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Wärmeentwickelbares Diazotypiematerial
Die Erfindung betrifft ein wärmeentwickelbares Zweikomponenten-Diazotypiematerial.
Es ist bekannt, Diazotypiematerial, das eine lichtempfindliche Schicht mit einer Diazoverbindung und einer Kupplungskomponente und ferner eine Substanz enthält, die beim Erwärmen alkalisch reagierende Verbindungen abspaltet durch blosse Anwendung von Wärme zu entwickeln.
Diese Arbeitsweise hat den Vorteil, dass man von den sonst üblichen Entwicklersubstanzen, wie Ammoniakgas oder wässerig-alkalischen Kupplerlosungen, unabhängig wird. Die bisher bekannten durch Wärmeeinwirkung entwickelbaren Diazotypiematerialien haben jedoch noch bestimmte Nachteile, die ihre verbreitete Anwendung bisher verhindert haben.
Es ist z. B. notwendig, dem Material eine verhältnismässig grosse Menge, die meist einem Vielfachendes Gewichtes der übrigen Bestandteile der lichtempfindlichen Schicht entspricht, an Alkali liefernder Substanz zuzusetzen. Als derartige Substanzen haben sich insbesondere Harnstoff und andere einfache Säureamide bewährt, die billig sind und in der Schicht bereits bei verhältnismässig niedrigen Temperaturen zerfallen. Diese an sich bevorzugten Verbindungen sind jedoch stets mehr oder weniger hygroskopisch, so dass das Material bei Lagerung unter atmosphärischen Bedingungen stets einen erheblich höheren Wassergehalt hat als normales Zweikomponenten-Diazotypiematerial, das mit Ammoniak entwickelt wird. Dieser Wassergehalt ist an sich erwünscht und in gewissem Masse sogar notwendig.
Er verursacht eine Erhöhung der Lichtempfindlichkeit der Diazoverbindung und insbesondere eine Beschleunigung der Kupplung bei Einwirkung der alkalischen Verbindung. Ein völlig wasserfreies Material hätte eine viel zu geringe Entwicklungsgeschwindigkeit.
Ein erheblicher Nachteil des erhöhten Wassergehaltes ist jedoch die durch ihn verursachte Wanderung von Diazoverbindung und Kupplungskomponente von der lichtempfindlichen Schicht in das Innere desTrägers. Diese Abwanderung, die normalerweise mit unterschiedlicher Geschwindigkeit erfolgt, hat bereits nach einigen Wochen Lagerung einen Kontrastabfall der Pause zur Folge.
Aus der deutschen Patentschrift Nr. 502663 sind ferner mit Ammoniakgas entwickelbare Diazotypiematerialienbekannt, die in der lichtempfindlichen Schicht Verbindungen mit Diazo- und Kupplerfunktion im gleichen Molekül enthalten. Dieses Material, das eine Vereinfachung des Streichprozesses er- möglichen sollte, hat sich jedoch auf diesem Gebiet nicht durchgesetzt, da es, wie aus der Patentschrift ersichtlich ist, keine weiteren Vorteile besitzt.
Aufgabe der Erfindung war die Herstellung eines wärmeentwickelbaren Diazotypiematerials, das die oben genannten Nachteile der bisher bekannten Kopiermaterialien dieser Art nicht zeigt.
Die Erfindung geht aus von einem wärmeentwickelbaren Diazotypiematerial, das in der lichtempfindlichen Schicht aromatische Diazoverbindungen und zur Azokupplung mit diesen befähigte Verbindungen sowie Substanzen enthält, die beim Erwärmen ein alkalisches Milieu schaffen.
Gegenstand der Erfindung ist ein derartiges Diazotypiematerial, das eine lichtempfindliche Ver-
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bindung enthält, die in einem Molekül mindestens eine Diazogruppe und mindestens eine zur Kupplung mit Diazoverbindungen befähigte Gruppierung enthält.
Die erfindungsgemäss verwendeten Verbindungen enthalten zweckmässig eine in der Diazotypie an sich bekannte Benzoldiazonium- oder Naphthochinondiazidgruppierung sowie den Rest einer üblichen Kupplungskomponente.
Die Verbindung zwischen den beiden Molekülteilen wird zweckmässig über eine Ester-, Amid- oder Ätherbindung hergestellt.
