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Verschlussglied für Etuis
Die Erfindung betrifft ein Verschlussglied aus zwei aneinander angelenkten Bügeln für Etuis aus
Leder, Kunstleder oder einem wirkungsgleichen Werkstoff.
Solche Etuis finden Verwendung, z. B. zur Aufnahme von Schreibzeug, Nähzeug,
Kosmetikartikeln, Geräten zur Körperpflege usw. Ihr Verschluss besteht aus zwei Bügeln, die an ihrer offenen Seite durch Gelenke verbunden sind und dadurch auseinandergeklappt oder aneinandergelegt werden können.
Im geschlossenen Zustand liegt der Bezugsstoff dicht an den Bügeln und am Etuirücken an. öffnet man das Etui, so bildet der Bezugsstoff am Etuiriicken eine abstehende Falte, die durch die Verkürzung des Abstandes zwischen den Befestigungspunkten des Bezugsstoffes an den Bügeln hervorgerufen wird. Die dem Bezugsstoff eigene Rückstellkraft wirkt der Faltenbildung entgegen und versucht das Etui wieder zu schliessen.
Man kann ein solches Etui, also nicht geöffnet auf eine Seitenfläche stellen, da es immer wieder zuklappt. Will man bei einem ausgestellten Etui auch den Inhalt zeigen, so muss das halbgeöffnete Etui auf die Bügelschenkel gestellt werden.
Ein Kosmetiketui mit eingesetztem Spiegel muss z. B. während der Benutzung immer mit einer Hand offengehalten werden, wodurch die Handhabung der Kosmetikartikel erschwert wird.
Weiters ist bekannt, dass bei einem Verschlussglied mit zwei einander angelenkten Bügeln ein Träger des eigentlichen Gelenkteiles gegenüber dem zugehörigen Bügelschenkel angelenkt ist, so dass an jeder Verbindungsstelle zwischen zwei Bügelschenkel wenigstens drei Gelenkpunkte vorgesehen sind.
Diese Ausbildung der Verschlussbügel ist einerseits sehr aufwendig und anderseits ist ein sicherer Halt des Verschlusses der beiden Bügel schwer zu erreichen.
Ziel der Erfindung ist es, ein Etui zu schaffen, bei dem die Bildung einer unschönen und die Handhabung erschwerenden Falte des Bezugsstoffes vermieden wird.
Nach der Erfindung ist hiefür vorgesehen, dass bei einem aus zwei aneinander angelenkten Bügeln bestehenden Verschlussglied bei einem Bügel an jedem seiner Schenkel der Träger des eigentlichen Gelenkteiles gegenüber dem Schenkel längsverschieblich ist.
Es wird dadurch die Möglichkeit gegeben, dass sich das Gelenk in seiner Lage dem Bezugsstoff anpasst. Diese Anpassung ist z. B. durch eine Verlängerung der Bügelschenkel, wie sie durch Längsverschiebung der Träger des Gelenkteiles an den Bügelschenkeln erreicht wird, möglich.
In einer zweckmässigen Ausgestaltungsform der Erfindung ist der Träger des eigentlichen Gelenkteiles als am Bügelschenkel geführte Leiste ausgebildet.
Der so gestaltete Körper kann in einem Stanzvorgang hergestellt werden und sein Gelenkteil ist entsprechend dem bei den bisher verwendeten Bügeln ausgestaltet.
Bei Etuis mit Bügeln, die querschnittlich ein nach innen offenes und darunter ein nach aussen offenes U bilden, wobei das letztere zur Aufnahme des Etui-Bezugstoffes, z. B. Leder, dient, ist der als Leiste ausgebildete Träger am nach innen offenen U des Bügels geführt, u. zw. am besten so, dass dort
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ein Führungsfach für den Träger, z. B. durch einen eingesetzten einstückigen oder unterbrochenen Steg, abgeteilt ist.
