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Verfahren zur Herstellung von wässerigen Ammoniumrhodanidlösungen
Ammoniumrhodanid kann nach bekannten Verfahren durch Umsetzung von Ammoniak mit Schwefelkohlenstoff hergestellt werden. Im allgemeinen wird bei diesen Verfahren ohne Katalysator unter Druck in geschlossenen Reaktionskesseln gearbeitet.
Es ist weiterhin bekannt (USA-Patentschrift Nr. 2, 249, 962), die Reaktionunter Normaldruck in Gegenwart eines Katalysators durchzuführen. Bei Einsatz dieser bekannten Katalysatoren, nämlich Fettsäuren, deren Ammoniumsalze, höhere Alkohole und Kiefernöl (pineoil), ist allerdings die Anwesenheit eines Lösungsvermittlers für Schwefelkohlenstoff, z. B. Äthanol, erforderlich. Damit wird jedoch die Durchführung zusätzlicher Verfahrensschritte unumgänglich. Der Lösungsvermittler muss durch Destillation von der Reaktionslösung abgetrennt und kann nur dann im Kreislauf geführt werden, wenn er zuvor ein mehrstufiges Reinigungsverfahren durchlaufen hat. Auch der Katalysator muss durch einen zusätzli-
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nigt wird, seine Wirksamkeit einbüsst und daher verworfen werden muss.
Nach einem weiteren bekannten Verfahren (USA-Patentschrift Nr. 2, 850, 356) werden Ammoniak und Schwefelkohlenstoff ebenfalls unter Normaldruck in die mittlere Zone einer mit Raschigringen od. ähnl. Füllkörpern beschickten Kolonne eingeleitet, in der gleichzeitig eine verdünnte Ammoniumrhodanidlösung von oben nach unten strömt. Die Kolonne wird in drei Zonen unterschiedlich beheizt, u. zw. derart, dass in der mittleren Zone ein flüssiges Medium aufrecht erhalten wird. Die Temperatur beträgt in der unteren Zone 70 bis 950C in der mittleren Zone 40 bis 70 C und in der oberen Zone 30 bis 400C.
Die Umsetzungsgeschwindigkeit ist bei dieser letzteren Verfahrensweise relativ gering. Ausserdem gelingt es nicht, ein völlig reines Ammoniumrhodanid zu gewinnen. Es ist zwar möglich, auf diese Weise ammoniakfreies Ammoniumrhodanid zu erzeugen, jedoch lässt sich der bei der Umsetzung entstehende Schwefelwasserstoff nicht vollständig entfernen und dementsprechend enthält die Ammoniumrhodanidlösung immer gewisse Mengen Schwefelwasserstoff.
Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Darstellung von wässeriger Ammoniumrhodanidlösung durch Umsetzung von Ammoniak und Schwefelkohlenstoff in GegenwartvonWasser, welches dadurch gekennzeichnet ist, dass man die Umsetzung an Aktivkohle durchführt.
Das Verfahren wird zweckmässig unter Verwendung eines mit gekörnter Aktivkohle gefüllten Reaktionsrohres durchgeführt, das auf eine Destillierblase aufgesetzt ist. Man leitet Ammoniak und Schwefelkohlenstoff in Gegenwart von Wasser durch die Aktivkohleschicht und trägt dafür Sorge, dass in der Reaktionszone eine Temperatur von 60 bis 100 C, vorzugsweise von 70 bis 850C aufrechterhalten wird.
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Das erfindungsgemässe Verfahrenkann in verschiedener Weise ausgeführt werden. Vorzugsweise verwendet man eine Vorrichtung entsprechend Fig. 1, die aus einem mit gekörnter Aktivkohle gefüllten Reaktionsrohr-l-besteht, das auf eine Destillierblase --2-- aufgesetzt ist. Man leitet Ammoniak über die Leitung --3-- als wässerige Lösung, vorzugsweise jedoch gasförmig und flüssigen oder gasförmigen Schwefelkohlenstoff über die Leitung --4-- etwa im Bereich des zweiten Viertels, vom Boden des Reaktionsrohres gerechnet, in einem Molverhältnis von 2 : 1, 2 bis 2 : 2, vorzugsweise 2 : : 1, 2 bis 2 : 1, 5 ein und destilliert gleichzeitig aus der Blase --2-- Wasserdampf hoch.