Unter den erfindungsgemäss verwendeten Verbindungen werden diejenigen besonders bevorzugt, die in Wasser schwer löslich sind. Sie haben den Vorteil, dass die damit hergestellten Kopiermaterialien unter den üblichen Lagerungsbedingungen weniger zur vorzeitigen Kupplung neigen, als dies sonst bei wärmeentwickelbaren Diazotypiematerialien, insbesondere solchen mit höherem Feuchtigkeitsgehalt, der Fallist. Das Material besitzt also eine erhöhte Lagerfähigkeit. Überraschenderweise hat dieses Material jedoch die Eigenschaft, in der Wärme rasch und kräftig durchzukuppeln. Die dabei gebildeten Farbstoffe sind in hohem Masse wasserfest.
Zur Herstellung des Diazotypie-Kopiermaterials gemäss der Erfindung bringt man beispielsweise die in Wasser schwer lösliche, durch Nassvermahlen oder Sprühtrocknen in eine feinkörnige Form übergeführte Substanz in Suspension auf ein passendes Trägermaterial oder man löst die Substanz in einem geeigneten indifferenten Lösungsmittel und streicht diese Lösung auf. Ausserdem können noch die in der Diazotypie üblichen Zusätze mit aufgebracht werden. Sie werden der Lösung oder Dispersion der erfindungsgemäss verwendeten Verbindung zugesetzt oder gesondert gestrichen. Solche Zusätze sind z. B.
Weinsäure, Citronensäure, Borsäure, Trichloressigsäure, Naphthalin-1, 3, 6-trisulfosäure, Zinkchlorid und Thioharnstoff. Ferner ist es zweckmässig, ein Netzmittel wie Saponin hinzuzufügen, um gegebenenfalls die schwer löslichen Partikel in der wässerigen Streichlösung besser suspendieren zu können. Vor- teilhaft ist es weiterhin, zusätzlich noch ein Bindemittel, wie Carboxymethylcellulose, lösliche Stärke, Casein oder Gelatine, zu verwenden, um ein besseres Festhaften der Teilchen auf dem Trägermaterial zu gewährleisten. Als Verbindung, die beim Erwärmen ein alkalisches Milieu schafft, wird bevorzugt Harnstoff zugesetzt, da er bei Zimmertemperatur neutral reagiert, bei etwa 1500C hingegen in Biuret und Ammoniak zerfällt.
Es können aber auch andere in der Wärme Ammoniak oder Amine abspaltende Verbindungen, z. B. substituierte Harnstoffe und andere Säureamide, wie die Amide von pt-Hydroxycar- bonsäure ; Amidine wie Guanidinverbindungen ; Amin- bzw. Ammoniumsalze schwacher oder in der Wärme zersetzlicher Säuren, z. B. von Trichloressigsäure und andere Substanzen verwendet werden, deren Eignung als Alkalispender für wärmeentwickelbares Diazotypiematerial bereits bekannt oder vorgeschlagen worden ist.
Als Trägermaterial lassen sich die in der Lichtpaustechnik üblichen Rohpapiere verwenden, jedoch sind auch transparente Träger aus verschiedenen Materialien, beispielsweise aus umgewandelten Celluloseprodukten, wie Cellulosehydrat oder Celluloseestern oder aus Kunststoffen, wie Polyamiden, Polyestern, Polycarbonaten, Polyaddukten und Polyvinylverbindungen, geeignet. Bevorzugt werden jedoch Papier und ähnliche Celluloseprodukte verwendet.
Zur Herstellung von Kopien mit dem erfindungsgemässen Kopiermaterial belichtet man es in bekannter Weise unter einer Vorlage und bringt es dann in Kontakt mit einem warmen Körper, beispielsweise einer warmen Walze oder Platte. Die Entwicklung dauert im allgemeinen etwa 1 bis 3 min bei Temperaturen, die zwischen etwa 140 und 1700C liegen. Selbstverständlich können diese Bedingungen variiert werden, z. B. kann die Erwärmung auch durch Infrarotstrahlung erfolgen.
Man kann auch Licht und Wärme in umgekehrter Reihenfolge einwirken lassen, d. h. das Material kann auf thermographischem Wege verarbeitet und danach durch Totalbelichtung mit ultraviolettem Licht fixiert werden.
Die folgenden Beispiele erläutern die Herstellung und Verarbeitung von erfindungsgemässemDiazotypiematerial.
