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Boden, insbesondere für Rinderställe
Es ist seit langem üblich, Rinderstände mit Stroh oder auch Laub zu bestreuen, wobei der Boden selbst aus Holz oder auch aus Ziegeln besteht und der Stand eine reichliche Länge besitzt. Durch
Vermischung dieser Streu mit dem anfallenden Kot und Harn und durch das ständige Festtreten durch das Rind entsteht dabei eine zusammenhängende Schicht von Standmist, die dem Rind das notwendige weiche und gleitsichere Lager bietet. Nachteilig ist aber, dass die Tiere einer sehr grossen Verschmutzung durch den eigenen Kot und Harn ausgesetzt sind und dass das Austragen des frisch anfallenden Kotes, das Nachbringen der Streu und vor allem auch die Reinigung der Tiere mühselig und zeitraubend sind.
Um hier Abhilfe zu schaffen und eine Arbeitsvereinfachung zu erzielen, ist man dann dazu übergegangen, die Rinderstände mit Beton- oder Holzboden so kurz zu bemessen, dass der Kot und Harn selbständig in eine hinter den Rinderständen angeordnete Mistsammelrinne gelangt. Dadurch wird zwar die Verunreinigung der Tiere mit eigenem Kot fast gänzlich unterbunden, es fehlt nun aber der
Kot als Bindemittel für die Streu zur Standmistbildung. Die Folge davon ist, dass die Streu von den
Rindern, die mit ihren Hinterbeinen nahezu auf der Hinterkante des Liegeplatzes stehen, ständig weggetreten bzw. beim Aufstehen des Rindes weggeschoben oder weggefegt wird.
Die Tiere liegen daher mit ihren empfindlichen Sprunggelenken fast immer auf dem blossen Beton oder Holz, so dass sie sich an diesen Gelenken Schäden zuziehen, die mit der Zeit zu Lahmheit und vermindertem Aufstehvermögen führen. Ausserdem wird der wegen der fehlenden Streu ungeschützte Boden von den Klauen der Tiere glattgescheuert, was die Aufstehbedingungen für die Tiere zusätzlich verschlechtert und oft ein Ausgleiten mit sich bringt, wobei sich die Tiere besonders schwere Schäden zuziehen können.
Es ist auch schon bekannt, auf eine Streu überhaupt zu verzichten und den Rinderstand bzw. den Liegeplatz mit Gummimatten zu belegen, wobei ein Verzicht auf die Streu eine unbedingte Notwendigkeit in Ställen mit Schwemmentmistung ist, da hier die Streu das Ausbringen des Mistes in flüssiger Form behindern würde. Solche Gummimatten haben sich jedoch in der Praxis nicht bewährt, da sie für den Liegeplatz der Tiere zu wenig weich und keinesfalls gleitsicher sind. Die Anordnung von Oberflächenprofilen auf den Gummimatten bringt dabei keine Verbesserung, weil die vergleichsweise harten Profuerhebungen zu einem Aufscheuern der Tiere an exponierten Hautstellen führen können und einem zu raschen Verschleiss ausgesetzt sind. Im übrigen muss von einem Stallboden, insbesondere dem Stand- bzw.
Liegeplatzboden, gefordert werden, dass er den hohen Beanspruchungen durch das Tier bzw. die Klauen des Tieres standhält und sich leicht reinigen lässt, welche Forderungen ein profilierter Gummibelag kaum erfüllen kann.
Schliesslich ist ein Belag, insbesondere für Laufstege, bekanntgeworden, der eine Vielzahl von parallelen, tonnenförmigen, entsprechende Hohlräume überdeckenden Wölbungen bildet. Die tonnenförmigen Wölbungen werden dabei von Schlauchabschnitten aus Gummi geformt, wobei ein Teil des Schlauchmantels am Boden flach aufliegt, über den sich der übrige Mantelteil wölbt. Im Bereich der Längsränder der Wölbungen sind die einzelnen Schlauchabschnitte nebeneinander auf der Unterlage mit Hilfe von Nägeln od. dgl. befestigt.
Diese bekannte Ausbildung eines Bodenbelages schliesst jedoch die Gefahr ein, dass sich der Schlauch zwischen den Nägeln in sich abrollt, so dass sich ein unsicherer Halt
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der Tiere auf dem Boden ergibt und die Tierklauen um das Mass der möglichen Abrollbewegung des
Schlauches hin- und hergleiten können. Dabei sind die Nägel bzw. deren Köpfe der auftretenden
Beanspruchung keineswegs gewachsen, es muss vielmehr damit gerechnet werden, dass die Nagelköpfe abbrechen oder die Nägel aus der Unterlage herausgezogen werden. Im einen Fall bleiben im Boden die kopflosen Nägel zurück, an denen sich das Tier beim Liegen leicht verletzen kann, im andern Fall verlieren die Schlauchabschnitte überhaupt ihren Halt, es besteht erhöhte Stolpergefahr und der Boden wird frühzeitig völlig unbrauchbar.