Durch Regelung der Wärmezufuhr (Heizung --5-) zur Destillierblase und/oder geeignete Heiz- bzw. Kühlvorrichtungen in dem Reaktionsrohr wird dafür Sorge getragen, dass die Hauptmenge des Wasserdampfes bis etwa in Höhe der Einleitungsstelle des Ammoniaks und Schwefelkohlenstoffs in das Reaktionsrohr kondensiertist. VomKopf des Reaktionsrohres wird über die Leitung --8-- zusätzlich sauerstofffreies Wasser zugeführt.
Die Formulierung "im Bereich des zweiten Viertels" ist wie folgt zu verstehen :
Denkt man sich das Reaktionsrohr in vier gleiche übereinanderliegende Bereiche unterteilt, so ist mit dem zweiten Viertel der zweite Bereich von unten gemeint.
Innerhalb des Reaktionsrohres laufen verschiedene Reaktionen ab. Die Umsetzungen werden durch folgende Reaktionsgleichungen erläutert :
Anlagerung von Ammoniak an Schwefelkohlenstoff unter Bildung von Ammoniumdithiocarbamat :
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Ausserdem entsteht in Anwesenheit von Schwefelwasserstoff Ammoniumtrithiocarbonat :
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Zersetzung von Ammoniumdithiocarbamat und vonAmmoniumtrithiocarbonatin Ammoniumrhodanid und Schwefelwasserstoff :
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Der bei der Zersetzung entsprechend Gleichungen III und IV entstehende Schwefelwasserstoff bildet mit Ammoniak nach Gleichung V in einer Nebenreaktion Ammoniumhydrogensulfid :
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In der eigentlichen Reaktionszone, die sich oberhalb der Einleitungsstelle für Ammoniak und Schwefelkohlenstoff befindet, laufen im wesentlichen die Reaktionen I und II ab.
Ausserdem werden hier auch schon nicht unbeträchtliche Mengen an Ammoniumdithiocarbamat und Ammoniumtrithiocarbonat entsprechend den Gleichungen III und IV zersetzt. Bei diesen Reaktionen ist eine Temperatureinstellung auf 60 bis 1000C erwünscht. optimale Ergebnisse werden bei 70 bis 850C erreicht.
Unterhalb der Reaktionszone, dass heisst in Höhe der Zufuhr der Reaktionspartner, stellen sich Temperaturen zwischen etwa 50 bis 700C ein. Die aus der Reaktionszone nach unten ablaufende wässerige Ammoniumrhodanidlösung, die neben Ammoniumdithiocarbamat und Ammoniumtrithiocarbonat auch Ammoniumhydrogensulfid enthält, gelangt im unteren Teil des Reaktionsrohres in eine Zone, in der Temperaturen zwischen etwa 1000C und dem Siedepunkt der abfliessenden Ammoniumrhodanidlösung eingestellt werden. Hier erfolgt die Zersetzung des restlichen Ammoniumdithiocarbamats und Ammoniumtrithiocarbonats.
Bei den in dieser Zone herrschenden Temperaturen ist das Gleichgewicht der Reaktion V nach links verschoben, so dass das Ammoniumhydrogensulfid vollständig in Ammoniak und Schwe-
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felwasserstoff zerfällt. Die beiden Gase steigen in die eigentliche Reaktionszone hoch.
