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Ausstellvorrichtung für wahlweise um eine lotrechte seitliche
Achse schwenkbare oder um eine untere waagrechte Achse kippbare Flügel von Fenstern, Türen od. dgl.
Die Erfindung betrifft eine Ausstellvorrichtung für wahlweise um eine lotrechte seitliche Achse schwenkbare oder um eine untere waagrechte Achse kippbare Flügel von Fenstern, Türen od. dgl., bestehend aus einem an den oberen waagrechten Schenkeln des Fensters, der Tür od. dgl. angeordneten Ausstellarm, der mit einem Ende in einer ausserhalb der Schwenkachse des Flügels liegenden Achse am feststehenden Rahmen spielfrei angelenkt und mit dem andern Ende durch einen imQuerschnitt in Richtung des Ausstellarmes länglichen Zapfen am Flügelschenkel in einem Führungsschlitz schiebbar gehalten ist, der mit einem vorderen, erweiterten Schlitzteil einen Begrenzungsanschlag für das Kippen und einem hinteren, verengten Schlitzteil einen Begrenzungsanschlag für das Schwenken bildet, wobei eine weitere,
das Kippen des Flügels nicht behindernde und das Schwenken bis mindestens 900 ohne weiteres zulassende Abstützung des Flügels durch einen mit einem Ende am Ausstellarm angelenkten und mit dem andern Ende am Flügelschenkel schiebbar angreifenden Zusatzarm erreicht ist.
Die deutsche Patentschrift Nr. 1018749 offenbart bereits eine Ausstellvorrichtung dieser Art. Solche Ausstellvorrichtungen haben den Vorteil, dass sie zwischen dem oberen waagrechten Rahmenfalz und dem oberen waagrechten Flügelfalz völlig verdeckt untergebracht werden können, ohne dass für die Anbringung des rahmenseitigen Eckschwenklagers eine Aussparung im Rahmen erforderlich ist. Zusammen mit demAusstellarmbewirktderZusatzarmeine Abstützung des Flügels in der Kippstellung an zwei Punkten, in der Weise, dass einem Verwinden grosser und breiter Flügel entgegengewirkt wird.
Nachteilig ist jedoch, dass diese Zweipunktabstützung bei fehlbedienter Kippstellung des Flügels, d. h., wenn in der Kippstellung ausser den seitlichen Schwenklagern versehentlich auch die unteren Kipplager des Flügels aufgelöst werden, in Richtung gegen den feststehenden Rahmen hin nicht wirksam wird. Infolge der bei einer Fehlbedienung der Kippstellung auftretenden Schwerpunktverlagerung sucht der Flügel sich mit seiner gelenkseitigen oberen Ecke in Richtung gegen den feststehenden Rahmen zu bewegen, was wegen des Eingriffes des Zusatzarmes in den Führungsschlitz nicht verhindert werden kann.
Die Folge davon ist, dass auf Grund der gegen den feststehenden Rahmen gerichteten Flügelbewegung der Führungszapfen des Ausstellarmes im vorderen, verbreiterten Schlitzteil eine Relativverlagerung erfährt, die ein Eindringen des Führungszapfen in den hinteren, verengten Schlitzteil nach sich zieht. Dadurch geht auch die in der Kippstellung erzielte vordere Abstützung des Flügels verloren, was ein Abstürzen des Flügels um ein der Länge des verengten Schlitzteiles entsprechendes Ausmass zur Folge hat.
Beschädigungen oder gar Zerstörungen am Flügel und an der Fensterbank od. dgl. sind dann nicht zu vermeiden.
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Fehlbedienung vermieden wird (vgl. deutsche Patentschrift Nr. 976943), jedoch ist es hiezu notwendig, den Zusatzarm sowohl mit dem Ausstellarm als auch mit dem Flügel ausschliesslich schwenkbeweglich zu verbinden. Das ist jedoch nur dann möglich, wenn das rahmenseitige Schwenklager des Ausstellarmes mit der Schwenkachse des Flügels in einer Flucht liegt.