B eispiel l : Durch Vermischen der folgenden Substanzen und Nassvermahlen in der Kugelmühle wurde eine möglichst feinkörnige Dispersion hergestellt :
EMI2.1
3 Gew.-Teile Trichloressigsäure 0, 2 Gew.-Teile Weinsäure
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4 Gew.-Teile Naphthalin-1,3,6-trisulfosäure (Na-salz)
20 Gew.-Teile Harnstoff
4 Gew.-Teile Thioharnstoff 0, 4 Gew.-Teile Saponin
2 Gew.-Teile Zinkehlorid
1 Gew.-Teil Casein
55 Gew.-Teile Wasser.
Die so hergestellte Dispersion wurde auf Papier aufgestrichen und dieses bei 30 bis 350C im Luftstrom getrocknet. Das erhaltene lichtempfindliche Diazotypie-Kopiermaterial wurde unter der zu ko- pierendenVorlagemiteiner UV-Bogenlampe belichtet und danach zu seiner Entwicklung kurze Zeit mit geheizten Platten von 100 bis 1100C in Berührung gebracht. Es wurde eine der Vorlage entsprechende rote Kopie erhalten.
Zur Herstellung des 1-(2'-Diazophenyl)-3-methylpyrazolons-(5) verfährt man wie folgt :
2-Nitroanilin wird durch Diazotierung und Reduktion mit Natriumsulfit in 2-Nitrophenylhydrazin übergeführt. DurchRingschluss mit Acetessigester bei 160 bis 170 C im Vakuum erhält man l- (21-Nitro- phenyl)-3-methylpyrazolon- (5), das in der üblichen Weise reduziert und diazotiert wird.
Beispiel 2 : Wie in Beispiel 1 wurde eine Dispersion aus den folgenden Bestandteilen hergestellt :
EMI3.1
5 Gew.-Teile 50' Hge Polyvinylacetatdispersion 0, 2 Gew.-Teile Weinsäure
4 Gew.-Teile Thioharnstoff
3 Gew.-Teile Zinkchlorid 25 Gew.-Teile Harnstoff 0, 2 Gew. -Teile Saponin
EMI3.2
Naphthalin-1, 3, 6-trisulfosäureZur Herstellung des Naphthochinon-(1,2)-diacid-(2)-5-sulfosäure-(3'-hydroxy)-naphthyl-(2')-esters verfährt man wie folgt : 2, 3-Dihydroxynaphthalin und Natrium werden im Molverhältnis 1 : 1 in Methanol gelöst und bei 00C zu einer Lösung der äquimolaren Menge Naphthochinon-(1,2)-diazid-(2)-5-sulfochlorid in Methanol getropft. Nach längerem Stehen fällt das hellgelbe Reaktionsprodukt aus.
B e i s p i e l 3: Eine Dispersion der folgenden Bestandteile wurde wie in Beispiel 1 hergestellt :
EMI3.3
-Teile 1- (41-Diazophenyl) -3-methylpyrazolon-0, 2 Gew.-Teile Weinsäure 4 Gew.-Teile Naphthalin-1,3,6-trisulfonsäure (Na-salz) 2 Gew.-Teile Zinkchlorid
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1 Gew.-Teile Casein
10 Gew.-Teile Harnstoff
55 Gew.-Teile Wasser.
Die so hergestellte Dispersion wurde auf Papier aufgestrichen und bei 30 bis 350C im Luftstrom getrocknet. Das lichtempfindliche Diazotypie-Kopiermaterial wurde unter der zu kopierenden Vorlage mit einer UV-Bogenlampe belichtet und danach etwa 2 1/2 min in einen Heisslufttrockenschrank von 1000C gebracht. Es wurde eine der Vorlage entsprechende rote Kopie erhalten.
Zur Herstellung des 1- (4'-Diazophenyl)-3-methylpyrazolons- (5) verfährt man wie folgt :
4-Nitroanilin wird durch Diazotieren und Reduzieren mit Natriumsulfit in 4-Nitrophenylhydrazin übergeführt. DurchRingschlussmitAcetessigester bei 140 bis 1500C im Vakuum erhält man 1-(41-Nitro- phenyl)-3-methylpyrazolon- (5), das in der üblichen Weise reduziert und diazotiert wird.
B eis piel 4 : Eine Dispersion aus
7,5 Gew.-Teilen Naphthochinon- (l, 2)-diazid- (2)-5-sul- fosäure- (31, 5 1 -dihydroxyphenyl) -ester 2, 5 Gew.-Teilen Haferstärke
0,2 Gew.-Teilen Weinsäure
4 Gew.-Teilen Thioharnstoff
3 Gew.-Teilen Zinkchlorid
25 Gew.-Teilen Harnstoff
0, 2 Gew.-Teilen Saponin
4 Gew. -Teilen Naphthalin-1, 3. 6-trisulfosäure (Na-salz)
2 Gew.-Teilen Trichloressigsäure
55 Gew.-Teilen Wasser wurde wie in Beispiel 1 hergestellt.
Diese Dispersion wurde auf eine oberflächlich verseifte Celluloseacetatfolie aufgebracht und das lichtempfindliche Material bei 30 bis 350C im Luftstrom getrocknet. Es wurde unter der zu kopierenden Vorlage mit einer UV-Bogenlampe belichtet und zur Entwicklung etwa 2 min in einem Heissluftschrank, der sich auf einer Temperatur von 150 bis 1600C befand, gebracht. Es wurde eine rotviolette Kopie der Vorlage erhalten.