Da Ammoniak in stöchiometrischem Unterschuss vorhanden ist, kommt es nicht zum Austritt von Ammoniumsulfid im Abgas am Kopf des Reaktionsrohres. Die Entfernung des Schwefelwasserstoffs aus der Ammoniumrhodanidlösung ist bei Einhaltung der oben angegebenen Verfahrensbedingungen quantitativ. Der Schwefelwasserstoff wird zusammen mit überschüssigem Schwefelkohlenstoff über die Leitung --6-- nach oben abgetrieben und aus dem Reaktionsrohr entfernt. Aus dem Gasgemisch kann der Schwefelkohlenstoff in bekannter Weise abgeschieden und der Anlage wieder zugeführt werden.
Die wässerige Ammoniumrhodanidlösung wird vom Boden der Destillierblase über die Leitung-7- abgezogen.
Hinsichtlich des Durchmessers des Reaktionsrohres bestehen keine prinzipiellen Beschränkungen. Bei Verwendung von Reaktionsrohren mit keinem allzu grossem Durchmesser, beispielsweise bis zu etwa 100 mm, ist keine zusätzliche Heizung oder Kühlung in der Reaktionszone erforderlich, da die Reaktionswärme durch Abstrahlung abgeführt wird. Bei Einsatz von Reaktionsrohren mit grösserem Durchmesser, beispielsweise von 150 mm oder mehr, treten im Innern der Aktivkohleschicht oberhalb der Zuleitungen-3 und 4--höhere Temperaturen auf, da die Reaktionswärme nicht ausreichend abgestrahlt wird. Die Folge dieser Überhitzung ist ein Absinken der Ausbeute.
Speist man in ein Reaktionsrohr mit grösserem Durchmesser nurso viel Ammoniak und Schwefelkohlenstoff ein, dass im Innern der Aktivkohleschicht in der Reaktionszone die optimale Temperatur nicht überschritten wird, so wird die Aktivkohleschicht schlecht ausgenutzt. Um auch in Rohren mit grösserem Durchmesser in der Reaktionzone einen Temperaturbereich von 60 bis 100 C, vorzugsweise von 70 bis 85 C, in dem eine volle Ausnutzung der eingesetzten Aktivkohle gewährleistet ist, aufrecht zu erhalten, hat es sich als zweckmässig erwiesen, eine Temperaturregelung vorzunehmen. Die Temperaturregelung kann beispielsweise mittels Kühlern erfolgen, welche die Aktivkohleschicht gleichmässig durchsetzen (vgl. Beispiel 4 und 5).
Nach einer weiteren, jedoch weniger günstigen Ausführungsform, kann das Verfahren auch unter Verwendung der in Fig. 2 dargestellten Vorrichtung durchgeführt werden. In den unteren Teil eines mit gekörnter Aktivkohle gefüllten und beheizten Reaktionsrohres --9-- wird aus einer mit einer Heizung --21-- versehenen Destillierblase-10-Schwefelkohlenstoffdampf durch eine Flüssigkeitssperre-11- hindurch eingeleitet, gleichzeitig in Höhe des Reaktionsrohres, die etwa das untere Drittel der gesamten Höhe des Reaktionsrohres darstellt, über Leitung --12- kontinuierlich Ammoniak zugeführt.
Von einer auf dem Schwefelkohlenstoff in der Destillierblase schwimmenden Wasserschicht wird über eine mit einer Pumpe -13-- ausgestatteten Leitung --14-- Wasser entnommen und am Kopf des Reaktionrohres eingespeist. Am unteren Teil des Reaktionsrohres wird die entstandene wässerige Ammoniumrhodanidlösung über die Leitung-IS-abgelassen.
Das am Kopf des Reaktionsrohres austretende Gasgemisch aus Schwefelwasserstoff und Schwefelkohlenstoff-Wasser-Azeotrop wird über die Leitung --16-- einer Kühlvorrichtung -17-- zugeleitet. Dort wird Schwefelwasserstoff abgetrennt und das Schwefelkohlenstoff-Wasser-Kondensat über eine Leitung - wieder der Destillierblase zugeführt. In diese Leitung --18-- münden ausserdem Leitungen-19
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dass man das Reaktionsrohr mit einem von entsprechend temperierter Flüssigkeit durchströmten Mantel umgibt.
