AT258238B - Gärverfahren für unter- und obergäriges Bier - Google Patents

Gärverfahren für unter- und obergäriges Bier

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AT258238B
AT258238B AT133465A AT133465A AT258238B AT 258238 B AT258238 B AT 258238B AT 133465 A AT133465 A AT 133465A AT 133465 A AT133465 A AT 133465A AT 258238 B AT258238 B AT 258238B
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sep
fermented
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Hans-Joachim Dipl I Wellhoener
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Hans-Joachim Dipl I Wellhoener
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  • Distillation Of Fermentation Liquor, Processing Of Alcohols, Vinegar And Beer (AREA)

Description


   <Desc/Clms Page number 1> 
 



  Gärverfahren für unter-und obergäriges Bier 
Die Bierherstellung war bisher ein zeitraubender, sich über die Dauer von 40 bis 120 Tagen erstreckender und sehr kapitalintensiver Prozess. Es hat daher verschiedene Versuche gegeben, eine Verkürzung der Bierherstellung zu erreichen. Dies ist jedoch immer nur für einzelne Stufen des Herstellungsprozesses, vor allem durch Verkürzung der Haupt- und Nachgärung, möglich gewesen, wobei die Zeiteinsparungen auf den gesamten Herstellungsprozess meist nicht massgeblich ins Gewicht fielen und die resultierenden Biere geschmacklich oder in ihrer Zusammensetzung nicht befriedigten. 



   Nach der Herstellung der Würze im Sudhaus folgen im Brauprozess bekanntlich Hauptgärung, Nachgärung und Reifung. Bei der Hauptgärung wird rund auf einen Vergärungsgrad von 65 bis   70go   im Gärkeller vergoren, dann erfolgt mit fallender Temperatur die Nachgärung im Lagerkeller bis zur Endvergärung, der sich die Ausreifung des Bieres anschliesst. 



   Es ist bekannt, dass   z. B.   durch Herausnahme des   Heiss- und   Kühltrubs aus der Würze, beispielsweise mittels Sedimentation, Zentrifugieren., Separierung oder Filtration, die Hauptgärung um   1 - 2   Tage und die Nachgärung und Reifung des Bieres um zirka 3 Wochen gegenüber der konventionellen Arbeitsweise verkürzt werden kann. Weiter ist bekannt, dass durch höhere Temperaturen bei der Gärung, Rühren oder Umpumpen der gärenden Würze bzw. erhöhte Hefeabgabe die Gärzeit verkürzt werden kann. 



  Weiterhin erfolgt bei dem bekannten Nathan-Verfahren die Gärung offen in   4 - 8   m hohen zylindrisch- - konischen Bottichen, die gleichzeitig als Lagergefäss dienen, wobei künstlich   C 0, eingeführt   wird. 



  Dieses Verfahren hat sich jedoch nicht durchsetzen können. Auch die Vergärung von Würze in abgedeckten Gärbottichen bei etwa 0, 2 atü zur Kohlensäuregewinnung oder die Gärung in offenen Lagertanks bzw. bei dem sogenannten Weizenbier mit geteilter Gärung und Hefenachgabe in gekühlten Lagertanks, in denen der Druck ohne jede Steuerung auf   3 - 5   atü ansteigt, um einen abnormalen hohen Kohlensäuregehalt bei dieser Biersorte zu erreichen, ist bekannt. 



   Der Erfindung liegt nun als Ziel ebenfalls eine Abkürzung der Zeit des Bierbereitungsverfahrens, aber ohne geschmackliche Beeinträchtigung des Bieres, zugrunde. Die Zeiteinsparung wird gemäss der Erfindung gleichfalls durch eine Veränderung der Bedingungen, unter denen bisher die Haupt- und Nachgärung und das Reifen bzw. Ablagern erfolgte, erreicht. Diese letzteren Verfahrensstufen schliessen sich bekanntlich an das Kochen der Würze, nach dem Abtrennen von den Hopfentrebern und Abkühlen der Würze an. Nach den herkömmlichen Methoden wird nach Zusatz von bestimmten Hefekulturen in 
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 noch ein Rest vergärbarer Stoffe aus der Würze für die Nachgärung übrig bleibt. Das bei dieser Hauptgärung erhaltene Jungbier wird dann üblicherweise bei etwa   0-3    C abgelagert, wobei eine Nachgärung erfolgt und sich die Ausreifung anschliesst.

