen Kanal, der zur Bildung eines Hohlraumes aus Elementen (Betonfertigteilen) dichtend zusammengefügt ist.
Aus der deutschen Patentschrift Nr. 884628 ist ein Kanal für Leitungen, insbesondere Fernheizleitungen bekannt, der aus dichtend zusammengefügten, einen Hohlraum einschliessenden Elementen, u. zw. aus Betonfertigteilen, besteht.
Bei dieser bekannten Konstruktion ist eine im wesentlichen ebene Grundplatte und eine gewölbeartige Kappe, die den Hohlraum einschliesst, zur Bildung des Kanalquerschnittes vorgesehen.
Erfindungsgemäss ist bei einem Kanal der eingangs genannten Art vorgesehen, dass zur bodenfreien Lagerung der Leitungen trogförmig ausgebildete Bodenelemente mit ihren sich aufwärtserstreckenden Seitenwänden vorzugsweise eben ausgebildete Deckelelemente tragen.
Die erfmdungsgemässe Lösung, derzufolge zur bodenfreien Lagerung der Leitungen trogförmig ausgebildete Bodenelemente mit ihren sich aufwärtserstreckenden Seitenwänden vorzugsweise ebene Deckelelemente tragen, erweist sich gegenüber den bekannten Einrichtungen insofern als wesentlich vorteilhafter und fortschrittlich, als es die trogförmige Ausbildung der Bodenelemente ermöglicht, die bereits im Kanalhohlraum verlegten Leitungen bis zu ihrer Abdeckung und Einschliessung mittels der Deckelelemente wirksam gegen das seitliche, nachdrängende Erdreich zu schützen ; die Leitungen liegen schon vor der völligen Fertigstellung des Kanals sicher und geborgen in dem von den Bodenelementen gebildeten Trog.
Die Leitungen sind in diesem Trog gut zugänglich, gut bearbeitbar und ihre Lage kann innerhalb des Troges ohne Schwierigkeit nachträglich korrigiert werden. Die Herstellung der Abdichtung zwischen den oberen, freiliegenden und ausragenden Rändern der Seitenwände und den Deckelelementen ist wesentlich vereinfacht.
Ferner erlaubt ein erfindungsgemäss ausgebildeter Kanal Leitungen beliebiger Art, z. B. die bereits erwähnten Fernheizleitungen, allseits von Luft umhüllt und dadurch einwandfrei isoliert, aber auch ebenso einwandfrei gegen äussere Einflüsse geschützt innerhalb eines beliebig dimensionierbaren Kanalquerschnittes zu verlegen. Der Kanal ist aus Elementen gebildet, die äusserst robust sowie unempfindlich gegen äussere Einflüsse sind und anderseits, z.
B. durch formschlüssiges Ineinandergreifen, gut gegeneinander abgedichtet und zuverlässig miteinander verbunden werden können, so dass sie einen gegen Verschiebungen, wie sie beispielsweise durch ungleiche Setzungen des Erdreiches verursacht werden, überaus widerstandsfähigen, zähen Strang bilden, der im Falle des Eintretens solcher Beanspruchungen zuverlässig dicht bleibt.
In diesem Sinne ist es noch zusätzlich ein Ziel der Erfindung die Bodenelemente so zu gestalten, dass selbst bei Eindringen von Feuchtigkeit bzw. Wasser in den Kanal-Hohlraum solches Wasser für die in diesem Hohlraum verlegten Leitungen unschädlich bleibt und Gelegenheit findet abzufliessen, zu versickern bzw. zu verdunsten.