Bei dieser Ausführungsform des Verfahrens findet die Umsetzung gemäss den Gleichungen I und II in die Aktivkohleschicht oberhalb der Einleitungsstelle für Ammoniak statt. Unterhalb der Ammoniakein- leitungsstelle erfolgt die Zersetzung gemäss den Gleichungen III und IV.
Die Leitung der Reaktionsrohreistin gewissen Umfang von der Länge der einzelnen Zonen abhängig.
Es ist ohne weiteres ersichtlich, dass die Ausbeuten pro Zeiteinheit umso höher sein werden, je grösser die Reaktionszone ist. Da die Länge dieser Zone von dem Ort der Zuleitung des Ammoniaks und gegebenenfalls des Schwefelkohlenstoffs abhängt, ist es günstig, diese Leitungen möglichst tief einmünden zu lassen. Anderseits muss jedoch auch für die vollständige Zersetzung der gebildeten Anlagerungsverbindungen Ammoniumdithiocarbamat, Ammoniumtrithiocarbonat und Ammoniumhydrogensulfid und für die Austreibung des Schwefelwasserstoffs durch den Wasserdampf noch eine ausreichende Aktivkohleschicht zur Verfügung stehen.
Es zeigt sich, dass die günstigsten Bedingungen erreicht werden, wenn man die Zuleitungen für Ammoniak und gegebenenfalls Schwefelkohlenstoff etwa in Höhe des Endes des unteren Drittels des Reaktionsrohres einmünden lässt.
Führt man Ammoniak und gegebenenfalls Schwefelkohlenstoff an einer höher gelegenen Stelle des
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Reaktionsrohres zu, so nimmt die Ausbeute pro Zeiteinheit entsprechend ab, doch werden auch bei Einleitung bis etwa zur Hälfte der Reaktionsrohr-Höhe noch bessere Durchsätze erzielt als bei den bekannten Verfahren. Die untere Grenze für die Zuleitung von Ammoniak und gegebenenfalls Schwefelkohlen- stoff liegt etwa oberhalb des unteren Viertels des Reaktionsrohres.
Für die Funktionsfähigkeit der oben beschriebenen Vorrichtung ist es nicht erforderlich, dass das gesamte Reaktionsrohr mit Aktivkohle gefüllt ist. Vielmehr ist es ebenso möglich, Ammoniak und gegebenenfalls Schwefelkohlenstoff in einen aktivkohlefreien Raum des Reaktionsrohres zwischen einer oberen und einer unteren Aktivkohleschicht einzuleiten. Diese Ausführungsform bietetbei einer technischen Anlage den Vorteil, dass der die Einleitungsstellen enthaltende Vorrichtungsteil als Einschubteil gefertigt werden kann, der Wartungs- und Reparaturarbeiten erleichtert.
Die Reinheit der nach dem erfindungsgemässen Verfahren herstellbaren Ammoniumrhodanidlösung erlaubt eine unmittelbar anschliessende Umsetzung mit Alkali- bzw. Erdalkalihydroxyden zu den entsprechenden Alkali- bzw. Erdalkalirhodaniden Sowohl die Herstellung des Ammoniumrhodanids als auch dessen Überführung in die Alkali- bzw. Erdalkalirhodanide kann gegebenenfalls in einer einzigen Vorrichtung gleichzeitig erfolgen.
Fig. 3 zeigt eine derartige Vorrichtung und lässt erkennen, dass diese gegenüber der in Fig. l schematisch dargestellten Einrichtung nur geringfügig abgeändert ist Sie besteht aus einer Destillierblase --22-- mit einer regelbaren Heizung --29-- und einem hieran anschliessenden Reaktionsrohr --23-. Zwischen der Destillierblase und der Aktivkohleschicht, in welche die Leitungen - 24 und 25-für Ammoniak und Schwefelkohlenstoff einmünden, ist ein mit Füllkörpern oder Glockenböden ausgestatteter Raum --26-- vorgesehen. Oberhalb dieses Raumes wird über die Leitung --27-eine wässerige Alkali- bzw. Erdalkalihydroxydlösung eingespeist. Die in der Aktivkohleschicht entstandene Ammoniumrhodanidlösung fliesst nach unten ab und setzt sich inder Füllkörperzone bzw.