Dazu kommt noch, dass, abgesehen davon, dass ein solcher Boden schwer zu reinigen ist, das Verlegen eines solchen Bodens Schwierigkeiten bereitet, da es ungünstig ist, zwei derartige Schlauchabschnitte der Länge nach aneinanderzureihen, was jedoch bei einer gewissen
Standlänge unbedingt erforderlich wäre.
Die Erfindung stellt sich daher die Aufgabe, diese Mängel zu beseitigen und einen Boden, insbesondere für Rinderställe, zu schaffen, der dem Tier einen genügend weichen und gleitsicheren
Liegeplatz bei Verzicht auf eine Streu bietet, dauerhaft ist, sich leicht reinigen lässt und ohne weiteres in jeder beliebigen Grösse verlegt werden kann.
Ausgehend von einem Boden mit einem Belag aus einer Vielzahl von untereinander gleichen
Grundkörpern, die aus einem auf dem Unterboden flach aufliegenden Unterteil und einem sich unter
Bildung eines entsprechenden Hohlraumes über diesen wölbenden Oberteil aus Gummi od. dgl. bestehen, wobei der Oberteil mit dem Unterteil fest verbunden ist, löst die Erfindung die gestellte Aufgabe dadurch, dass der Grundkörperunterteil aus einer dünnen, vorzugsweise quadratischen Platte besteht, mit der der flach kuppelförmig gewölbte Oberteil allseits fest verbunden ist, und dass die Grundkörper fliesenartig verlegt sind. Diese Grundkörper bilden in einfacher Weise einen Boden für Rinderställe, bei dem alle der Erfindung zugrunde liegenden Forderungen erfüllt sind.
Der kuppelförmig über den
Grundkörperunterteil gewölbte Oberteil bietet dem Tier einen festen Halt, da er bis zu einem gewissen Mass den Klauen des Tieres nachgeben kann. Dabei wird jedoch eine ausreichende Stabilität des
Gewölbes aufrecht erhalten, da der das Gewölbe bildende Oberteil allseits fest mit dem Unterteil verbunden ist. Die Verlegung des erfindungsgemässen Belages ist einfach, die einzelnen Grundkörper müssen lediglich bis zur vorbestimmten Grösse des Bodens zusammengesetzt werden.
Zwischen den einzelnen Rinderständen können vertiefte, belagfreie Zonen vorgesehen sein, die jegliche seitliche Standabgrenzung überflüssig machen, da die Tiere von sich aus die Bereiche mit dem weichen Belag aufsuchen und sich nicht etwa auf den harten Boden in der belagfreien Zone zwischen den Ständen stellen. Seitliche Standbegrenzungen sind nämlich ungünstig, da sie die Zugänglichkeit zum betreffenden Tier behindern und die Gefahr mit sich bringen, dass das Tier den Pfleger gegen die Begrenzung drückt und eventuell verletzt.
Es hat sich gezeigt, dass sich mit dem erfindungsgemässen Boden eine volle Gleitsicherheit erzielen lässt, ohne dass die Belagoberfläche selbst Profilerhebungen aufweist. Durch die kuppelförmigen Wölbungen wird ausserdem vermieden, dass das Tier voll flächig auf der Belagoberfläche aufliegt und die Luftzufuhr zur Liegefläche völlig unterbunden ist. Durch die luftgefüllten Hohlräume wird weiters eine verbesserte Wärmeisolationswirkung erzielt, so dass das Tier nicht nur weich, sondern auch warm liegen kann.
In den Zeichnungen ist der Erfindungsgegenstand in einem Ausführungsbeispiel dargestellt, u. zw. zeigen Fig. l einen erfindungsgemässen Grundkörper im Schaubild und Fig. 2 einen solchen Körper im Querschnitt.
Der Unterteil eines Grundkörpers besteht aus einer quadratischen Platte--2--, die einen flach kuppelförmig gewölbten Oberteil--l--aus Gummi trägt, der mit dem Unterteil allseits fest verbunden ist. Diese Grundkörper aus Unterteil und Oberteil können in einfacher Weise, ähnlich wie Fliesen, verlegt werden und Stallböden von beliebigen Ausmassen bilden. Da der Belag glatt und etwas nachgiebig ist, kann der Boden, obwohl er eine hohe Gleitsicherheit aufweist, leicht gereinigt werden.