Zur bodenfreien Lagerung der Leitungen können die Bodenelemente nach einem weiteren Erfindungsmerkmal mit über die Bodenfläche aufwärts ausragenden, vorzugsweise längsverlaufenden, Leisten od. dgl. gegebenenfalls armierten örtlichen Erhebungen ausgestattet sein, auf denen der Lagerung der Leitungen mittelbar dienende Tragteile, vorzugsweise querverlaufend, aufruhen. Nach einer bevorzugten Ausführungsform des Erfmdungsgegenstandes verlaufen die Leisten od. dgl. stufenförmig zu beiden Längsseiten einer sich gegen die Mitte hin allmählich vertiefenden Bodenfläche. Es empfiehlt sich, in den Leisten od. dgl. vorgefertigte Ausnehmungen zur Verankerung der für die mittelbare Lagerung der Leitungen dienenden Tragteile anzuordnen.
Im Rahmen der Erfindung mag es manchmal zweckmässig sein, die Kanal-Elemente nicht nur zur Unterbringung von Leitungen für ein gasförmiges oder flüssiges Medium, also für Rohrstränge, zu benutzen, sondern zusätzlich, aber doch gesondert, auch Stromversorgungsleitungen, wie Kabel od. dgl. in diesen Kanal-Elementen unterzubringen. In diesem Fall können die erfindungsgemässen Bodenelemente zusätzlich zumindest einen, vorzugsweise im Bereich einer unteren Seitenkante verlaufenden Kanal zur Aufnahme von Kabeln od. dgl. Leitungen enthalten. Solche umfanggeschlossene Kanäle können zweckmässig paarweise im Bereich beider Seitenkanten im Körper der Bodenelemente angeordnet sein.
Von den zu einem Trog zusammenfügbaren Kanal-Elementen sollen entweder die Boden- oder die
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Deckelelemente trogförmig ausgebildet sein, es ist aber auch-für grössere Kanalquerschnitte-denkbar, beiderlei Elemente trogförmig zu gestalten, um dadurch einen noch grösseren umschlossenen Raum zu gewinnen. Mit trogförmigen Bodenelementen können also beispielsweise ebene oder trogförmige Deckelelemente wahlweise kombiniert werden.
Stets zweckmässig erweist es sich im Rahmen der Erfindung, die Seitenränder der Deckelelemente und/oder die Seitenränder der Bodenelemente mit der Verbindung dieser Ränder und der Abdichtung der Fugen dienenden Falzen zu versehen.
Zahlreiche weitere Erfindungsmerkmale einer solchen Verfalzung und Verbindung der Elemente untereinander werden der besseren Verständlichkeit halber im folgenden an Hand der Zeichnungen erläutert, die verschiedene Ausführungsvarianten des Erfindungsgegenstandes veranschaulichen. Die Fig. 1 dieser Zeichnungen zeigt einen Kanalquerschnitt eines ersten Ausführungsbeispieles, die Fig. 2 einen Längsschnitt nach Il-11 der Fig. l, die Fig. 3 einen halben Querschnitt eines zweiten Ausführungsbeispieles mit trogförmigen Deckelelementen, die Fig. 4 eine dritte Ausführungsform mit anderer Verfalzung, die Fig. 5 ein Detail des Bodenelementes, die Fig. 6 einen Grundriss eines Abzweigungs-Bodenelementes in Draufsicht jedoch ohne Deckelelemente und die Fig. 7 eine Ansicht bzw. einen Teilschnitt nach VII-VII der Fig.
6, jedoch mit Deckelelementen.
Gemäss dem in Fig. 1 dargestellten Querschnitt des Kanals sind die zu einem dichten Trog zusammengefügten, durch Stahlbeton-Fertigteile verkörperten Boden-und Deckelelemente-l bzw. 2-ersichtlich. Bei dieser Ausführungsform sind die Bodenelemente-l-trogförmig profiliert, die Deckelelemente --2-- sind hingegen im wesentlichen eben, doch ist die Erfindung-wie später noch erläutert ist-keineswegs an eine solche Ausführungsform gebunden.