Glockenbodenzone mit der Hydroxydlösung zu dem entsprechenden Alkali- bzw. Erdalkalirhodanid um und wird vom Boden der Destillierblase über die Leitung --28-- abgezogen..
Die Umsetzung des Ammoniumrhodanids mit dem Alkali-bzw. Erdalkalihydroxyd erfolgt gemäss den Gleichungen :
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Das bei diesen Reaktionen freiwerdende Ammoniak wird nach oben abgetrieben und nimmt an der Umsetzung mit Schwefelkohlenstoff teil. Da, wie aus den Reaktionsgleichungen ersichtlich ist, ständig die Hälfte des in die Aktivkohlezone eingeleiteten Ammoniaks in der Füllkörperzone zurückgebildet wird, kann man die Zuleitung des Ammoniaks von aussen nach einer gewissen Anlaufzeit auf ein Verhältnis von 1 Mol/l, 2 Mol bis 2 Mol Schwefelkohlenstoff einstellen.
Es hat sich als zweckmässig erwiesen, die Zufuhr der Hydroxydlösung mittels einer geeigneten Vorrichtung zur pH-Messung, zu kontrollieren. Die abfliessende Alkali- bzw. Erdalkalirhodanidlösung hat einen pH-Wert zwischen 6 und 8.
Abgesehen davon, dass das erfindungsgemässe Verfahren dadurch ausgezeichnet ist, dass sehr reines Ammoniumrhodanid anfällt, erreicht man auch ausserordentlich hohe Raumzeitausbeuten. Bei Einhaltung der Arbeitsbedingungen der bekannten Verfahren ist es unmöglich, auch nur annähernd gleich günstige Ergebnisse zu erzielen. Reaktionsrohre mit Raschigringen od. ähnl. Füllkörpern, sowie die Verwendung der bekannten Katalysatoren sind nicht geeignet, den Ablauf der Umsetzung in solch ausserordentlich vorteilhafter Weise zu beeinflussen, wie dies bei einer Füllung aus Aktivkohle der Fall ist.
Das erfindungsgemässe Verfahren zeichnet sich insbesondere gegenüber dem bekannten Verfahren der USA-Patentschrift Nr. 2, 249, 962 dadurch aus, dass es eine kontinuierliche Arbeitsweise gestattet. Die katalytische Wirksamkeit der Aktivkohle bleibt im Gegensatz zu jener der bekannten Katalysatoren auch nach langer Betriebsdauer unvermindert erhalten. Ausserdem findet die Umsetzung von Schwefelkohlenstoff und Ammoniak in Abwesenheit eines flüssigen Lösungsvermittlers für Schwefelkohlenstoff statt. Somit entfallen die bei dieser bekannten Arbeitsweise notwendigen Verfahren der Trennung von Lösungsvermittler, Katalysator und Reaktionslösung sowiedas aufwendige Verfahren der Lösungsmittelrückgewin- nung.
Im Gegensatz zu dem bekannten Verfahren der USA-Patentschrift Nr. 2, 850, 356 gestaltet sich die Temperaturregelung, also Beheizung bzw. Kühlung des Reaktionsrohres, wesentlich einfacher. Wird das
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erfindungsgemässe Verfahren in Reaktionsrohren mit einem Durchmesser bis zu 100 mm durchgeführt, ist eine Beheizung oder eine Kühlung überflüssig. Bei Einsatz von Reaktionsrohren mit Durchmessern von 150 bis 200 mm oder mehr, ist lediglich eine einzige Massnahme zur Temperaturregelung erforderlich, u. zw. die Kühlung der Aktivkohleschicht oberhalb der Einleitungsstelle.
