AT281610B - Schaumvertraegliches trockenloeschpulver und verfahren zu seiner herstellung - Google Patents

Schaumvertraegliches trockenloeschpulver und verfahren zu seiner herstellung

Info

Publication number
AT281610B
AT281610B AT161368A AT161368A AT281610B AT 281610 B AT281610 B AT 281610B AT 161368 A AT161368 A AT 161368A AT 161368 A AT161368 A AT 161368A AT 281610 B AT281610 B AT 281610B
Authority
AT
Austria
Prior art keywords
sep
foam
powder
dry
dry extinguishing
Prior art date
Application number
AT161368A
Other languages
English (en)
Original Assignee
Weinstock & Siebert
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Weinstock & Siebert filed Critical Weinstock & Siebert
Priority to AT161368A priority Critical patent/AT281610B/de
Application granted granted Critical
Publication of AT281610B publication Critical patent/AT281610B/de

Links

Landscapes

  • Compositions Of Macromolecular Compounds (AREA)

Description


   <Desc/Clms Page number 1> 
 



  Schaumverträgliches Trockenlöschpulver und Verfahren zu seiner Herstellung 
Die Erfindung betrifft ein Trockenlöschpulver, das bei der kombinierten Anwendung mit Schaumlöschmitteln mitdiesen verträglich ist und den Schaum nicht zerstört sowie ein Verfahren zur Herstellung des Trockenlöschpulvers. 



   Bei der Brandbekämpfung in der Industrie, vor allem aber in Raffinerien und bei Flugzeugbränden hat sich an sich die kombinierte Anwendung von Trockenlöschpulvem und Schaumlöschmitteln weitgehend durchgesetzt. Diese kombinierten Löschverfahren setzen jedoch eine gute Verträglichkeit des Trockenlöschpulvers mit dem Schaum voraus, da es andernfalls bei rasch einsetzender Schaumzerstörung schnell zu Rückzündungen der noch gasenden brennbaren Flüssigkeiten kommen kann. 



   Die handelsüblichen Trockenlöschpulver auf der Basis von Natrium- oder Kaliumbicarbonat besitzen aber leider den Nachteil, dass sie nurwenig schaumverträglich sind. Wird nämlich ein derartiges Trockenlöschpulver nach einem Schaummittel angewendet, so wird der Schaum bei der Berührung mit dem Löschpulver zerstört und bricht zusammen. Man nimmt an, dass dies durch die im Trockenlöschpulver enthaltenen Metallstearate ausgelöst wird, die sich in den brennbaren Flüssigkeiten, wie Benzin, Benzol und verwandten Kohlenwasserstoffen lösen. Die hiebei entstehende Lösung dürfte für die Zersetzung der Schaumdecke verantwortlich sein. 



   Es sind bereits Versuche gemacht worden, diesen Nachteil der bekannten Trockenlöschpulver zu beseitigen, beispielsweise durch Ersatz des wenig   schaumverträglichen Natriumbicarbonats   durch andere, aber nicht löschwirksame Salze, wie Calcium- oder Magnesiumcarbonat, Kaliumsulfat oder Magnesiumammoniumphosphat. Ausserdem sind   Puh   er bekannt, bei denen an Stelle der Metallstearate andere Hydrophobierungsmittel, wie Silikonöle oder Harze, Verwendung gefunden haben. 



   Versuche, die der Erfindung vorausgingen, haben aber gezeigt, dass Silikonöle zwar hydrophobierend wirken, aber gleichzeitig ebenso schaumzerstörend sind wie die üblicherweise verwendeten Metallstearate. Auch Versuche mit einer Anzahl von Kunststoffen und Harzen, die sich durch Wasser- und Lösungsmittelfestigkeit auszeichnen und daher für Hydrophobierungszwecke geeignet sein müssten, wie Polymerisate von Styrol, von Verbindungen der Acrylsäurereihe, von Vinylchlorid und Acetylcellulose zeigten, dass die hydrophoben Eigenschaften sich im Gegensatz zu den üblichen Anwendungen bei Grossflächenüberzügen bei der Anwendung auf Trockenlöschpulver nicht übertragen lassen.

   Löst man diese Kunststoffe in Methylenchlorid und düst sie in das zu hydrophobierende Gemisch ein, um eine Spreitung zu erreichen, wie man sie von einem Öl erwartet, so werden die Pulverteilchen noch unvollständiger als bei der Anwendung von Silikonöl umhüllt. Selbst eine grössere Menge Harzlösung verbessert die Hydrophobierung nicht, stattdessen nimmt die Neigung der Trockenlöschpulver zum Verkleben und Zusammenbacken zu. Ein weiterer Nachteil besteht darin, dass beim Austreiben des Lösungsmittels die Harze schrumpfen. Darüber hinaus haben die Versuche gezeigt, dass auch die Schaumverträglichkeit der mit den genannten Harzen bzw. Kunststoffen hydrophobierten Trockenlöschpulver unbefriedigend ist. 



   Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Trockenlöschpulver auf der Basis der an sich besonders wirksamen Alkalibicarbonate zu entwickeln, das die Nachteile der bisherigen Trockenlöschpulver vor 

 <Desc/Clms Page number 2> 

 allem in bezug auf die Schaumverträglichkeit nicht besitzt. 



   Die Lösung dieser Aufgabe ist ein Trockenlöschpulver, das neben Alkalibicarbonaten als löschwirk-   same Substanzen Silikonoöle   als Hydrophobierungsmittel und weitere an sich bekannte, für die Lagerbeständigkeit, Haltbarkeit und Funktionssicherheit des Trockenlöschpulvers notwendige Zusätze enthält. Dieses schaumverträgliche Trockenlöschpulver besteht aus 84 bis 98   Gew.-lo, vorzugsweise   90 bis 97   Gew.-%,   insbesondere 94 bis 96   Gew.

   Alkalibicarbonat,   mehr als   0, 5 Gew.-%, vorzugsweise 1   bis 5   Gew.- Talkum,   mehr als   0, 3 Gew.   vorzugsweise 1 bis 5   Gew.-% Glimmer, l   bis 3   Gew.-   Kieselsäure,   0, 01   bis 1   Gew.-Silikonölund 0, 05   bis 2   Gew. -0/0 mindestens   eines niedermolekularen Polymeren aliphatischer fluorhaltiger Halogenkohlenstoffe, insbesondere polymerer fluorhaltiger Chlorkohlenstoffe, vorzugsweise solche des Chlortrifluoräthylens der allgemeinen Formel 
 EMI2.1 
 wobei x für eine Zahl von 2 bis 200 steht. 



   Es hat sich gezeigt, dass mit besonderem Vorteil niedrig-viskose Halo-Fluor-Kohlenstoffe verwendet werden können, da sich diese ohne zusätzliche Verwendung von Lösungsmitteln direkt mit der Pulvermischung durch einfaches Eindüsen mischen lassen, so dass auf diese Weise bereits mit sehr geringen Mengen eine ausgezeichnete Schaumverträglichkeit des Löschpulvers erreicht werden kann. Es genügen beispielsweise bereits Mengen von   0, 05% Chlor-Trifluoräthylenpolymeres,   bezogen auf das Pulverge-   misch,   um eine ausreichende Spreitung zu erreichen. Selbstverständlich können auch grössere Mengen dieser polymeren Halo-Fluor-Kohlenstoffe verwendet werden, doch werden aus wirtschaftlichen Überlegungen heraus im allgemeinen keine über   20   liegenden Mengen eingesetzt. 



   Wie bereits erwähnt, enthält das Trockenlöschpulver gemäss der Erfindung in an sich bekannter Weise weitere Zusätze zur Verbesserung der Lagerbeständigkeit, Haltbarkeit und Funktionssicherheit. Es ist   selbstverständlich, dass   auch diese Zusatzstoffe schaumverträglich sein   müssen ;   in erster Linie werden beispielsweise Talkum, Glimmer. Kieselsäure, Schwerspat, Rohphosphat und/oder Calciumcarbonat verwendet. Es hat sich als vorteilhaft erwiesen, mehr als   0. 50/0,   vorzugsweise 1 bis 5% Talkum und mehr als 0, 3%, vorzugsweise 1 bis 5% Glimmer mitzuverwenden.

   Für die Hydrophobierung des Trockenlöschpulvers hat es sich als günstig herausgestellt, Silikonöle in Mengen von 0, 01 bis   10   und als Träger für diese Silikonöle Kieselsäure in Mengen von 1 bis   30   zu verwenden. 



   Um ein derartiges Trockenlöschpulver herzustellen, geht man erfindungsgemäss zweckmässig so vor, dass man zunächst etwa die Hälfte des Alkalibicarbonats mit dem Silikonöl und der Kieselsäure mischt, dann die andere Hälfte des Alkalibicarbonats, vorzugsweise in Mischungen mit den andern Zusätzen untermischt und schliesslich den Halo-Fluor-Kohlenstoff vorzugsweise in fein verteilter Form zugibt und nochmals mischt. 



   Dieses Verfahren hat sich deshalb als besonders günstig erwiesen, weil hiebei mit einem Minimum an Halo-Fluor-Kohlenstoff optimale Schaumverträglichkeit erreicht wird, während gleichzeitig die Menge des Silikonöls so weit reduziert werden kann, wie noch unbedingt notwendig ist, um durch die Hydrophobierung eine ausreichende Klima- und Temperaturbeständigkeit des Trockenlöschpulvers zu erreichen. 