Zur bodenfreien Lagerung der Rohrleitungen --3--, z.B. Fernheizleitungen, innerhalb des Kanal-Hohlraumes sind die Bodenelemente-l-mit zu beiden Längsseiten einer sich zur Wasserableitung
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--4-- verlaufenden,Verankerungsfortsätzen versehen sein, die in die mörtelgefüllten Ausnehmungen --8-- eingedrückt und eingebettet werden.
Beim dargestellten Ausführungsbeispiel nach Fig. 1 enthalten die Bodenelemente--l--zusätzliche umfanggeschlossene, im Bereich der beiden unteren Seitenkanten verlaufende Kanäle-9-zur Aufnahme von Kabeln od. dgl., vorzugsweise elektrischen, Leitungen.
Die Seitenränder der im wesentlichen eben ausgebildeten Deckelelemente--2--, deren Oberseite zwecks Wasserableitung dachförmig schräg ausgebildet sein kann, sind mit den Seitenrändern der trogförmigen
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u. zw.- ruhen die Deckelelemente --2-- über eine Mörtelschicht --12-- auf der Horizontalfläche jeder dieser Absetzungen auf und sind vermittels eines zwischen den aufrechten (vertikalen) Flächen des Falzes als Vergussmasse eingebrachten zähplastischen Dichtungsmaterials--13--, z. B. Bitumen od. dgl., abgedichtet. Die Falz-Fuge ist schliesslich nach oben hin noch durch einen wasserdichten Mörtel --14-- abgeschlossen. Der gesamte solcherart gebildete Kanal kann durch eine oder mehrere an die Aussenseite aufgebrachte Anstrich-Schichten --15-- zusätzlich abgedichtet und isoliert sein.
Die Erfindung ist allerdings keineswegs an eine solche Verfalzung der Boden- und Deckelelemente gebunden, wie sie in der Fig. 1 dargestellt ist. Nur beispielsweise erwähnt, kann eine solche Verfalzung auch nach der in Fig. 4 dargestellten Ausführungsvariante erfolgen, derzufolge die Seitenwände --11'-- eines trogförmigen bodenelementes --1'-- aufwärtsragende Federn --16-- tragen, auf die ebene Deckelelemente --2'-- mit zugeordneten Nuten--17--versehen, dichtend aufsetzbar sind. Eine solche Verfalzung würde sich im übrigen auch gut für die Verbindung trogförmiger Deckelelemente mit ebenen Bodenelementen eignen.
Die in Längsrichtung aneinanderstossend verlegten Boden-und Deckelelemente--l und 2--sind auch in dieser Längsrichtung miteinander verfalzt und formschlüssig verbunden sowie in diesen Falzen gegeneinander abgedichtet. Diese aus Fig. 2 ersichtlichen Falze --18-- dienen sowohl der Verbindung des Bodens, als auch der Seitenwände --11-- der Bodenelemente --1--, der Falz--19--dient der Verbindung der Deckelelemente-2-. Beim dargestellten Ausführungsbeispiel sind die Falze-18, 19-als Verblattung ausgebildet, sie könnten aber auch beliebig andersartig ausgebildet sein.
Zweckmässigerweise bilden die Falze --18, 19-- ebenso wie auch die Falze--10--nach oben hin offene, zur Aufnahme eines plastischen Dichtungsmaterials--13--dienende sich aufwärts allmählich erweiternde profilierte Ausnehmungen. Die Falze - 19-- der Deckelelemente --2-- sind gegenüber den Faalzen --18-- der Bodenelemente --1-- in Längsrichtung des Kanals versetzt angeordnet, wordurch sich ein besserer Verband der Fertigteile ergibt.
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Um den Zusammenhalt der Bodenelemente--l--in Längsrichtung des Kanal-Stranges zu gewährleisten und damit auch die dauernde Abdichtung der Falze--18, 19-- sicherzustellen, können zumindest die Bodenelemente--l--im Bereich ihrer beiden Stirn-Enden vorgefertigte nach aussen hin offene Ausnehmungen --20-- für das Einsetzen von Stahlbügeln od. dgl. Kupplungsorganen aufweisen, die sich in solche mörtelgefüllte Ausnehmungen--20--einhaken lassen.