Das Verfahren wird durch folgende Beispiele im einzelnen erläutert :
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gekörnter wasserdurchfeuchteter Aktivkohle (Körnung 3,5 bis 4 mm) gefüllt. Aus der Destillierblase wird Wasser in der Weise in das Reaktionsrohr eindestilliert, dass die Hauptmenge des Wasserdampfes 400 mm über dem Boden des Rohres kondensiert. An dieser Stelle münden zwei Einleitungsrohre-3 und 4-für gasförmiges Ammoniak bzw. für Schwefelkohlenstoff.
Vor Inbetriebnahme der Vorrichtung wird das Reaktionsrohr mit Inertgas oder Dampf sauerstofffrei gespült.
Die Anlage wird wie folgt beschickt :
34 l Ammoniak/h
75 g Schwefelkohlenstoff/h
60 ml sauerstofffreies Wasser/h (Zuleitung --8-- in den Kopf des Reaktionsrohres).
Entsprechend der gewählten Menge Wasser wird eine zirka age Ammoniumrhodanidlösung über die Leitung -7-- abgezogen. Nach dem Eindampfen der Lösung zur Trockne erhält man einProdukt mit einem argentometrisch bestimmten Ammoniumrhodanidgehalt von 99, 4%. Die Ausbeute beträgt 57, 3 g Ammoniumrhodanid/h (99, 7% d. Th., bezogen auf Ammoniak). Pro Liter Aktivkohle werden somit stündlich 34,9 g Ammoniumrhodanid erhalten.
Beispiel 2 : Es wurde eine in Fig. 2 schematisch dargestellte Vorrichtung verwendet.
Das Reaktionsrohr --9-- besteht aus einem 600 mm langen Doppelmantel-Glasrohr mit einem Innendurchmesser von 30 mm. Es wird auf 800C beheizt und mit gekörnter Aktivkohle (Körnung 2,5 mm) gefüllt.
Um die Bildung von Schwefel während der Reaktion zu vermeiden, muss das Doppelmantelrohr vor Inbetriebnahme mit Inertgas oder Dampf sauerstofffrei gespült werden ; ebenso ist es notwendig, sauerstofffreies Wasser zu verwenden.
Durch das Gaseinleitungsrohr --12--, welches 200 mm über dem Boden des Doppelmantel-Glasrohres einmündet, werden 8 l Ammoniakgas/h eindosiert. Der Siedevorgang in der Destillierblase wird mittels der Heizung so gesteuert, dass 15 bis 20 g Schwefelkohlenstoff/h in das Reaktionsrohr-9-- eindestillieren. Gleichzeitig werden auf das obere Ende der Aktivkohlefüllung 15 ml Wasser/h aufgegeben.
Dieses Wasser wird in der Destillierblase entnommen, wo es auf der CS,-Schicht schwimmt.
Schwefelkohlenstoff und Wasser werden in dem Masse kontinuierlich über die Leitungen-19 bzw.
20-eingespeist, als sie während des Betriebes der Anlage verbraucht werden.
Die gebildete Ammoniumrhodanidlösung wird etwa tige kontinuierliche über die Leitung-15abgezogen.
Nach dem Eindampfen der Lösung zur Trockene erhält man ein Produkt mit einem argentometrisch bestimmten Ammoniumrhodanidgehalt von 99, 2%.
Die Ausbeute beträgt durchschnittlich 13,5 g Ammoniumrhodanid/h (99, 50/0 d. Th., bezogen auf Ni3).
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im unteren Viertel-26-mit Raschigringen und in den übrigen drei Vierteln mit gekörnter, wasserdurchfeuchtete Aktivkohle (Körnung 3, 5 - 4 mm) gefüllt. Unterhalb der Aktivkohlezone befindet sich das Einleitungsrohr --27-- für wässerige Natronlauge. In Höhe des Endes des unteren Drittels der Aktivkohlezone münden die Zuleitungen-24 und 25-für gasförmiges Ammoniak und Schwefelkohlenstoff ein. Vor Inbetriebnahme der Vorrichtung wird das Reaktionsrohr mit Inertgas oder Dampf sauerstofffrei gespült.
