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Vorrichtung zum profilgemässen Abarbeiten von Schweissgutüberständen bei der Schienenschweissung
Bei der Schienenverbindungsschweissung entstehen z. B. verfahrensbedingte Schweissgutüberstände, die insbesondere bei Schweissungen im Gleis sofort nach der Schweissung so weit wie möglich abgearbeitet werden müssen, so dass die Schweissstelle möglichst frühzeitig von einem Zug befahren werden kann. Nach Erkalten der Schweissstelle erfolgt eine profilgerechte Feinbearbeitung der Schweissstelle im allgemeinen durch Schleifen.
Bei der modernen aluminothermischen Schienenschweissung, die durch besonders kurze Verfahrensdurchführung gekennzeichnet ist, bereitet beispielsweise die Entfernung der Stahlgutüberstände, obwohl sie besonders klein gehalten sind, immer noch Schwierigkeiten, insbesondere bezüglich des Arbeitsaufwandes und der dafür benötigten Zeit. Hiebei ist es bekannt, den überstehenden Werkstoff mit Hammer und Meissel nach Abnahme der Giessform in rotwarmem Zustand von Hand zu entfernen, eine Arbeit, die grosse physische Anstrengung erfordert und viel Zeit beansprucht. Zur Herbeiführung einer rationellen und schnellerenArbeitsweise wurde daher versucht, die Überstände autogen abzutrennen. Dies ist jedoch nur nach vorheriger sorgfältigster Entfernung anhaftender Formsandreste möglich, weil sonst der Schneidstrahl abgelenkt und die Schiene beschädigt wird.
Auch werden hiebei grosse Anforderungen an die Geschicklichkeit des Ausführenden gestellt. Weiterhin wurden die Überstände mit pressluftbetriebenen Meisselhämmern in bekannter Weise in rotwarmem Zustand abgemeisselt. Diese Technik erfordert die Mitfühmng schwerer Pressluftflaschen oder unhandlicher Kompressoren sowie grösste Sorgfalt in der Ausführung, weil z. B. eine ungenaue Handhabung des Meissels Beschädigungen der Schiene zur Folge hat.
Ferner ergeben sich Schwierigkeiten dadurch, dass nach Abarbeiten der Überstände oberhalb des Schienenkopfes die Überstände an denSchienenkopfseiten und am Steg und Fuss so weit erkaltet sind, dass ein Abarbeiten kaum noch möglich ist, da die für die Abarbeitung insgesamt benötigte Zeit von der manullen Geschicklichkeit des Ausführenden abhängig ist.
Aufgabe der Erfindung ist es, eine Möglichkeit zur Abarbeitung der Überstände zu schaffen, die die genannten Nachteile beseitigt und insbesondere das profilgemässe Abarbeiten von der Geschicklichkeit des Ausführenden bei beträchtlicher Verminderung des Zeitaufwandes und Erhöhung der Bearbeitungsgenauigkeit unabhängig macht.
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum profilgerechten Abarbeiten von Schweissgutüberständen bei der aluminothermischen Schienenschweissung unter Verwendung von motor-, pressluft- mechtanisch betriebenen Meisselhämmern mit dem Kennzeichen, dass die Führung des Meisselhammers aus einem mit dem Meisselschaft verbundenen und gegenüber diesem in einem Winkel angestellten, die Schiene umfassenden Führungsschlitten sowie einer am Hammer befestigten, auf der Schiene geführten Stütze besteht, wobei der Führungsschlitten gleichzeitig als Meisselhalter mit vorzugsweise auswechselbaren Meisseln ausgebildet ist, deren Schneiden gegenüber den abzumeisselnden Schweissgutüberständen schräg angestellt sind.
Die Meissel für die Abarbeitung der Schweissgutüberstände am Schienenkopf
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und/oder für die Bearbeitung der Überstände am Schienensteg und -fuss können dabei vorzugsweise in einem Mcissclhalter vereinigt sein, wobei vorteilhafterweise die einzelnen Meissel stufenförmig derart angeordnet bzw. zurückgesetzt sind, dass die Nleisselschneiden einzeln oder paarweise nacheinander zum Eingriff kommen. Der Winkel, der von der Seitenkante eines Meissels und der Schneide des daneben angeordneten, zurückgesetzten Meissels gebildet wird, kann dabei spitz oder stumpf sein.