In der Fig. 3 ist eine Ausführungsform eines Kanals dargestellt, bei der trogförmige Deckelelemente-2gemeinsam mit trogförmigen Bodenelementen-l--Verwendung finden. Dieser Kanal ist innerhalb einer vom Erdreich --21-- begrenzten Baugrube --22-- dargestellt und ruht-wie üblich-vermittels einer Sand-Ausgleichschicht--23--und mittelbar über einen Unterbau--24--und eine Schotterbettung --25-- auf dem Boden der Baugrube-22--.
Die Fig. 4 zeigt eine dritte Ausführungsform des Erfindungsgegenstandes mit einer andersartigen Verfalzung zwischen Boden- und Deckelelement, u. zw. besitzen die Seitenwände --11-- eines trogförmigen Bodenelementes --1'-- an ihren oberen Rändern aufwärtsragende Federn--16--, auf die mit zugeordneten Nuten--17--ausgebildete, im vorliegenden Fall ebene Deckelelemente--2'--dichtend aufsetzbar sind.
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--12-Mörtels--12--vorzubeugen.
Die Fig. 5 zeigt als Detail einen Querschnitt einer Winkelschiene-6-, die mittels Pratzen --6'-- im
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--5-- eines Bodenelementes --1-- verankertTragteile--7--gemäss Fig. l dient.
Die Fig. 6 und 7 machen an Hand eines Ausführungsbeispieles ersichtlich, wie mit Falzen ausgestattete Anschluss- und Abschlusselemente bei Abzweigungen bzw. Einmündungen und Abschlüssen aus gleichartigen Elementen zusammengesetzter Kanäle Verwendung finden können.
Gemäss Fig. 6 und 7 ist ein Bodenelement nach der Ausführungsform der Fig. 1 bis 3 in Draufsicht mit einer seitlichen Öffnung --28-- in einer seiner Seitenwände --11-- versehen. Rings um diese Öffnung--28-- verläuft eine Nut-29--, in die eine Feder-30- (Fig. 6) der Seitenwände-11-und des Bodenteiles eines seitlich dicht anzuschliessenden gewöhnlichen Bodenelementes passt, von dem bloss die Stirnseite dargestellt ist.
Eine Ausnehmung--31--des Deckelelementes--2--nach Fig. 7 ermöglicht es, einen Falz eines-nicht dargestellten-Deckelelementes des seitlich anzuschliessenden Kanals dichtend einzufügen.
In den Fig. 6 und 7 ist aber auch beispielsweise ein stirnseitiger Kanal-Abschluss veranschaulicht :
Die in den Zeichnungen rechte Stirnseite des Kanals ist mittels einer Abschlussplatte --32-- (Fig.7) abgeschlossen, die eine ringsumlaufende Absetzung--33--aufweist und über diese Absetzung--33--an den Falzen-18-des Bodenelementes-l-formschlüssig anliegt. Zwischen dem Deckelelement-2--
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seinem der abzuschliessenden Stirnseite des Kanals zugewendeten Falz zur Absetzung --33-- der Abschlussplatte-32-passt und diese dichtend anliegen lässt.
Selbstverständlich ist die Erfindung nicht an die dargestellten und erläuterten Ausführungsbeispiele gebunden, vielmehr ist sie im Rahmen der Offenbarung weitgehend abwandelbar und ausbaufähig. Insbesondere können-wie schon erwähnt - sogenannte Boden- und Deckelelemente beliebigen Profils, z. B. beliebiger Trogtiefe, mit ebenen oder trogförmigen Elementen zugeordneter Falz-Ausbildung beliebig und mannigfach kombiniert verwendet und zu Kanälen beliebig wählbarer Dimension zusammengefügt werden.