In das Reaktionsrohr wird aus der Destillierblase Wasser eindestilliert, wobei die Wärmezufuhr so reguliert wird, dass die Hauptmenge des Wasserdampfes an bzw. unterhalb des Eintritts der Zuleitungen für
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Ammoniak und Schwefelkohlenstoff kondensiert. Die Anlage wird wie folgt beschickt : 4501 Ammoniak/h
1100 ml Schwefelkohlenstoff/h
850 ml sauerstofffreies Wasser/h (Zuleitung zum Kopf des Reaktionsrohres)
Sobald die in der Aktivkohlezone entstehende Ammoniumrhodanidlösung bisin die Höhe der Natron- laugezuleitungsstelle zurückgelaufen ist, wird die Ammoniakzufuhr auf 224 l/h gedrosselt und 525 ml/h einer 500/oigen wässerigen Natronlauge zudosiert.
Die gebildete Natriumrhodanidlösungwird über die Leitung-28-kontinuierlich abgezogen.
Nach dem Eindampfen der Lösung zur Trockene erhält man ein Produkt mit einem argentometrisch
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Ein 9 m langes isoliertes Reaktionsrohr --30- mit einem Innendurchmesser von 200 mm, das auf eine mit einer regulierbaren Heizung --37-- ausgestattete Destillierblase --31-- aufgesetzt ist, enthält in dem unteren Drittel eine 3 mm hohe Füllung aus Aktivkohle (Körnung 3,5 bis 4 mm). An diese Aktivkohlefüllung schliesst sich, nach oben hin ein flacher Röhrenkühler-32-mit einer Kühlfläche von zirka 1 m an. Oberhalb des Röhrenkühlers befindet sich ein aktivkohlefreier Raum der etwa 10 cm hoch ist, und in welchen die Zuleitungen -34 bzw. 35-für Ammoniak und Schwefelkohlenstoff einmünden.
Oberhalb der Einleitungsstellen für Ammoniak und Schwefelkohlenstoff schliesst sich eine 6 m hohe Füllung aus Aktivkohle an. Diese Aktivkohleschicht ist gleichmässig von Kühlrohren -36- durchsetzt, welche mit Kühlwasser von zirka 450C durchströmt werden.
Aus der Destillierblase werden stündlich zirka 20 1 Wasser verdampft, die an dem Röhrenkühler - wieder kondensiert werden. Der Röhrenkühler wird von 460C warmem Wasser durchströmt. Die
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der Destillierblase abgezogen. Nach dem Eindampfen der Lösung zur Trockene erhält man ein Produkt mit einem argentometrisch bestimmten NH SCN-Gehalt von 99, 5%. Die Ausbeute beträgt zirka 10 kg NH4 SCN/h. Pro Liter Aktivkohle werden somit stündlich 35, 58 g NH SCN erhalten.
Beispiel 5 : Das in Beispiel 4 beschriebene Reaktionsrohr, jedoch ohne die Kühlvorrichtung in der oberen 6 m-Kohleschicht wird wie folgt beschickt :
2600 g Ammoniak/h
8700 g Schwefelkohlenstoff/h
7100 g Wasser/h.
Die Ausbeute beträgt zirka 5800 gAmmoniumrhodanid/h. Pro Liter Aktivkohle werden somit stündlich nur 20,5 g NH SCN erhalten.
Wird die beschriebene Vorrichtung mit grösseren Mengen Ammoniak und Schwefelkohlenstoff beschickt, so tritt am Kopf des Reaktionsrohres Ammoniak und sublimierendes Ammoniumtrithiocarbonat aus.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Herstellung von wässerigen Ammoniumrhodanidlösungen durch Umsetzung von Ammoniak und Schwefelkohlenstoff in Gegenwart von Wasser, dadurch gekennzeichnet, dass man die Umsetzung an Aktivkohle durchführt.