Zur Herstellung des Naphthochinon-(1,2)-diazid-(2)-5-sulfosäure-(3',5'-dihydroxyphenyl)-esters verfährt man wie folgt :
Phloroglucin und Natrium werden im Molverhältnis 1 : 1 in Methanol umgesetzt und das trockene Phloroglucin-mononatrium mit der äquivalenten Menge Naphthochinon- (l, 2)-diazid- (2)-5-sulfochlorid in Dioxan 48 h bei Raumtemperatur gerührt.
B eispiel 5 : Eine Dispersion aus den folgenden Bestandteilen wurde wie in Beispiel 1 hergestellt :
EMI4.1
3 Gew.-Teile Casein 0, 2 Gew.-Teile Weinsäure
4 Gew.-Teile Thioharnstoff
3 Gew.-Teile Zinkchlorid 25 Gew.-Teile Harnstoff
0, 2 Gew.-Teile Saponin
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4 Gew.-Teile Naphthalin-1,3,6-trisulfosäure (Na-salz)
2 Gew.-Teile Trichloressigsäure
55 Gew.-Teile Wasser
Diese Dispersion wurde auf Papier aufgestrichen und das Kopiermaterial getrocknet. Es wurde dann belichtet und bei 160 bis 1650C wie in Beispiel 4 entwickelt. Es wurde eine der Vorlage entsprechende rote Kopie erhalten.
Zur Herstellung des Naphthochinon- (1, 2)-diazid- (2)-5-sulfosäure- (3'-hydroxy)-anilids verfährt man wie folgt :
Naphthochino-(1,2)-diazid-(2)-5-sulfochlorid wird mit der doppelten Molmenge 3-Aminophenol in Methanollösung versetzt und 48 h bei 0 bis 50C stehen gelassen.Das dabei abgeschiedene Reaktionsprodukt wird für die Dispersion verwendet.
Beispiel 6 : Wie in Beispiel 1 wurde eine Dispersion aus den folgenden Bestandteilen hergestellt : 7, 5 Gew.-Teilen Naphthochinon- (l, 2)-diazid- (2)-5-sulfo- säure- (5'-hydroxy)-naphthyl-(1')-amid
3 Gew.-Teilen Casein
0,2Gew. -TeilenWeinsäure
4 Gew.-Teilen Thioharnstoff
3 Gew.-Teilen Zinkchlorid
25 Gew.-Teilen Harnstoff 0, 2 Gew.-Teilen Saponin
4 Gew.-Teilen Naphthalin-1,3,6-trisulfosäure (Na-salz)
35 Gew.-Teilen Wasser.
DieseDispersion wurde auf Papier aufgestrichen und das Papier getrocknet. Das Material wurde belichtet und im Kontakt mit einer heissen Platte bei 1600C entwickelt. Es wurde eine blauviolette Kopie erhalten.
Die Herstellung des Naphthochinon-(1,2)-diazid-(2)-5-sulfosäure-(5'-hydroxy)-naphthyl-(1')-amids erfolgt durch Umsetzen von Naphthochinon-(1,2)-diazid-(2)-5-sulfochlorid mit l-Amino-5-naphthol in Dioxan im Verhältnis 1 : 2.
Beispiel 7 : Wie in Beispiel 1 wurde eine Dispersion der folgenden Bestandteile hergestellt :
7,5Gew.-TeileNaphthochinon- (1,2)-diazid-(2)-5-sulfo- säure- (7'-hydroxy)-naphthyl-(2')-ester
4 Gew.-Teile Thioharnstoff
2 Gew.-Teile Gelatine 0, 2 Gew.-Teile Weinsäure 0, 2 Gew.-Teile Borsäure
3 Gew.-Teile Zinkchlorid
25 Gew.-Teile Harnstoff 0, 2 Gew. -Teile Saponin
3 Gew.-Teile Naphthalin-1,3,6-trisulfosäure (Na-salz)
55 Gew.-Teile Wasser.
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Diese Dispersion wurde auf Papier aufgestrichen und das lichtempfindliche Diazotypiematerial bei 30 bis 35 C im Luftstrom getrocknet. Bei der Verwendung wurde es unter der zu kopierenden Vorlage mit einer UV-Bogenlampe belichtet und durch kurzen Kontakt mit einer heissen Walze entwickelt, die eine Temperatur von 150 bis 1550C hatte. Es wurde eine der Vorlage entsprechende rotviolette Kopie erhalten.