Der Steg kann z. B. von einem Streifen aus Metall oder Kunststoff gebildet werden, der eingelötet, geschweisst oder geklebt wird. Ebenso ist die Verwendung von Stiften aus den gleichen Werkstoffen denkbar, die in Bohrungen der Bügel eingepresst werden.
Bei Etuis, für flachen Inhalt, mit Bügeln, die querschnittlich ein nach aussen offenes U zur Aufnahme des Bezugsstoffes bilden, ist an dem U-förmigen Bügel eine Führung für den Träger angebracht, vorzugsweise in Form eines Kanals aussen am U des Bügelquerschnittes.
Dieser Kanal kann natürlich auch an jeder andern Seite der Bügel angebracht werden.
In der folgenden Beschreibung sind mehrere bevorzugte Ausführungsbeispiele an Hand der Zeichnungen dargelegt. Hiebei zeigen : Fig. 1 einen Teil eines geschlossenen Etuis ; Fig. 2 einen Teil eines geöffneten Etuis bekannter Ausführung ; Fig. 3 die Seitenansicht eines geöffneten Etuis mit verschiebbarem Bügelschenkel ; Fig. 4 die Befestigung und Führung des Gelenkträgers im Bügel in perspektivischer Darstellung ; Fig. 5 eine andere Ausführungsform der in Fig. 4 dargestellten Führung ; Fig. 6 einen Querschnitt durch den Doppel-U-Bügel für ein hohes Etui und Fig. 7 einen Querschnitt durch den Bügel eines niederen Etuis.
Bei einem geschlossenen Etui liegt der Bezugsstoff-l-im Bereich des Rückens-2-dicht
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Bei der Ausführung gemäss der Erfindung (s. Fig. 3) legt sich der Bezugsstoff-l-den Bügeln --3,7-- am Gelenk --8-- an und ist im Bereich des Etuirückens gespannt. Dazu ist der Träger - 9-- des Gelenteiles --10-- am Bügel --7-- beweglich angebracht, beim gezeichneten Ausführungsbeispiel ist er längsverschieblich gelagert. Seine Führung übernimmt entweder der Steg
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In Fig. 6 ist ein Schnitt durch die Ausführungsform dargestellt, wie sie bei höheren Etuis Verwendung findet. Der Bügel--7- besteht aus zwei verschieden grossen U-Teilen--13, 14-, die einen gemeinsamen Schenkel --15-- aufweisen, und von denen der U-Teil-13-nach innen und der U-Teil --14-- nach aussen geöffnet ist. Der U-Teil--14-dient zur Befestigung des Bezugsstoffes-l--mittels eines eingepressten Stranges-16--, z. B. aus Kunststoff. Im U-Teil --13-- des Bügels wird die Trägerleiste-9-durch einen Steg--17-, der entweder in der Form dem Steg --11-- entspricht oder durch mehrere Stifte --12-- gebildet ist, geführt.
Fig. 7 zeigt einen Schnitt durch die Anordnung, die bei flachen Etuis gewählt wird. Ein querschnittlich ein nach aussen offenes U bildender Bügel --18-- dient zum Anbringen des
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In den beschriebenen Ausführungsbeispielen wurde von einer Längsverschieblichkeit des Gelenkteiles im Bügelschenkel ausgegangen. Es ist aber z. B. auch möglich, die enge Anpassung des Bügels an den Bezugsstoff durch Anbringung eines zweiten Gelenkes in einem Bügelschenkel zu bewirken.
Natürlich ist die Erfindung nicht auf die beschriebenen Ausführungsformen beschränkt. Vor allem kann sie nicht nur bei Bügeln mit scheibenförmigen, durch einen Bolzen verbundenen, Gelenkteilen, sondern auch bei Bügeln mit hülsenförmigen Gelenkteilen angewendet werden.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Verschlussglied aus zwei aneinander angelenkten Bügeln für Etuis aus Leder, Kunstleder oder
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jeden seiner Schenkel der Träger (9) des eigentlichen Gelenkteiles (10) gegenüber dem Schenkel längsverschieblich ist.
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