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Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Herstellen einer elektrischen Kontaktvorrichtung von Schutzgas- und Vakuum- (sogenannten Reed-) Kontaktröhren, wobei die Kontaktvorrichtung mit flachen, einander im Kontaktbereich überlappenden Kontaktstücken versehen ist, von welchen zumindest eines federnd ist. Die Erfindung bezweckt die möglichst vollständige Auflage der Kontaktflächen aneinander zu sichern.
Bei der Erzeugung von Schutzgasröhrenkontakten ist die Qualität der Röhre weitgehend abhängig von der Art und Weise, auf welche die verbreiterten Kontaktstücke in das Schutzglas der Röhre eingeschmolzen werden.
Es ist angestrebt, diese Kontakte so einzuschmelzen, dass im geschlossenen Zustand des Kontaktpaares (Schaltstellung) die beiden Kontaktstücke möglichst vollständig aneinander anliegen, wobei die vorgeschriebenen Kennwerte (Ansprech- und Abfallerregung) möglichst geringe Streuungen aufweisen sollen.
Auf zahlreichen Gebieten der Elektronik und Fernmeldetechnik werden Relais verwendet, die Schutzgasbzw. Vakuum-Kontaktröhren enthalten, weil diese an Betriebssicherheit, Schaltgeschwindigkeit und niedrigem Leistungsbedarf die Relais herkömmlicher Bauarten übertreffen. Auf einzelnen Gebieten (z. B. in Fernsprechzentralen) werden sehr grosse Mengen solcher Kontaktröhren verwendet und es ist daher besonders wünschenswert, dass solche Kontaktröhren über eine lange Zeitdauer sehr viele Schaltungen (in der Grössenordnung von Millionen) einwandfrei durchführen. Aus diesen Gründen kommt dem oben erwähnten Einschmelzen der Kontaktvorrichtung in den Glaskolben der Röhre besondere Bedeutung zu. Die Lage der Kontaktstücke relativ zueinander und zum Röhrenglaskolben muss hiebei genau eingestellt werden.
Der Arbeitsvorgang, mit dem dies erreicht wird, heisst zumeist"Spaltnahme".
Die bisher üblichen Einschmelzverfahren für solche Kontaktvorrichtungen beruhen auf der Ruhestellung der Kontaktstücke, wozu aber eine äusserst präzise Fertigung der Kontakte an sich erforderlich ist. Die unvermeidlichen Streuungen der Federkonstante der Kontakte führt dazu, dass in der Schaltstellung der Kontaktstücke eine unvollständige Berührung derselben stattfindet. Dies bedingt auch Streuungen in der Ansprecherregung der Kontaktröhren durch Streuungen des Luftspaltes und Streuungen der Überschlagsspannung.
Diese Nachteile können auch bei einer weiteren bekannten Vorgangsweise nicht vermieden werden, bei welcher eine zur Einstellung des Spaltausmasses dienende Einrichtung in das Glasrohr der Kontaktröhre hineinragt, da auch bei dieser Vorgangsweise die Kontakte in ihrer Ruhestellung eingestellt werden.
Es ist weiters bekanntgeworden, die Kontaktzungen über den elastischen Bereich hinaus zu deformieren, wobei die Kontaktzungen also eine bleibende Formveränderung erleiden. Auch dieses Verfahren hat sich in der Praxis nicht völlig bewährt.
Die Erfindung setzt sich zur Aufgabe, ein Verfahren zum Herstellen einer elektrischen Kontaktvorrichtung der eingangs geschilderten Art so zu verbessern, dass die federnden Kontakte in einer derartigen Weise festgelegt werden, dass ein späteres Justieren unterbleiben kann. Das erfindungsgemässe Verfahren besteht darin, dass die Kontaktstücke zunächst unmittelbar miteinander in Berührung gebracht und in dieser Stellung fixiert werden und dass sodann an den andern Enden der federnden Kontaktstücke eine Auslenkungskraft zur Wirkung gebracht wird, welche die Kontaktstücke in jene Spannung setzt, unter der sie betriebsmässig bei Kontaktgabe zu stehen haben, wonach die Einspannstellen der Kontaktstücke in dieser Lage festgelegt werden.
Dieses sowohl für zwei oder mehr Kontakte anwendbare Verfahren liefert bessere Ergebnisse, da nun nicht mehr der Luftspalt eingestellt wird, sondern dieser sich als Folge der Verfahrensschritte zwangsläufig ergibt, sobald die an der Kontaktstelle auf die Kontaktfedern ausgeübte Vorspannung entfällt. Mit Rücksicht darauf, dass die Justierung der Federn nach der Federkraft erfolgt, können somit zwei Kontaktvorrichtungen zwar gleiche Ansprechwerte, aber unterschiedliche Luftspalte besitzen. Wichtig sind aber die gleichen Ansprechwerte, da nur über diese sichergestellt werden kann, dass eine Vielzahl von Kontaktröhren in gleicher Weise arbeitet.
Das erfindungsgemässe Verfahren wird im nachstehenden an Hand der Zeichnungen näher erläutert, in welchen in den Fig. la und Ib Längsschnitte durch zwei Ausführungsformen von Kontaktröhren dargestellt sind, während Fig. 2 die beiden Kontakte einer Kontaktröhre mit einer fehlerhaften Anlage aneinander zeigt. Die Fig. 3 und 4 zeigen die schematische Darstellung des ersten Arbeitsganges des erfindungsgemässen Verfahrens.
In den Fig. la und 1b sind jeweils die Kontakte mit die sie tragenden Kontaktfedern mit--2-- und der Glasrohrkolben mit--3--bezeichnet. Bei der Ausführungsform nach Fig. la liegen die Kontakte --l- in der Mitte der Röhrenlänge, während bei der Ausführungsform nach Fig. lb die Kontakte--l--im Bereich des einen Endes des Röhrenkolbens--3--liegen.
Fig. 2 zeigt, dass sich bei einer übermässig fehlerhaften Anlage der Kontakte aneinander die Kontakte nicht flächig berühren, so dass der Übergangswiderstand und damit der Abbrand an den Kontakten sehr gross wird.
Dazu kommt, dass diese Nachteile bei einer Serie gleicher Kontaktröhren unregelmässig auftreten, so dass sich in der Folge ungleichmässige Ansprechwerte der einzelnen Röhren ergeben.
Beim erfindungsgemässen Verfahren, welches in Fig. 3 für eine mit mittig angeordneten Kontaktstücken ausgebildete Kontaktröhre nach Fig. la dargestellt ist und in Fig. für eine mit seitlich angeordneten Kontakten versehene Kontaktröhre nach Fig. lb dargestellt ist, werden die Kontakte--l-an der Überlappungsstelle zusammengefasst. Bei einer mit mittigen Kontakten-l--ausgebildeten Röhre (Fig. la, 3) werden auf die Kontaktfedern zur Überlappungsstelle symmetrische Kräfte--F-aufgebracht, so dass die Kontaktfedern
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