Zur Herstellung des Naphthochinon-(1,2)-diazid-(2)-5-sulfosäure-(7'-hydroxy)-naphthyl-(2')esters verfährt man wie folgt :
2,7-Dihydroxynaphthalin,Naphthochinon- (1,2)-diazid-(2)-5-sulfochloridundKaliumbicarbonat werden in äquimolaren Mengen in Methanol bei 0 bis 50C verrührt. Beim anschliessenden Erwärmen auf dem Wasserbad tritt die gewünschte Reaktion ein.
Beispiel 8 : Wie in Beispiel 1 wurde eine Dispersion aus den folgenden Bestandteilen hergestellt :
7,5Gew.-TeileNaphthochinon- (1,2)-diazid-(2)-5-sulfo- säure- (81-hydroxy-61-sulfos ure) -na- phthyl- (21)-amid
3 Gew.-Teile Casein 0. 2 Gew. -T eile Weinsäure
4 Gew.-Teile Thioharnstoff
3 Gew.-Teile Zinkchlorid
25 Gew. -Teile Harnstoff 0, 2 Gew.-Teile Saponin
4 Gew.-Teile Naphthalin-1,2,6-trisulfosäure (Na-salz)
2 Gew.-Teile Trichloressigsäure
55 Gew.-Teile Wasser.
Die Belichtung und Entwicklung bei 160 bis 1650C ergab eine rotviolette Kopie.
ZurHerstellungdesNaphthochinon- (1,2)-diazid-(2)-5-sulfosäure-(8'-hydroxy-6'-sulfosäure)-naphthyl-(2')-amids verfährt man wie folgt : 2-Amino-8-naphthol-6-sulfosäure wird mit methanolischer Natronlauge neutralisiert und mit der Lösung der halben Molmenge Naphthochinon-(1,2)-diazid-(2)-5-sulfochlorid in Dioxan bei 00C verrührt.
Das Reaktionsprodukt wird durch Abfiltrieren des ausgefallenen 2-Amino-8-naphthol-6-sulfosäurehydrochlorids und Einengen des Filtrats isoliert.
EMI6.1
eispiel 9 : EineDispersionderfolgenden Bestandteile wird wie in Beispiel l hergestellt :- naphthyl- (21) -ester
5 Gew. -Teile 500/0ige Polyvinylacetatdispersion 0, 2 Gew.-Teile Weinsäure
4 Gew.-Teile Thioharnstoff
2 Gew.-Teile Nickelchlorid 25 Gew.-Teile Harnstoff 0, 2 Gew.-Teile Saponin
4 Gew.-Teile Naphthalin-1,3,6-trisulfosäure (Na-salz)
2 Gew.-Teile Trichloressigsäure 55 Gew.-Teile Wasser.
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Die Belichtung und Entwicklung bei 150 bis 1600C ergab eine blauviolette Kopie.
Zur Herstellung des Naphthochinon-(1,2)-diazid-(2)-5-sulfosäure-(3',8'-dihydroxy-6'-sulfosäure)- - naphthyl- (21) -esters verfährt man wie folgt :
2,3,8-Trihydroxynaphthalin-6-sulfosäure, Naphthochinon-(1,2)-diazid-(2)-5-sulfochlorid und Kaliumbicarbonat werden in äquimolaren Mengen in Methanol bei 0 bis 50C verrührt. Nach einiger Zeit fällt das Reaktionsprodukt aus.
EMI7.1
10 : Ausdiazoniumchlorid
3 Gew.-Teile Trichloressigsäure
25 Gew.-Teile Harnstoff 0, 2 Gew.-Teile Weinsäure
7 Gew.-Teile Naphthalin-1, 3, 6-trisulfosäure (Na-salz3
4 Gew.-Teile Thioharnstoff 0, 04 Gew.-Teile Saponin
2 Gew.-T eile Zinkchlorid
75 Gew.-Teile Wasser.
Diese Lösung wurde in üblicher Weise auf Papier aufgestrichen und getrocknet. Das Papier wurde unter einer Vorlage belichtet und dann etwa 2 min auf 140 bis 145 C erwärmt. Es wurde eine positive braungefärbte Kopie der Vorlage erhalten.
