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Rundsilobehälter
Die Erfindung betrifft einen Rundsilobehälter mit oberer Gutzuführungseinrichtung und wenigstens einer Austragsöffnung im Siloboden.
Rundsilobehälter sind in den verschiedensten Ausführungsformen bereits bekannt. Diese häufig aus Blechen zusammengeschweissten Behälter weisen im oberen Bereich eine Zuführungseinrichtung und im Siloboden eine Austragsöffnung auf, wobei besondere Mittel vorgesehen sein müssen, um einerseits eine gleichmässige Verteilung des zugeführten Gutes über den Siloquerschnitt zu gewährleisten und anderseits beim Austragen eine gleichmässige und vollständige Entleerung des Silobehälters sicherzustellen. Dieses Problem tritt insbesondere bei solchen Silobehälter'n auf, die gegenüber ihrer
Höhe eine relativ grosse radiale Ausdehnung aufweisen. Das Zu- und Abführen des Gutes erfolgt dabei in der Regel mittels Schneckenförderer od. ähnl. Fördereinrichtungen, die allgemein bekannt sind.
Es ist Aufgabe der Erfindung, einen Rundsilobehälter der eingangs näher bezeichneten Art so weiterzubilden, dass bei geringem Aufwand und einfachem Aufbau eine zuverlässige und gleichmässige
Füllung und eine vollständige gleichmässige Entleerung gewährleistet ist, auch bei grosser radialer Breite des Silobehälters.
Diese Aufgabe wird gemäss der Erfindung dadurch gelöst, dass ein zylindrischer, oben und unten offener Blechmantel vorgesehen ist, dessen unterer Bereich gürtelförmige Aussteifungen aufweist, die einerseits über Laufelemente auf dem stillstehenden Siloboden abgestützt sind und mit einem Drehantrieb zusammenwirken und anderseits über Streben mit dem Laufkranz eines zentralen, zur Aufnahme von radialen und lotrechten Kräften ausgebildeten Drehlagers verbunden sind. Der an beliebiger geeigneter Stelle aufstellbare Rundsilobehälter kann beispielsweise mit einer vorhandenen Betondecke zusammenwirken, welche den Siloboden bildet. Die radialen Kräfte und ein Teil der Vertikalkräfte werden auf einfache und sich selbständig ausbalancierende Weise durch das zentrale Lager aufgenommen.
Der Rest der Vertikalkräfte wird dagegen direkt durch die glirtelförmige Aussteifung des unteren Mantelbereiches auf den Boden bzw. die Betondecke abgesetzt.
Der neue Rundsilobehälter ist vor allem für einen periodischen Beschickungs- und Entleerungsbetrieb geeignet, wie er an vielen Verwendungsstellen vorkommt. Ein typisches Anwendungsbeispiel ist eine Beschickung des Behälters während der Nacht und eine am Tag erfolgende Entleerung. Die Beschickung kann durch einfachste Beschickungsförderer erfolgen, die lediglich an geeigneter Stelle oberhalb des rotierenden Behältermantels eine Abgabeöffnung aufweisen müssen. Zweckmässigerweise sind zwei oder mehr Abgabeöffnungen so vorgesehen, dass jede Abgabeöffnung einen andern radialen Bereich des Behälters überdeckt.
In gleicher Weise erfolgt das Austragen auf einfachste Weise, indem beliebige ortsfeste Austragsförderer unterhalb des Silobodens vorgesehen sein können, denen das Gut automatisch durch eine, vorzugsweise zwei oder mehr Austragsöffnungen im Siloboden zugeführt wird. Das Gut rotiert zweckmässigerweise zusammen mit dem Silobehälter um. Zu diesem Zweck hat es sich als vorteilhaft erwiesen, wenn die die radialen Kräfte auf das zentrale Lager übertragenden Streben zugleich als etwa vom Siloboden über eine merkliche Höhe nach oben ragende
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Schürfbleche ausgebildet oder mit solchen Blechen versehen sind. In einem typischen Anwendungsbeispiel sind sechs solche, in gleichmässigen Umfangsabständen angeordnete Streben mit Schürfblechen vorgesehen.