Bei einer bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemässen Vorrichtung weist die am Hammer angelenktc Stütze an ihrem Ende eine mit Spurkränzen versehene Laufrolle bzw. eine auf der Schiene geführte Gleitvorrichtung auf.
Für die Abarbeitung von Überständen nur am Schienenkopf ist der Meisselhalter mit Meisseln ausgerüstet, die z. B. den Schienenkopf nur oberhalb und seitlich profilgemäss umfassen.
Die Schrägstellung der Schneiden und die Meisselanordnung sind dabei von besonderer Bedeutung.
Hiedurch wird die Abarbeitung der Überstände durch einen Schneidvorgang herbeigeführt, und die stu- fenförmige Anordnung der Schneiden ermöglicht ferner eineverminderung der Antriebsleistung, wodurch die Antriebsmittel, wie Presslufterzeuger und Motoren, die direkt oder indirekt z. B. über eine biegsame Welle den Meisselhammer betreiben, klein und leicht gehalten werden können, was für den Baustellenbetrieb besonders anzustreben und vorteilhaft ist.
Der Erfindungsgedanke soll an einem Meisselhammer für die Abarbeitung der Überstände oberhalb und seitlich des Schienenkopfes an Hand der Zeichnungen beispielsweise näher erläutert werden. In diesen zeigen Fig. 1 den auf der Schiene geführten Meisselhammer in Arbeitsstellung und Fig. 2 eine Draufsieht des Meissels oder Meisselhammer gemäss Fig. 1.
Gemäss den Fig. l und 2 ist in dem Meisselhammer 1 mit Handgriff 2 das Arbeitswerkzeug eingesteckt, das aus dem Meisselschaft 3, dem als Meisselhalter ausgebildeten Führungsschlitten 4, den vorzugsweise auswechselbaren Meisseln 5 und 6, die durch Schrauben 7 befestigt sind, besteht. Am andern Ende des Meisselhammers 1 ist eine auf der Schiene 8 geführte Stütze 9 befestigt, die vorzugsweise eine mit Spurkränzen versehene Laufrolle 10 aufweist. 11 sind die abzuarbeitenden Stahlgutüberstände. Die Meissel 5 und 6 sind hiebei so angeordnet, dass zuerst durch den Meissel 5 die Überstände oberhalb des Schienenkopfes abgearbeitet werden und anschliessend nach ihrer Entfernung die Meissel U auf beiden Schienenkopfseiten gleichzeitig für die Abarbeitung dieser Überstände zum Eingriff kommen.
Die Seitenkanten des Meissels 5 bilden bei diesem Ausführungsbeispiel mit den zurückgesetzten Schneiden der Meissel ü stumpfe Winkel. Die Schneiden der Meissel 6 können jedoch auch erfindungsgemäss so angestellt sein, dass sie mit den Seitenkanten des Meissels 5 spitze Winkel einschlie- ssen.
Die Abarbeitung der Überstände am Schienenkopf erfolgt in einem Arbeitsgang und völlig unbeeinflusst von der Geschicklichkeit des Ausführenden, dessen einzige Tätigkeit darin besteht, den Mei- sselhammer am Handgriff 2 zu halten. Der Antrieb des Hammers selbst kann auf beliebige Weise erfolgen.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Vorrichtung zum profilgemässen Abarbeiten von Schweissgutüberständen bei der Schienenschweissung unter Verwendung von motor-, pressluft-oder mechanisch betriebenen Meisselhämmern, dadurch gekennzeichnet, dass die Führung des Meisselhammers aus einem mit dem Meisselschaft verbundenen und gegenüber diesem in einem Winkel angestellten, die Schiene umfassenden Führungsschlitten sowie einer am Hammer befestigten, auf der Schiene geführten Stütze besteht, wobei der Führungsschlitten gleichzeitig als Meisselhalter mit vorzugsweise auswechselbaren Meisseln ausgebil- det ist, deren Schneiden gegenüber den abzumeisselnden Schweissgutüberständen schräg angestellt sind.