Zur Herstellung des 4-Morpholino-3- [31- (3"-hydroxyphenylamino)-21-hydroxy-n-propoxy] -ben- zoldiazoniumchlorids verfährt man wie folgt : 5-Nitro-2-morpholinophenylglycidäther wird in Toluol bei 100 bis 110 C mit m-Aminophenol umgesetzt. Nach kurzer Zeit scheidet sich das ölige dunkelbraune Additionsprodukt ab. Das Lösungsmittel wird abdestilliert und der Rückstand noch zweimal mit Toluol ausgekocht. Die so gereinigte Nitroverbindungwird in Methanol bei Normaldruck und Raumtemperatur mit Raney-Nickel als Katalysator hydriert und anschliessend in Salzsäure diazotiert.
Beispiel 11 : Man stellt eine Lösung her aus :
EMI7.2
-Teilen 6-Dimethylamino-3-diazobenzoesäure-(Cadmiumchlorid-Doppelsalz) 0, 2 Gew.-Teilen Weinsäure
4 Gew.-Teilen Thioharnstoff
2 Gew.-Teilen Zinkchlorid
4 Gew.-Teilen Naphthalin-1,3,6-trisulfosäure (Na-salz)
3 Gew.-Teilen Trichlotessigsäure
25 Gew.-T eilen Harnstoff
75 Gew.-Teilen Wasser
Diese Lösung wird in üblicher Weise auf Papier aufgestrichen. Nach Trocknen des Papiers belichtet man unter einer Vorlage und erwärmt auf einer heissen Walze etwa 2 mih auf 150 bis 155 C. Man er- hält eine positive rotbraune Kopie der Vorlage.
Zur Herstellung des 6-Dimethylamino-3-diazobenzoesäure-7'-hydroxynaphthyl-(2')-amids verfährt man wie folgt : 6-Chlor-3-nitrobenzoesäure wird mit überschüssiger Dimethylaminlösung in Wasser bei 1300C im Autoklaven in 6-Dimethylamino-3-nitrobenzoesäure übergeführt. Diese wird mit überschüssigem Thio-
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nylchlorid behandelt und das erhaltene Säurechlorid mit der doppelten Molmenge 2-Amino-7-naphthol in siedendem Xylol umgesetzt. Die Nitroverbindung lässt sich wie üblich zum Amin hydrieren. Die Diazotierung wird vorzugsweise in Methanollösung mit Isoamylnitrit vorgenommen.
Beispiel 12 : Man stellt eine Lösung her aus :
5 Gew.-Teilen Bis-(6-dimethylamino-3-diazobenzoesäure)- - naphthylester- (21, 71), (Cadmiumchlorid-Doppelsalz) 0, 2 Gew.-Teilen Weinsäure
4 Gew.-Teilen Thioharnstoff
2 Gew.-Teilen Zinkchlorid
3 Gew. -Teilen Naphthalin-1, 3, 6-trisulfosäure (Na-salz)
2 -T eilen Trichloressigsäure
25 Gew. -Teilen Harnstoff
75 Gew.-Teilen Wasser.
Diese Lösung wird auf Papier aufgestrichen und wie in Beispiel 11 getrocknet, belichtet und entwickelt. Das entstehende Ammoniakgas spaltet die beiden Esterbindungen und schafft so die kupplungsfähige Verbindung. Es entsteht eine positive rotbraune Kopie.
Zur Herstellung des Bis-(6-dimethylamino-3-diazobenzoesäure)-naphtylesters-(2',7') verfährt man wie folgt : 6-Dimethylamino-3-nitrobenzoesäurewird in das Chlorid übergeführt und mit der halben Molmenge 2,7-Dihydroxynaphthalin in Gegenwart von Pyridin verestert. Nach katalytischer Hydrierung zum Amin wird mit Isoamylnitrit in Methanollösung diazotiert.
Beispiel 13 : Man stellt eine Lösung her aus :
7.5Gew.-Teilen3-Hydroxy-2-naphthoesäure- [N-(4'-diazo)- - phenyl]-piperazid, (Cadmiumchlorid-Doppelsalz) 0, 2 Gew. -Teilen Weinsäure 0, 2 Gew.-Teilen Borsäure
4 Gew.-Teilen Thioharnstoff
2 Gew.-Teilen Zinkchlorid
3 Gew.-Teilen Naphthalin-1,3,6-trisulfosäure (Na-salz)
2 Gew.-Teilen Trichloressigsäure
25 Gew.-Teilen Harnstoff
75 Gew.-Teilen Wasser.
Diese Lösung wird in üblicher Weise auf Papier aufgebracht. Nach dem Trocknen des Papiers belichtet man unter einer Vorlage und erwärmt etwa 2 min auf einer Walze von 140 bis 145 C. Man erhält eine positive tiefviolette Kopie der Vorlage.