   Mit einer Filtration des abgelagerten Bieres ist der Bereitungsprozess praktisch abgeschlossen. 



   Es ist grundsätzlich bekannt, die Biergärung in zwei Stufen durchzuführen, indem man in der ersten Stufe belüftet (aerob arbeitet) und in der zweiten Stufe anaerob arbeitet,   d.     h. die Luft ausschliesst.   



  (Siehe brit. Patentschriften Nr. 894, 899 und   Nr. 835, 964.)   

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 EMI2.1 
 

 <Desc/Clms Page number 3> 

    h.unerwünschter Jungbukettstoffe   erfolgt. Die aus dem Druckgärungstank austretende Kohlensäure wird entweder direkt zum Vorspannen der Reifungstanks weitergeleitet, oder aber einer Kohlensäuregewinnungsanlage zugeführt. Dadurch, dass der gesamte Gärvorgang in einem Gefäss erfolgt, kann auch die gesamte entstehende Kohlensäure, abgesehen von der im Bier gebundenen, aufgefangen und verwertet werden. 



   Bei der Gärung wird die Würze bis zur Sättigungsfähigkeit mit der bei der Gärung entstehenden Kohlensäure angereichert. 



   Wie bereits erwähnt, ist der Gärverlauf genauestens nach dem Leitdiagramm, bei welchem von Extraktrest der Anstellwürze ausgegangen wird und die jeweiligen scheinbaren Extraktreste aufgetragen sind, durchzuführen. Weiterhin ist der Ablauf des erfindungsgemässen Verfahrens durch das Diagramm anschaulich dargestellt. Auf der Abszisse des Schemas ist die Gärdauer in Tagen aufgetragen ; auf den Ordinaten erstens der Extraktgehalt in   Grew.-%,   zweitens die Temperatur in 0 C und drittens der Druck im Gärtank in atü. Die den Ordinaten zugeordneten Kurven sind entsprechend gekennzeichnet. Der eingezeichnete Verlauf der Kurven entspricht dem nachfolgenden Beispiel eines erfindungsgemässen Gärvorganges. 



   Allgemein erfolgt bei der Vergärung von unter- oder obergärigen Bierwürzen, gleich welchen   Stammwürzgehaltes,   die stufenweise Anhebung gemäss der Erfindung in der Weise, dass bei einem an- 
 EMI3.1 
 säuredruck auf   700/0   Vergärungsgrad, sodann bei Ansteigen des Druckes auf 1, 2 atü auf   73%   Vergärungsgrad und weiterhin bei gleichem Druck auf   77%   Vergärungsgrad und nun bei Ansteigen des Druckes auf 1, 5 atü auf   78%   Vergärungsgrad vergoren wird, und schliesslich die Gärung beendet wird, wenn der Vergärungsgrad   791o   beträgt. 



   Beispiel : In üblicher Weise wird   aus Malz eine Würze hergestellt, die einen Extraktgehalt von     12%,   hievon   80% vergärbaren   Zucker enthält. Diese Würze wird vom   Heiss- und   Kühltrub, beispielsweise mittels Sedimentation, Zentrifugieren, Separierung oder Filtration so weit befreit, dass die Würze noch 
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1 Formazin-EinheitenLondon- New York   [1963],   S. 213,   214.)   Ein kompletter Sud dieser Würze wird in einen Angärbottich oder drucklos in einen Druckgärtank eingefüllt. Während der Einfüllzeit wird mit 15 - 25 ml Luft/hl Würze/h über einer keramischen Kerze im Drehfluss feinstbelüftet.

   Bei einer Temperatur von   100C   wird 1, 2 l/hl dickbreiiger untergäriger Hefe,   Stamm"DGH"zugesetzt.   Hierauf überlässt man den Angärvorgang sich selbst. Nach 6 h ergibt sich eine Saccharometeranzeige von 10, 5%. Dies entspricht einem scheinbaren Vergärungsgrad von   12, 50/0.   