Die Drehgeschwindigkeit des Behälters wird selbstverständlich auf die pro Zeiteinheit zuzuführende Gutmenge bzw. auf die pro Zeiteinheit abzuführende oder zu entnehmende Gutmenge abgestimmt. Diese Gutmengen pro Zeiteinheit können für den Beschickungsvorgang und für den Entleerungsvorgang unterschiedlich sein. Als besonders einfacher und zuverlässiger Antrieb für den Rundsilobehälter haben sich Schubkolbenmotoren erwiesen, welche mit Mitnehmernocken an der gürtelförmigen Aussteifung zusammenwirken. Zweckmässigerweise sind dabei mehrere, z. B. drei in gleichmässigen Winkelabständen angeordnete Schubkolbenmotoren mit synchroner Arbeitsweise vorgesehen. Die Anordnung kann in einem praktischen Beispiel so vorgesehen sein, dass der Behälter sich in 24 Stunden etwa 2. 5 mal vollständig dreht.
Um tote Winkel zu vermeiden und gleichzeitig eine Wartung des zentralen Lagers zu ermöglichen, kann vorteilhafterweise das zentrale Drehlager von einem von der oberen Stirnseite des Blechmantels bis zum Siloboden reichenden und mit dem Blechmantel umlaufenden Wartungsschacht abgedeckt sein.
Die Erfindung wird nachfolgend an Hand schematischer Zeichnungen an einem
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Betondecke eines Gebäudes. In dem Siloboden -2-- sind Austragsöffnungen in Form von Durchbrechungen -9-- angeordnet. Unterhalb der Austragsöffnungen sind Austragsförderer --4-- in Form von Schneckenförderern vorgesehen.
Der Blechmantel --5-- ist in seinem unteren Bereich durch gürtelförmige Aussteifungen - 10, 11-- verstärkt, die aus Profileisen in Ringform bestehen können. Im dargestellten Beispiel sind zwei T-förmige Eisengürtel vorgesehen. Diese sind fest mit dem Blechmantel verbunden und liegen im
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--10 und 11--wirken Führungsrollen zusammen, welche an in Umfangsrichtung verteilten Stützen --12 bzw. 13 und 14--vorgesehen sind, wobei die Rollen auf der Unterseite der unteren Aussteifung --10-- bzw. der oberen Seite der Aussteifung-11--aufliegen. Da der Rundsilobehälter mit den, mitlaufenden Teilen relativ leicht ausgebildet werden kann, genügt es,
ihn mit Hilfe der genannten Rolleinrichtungen an wenigen in Umfangsrichtung verteilten Stellen abzustützen. Im dargestellten Beispiel sind sechs solche Abstützeinrichtungen --12-- in Umfangsrichtung verteilt angeordnet. Diese Möglichkeit besteht, da durch die Rollen nur ein Teil des Gewichtes aufgenommen zu werden braucht und ein wesentlicher Teil des Gewichtes des Gutes durch den Siloboden selbst abgefangen wird.
Der andere Teil des vertikalen Gewichtes oder der vertikalen Kräfte wird durch ein zentrales Rollenlager--16--aufgenommen, deren Rollen so angeordnet sind, dass sie nicht nur die vertikalen, sondern auch die radialen Kräfte aufnehmen können. Der Laufring des zentralen Rollenlagers ist durch radiale Streben --15-- mit der gürtelförmigen Versteifung-10 bzw. 11-fest verbunden, welche Streben --15-- die radialen Kräfte auf den Laufring gleichmässig übertragen. Da der Silobehälter auf Grund seiner Drehung stets gleichmässig beladen ist und die Bewegungsgeschwindigkeit nur gering ist, treten nur geringe unausgeglichene Radialkräfte auf, so dass sich eine sehr einfache stabile Anordnung ergibt.
Um oberhalb des zentralen Rollenlagers--16--tote Räume zu vermeiden, und gleichzeitig eine leichte Überwachung des zentralen Rollenlagers zu ermöglichen, ist dieses durch einen über die ganze Höhe des Mantels--5--reichenden Schacht--17--abgedeckt, durch den die Wartungsperson zum Lager einsteigen kann.