Die Herstellung des 3-Hydroxy-2-naphthoesäure-[N-(4'-diazo)-phenyl]-pierazids erfolgt durch Umsetzen von N- (4-Nitrophenyl)-piperazin mit 3-Hydroxy-2-naphthoesäurechlorid in Gegenwart von Pyridin. Anschliessend wird wie üblich reduziert und diazotiert.
Beispiel 14 : Man stellt eine Lösung her aus :
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7, 5 Gew.-Teilen 3-Hydroxy-2-naphthoesäure- [N- (4'-diazo- - 3'-methyl)-phenyl]-piperazid, (Cadmiumchlorid-Doppelsalz) 0, 2 Gew. -Teilen Weinsäure
4 Gew.-Teilen Thioharnstoff
2 Gew.-Teilen Zinkchlorid
4 Gew.-Teilen Naphthalin-1, 3, 6-trisulfosäure (Na-salz)
3 Gew.-Teilen Trichloressigsäure
25 Gew.-Teilen Harnstoff
75 Gew.-Teilen Wasser.
Diese Lösung wird auf Papier aufgebracht und das getrocknete Kopiermaterial wie in Beispiel 13 belichtet und entwickelt. Man erhält eine positive violette Kopie.
Die Herstellung des 3-Hydroxy-2-naphtoesäure-[N-(4'-diazo-3'-methyl)-phenyl]-pierazids wird entsprechend den Angaben von Beispiel 13 durchgeführt, wobei an Stelle von N- (4-Nitrophenyl)- - piperazin N- (4-Nitro-3-methylphenyl)-piperazin verwendet wird.
Beispiel 15 : Weisses Lichtpausrohpapier wird mit einer Lösung aus :
4 g Citronensäure
3 g Borsäure
4 g Thioharnstoff
2 g Aluminiumsulfat
EMI9.1
in 100 ml Wasser. gestrichen und getrocknet. Nach dem Belichten unter einer Vorlage wird die Kopie durch kurzes Erwärmen auf 140 bis 1450C entwickelt. Sie zeigt violettstichig blaue Linien von sehr guter Wasser- und Umschlagsfestigkeit.
Die verwendete Diazoniumverbindung wurde wie folgt hergestellt :
4-Chlor-1,3-dinitrobenzolsetzt man in Äthanol mit 2, 2-Äquivalenten Pyrrolidin um und reduziert das erhaltene 4-Pyrrolidino-1,3-dinitrobenzol (Schmelzpunkt 104 bis 1050C) mit einer Natriumpolysulfidlösungzu 5-Nitro-2-pyrrolidinoanilin (Schmelzpunkt 79 bis 800C). Umsetzung mit 3-Hydroxy-2-na-
EMI9.2
[31-hydroxynaphthoyl- (21)-aminol-benzol- 33'-hydroxynaphthoyl- (21)-amino] -anilin, das in methanolischer Salzsäure mit Isoamylnitrit diazo- tiert wird. Die Abscheidung der Diazoverbindung erfolgt durch Zugabe von Zinkchlorid und Anfällen mit Äther.
Beispiel 16 : Weisses Lichtpausrohpapier wird mit einer Lösung aus :
4 g Citronensäure
3 g Borsäure
5 g Thioharnstoff
2 g Aluminiumsulfat
EMI9.3
Doppelsalz) in 100 ml Wasser.
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gestrichen und getrocknet. Nach Belichten unter einer Vorlage wird die Kopie wie in Beispiel 15 entwikkelt. Sie zeigt rotviolette Linien auf weissem Grund von sehr guter Wasser- und Umschlagsfestigkeit.
Die verwendete Diazoverbindung wurde wie folgt hergestellt : 6-Chlor-3-nitrophenol (Na-Salz) wurde in Glycolmonomethyläther mit 3 Äquivalenten Äthylenbromid zum 6-Chlor-3-nitrophenyl-ss-bromäthyläther (Schmelzpunkt 75 bis 770C) umgesetzt und aus diesem dann in Dioxan mit 5 Äquivalenten einer wässerigen Äthylaminlösung 6-Chlor-3-nitrophetyl- -(ss-äthylamino)-äthyläther (Schmelzpunkt 62 bis 63 C) erhalten. Durch Umsetzen mit Pyrrolidin wurde 6-Pyrrolidino-3-nitrophenyl-(ss-äthylamino)-äthyläther (Schmelzpunkt 60 bis 61 C) erhalten, der mit3-Hydroxy-2-naphthoesäurechlorid den gelb gefärbten 6-Pyrrolidino-3-nitrophenyl-ss- [N-äthyl-N- -3'-hydroxynaphthoyl-(2')-amino]-äthyläther (Schmelzpunkt 212 bis 214 C) liefert.