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Die Erfindung hat den Zweck, auch bei Versetztanordnung des Schwenklagers für den Ausstellarm gegenüber der Flügelschwenkachse eine sichere Zweipunktabstützung des Flügels bei Fehlbedienung in der Kippstellung zu erhalten und damit das unerwünschte und schädliche Absacken zu verhindern. Es liegt der Erfindung deshalb die Aufgabenstellung zugrunde, sowohl den Ausstellarm als auch den Zusatzarm für das Kippöffnen in der die Kipp-Endstellung begrenzenden Lage selbsttätig verriegelbar auszubilden und für das Schwenköffnen diese Verriegelung unwirksam zu machen.
Die Lösung dieser Aufgabenstellung liegt erfindungsgemäss im wesentlichen darin, dass der Führungsschlitz für den Zusatzarm sich ebenfalls am Flügelschenkel befindet und an seinem vorderen Ende eine schlüssellochartige Erweiterung aufweist, in der der im Querschnitt und in Richtung des Zusatzarmes längliche Zapfen beim Kippen ausschliesslich drehbar ist.
Als im praktischen Gebrauch besonders vorteilhaft hat es sich erwiesen, die schlüssellochartige Erweiterung durch zahnförmige Einschnürungen in ihrem Mittelbereich und in Querrichtung bis nahezu auf dieQuerschnittsbreite des Führungszapfens verengt auszubilden. Dadurch wird nämlich erreicht, dass sich der Zapfen erst dann aus dem Bereich der schlüssellochartigen Erweiterung in den Führungsschlitz hineinbewegen kann, wenn der Zusatzarm etwa Parallellage zur Flügelebene einnimmt. Da dies aber praktisch nur dann der Fall ist, wenn der Flügel am feststehenden Rahmen anliegt oder aber zu Beginn des Öffnens um die seitliche Schwenkachse, kann der Flügel bei Fehlbedienung in der Kippstellung nicht absacken.
Auch ein Einschwenken des Flügels mit seiner gelenkseitigen oberen Ecke in Richtung gegen den Rahmen ist nicht möglich, weil der zwischen Flügel und Ausstellarm gewissermassen eingespannte Zusatzarm ein einseitiges Annähern des Flügels gegen den Rahmen ausschliesst.
Anschlagtechnisch ist es besonders vorteilhaft, wenn die Führungsschlitze von Ausstellarm und Zusatzarm in einer gemeinsamen Stulpschiene sitzen und symmetrisch zu deren Längsachse ausgebildet sind. Einerseits ist damit der für die Funktionsfähigkeit der Ausstellvorrichtung massgebende genaue Abstand zwischen den Führungsschlitzen immer gewährt, während anderseits die Verwendung der Ausstellvorrichtung sowohl bei rechts als auch bei links angeschlagene Flügeln möglich ist.
In den Zeichnungen ist die Erfindung an Hand eines Ausführungsbeispieles schematisch dargestellt.
Fig. 1 zeigt eine Draufsicht der Ausstellvorrichtung an einem Fenster, in dessenGeschlossenstellung.
Fig. 2 zeigt eine der Fig. 1 entsprechende Darstellung der Ausstellvorrichtung, jedoch in der Kipp-Öffnungsstellung des Flügels. Fig. 3 stellt die Ausstellvorrichtung in Draufsicht bei Schwenk-Öffnungsstellung des Flügels dar, während Fig. 4 etwa in natürlicher Grösse die in Fig. 2 mit IV bezeichneten Einzelheiten wiedergibt.
E. nem in an sich bekannter Weise aus dem Flügel 1 und dem feststehenden Rahmen 2 bestehenden Kipp-Schwenkflügel-Fenster ist eine Ausstellvorrichtung 3 zugeordnet, die zwischen dem oberen waagrechten Rahmenfalz und dem oberen waagrechten Flügelfalz liegt. Sie besteht aus dem Ausstellarm 4 und dem Zusatzarm 5 (Fig. 2), wobei letzterer durch ein Zapfengelenk 6 mit dem Ausstellarm in spielfreier Gelenkverbindung steht.
