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Einzelkomsävorrichtung
Die Erfindung bezieht sich auf eine Einzelkornsävorrichtung und betrifft jene Art, die mit einem unterhalb eines Samenbehälters angeordneten Säzylinder versehen ist, der von einem gegen den Samenbehälter und nach unten zu offenen Gehäuse umschlossen ist. Am Umfang eines solchen Säzylinders ist mindestens eine Reihe von Zellen oder Taschen für die Aufnahme je eines Samenkornes vorgesehen. Hiebei ist zwischen der Aussenfläche des Säzylinders und der dem Zylinder zugewendeten Gehäusewand ein Spalt belassen, in den ein Abstreiforgan, z. B. eine Abstreifkante, ragt, die den Spalt überbrückt.
Bei einer bekannten Vorrichtung dieser Art, dient das Abstreiforgan zum Verschliessen des Spaltes am Anfang der unteren Öffnung des Samenbehälters.
Nun weisen die bisherigen Säzylinder eine bestimmte Wandstärke auf, wodurch die Tiefe der Zellen, die die Samenkörner aufnehmen, festgelegt ist. Auf Grund dieser Tatsache kann einwandfrei nur ein Saatgut bestimmter Dimension Verwendung finden. Die Erfindung zielt darauf ab, Saatgut verschiedener Grösse mit ein und demselben Säzylinder säen zu können.
Das Absieben bzw. Kalibrieren von Hybrid-Mais-Saatgut ergibt bei annähernd gleicher Korngrösse je nach Sorte verschiedene Komstärken oder Komdicken. Die Dicke eines einzelnen Kornes schwankt dabei von 4 mm bei sogenannten pferdezähnigen Sorten bis 9 mm bei Rundmais.
Bei den üblichen Säapparaten mit zwangsläufiger Kornführung, die eine genaue Ablage des Saatgutes ermöglicht, besteht nun die Schwierigkeit, Maiskörner, die annähernd gleich gross sind und demnach mit einer Zellenbohrung entsprechenden Durchmessers abgelegt werden können, aber verschieden dick sind, in Zellen aufzunehmen, die gleich tief sind. Stimmt man die Zellentiefe für die Aufnahme von flachen Körnern ab, so können runde Körner bereits nicht mehr gesät werden, weil die Tiefe der Zellen immer geringer als der Durchmesser der Zellen ist. Anderseits ergäbe eine Zellentiefe von beispielsweise 9 mm bei flachen Körnern von z. B. 4 mm bereits einen unerwünschten Doppelbelag.
Bei Zwischendimensionen von Körnern bzw. Zellentiefe sind daher Doppelbeläge einerseits, Fehlstellen und Körnerbruch anderseits, nicht zu vermeiden. Um eine Anpassung an die verschiedenen Korndicken bzw.-formen zu erreichen, könnte man Zellenzylinder mit verschiedener Zellentiefe verwenden, was kostspielig und umständlich ist und überdies eine Kompromisslösung bedeutet.
Ähnliche Verhältnisse ergeben sich bei der Einzelkornsaat von Rübensaatgut. Grundsätzlich werden zwei verschiedene Arten von Rübensaatgut verwendet :
Sogenanntes technisches Einkornsaatgut, welches durch Segmentierung und Kalibrierung der Samenknäuel weitgehend einkeimig ist und ungefähr auf gleiche Korngrösse gebracht wird. Dieses Einkornsaatgut hat in der Regel eine Grösse von 1 bis 1, 5 mm ; beispielsweise schwankt die Korngrösse einer Aufbereitung zwischen 3, 25 und 4, 25 mm oder 3, 25 und 4, 75 mm. Damit bei einem solchen Saatgut ein Doppelbelag vermieden wird, wird die Zellentiefe auf den kleineren Durchmesser des Samenkornes, etwa mit 3, 6 mm ausgelegt. Die natürliche Umhüllung des Keimlings lässt sich noch bei
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kalibriert ist, wird die aus der Zelle 3, 6 mm herausragende Pille beschädigt bzw. stark abgerieben.
Zur Vermeidung dieser Mängel wird gemäss der Erfindung eine Einzelkornsävorrichtung der eingangs erwähnten Art entsprechend ausgebildet, so dass Saatgut verschiedener Dicke mit ein und derselben Vorrichtung ohne Austausch des Säzylinders abgelegt werden kann. Vor allem soll eine exakte Einzelablage ohne Beschädigung der einzelnen Samenkörner gewährleistet werden. Dies wird dadurch erreicht, dass das Abstreiforgan bis zur Aussenfläche des Säzylinders vorzugsweise stufenlos anstellbar bzw. verschiebbar ist, und, gesehen in Drehrichtung des Säzylinders, am Ende der unteren öffnung des Samenbehälters angeordnet ist. Zur Verstellung des Abstreiforgans ist ein Spindeltrieb vorgesehen, der mit einer Teilung zur Einstellung des Abstreiforgans versehen und in der jeweiligen Einstellung feststellbar ist.
Bei Verwendung der erfindungsgemässen Vorrichtung wird beim Säen der schwächsten bzw. der kleinsten Körner die verschiebbare Abstreifkante ganz an die Aussenfläche des Säzylinders angestellt.