Der Antrieb des Rundsilobehälters erfolgt mit Hilfe eines Art Klinkenantriebes, zu welchem
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zwei dieser Schubkolbenmotoren lediglich durch die Pfeile--19a und 19b--wiedergegeben sind. Die
Schubkolbenmotoren können aus der gleichen Druckmittelquelle so angetrieben werden, dass sie im gleichen Takt arbeiten. Es kann aber auch die Anordnung so getroffen sein, dass sich bei einer Mehrzahl von Schubkolbenmotoren die Arbeitsweise überdeckt, so dass eine im wesentlichen gleichförmige
Drehbewegung erzielt wird. Da jedoch die Drehzahl ausserordentlich gering ist, vorzugsweise nur wenige
Umdrehungen pro 24 Stunden, spielt eine absatzweise Bewegung des Silobehälters keine Rolle. Es können daher vorteilhafterweise alle Schubkolbenmotoren im Gleichtakt gesteuert werden.
Es wird angestrebt, dass sich das Füllgut mit dem Behälter gleichmässig dreht. Erst wenn dies erreicht wird, wird eine vollständig gleichmässige Füllung bzw. Entleerung unter allen Umständen gewährleistet. Um die Füllmasse an der Drehung zwangsläufig teilnehmen zu lassen, sind die Streben - vorteilhafterweise mit Schürfblechen --25-- versehen, welche beispielsweise in einem praktischen Anwendungsbeispiel vom Siloboden --2-- bis zu einer Höhe von etwa 1, 5 m nach oben ragen und mit entsprechenden Schürfkanten versehen sind, die dicht über den Siloboden streifen und gegebenenfalls auch noch mit elastischen Lappen oder Zungen versehen sind, um bei vollständiger Entleerung den Siloboden leer zu fegen.
Die Schürfbleche-25-durchragen in radialer Richtung den ganzen Behälterraum, so dass das Gut gleichmässig erfasst und mitbewegt wird. Da das Gut auf diese Weise zwangsläufig wenigstens im unteren Bereich angetrieben wird, bewegt es sich bei nahezu leerem Behälter mit, während bei sehr vollem Behälter das in den oberen Bereichen liegende Gut durch rotierende Wände bzw. die zwangsläufig mitgeführte untere Schicht des Gutes mitbewegt wird. Man erkennt, dass der Zubringungsförderer zwei Abgabeöffnungen-26-aufweist, die so angeordnet sind, dass sie unterschiedliche radiale Bereiche des Behälters beschicken. Dadurch wird die gleichmässige Beschickung noch weiter gefördert.
Für die Austragung sind zweckmässigerweise mehrere, ebenfalls sich in radialer Richtung überdeckende Öffnungen bzw. wenigstens eine über den ganzen radialen Bereich ragende Ausfallöffnung im Siloboden --2-- vorgesehen. Im dargestellten Beispiel sind zwei Austragsöffnungen mit entsprechenden Schneckenförderern vorgesehen, um eine rasche Entleerung zu ermöglichen.
Die Schubkolbenmotoren können auf Schienen --20-- verschiebbar und feststellbar angeordnet sein, um ohne Änderung des Antriebes als solchem die Drehgeschwindigkeit des Silobehälters einzustellen, die durch die Schubkolbenmotoren dem Behälter verliehen wird.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Rundsilobehälter mit oberer Gutzuführungseinrichtung und wenigstens einer Austragsöffnung im Siloboden, gekennzeichnet durch einen zylindrischen, oben und unten offenen Blechmantel (5), dessen unterer Bereich giirtelförmige Aussteifungen (10, 11) aufweist, die einerseits über Laufelemente (13, 14) auf dem stillstehenden Siloboden (2) abgestützt sind und mit einem Drehantrieb (19) zusammenwirken und anderseits über Streben (15) mit dem Laufkranz eines zentralen, zur Aufnahme von radialen und lotrechten Kräften ausgebildeten Drehlagers (16) verbunden sind.
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