AT30493B - Verfahren zur Darstellung von Ammoniak durch Überleiten eines Wasserdampf-Luftgemisches über erhitzten Torf oder andere kohlenstoffhältige Materialien. - Google Patents
Verfahren zur Darstellung von Ammoniak durch Überleiten eines Wasserdampf-Luftgemisches über erhitzten Torf oder andere kohlenstoffhältige Materialien.Info
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Description
<Desc/Clms Page number 1> Verfahren zur Darstellung von Ammoniak durch Überleiten eines WasserdampfLuftgemisches über erhitzten Torf oder andere Kohlenstoffhältige Materialien. EMI1.1 Gemisches von atmosphärischer Luft und Wasserdampf Über Torf oder andere kohlenstoff- hältige Materialien, wie Koks, Kohle u. dgl. Eine ganz ähnliche Reaktion liegt scheinbar dem Vorfahren der deutschen Patentschrift Nr. 8238 von Rickman zu Grunde, wobei jedoch das Luft-Wasserdampfgemisch bei einer Temperatur zwischen 5500 C und 8000 C über die kohlenstoffhältigen Substanzen EMI1.2 wird bekanntlich der Wasserdampf durch den glühenden Kohlenstoff in Wasserstoff und Sauerstoff zersetzt und nach Rickman sollte der naszierende Wasserstoff auf den im Torf oder in den anderen kohlenstoffhältigen Materialien enthaltenen Stickstoff einwirken. Auf EMI1.3 glühende Kohle leitet. Im Gegensatz hiezu wird nach vorliegender Erfindung das Luft-Wasserdampfgemisch z. B. über stickstoffreichen Torf bei einer zwischen 3 () 01) C und 525 C gelegenen Temperatur, die also keineswegs 5500 C übersteigen darf, geleitet, so dass der Torf niemals zum Glühen EMI1.4 und anderen vorgeschlagenen hohen Temperaturen nur gering ist, vermutlich weil vie ! Ammoniak zerstört wird, u. zw. ist dies stets der Fall, wenn das eben gebildete Ammoniak EMI1.5 Mengen von Ammoniak und dürfte das billigste bisher bekannte Verfahren darstellen. Genaud Untersuchungen im grossen haben ergeben, dass eine Temperatur von etwa EMI1.6 <Desc/Clms Page number 2> EMI2.1 aber bewiesen, dass bei Einwirkung von von Sauerstoff befreiter Luft, d. i. Stickstoff und Wasserdampf auf Torf bei einer unter 6000 C gelegenen Temperatur die Ausbeute an EMI2.2 gehalt in Gemeinschaft mit Wasserdampf auf Torf bei der angegebenen Temperatur einwirkt. Es hat sich auch gezeigt, dass unter solchen Umständen mehr Ammoniak erhalten wird, als dem im Torfe enthaltenen Stickstoff entspricht. Zweifellos muss also ein Teil der Ausbeute an Ammoniak der Bindung des atmosphärischen Stickstoffs unter Überführung desselben in Ammoniak entstammen. Die Anwendung von Reaktionstemperaturen'Von 5500 C und darunter bei der Einwirkung von atmosphärischer Luft und Wasserdampf auf Torf und andere kohlenstoffhaltige Materialien hat also das Ergebnis zur Folge, dass hiedurch Ammoniak aus dem Stickstoff der Luft gewonnen wird, eine Beobachtung, die weder Grouven noch seine Vorgänger gemacht haben. Mit kurzen Worten besteht also der Unterschied des vorliegenden Verfahrens von dem Verfahren Grouvens darin, dass bei ersterem die Gegenwart von Sauerstoff eine notwendige Vorbedingung für die Hervorrufung und Aufrechterhaltung der Reaktion ist, wogegen nach Grouvon bei den Bildungstemperaturen des Ammoniaks in den auf den Torf einwirkenden Gasen wenig oder gar kein Sauerstoff mehr vorhanden ist. In der Praxis hat os sich herausgestellt, dass es am besten ist, wenn man das auf etwa 3000 C erhitzte Luft-Wasserdampfgemisch über das sich z. B. in mit Chamottosteinen ausgekleideten, aufrechten, eisernen Retorten befindlicho Material leitet. Die Temperatur in der Masse steigt alsdann schnell auf die gewünschte Reaktionshöhe, auf welcher dieselbe durch Regulieren der Dampfzufuhr erhalten wird. Nachdem die Reaktionstemperatur in der Masse erreicht wurde, kann die Temperatur des zugeführten Gemisches von Luft und Dampf erniedrigt werden, ohne den Verlauf der Reaktion zu beeinträchtigen. Die Schnelligkeit der Luftzufuhr ist danach zu berechnen, dass die mit der Luft zu- EMI2.3 der Retorten zu Kohlensäure theoretisch etwa genügt, derart, dass der Gesamtinba1t in 3-6 Stunden vollkommen verzehrt werden kann. Die Menge des Dampfes regelt sich nach der gewählten Temperatur u. zw. verlangt eine niedere Temperatur zu ihrer Auf- rechterhaltung mehr Dampf als eine höher gelegene. Ausser Ammoniak werden hiebei noch wertvolle Nebenprodukte, wie z. B. Teer und Kohlenwasserstoffe, Essigsäure usw. gebildet, die in geeigneter Weise aufgefangen und verarbeitet werden. Die auf die beschriebene Art gewonnenen Ammoniakmengen sind verhältnismässig sehr bedeutend und gelingt es beispielsweise aus 100 k9 trockenem Torf innerhalb 6 Stunden etwa 12 kg Ammonsulfat zu erhalten.
Claims (1)
- PATENT-ANSPRUCH : Verfahren zur Gewinnung von Ammoniak durch Überleiten von Luft und Wasserdampf über erhitzten Torf oder andere kohlenstoffhältige Materialien, dadurch gekennzeichnet, dass man das Wasserdampf-Luftgemisch auf den Torf u. dgl. boi einer 5500 (' nicht übersteigenden Temperatur einwirken lässt, zum Zwecke, durch die gemeinsame Ein- wirkung von Luft und Wasserdampf eine langsame, von keiner Fouererscheinung begleitete EMI2.4
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