   Ein Trockenlöschpulver gemäss der Erfindung. das auf die oben beschriebene Weise hergestellt wurde und wie folgt zusammengesetzt war 
 EMI2.2 
    6 % Natriumbicarbonat0, 05% niedrig   viskoses Chlor-Trifluoräthylen, wurde auf seine Schaumverträglichkeit auf die nachstehende Weise überprüft und hiebei mit andern   Trockenlöschpulvern,   die keinen Halo-Fluor-Kohlenstoff enthalten, verglichen. 



   Schaumverträglichkeitsprüfung
Hiebei wird eine 0,7%ige wässerige Schaumlösung, nämlich das unter der Bezeichnung TUTOGEN F   bekannte partiellhydrolysierte Eiweiss zusammen mit einem Schaumstabilisierungsmittel eingesetzt.   Als Verschäumungsgerät dient eine 150 ml-Waschflasche, in deren Schliffkappe am Einleitungsrohr eine 

 <Desc/Clms Page number 3> 

 Glasfritte eingeschmolzen ist. Durch Einleiten eines Luftstromes von   0, 7 l/min   durch die Fritte in die Schaumlösung wird eine gleichmässige Verschäumung hervorgerufen. Jeweils 1 g der zu prüfenden Pulver werden in ein 400   ml-Becherglas   gegeben und mit 5 ml Benzin vermischt. Dann wird eine in 30 sec erzeugte Schaummenge aufgegeben.

   Anschliessend wird die Zeit gestoppt, in der die Hauptmenge des Schaumes zerfallen ist und in Beziehung zu der Zeit gesetzt, die die Schaummenge nur mit Benzin bis zum Zerfall benötigt. Bei einer weiteren Schaumverträglichkeitsprüfung wird der Schaum auf das Benzin allein aufgegeben und danach das Pulver in feiner Verteilung auf den Schaum gebracht und hiebei ebenfalls die Schaumzerfallszeit bestimmt. 



   Errechnet wird der Quotient aus der Schaumzerfallszeit ohne Pulverzugabe. Beträgt die   Schaumzer-   fallszeit bei Zugabe von Natriumbicarbonat 12 min, die Schaumzerfallszeit ohne Natriumbicarbonat 60 min, so ist der Quotient 12 : 60 =   0, 2.   



   Ergibt sich hiebei für den Quotienten die Zahl   1,   so weist das geprüfte Pulver die gleiche Schaumzerfallzeit auf wie der Schaum allein ; ein Optimum an Schaumverträglichkeit ist erreicht. 



   Aus der nachstehenden Tabelle ist zu erkennen, dass mit dem Trockenlöschpulver gemäss der Erfindung im Gegensatz zu andern Trockenlöschpulvern ein erheblicher Fortschritt in bezug auf die Schaumzerfallzeit erreicht werden kann. 
 EMI3.1 
 
<tb> 
<tb> 



  Pulver <SEP> Schaumzerfallzeit <SEP> Quotient
<tb> in <SEP> min <SEP> 
<tb> - <SEP> 60 <SEP> 1 <SEP> 
<tb> NAHCO, <SEP> 12 <SEP> 0, <SEP> 2 <SEP> 
<tb> + <SEP> Ca-stearat <SEP> 0, <SEP> 05 <SEP> 0, <SEP> 005 <SEP> 
<tb> + <SEP> Silikonöl <SEP> 0, <SEP> 05 <SEP> 0, <SEP> 005 <SEP> 
<tb> + <SEP> Silikonharz <SEP> 4 <SEP> 0, <SEP> 066 <SEP> 
<tb> + <SEP> Polystyrol <SEP> 35 <SEP> 0, <SEP> 58 <SEP> 
<tb> + <SEP> Polyacrylat <SEP> 38 <SEP> 0, <SEP> 63 <SEP> 
<tb> +PVC <SEP> 42 <SEP> 0, <SEP> 70 <SEP> 
<tb> + <SEP> Acetylcellulose <SEP> 39 <SEP> 0, <SEP> 65 <SEP> 
<tb> + <SEP> Silikonöl <SEP> und <SEP> Halo-Fluor-Kohlenstoff <SEP> 50 <SEP> 0, <SEP> 83 <SEP> 
<tb> 
 PATENTANSPRÜCHE :

   
 EMI3.2 
 mindestens eines niedermolekularen Polymeren aliphatischer fluorhaltiger Halogenkohlenstoffe, insbesondere polymerer fluorhaltiger Chlorkohlenstoffe, vorzugsweise solche des Chlortrifluoräthylens der allgemeinen Formel   Cl- (CF,-CF Cl) x-ci    wobei x für eine Zahl von 2 bis 200 steht, enthält.