   Diese so drucklos angegorene Würze wird nun unter dem erfindungsgemässen stufenweisen Druckanstieg weiter vergoren. Dabei wird die angegorene Würze im Druckgärtank bei einem Druck von 0, 3 atü auf eine Saccharometeranzeige von 6% vergoren, was einem scheinbaren Vergärungsgrad von   501o   entspricht. Jetzt wird der Druck auf 0, 7 atü angehoben, wobei der Extraktgehalt ausgedrückt in Gewichtsteilen auf   4, 40/0   Saccharometeranzeige entsprechend 63% scheinbaren Vergärungsgrad absinken muss. Der Druck von 0, 7 atü wird gehalten, bis die Saccharometeranzeige 3, 6% =   70%   scheinbarer Vergärungsgrad beträgt. Erneutes Anheben des Druckes auf 1, 2 atü bringt durch die Vergärung ein Absinken der Saccharometeranzeige auf   3, 20/0   entsprechend   73%   scheinbaren Vergärungsgrad.

   Der Druck von 1, 2 atü wird wieder gehalten, bis der Extrakt auf eine Saccharometeranzeige von 2, 8% absinkt. Dies entspricht einem scheinbaren Vergärungsgrad von 77%. Anschliessend lässt man den Druck auf 1, 5 atü ansteigen und der Extrakt ist dann auf eine Saccharometeranzeige von 2, 6% entsprechend 78% scheinbarem Vergärungsgrad vergoren. Nach   2 3/4   Tagen ist die gesamte Vergärung beendet und eine Saccharometeranzeige von 2,   5%   erreicht, was einem scheinbaren Vergärungsgrad von 79% entspricht, womit praktisch eine vollständige Vergärung des vergärbaren Zuckers der Würze erreicht ist. Danach erfolgt die Überführung in den Reifungstank. 



   Bei der Belüftung der gekühlten Würze vor der Angärung muss darauf geachtet werden, dass nicht eine zu starke Belüftung stattfindet, da sonst bei der Druckgärung der Anteil an nicht flüchtigen Säuren zu hoch wird und dadurch im Vergleich zu konventionellen Bieren ein zu niedriges PH und gegebenenfalls ein   Säuregeschrnack   auftreten kann. 



   Die Druckgärung ist bei sorgfältiger Arbeitsweise je nach Biersorte in 2 1/2 Tagen bis maximal 5 Tagen beendet. Zum Schluss der Druckgärung sind die Temperaturen im Tank durch das Ende des exothermen Gärprozesses um   3 - 50   C abgesunken. Auf dem Wege vom Druckgärtank zum Reifetank 

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 muss das Bier durch einen Plattentiefkühler üblicher Bauart auf   2 - 2, 50   C abgekühlt werden. Vorzugsweise kann das gekühlte Bier dann noch durch einen Gewebefilter vor Eintritt in den Reifungstank geführt werden. 



   Als Reifungstank dienen normale Bierlagertanks. Die Temperatur in den Lagerkellerabteilungen muss 0   bis-10   C oder auch kälter sein. Nach bis zu 7 Tagen Verweilzeit in den Reifungstanks kann das Bier direkt zur Endfiltration und Abfüllung gelangen. Ist der Kohlensäuregehalt des Bieres zu hoch, kann derselbe durch Abblasen am Entlüftungshahn gesenkt werden. 



   Man erhält bei dem angeführten Beispiel ein Bier mit folgenden Analysenwerte: 
 EMI4.1 
 
<tb> 
<tb> Extrakt, <SEP> scheinbar <SEP> : <SEP> 2, <SEP> 45 <SEP> Gew.-% <SEP> 
<tb> Extrakt, <SEP> scheinbar,
<tb> endvergoren <SEP> : <SEP> 2, <SEP> 37 <SEP> Gew.-la <SEP> 
<tb> Extrakt, <SEP> wirklich <SEP> : <SEP> 4,30 <SEP> Gew. <SEP> -% <SEP> 
<tb> Alkohol <SEP> : <SEP> 4, <SEP> 00 <SEP> Gew.-% <SEP> 
<tb> Stammwürze <SEP> (Destillationsmethode) <SEP> : <SEP> 12, <SEP> 050/0
<tb> Ausstossvergärungsgrad,
<tb> scheinbar <SEP> : <SEP> 79, <SEP> 700/0 <SEP> 
<tb> Ausstossvergärungsgrad,
<tb> wirklich <SEP> : <SEP> 64, <SEP> 30%
<tb> Endvergärungsgrad, <SEP> scheinbar <SEP> 80, <SEP> 300/0 <SEP> 
<tb> Jodreaktion <SEP> (Alkoholschüttelprobe) <SEP> : <SEP> jodnormal <SEP> PH
<tb> (Glaselektrode) <SEP> : <SEP> 4,32
<tb> EBC-Farbwert <SEP> :

