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Instrument zum Erweichen von Modellplatten künstlicher Gebisse.
Den Gegenstand vorliegender Erfindung bildet ein Instrument, welches dazu bestimmt ist, einem Zahnarzte das #Bissnehmen" des menschlichen Mundes zu erleichtern, so dass diese Vornahme schneller und mit besserem Erfolge als bisher ausgeführt werden kann.
Bei der Anfertigung eines künstlichen Gebisses wird, nachdem ein Abdruck von dem Munde genommen wurde, zunächst nach diesem Abguss eine Modellplatte von Wachs oder dgl.
Material gemacht. Diese Modellplatte wird an der Stelle, wo später die künstlichen Zähne anzubringen sind, mit einem Wulst von demselben Materiale versehen, wobei an den entsprechenden Stollen, wo sich im Munde des Patienten noch gesunde Zähne befinden, Ausschnitte vorgesehen werden. Diese Modellplatte wird gewöhnlich als Bissplatte"bezeichnet.
Der Wulst der oberen und unteren Modellplatte verläuft ohne unterbrechende Ausschnitte, sobald im Munde keine natürlichen Zähne mehr vorhanden sind. Diese Wulstränder werden gfwsshntich etwas höher gemacht, als es erforderlich wäre, um den beiden Kiefern die normale Schlussstellung zu gestatten und bevor der Biss genommen wird, werden die Wulstränder der beiden bzw. der einen Modellplatte an der Oberfläche erweicht, so dass dasselbe beim Zubeissen des Patienten etwas nachgibt und derart die gegenseitige Lage der beiden Kiefer fixiert.
Diese Erfindung soll nun ein bequemes und schnelles Erweichen der Wachswülste
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Eintauchen der Wülste in warmes Wasser zu erreichen. Dies hat jedoch den Nachteil. dass das Wasser oder doch die Wärme der aufsteigenden Wasserdämpfe auch die Gaumenplatte des Modelles erweicht und letztere geneigt ist, ihre genaue Form zu verlieren. In anderen Fällen gebrauchte man ein Messer oder eine Spatel, mit welcher man nach Erhitzen derselben die Wülste längs und quer bis zu der erforderlichen Tiefe einschnitt, indem man von dem einen Ende des Wulstes ausging und entlang diesem gegen das andere Ende desselben hin arbeitete, bis die ganze Oberfläche des Wulstes eingeschnitten ist.
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sehr schnell ihre Hitze, so dass eine häufige Wiedererwärmung des Instrumentes erforderlich wird.
In den so entstehenden Pausen kühlt sich das anfänglich erwärmte Material ab, so dass es tatsächlich unmöglich ist, eine gleichmässige Erwärmung des ganzen Wulstes zu erzielen, was doch zur Erzielung einer genauen Feststellung des Bisses wünschenswert ist.
Nachfolgend ist ein Instrument beschrieben, mit welchem der gewünschte Effekt einer gleichmässigen Erwärmung tatsächlich möglich wird. In der Zeichnung zeigen : Fig. 1 und 2 zwei Ausführungsformen des Instrumentes, Fig. 3 und 4 erläutern zwei Anwendungsformen und Fig. 5 und 6 zwei weitere Ausführungsformen des Instrumentes.
Das in Fig. 1 gezeigte Instrument besteht aus einer flachen Klinge a von Kupfer oder anderem Materiale, die An einem Handgriff b befestigt ist. Auf der einen Fläche der Klinge sind mehrere dünne Längsrippen oder Streifen c vorgesehen, die im rechten Winkel zu der Klingonfäche stehen. Diese Rippen c können in irgendeiner Weise an der Klinge befestigt werden, z. B. können sie in Schlitze der Klinge eingefügt, vorteilhaft jedoch durch Silberlot mit derselben verbunden werden. Der ganze metalliche Teil des Instrumentes kann
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Gebrauche des Instrumentes wird dasselbe über einer Gas-oder Spiritusnamme erhitzt und dann auf den Wulst so lange gedruckt, bis der letztere bis zu der erforderlichen Tiefe erweicht ist.
Bei einem, für ein ganzes Gebiss besjti Mntten Modollplattenpaare wird vorteilhaft die Form des Instrumentes nach Fig. 2 gebraucht. Eine zweimalige Anwendung desselben genügt, um den ganzen Wulst einer Platte zu erwärmen, die dann ein Aussehen wie in Fig. a hat. In dieser Figur ist d der aus Wachs oder dgl. bestehende Wulst, während die von dem Instrument zurückgelassenen Spuren mit e bezeichnet sind.
Für ein teilweises Gebissmodell oder ein solches, in das schon einige der künstlichen Zähne eingefügt wurden, ist am günstigsten ein Instrument nach Fig. 1 zu benutzen. Dies
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Ein einmaliges Erhitzen des Instrumentes genügt, um den ganzen Wulst bis zu einer beliebigen Tiefe zu erweichen und daher ist eine gleichmässige Erweichung und eine genaue Fixierung des Bisses möglich. Dieses #Bissnehmen" kann mit Hilfe des vorliegenden In- strumentes so rasch ausgeführt werden, dass die Erweichung des übrigen Teiles der Modellplatte infolge wiederholten Anfassens und Probierens derselben in dem Munde des Patienten nicht zu befürchten ist. Ausserdem ist es auch für den Patienten angenehmer, wenn diese Vornahme schnell und leicht ausgeführt werden kann.
Es ist selbstverständlich, dass die Erfindung nicht auf die beschriebenen Ausführung- formen beschränkt ist. Es ist z. B. durchaus nicht notwendig, dass die Rippen c in der Längsrichtung der Klinge verlaufen und der Form derselben folgen. Jedoch erscheint diese Einrichtung als die zweckmässigste, da dieselbe ermöglicht, das Instrument beim Gebrauche etwas längs des Wulstes entlang zu ziehen. Bei einer anderen Ausführungsform können Rippen c in Wellenlinien verlaufen, u. zw. entweder längs der Klinge a oder quer zu derselben, wie in Fig. 5 bzw. 6 gezeigt. Oder es können anstatt der Rippen c vorspringende Teile irgendeiner anderen Form, z. B. Nadeln oder Stifte, die in geeigneter. Weise anzuordnen sind, verwendet werden. Auch kann irgendeine Kombination von ebenen und gewellten Rippen mit oder ohne Nadeln oder Stiften angewendet werden.
Ferner kann auch die Klinge a des Instrumentes beiderseitig mit Rippen oder anderen Vorsprüngen versehen sein, so dass nach Benutzung der einen Seite des Instrumentes dasselbe umgekehrt und die andere, noch warme Seite desselben gebraucht werden kann. Die Klinge des Instrumentes nach Fig. 2 kann, anstatt nur für die Hälfte des Wulstes, auch in Form eines ganzen Wulstes ausgebildet werden, wobei die Breite derselben derart eingerichtet ist, dass sie sowohl für kleine, als auch für grössere Zahnsätze benützt werden kann. Die Klinge a muss selbstverständlich in jedem Falle von genügender Dicke sein, um die Hitze für eine genügend lange Zeit zu behalten.