Claims (1)

  1. 2. Verfahren zur Herstellung eines sch aum verträglischen Trockenlöschpulvers nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man zunächst die Hälfte des Alkalibicarbonats mit dem Silikonöl und der Kieselsäure mischt, dann die andere Hälfte des Alkalibicarbonats, vorzugsweise im Gemisch mit den andern Zusätzen untermischt und schliesslich den Halo-Fluor-Kohlenstoff vorzugsweise in feinverteilter Form zugibt und nochmals mischt.
AT161368A 1968-02-20 1968-02-20 Schaumvertraegliches trockenloeschpulver und verfahren zu seiner herstellung AT281610B (de)

Priority Applications (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
AT161368A AT281610B (de) 1968-02-20 1968-02-20 Schaumvertraegliches trockenloeschpulver und verfahren zu seiner herstellung

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
AT161368A AT281610B (de) 1968-02-20 1968-02-20 Schaumvertraegliches trockenloeschpulver und verfahren zu seiner herstellung

Publications (1)

Publication Number Publication Date
AT281610B true AT281610B (de) 1970-05-25

Family

ID=3517206

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
AT161368A AT281610B (de) 1968-02-20 1968-02-20 Schaumvertraegliches trockenloeschpulver und verfahren zu seiner herstellung

Country Status (1)

Country Link
AT (1) AT281610B (de)

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE69317995T2 (de) Verfahren zur Herstellung von geschäumten Partikeln aus Polyolefinharz
DE2715157A1 (de) Brandbekaempfungs-zusammensetzungen
DE1444315C3 (de) Bekämpfung von Feuern und Beseitigung von in der Atmosphäre von Räumen befindlichen radioaktiven Teilchen
DE19631813B4 (de) Feuerhemmender Werkstoff und Verfahren zur Herstellung eines solchen Werkstoffes
DE2357281C3 (de) Schaum-Feuerlöschmittel
DE2430623B2 (de) Selbstverlöschende, expandierbare Styrolpolymerisatteilchen und Verfahren zu ihrer Herstellung
DE2826224A1 (de) Schaum-feuerloeschmittel
DE3131446A1 (de) Verfahren zur herstellung von feinzelligen schaumstoffen aus styrolpolymerisaten
AT281610B (de) Schaumvertraegliches trockenloeschpulver und verfahren zu seiner herstellung
DE2830914C2 (de)
DE1959798A1 (de) Aus Schaumbildnern mit Stabilisierungsmitteln hergestelltes Schaumbildnerkonzentrat fuer Feuerloeschzwecke,insbesondere bei Verwendung mit Seewasser
DE1621721C3 (de) Synthetisches Schaummittel, insbesondere zum Löschen von Bränden organischer, mit Wasser mischbarer Flüssigkeiten
DE2816567A1 (de) Bitumenemulsionen mit kontrollierter stabilitaet
DE1621722A1 (de) Schaumvertraegliches Trockenloeschpulver
DE957443C (de) Verfahren zur Herstellung eines Einkomponentenschaumes besonders zum Loeschen von brennenden, mit Wasser mischbaren, schaumzerstoerenden, organischen Fluessigkeiten wieAlkoholen, Ketonen, Estern od. dgl.
DE1769929C3 (de) Schwerentflammbare, gegebenenfalls verschäumbare Formmassen aus synthetischen Polymerisaten und Verfahren zur Herstellung verschäumter Formkörper
DE1917088A1 (de) Neue Badeoelzusammensetzung
DE151020C (de)
DE2025152C3 (de) Verfahren zur Herstellung eines Feuerlöschschaumes
DE965124C (de) Verfahren zur Erzeugung von Schaeumen
DE1694815A1 (de) Polyvinylharze zur Herstellung von Plastisolen,die fuer die Herstellung von Schaumstoffen nach dem Schaum-Schlagverfahren verwendet werden
EP0060532A1 (de) Antikatalytische Zusätze für Brandverzögerungs- und Feuerlöschpulver und diese enthaltende Brandverzögerungs- und Feuerlöschpulver sowie Verfahren zu ihrer Herstellung
DE528773C (de) Feuerloeschverfahren unter gleichzeitiger Benutzung von Tetrachlorkohlenstoff und Kohlensaeure
DE1546500C3 (de) Feueriöschschaummittelkonzentrat oder wäßrige Lösch schaumstammlösung sowie Löschverfahren
DEF0011404MA (de)

Legal Events

Date Code Title Description
ELJ Ceased due to non-payment of the annual fee