Sollen dickere Maiskörner oder pilliertes Rübensaatgut verarbeitet werden, wird das Abstreifelement vom Säzylinder entsprechend entfernt eingestellt.
Ein Ausführungsbeispiel der erfindungsgemässen Vorrichtung soll nachstehend an Hand der Zeichnungen näher erläutert werden. Fig. 1 zeigt einen Schnitt durch die hauptsächlichen Teile der erfindungsgemässen Sävorrichtung. Fig. 2 ist ein Schnitt entlang der Linie 11-11 in Fig. 1.
Oberhalb des um die Achse--A--in bekannter Weise antreibbaren Säzylinders--l--ist ein Samenbehälter --2-- angeordnet, der das Saatgut enthält. Säzylinder und Samenbehälter sind an einem Gehäuse --3-- befestigt, das den Samenzylinder--4--derart umschliesst, dass oberhalb und unterhalb des Säzylinders Durchtrittsöffnungen für das Saatgut gebildet sind (vgl. österr. Patentschrift Nr.218776). Entlang dem Umfang des Saatzylinders sind parallele Reihen von Zellen--4vorgesehen, die im wesentlichen kreisrunde Bohrungen darstellen und in welche die einzelnen Samenkörner aus dem Samenbehälter --2-- eintreten. Die Zellen der einen Reihe unterscheiden sich von jenen der benachbarten Reihe im Durchmesser sowie im Abstand voneinander.
Der Öffnung für den Samenbehälter entgegengesetzt ist im Gehäuse --3-- eine Öffnung --5-- vorgesehen, durch welche die einzelnen Samenkörner bei der Ablage herausfallen können. Um das Austreten der Körner zu gewährleisten, ist ein rotierender Ausstosser --6-- mit Ausstossorganen - vorgesehen, der exzentrisch zur Achse-A-des Säzylinders drehbar gelagert ist. Beim Rotieren des Säzylinders-l-wird der mit seinen Ausstossorganen-7-in die Zellen-4eingreifende Ausstosser mitgenommen. Um das Austreten der Samenkörner auf ihrem Weg vom Samenbehälter--2--zur Austrittsöffnung--5--nach innen zu verhindern, ist ein feststehender Innenzylinder --8-- vorgesehen, der ein Fenster --9-- für den Durchtritt des oder der Ausstossorgane --6-- besitzt.
Entsprechend der Anzahl der Zellenreihen ist eine gleiche Anzahl von Ausstossorganen angeordnet.
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übliche Saatgut zwischen dem festen Innenzylinder --8-- und der Wandung --10-- in den Taschen --4-- aufgenommen werden kann, ohne beschädigt zu werden.
Beim Säen von Einzelsaatgut mit verhältnismässig geringem Durchmesser bzw. Dicke muss, wie eingangs erwähnt, dafür gesorgt werden, dass nicht etwa zwei oder mehrere Samenkörner in den einzelnen Zellen mitgenommen werden, was den unerwünschten Doppelbelag ergäbe. Zu diesem Zweck
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--12-- vorgesehen,Ansatz --2-- befestigt, der an seinem oberen Ende eine schwenkbare Raste --23-- trägt. Diese Raste kann in am Stellrad--21--vorgesehene Nuten eingedrückt werden, wodurch die jeweilige Einstellung der Vorrichtung und damit des Abstreiforgans--12--festgelegt ist. Eine am Handrad
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angebrachte Skala ermöglicht es, die Einstellung des Abstreiforgans --12-- entsprechend dem jeweils verwendeten Saatgut vorzunehmen.
Es ist ersichtlich, dass das als Beispiel dargestellte und beschriebene Abstreiforgan --12-- auch anders ausgebildet sein kann, unter anderem ist es denkbar, eine Abstreifrolle vorzusehen, die jedenfalls demselben Zweck genügt, nämlich das"Zweitkom"von der Förderung in den Zellen--4--zur Auswurföffnung--5--abzuhalten.
Aus Fig. 2 ist der Aufbau der Sävorrichtung ebenfalls zu erkennen. Das Särad-l-ist hier mit zwei parallelen Reihen von Zellen--4--versehen, denen ein Abstreiforgan --12-- zugeordnet ist.
Mit--a--ist der Spalt zwischen dem in Fig. 2 weggelassenen Gehäuse --3-- und dem Säzylinder --l-- angedeutet.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Einzelkornsävorrichtung mit einem unterhalb eines Samenbehälters angeordneten Säzylinder, der von einem gegen den Samenbehälter und nach unten zu offenen Gehäuse umschlossen ist, und an dessen Umfang mindestens eine Reihe von Zellen für die Aufnahme je eines Samenkornes vorgesehen ist, wobei zwischen der Aussenfläche des Säzylinders und der dem Zylinder zugewendeten Gehäusewand
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(4) vorzugsweise stufenlos anstellbar bzw. verschiebbar ist, und, gesehen in Drehrichtung des Säzylinders, am Ende der unteren Öffnung des Samenbehälters (2) angeordnet ist.
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