AT277739B - Verfahren zur steigerung der wachstumsgeschwindigkeit fleischerzeugender tiere - Google Patents

Verfahren zur steigerung der wachstumsgeschwindigkeit fleischerzeugender tiere

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   <Desc/Clms Page number 1> 
 



  Verfahren zur Steigerung der Wachstumsgeschwindigkeit fleischerzeugender Tiere 
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Steigerung der Wachstumsgeschwindigkeit fleischerzeugender Tiere, wie beispielsweise von Rindern, Hammeln und Schweinen, mit Hilfe neuer Östrogensubstanzen. 



   Dieses Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, dass man den Tieren wachstumsfördernde Mengen einer Verbindung der allgemeinen Formel : 
 EMI1.1 
 verabreicht, in der A die   Gruppe-CH=CH-oder-CH-CH-und   R ein Wasserstoffatom, eine Alkylgruppe mit 1 bis 6 Kohlenstoffatomen oder den Rest einer Alkancarbonsäure mit 2 bis 5 Kohlenstoffatomen bedeutet. 



   Die im Verfahren besonders bevorzugten Östrogensubstanzen sind solche, in denen A den Rest -   CH=CH-bedeutet,   und solche, in denen die Gruppe R ein Wasserstoffatom ist. 



   Die in dem Verfahren nach der Erfindung zu verwendenden Östrogensubstanzen können in der Weise hergestellt werden, dass man eine Verbindung der Formel 
 EMI1.2 
 mit einem Reduktionsmittel unter ausreichenden Bedingungen zur Reduktion der Ketogruppe unter Ersatz des Sauerstoffes der Ketogruppe durch zwei Wasserstoffatome umsetzt, gegebenenfalls die-C = C-Gruppe in an sich bekannter Weise hydriert und gegebenenfalls wenigstens eine der Hydroxylgruppen in an sich bekannter Weise alkyliert oder acyliert. 



   Die Verbindung mit der oben angegebenen Formel wird als Gärungsöstrogensubstanz bezeichnet,   weil eine übliche Methode zu ihrer Herstellung in der Züchtung des Organismus Gibberella zeae (Gordon) gemäss Niederlegung bei der Northern Utilisation Research and Development Division des   

 <Desc/Clms Page number 2> 

 Landwirtschaftsministeriums der Vereinigten Staaten von Amerika unter der Nummer NRRL 2830 besteht. 



   Zur Reduktion der Ketogruppe kommen beispielsweise die Clemmensen-Reduktion unter Verwendung von Zink und Salzsäure, die Wolff-Kishner-Reduktion unter Verwendung von Hydrazin und Alkali, wie beispielsweise Natronlauge, oder die katalytische Entschwefelung mit Raney-Nickel des mit   Äthy-   lendithiol oder Äthylmercaptan gewonnenen Dithioacetals in Frage. Die Hydrierung der-CH=CH-Gruppe zur-CH-CH-Gruppe erfolgt vorzugsweise mit Hilfe eines Metalles der Gruppe VIII des Periodischen Systems der Elemente als Hydrierungskatalysator, wie besonders mit Hilfe von Platin oder Palladium auf einem geeigneten Träger, wie beispielsweise Holzkohle. 



   Die gegebenenfalls vorzunehmende Alkylierung von wenigstens einer der Hydroxylgruppen kann entweder vor oder nach der Reduktion vorgenommen werden, wobei an sich bekannte Mittel, wie Dialkylsulfat oder ein Diazoalkan verwendet werden. Eine Acylierung wenigstens einer der Hydroxylgruppen erfolgt in an sich bekannter Weise beispielsweise durch Umsetzung mit dem entsprechenden Säureanhydrid mit Natriumacetat oder Pyridin. Wenn die Endprodukte zugleich eine alkylierte und eine acylierte Hydroxylgruppe besitzen sollen, ist es zweckmässig, zunächst zu alkylieren und dann zu acylieren. 



   Die Östrogensubstanzen können den Tieren günstigerweise oral als Beifuttermittel in üblichen Futtermassen verabreicht werden. Diese üblichen   Futtermassen   bestehen beispielsweise aus abgeglichenen Mengen an Kohlenhydraten, Proteinen, Vitaminen und Mineralstoffen, wie gemahlenem Getreide, Getreidenebenprodukten, tierischen Proteinsubstanzen, wie Fischmehl, pflanzlichen Proteinen, wie Sojabohnenmehl oder Erdnussmehl, Vitaminstoffen, wie Gemischen von Vitamin A und D, Riboflavin und andern B-Vitaminen, sowie Knochenmehl und gemahlenem Kalk. Übliche Futtermittel für Rinder, denen die neuen Östrogensubstanzen als Beifuttermittel zugesetzt werden können, sind Alfaalfaheu und gemahlene Maiskolben, gegebenenfalls zusammen mit Vitaminpräparaten. 



   Auch können die neuen Östrogensubstanzen den Tieren parenteral verabreicht werden, wozu man sie in einem geeigneten Einspritzmittel, wie Erdnussöl, suspendiert. Die an die Tiere zur Wachstumssteigerung verfütterte Menge der neuen Östrogensubstanzen hängt von der Tierart und der erwünschten Wachstumsgeschwindigkeit ab. 



   Die folgenden Beispiele dienen der weiteren Erläuterung der Erfindung. 



   Beispiel 1: 6 Rinder wurden mit einer Tagesration aus einer Mischung von Alfalfaheu und gemahlenen Maiskolben gefüttert, die je 100 kg dieser Mischung 63 bis   1250 g   der oben genannten Östrogensubstanz, in der A die Gruppe-CH = CH-bedeutet und die Gruppen R Wasserstoffatome sind, enthielt. Dabei wurde die Wachstumsgeschwindigkeit der Rinder gegenüber der gleichen Futterration ohne die neue Östrogensubstanz erheblich gesteigert. 



   Beispiel 2 : 6 Rinder wurden mit einer Tagesration aus einer Mischung von Alfalfaheu und gemahlenen Maiskolben gefüttert, die je 100 kg dieser Mischung 63 bis 1250 g einer der neuen Östrogensubstanzen der obigen Formel enthielt, in der A den   Rest-CH-CH-bedeutet   und die beiden Gruppen R Methylgruppen bedeuten. Die Wachstumsgeschwindigkeit der Rinder wurde gegenüber der Verfütterung der gleichen Tagesration ohne die neue Östrogensubstanz erheblich gesteigert.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH : Verfahren zur Steigerung der Wachstumsgeschwindigkeit fleischerzeugender Tiere, dadurch gekennzeichnet, dass man den Tieren wachstumsfördernde Mengen einer Verbindung der allgemeinen Formel EMI2.1 verabreicht, in der'A die Gruppe-CH = CH-oder-CH-CH-und R ein Wasserstoffatom, eine Alkylgruppe mit 1 bis 6 Kohlenstoffatomen oder den Rest einer Alkancarbonsäure mit 2 bis 5 Kohlenstoffatomen bedeutet.
AT29866A 1965-02-15 1966-02-01 Verfahren zur steigerung der wachstumsgeschwindigkeit fleischerzeugender tiere AT277739B (de)

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