   <SEP> 9,4 <SEP> Farbe <SEP> in <SEP> ml <SEP> n/10 <SEP> Jodlösung
<tb> (berechnet) <SEP> : <SEP> 0,59
<tb> 
 
Folgende Vorteile bietet das erfindungsgemässe Verfahren :
1. Der bisherige Gärkeller entfällt, und es sind neben dem Druckgärgefäss maximal, wie bereits oben erwähnt, nur zwei bis drei Angärbottiche erforderlich. 
 EMI4.2 
 erzielt. 



   5. Das Verfahren bietet eine erhöhte biologische Sicherheit einwandfrei vergorener Biere infolge weitgehend geschlossener Arbeitsweise. 



   6. Die anfallende Gärungskohlensäure kann auf einfache Art gesammelt und zum Vorspannen der Lagertanks verwendet werden, so dass nur gäreigene Kohlensäure zur Verwendung gelangt. Somit gelangt nach der Gärung bis zum   eigentlichen Abfüllvorgang   kein schädlicher Sauerstoff mehr an das Bier. 



  Weiterhin gestattet das Druckgärsystem, Flaschenbier und Fassbier mit dem gewünschten unterschiedlichen Kohlensäuregehalt herauszubringen. 



   7. Die Druckgärbiere sind eiweissstabiler und zeigen auch sonst eine erhöhte Stabilität. 



   8. Die Schaumverhältnisse der Druckgärbiere sind im allgemeinen besser. 



   9. Der zeitlich stark verkürzte Bierherstellungsprozess, bei dem Gärung und Reifung des Bieres nur zirka   7 -12   Tage erforderte, ermöglicht es, Ausstossspitzen leicht aufzufangen. 



   10. Das erfindungsgemässe Verfahren ist gegenüber den herkömmlichen Verfahren betriebswirtschaftlich wesentlich weniger aufwendig. 

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Claims (1)

  1. PATENTANSPRÜCHE : 1. Gärverfahren für unter-und obergäriges Bier unter ansteigendem Druck, dadurch gekennzeichnet, dass die zu vergärende, gekühlte und von Heiss- und Kühltrub partiell befreite Würze vor <Desc/Clms Page number 5> einer Angärung solange sie demAngärbottich zufliesst mit 15-50 vorzugsweise mit 15 - 25 ml/l/h Luft feinstbelüftet wird und alsdann bei etwa 10 - 160 C nach einmaliger Zugabe von 0, 6 bis 1, 2 1 einer dickbreiigen kleinzelligen untergärigen Bruchhefe vom Stymm"DGH"bzw. einer obergärigen Hefe vom Stamm"DGHO"pro hl zu vergärende Würze drucklos bis zu einem scheinbaren Vergärungsgrad von 10 bis 15% angegoren wird,
    worauf die Hauptgärung unter stufenweiser Anhebung des CO -Druckes in der Weise erfolgt, dass bei einem angestrebten scheinbaren Endvergärungsgrad von 800 zunächst bei einem Druck von 0, 3 atü auf einen scheinbaren Vergärungsgrad von 5rP/o, dann unter Ansteigen des Druckes auf 0, 7 atü auf einen scheinbaren Vergärungsgrad von 63%, anschliessend bei gleichbleibendem EMI5.1 Druck auf einen scheinbaren Vergärungsgrad von 77% und nun bei Ansteigen des Druckes auf 1, 5 atü auf einen scheinbaren Vergärungsgrad von 78% vergoren wird und schliesslich die Gärung beendet wird, EMI5.2 Reifung überlassen wird.
    2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass eine Würze zur Vergärung gelangt, die nach Abtrennen von Heiss- und Kühltrub einen Trübungswert von höchstens 3, 1 Formazin- Einheiten aufweist.
    3. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Hauptgärung in einem liegenden zylindrischen Druckbehälter durchgeführt wird.
    4. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die bei stufenweiser Druckanhebung durchgeführte Gärung bei 12-180 C erfolgt.
AT133465A 1964-10-05 1965-02-15 Gärverfahren für unter- und obergäriges Bier AT258238B (de)

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