Nach der katalytischenReduktion (Raney-Nickel) wird das erhaltene Amin in methanolischer Salzsäure mit wässeriger Natriumnitritlösung wie üblich diazotiert und die Diazoverbindung durch Zusatz von Zinkchlorid und Anfällen mit Äther in kristalliner Form abgeschieden.
Beispiel 17 : Ein in der Diazotypie übliches Lichtpausrohpapier wird mit einer Lösung von :
3 Gew.-Teilen Citronensäure
40 Gew.-Teilen Milchsäureamid
3 Gew.-Teilen Trichloressigsäure und
2 Gew.-Teilen des Zinkchlorid-Doppelsalzes von 5-Diazo-2- - pyrrolidinophenyl-ss- [N-äthyl-N-3'-hydroxy- naphthol- (2')-amino]-äthyläther in 100 ml Wasser bestrichen und getrocknet. Nach Belichten unter einer transparenten Vorlage wird die Kopie bei 145 bis 1500C zwischen geheizten Platten entwickelt. Sie zeigt violette Linien auf weissem Grund. Die Azofarbstoffe sind sehr gut wasser- und umschlagsfest.
Beispiel 18 : Ein in der Diazotypie gebräuchliches Lichtpausrohpapier wird rückseitig mit einer Lösung aus :
30 Gew. -Teilen Harnstoff
4 Gew.-Teilen Zinkchlorid und
2 Gew.-Teilen Citronensäure in 100 ml Wasser vorbeschichtet und getrocknet. Dann trägt man auf die Vorderseite eine Lösung aus :
3 Gew.-Teilen Citronensäure
3 Gew.-Teilen Weinsäure
10 Gew.-Teilen Harnstoff und
2 Gew.-Teilen des Zinkchlorid-Doppelsalzes von 4-Pyrroli-
EMI10.1
(2') -amino]-- benzoldiazoniumchlorid in
100 ml Wasser auf. Nach dem Trocknen und Belichten unter einer transparenten Vorlage wird das Material zwischen geheizten Platten 2 min auf 140 bis 1600C erwärmt. Man erhält violettstichig blaue Linien auf weissem Grund.
Die Azofarbstoffe sind sehr gut wasser- und umschlagsfest.
Beispiel 19 : Ein in der Diazotypie gebräuchliches Lichtpausrohpapier wird mit einer Lösung aus :
3 Gew.-Teilen Citronensäure
30 Gew.-Teilen Weinsäurediamid 3, 2 Gew.-Teilen Trichloressigsäure und
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EMI11.1
in 100 ml Wasser gestrichen und getrocknet. Nach dem Belichten unter einer transparenten Vorlage wird 2 min auf 140 bis 1450C erwärmt. Man erhält violettstichig blaue Linien auf weissem Grund. Die Azofarbstoffe sind sehr gut wasser- und umschlagsfest.
Die verwendete Diazoverbindung wird wie folgt hergestellt :
4-Chlor-1, 3-dinitrobenzol wird mit N-Methyl-N-benzylamin zu 4- (N-Methyl-N-benzyl)-amino- - 1, 3-dinitrobenzol (Schmelzpunkt 137 bis 140 C) umgesetzt und dann in 5-Nitro-2- (N-methyl-N-ben- zyl)-aminoanilin (Fp. 123 bis 125 C) übergeführt. Durch Umsetzung mit 3-Hydroxy-2-naphthoesäure- chloriderhält man5-Nitro-2- (N-methyl-N-benzyl) -amino-l- [3 l-hydroxynaphthoyl- (21) -amino] -ben- zol (Schmelzpunkt 179 bis 1810C. Durch katalytische Hydrierung (Raney-Nickel) und übliche Diazotierung wird die gewünschte Diazoniumverbindung erhalten, die als Zinkchlorid-Doppelsalz abgeschieden wird.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Wärmeentwickelbares Diazotypiematerial, das in der lichtempfindlichen Schicht aromatische Diazoverbindungen und zur Kupplung mit diesen befähigte Verbindungen sowie Substanzen enthält, die in der Wärme ein alkalisches Milieu schaffen, dadurch gekennzeichnet, dass es eine lichtempfindliche Verbindung enthält, die in einem Molekül mindestens eine Diazogruppe und mindestens eine zur Kupplung mit Diazoverbindungen befähigte Gruppierung enthält.