Der Ausstellarm 4 ist um ein Zapfengelenk 7 schwenkbar am feststehenden Rahmen aufgehängt, wobei das Zapfengelenk 7 völlig im Falz des feststehenden Rahmens 2 liegt und gegenüber der Schwenkgelenkachse 8 des Flügels 1 in Richtung der Rahmenebenen um das Mass a sowie senkrecht zur Rahmenebene um das Mass b versetzt angeordnet ist (Fig. 1). Die Befestigung des Zapfengelenkes 7 in der Ecke des oberen waagrechten Rahmenfalzes erfolgt mit Hilfe einer flachen Anschraubplatte 9, die über mehrere Schrauben 10 gehalten wird.
Am Flügel 1 greift der Ausstellarm 4 mit einem Gleitzapfen 11 an, der im Querschnitt und in Richtung des Ausstellarmes 4 länglich ausgestaltet ist und in einen Schiebeschlitz 12 hineinragt, der sich in einer im oberen waagrechten Flügelfalz sitzenden Stulpschiene 13 befindet. Der mit dem Ausstellarm 4 in Gelenkverbindung 6 gehaltene Zusatzarm 5 ist an seinem freien Ende ebenfalls mit einem Gleitzapfen 14 versehen, der im Querschnitt und in Richtung des Zusatzarmes 5 länglich ausgestaltet ist und in einen Schiebeschlitz 15 eingreift, der sich ebenfalls in der Stulp- schiene 13 befindet.
Die Längenabmessung des Zusatzarmes 5 ist auf den Sitz des Zapfengelenkes 6 und auf die Lage des Zapfengelenkes 7 am feststehenden Rahmen 2 so abgestimmt, dass beim Öffnen des Flügels 1 aus der Geschlossenstellung nach Fig. 1 in die Kippstellung nach Fig. 2, sowie beim Schliessen in umgekehrter Richtung der Gleitzapfen 14 am vorderen Ende des Schiebeschlitzes 15 lediglich eine Schwenkbewegung, jedoch keine Schiebebewegung ausführt. Der Gleitzapfen 11 des Ausstellarmes 4 führt jedoch beim Kippöffnen des Flügels 1 als Folge seiner Schwenkbewegung um das ortsfeste Zapfengelenk 7 und der damit verbundenen Streckenverkürzung zwischen dem Gleitzap-
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fen 11 und dem Zapfengelenk 7 parallel zur Ebene des feststehenden Rahmens 2 im Schiebe schlitz 12 eine Schiebebewegung aus, die auf den Gleitzapfen 14 des Zusatzarmes 5 zugerich- tet ist.
Beim Kippöffnen des Flügels l verkürzt sich also der Abstand c (Fig. 2) zwischen den beiden Gleitzapfen 11 und 14.
Beim Öffnen des Flügels 1 um seine seitliche lotrechte Achse 8 in Schwenkstellung (Fig. 3) ergibt sich als Folge der Achseversetzung a und b zwischen der Schwenkgelenkachse 8 und dem Zapfengelenk 7 eine Schiebebewegung beiderGleitzapfen 11 und 14 in ihren zugehörigen Schiebeschlitzen 12 und 15 um das Mass d (Fig. 2), welches beträchtlich grösser ist als das Ausmass e der Schiebebewegung, die der Gleitzapfen 11 beim Kippöffnen des Flügels 1 im Schlitz 12 ausführt. Die Schiebeschlitze 12 und 15 müssen also eine Längenabmessung erhalten, die dem Mass d entspricht.
Um in der Kippstellung des Flügels l eine Zweipunktabstützung herbeizuführen, ohne das Schwenk- öffnen desselben zu verhindern, weist der Schiebeschlitz 12 einen vorderen, erweiterten Schlitzteil 12a mit einer dem Mass e entsprechenden Länge und einen hinteren, verengten Schlitzteil 12b auf, der die Gesamtlänge des Schlitzes 12 auf das Mass d bringt. Der Schiebeschlitz 15 besitzt an seinem vorderen Ende eine schlüssellochartige Erweiterung 16 (Fig. 2), in der sich der Gleitzapfen 14 verdrehen kann.
Beim Kippöffnen des Flügels 1 stellen sich die beiden Gleitzapfen 11 und 14 innerhalb des Schlitzteiles 12a bzw. in der schlüssellochartigen Erweiterung 16 so schräg, dass sie nicht mehr in die verengten Schlitzteile 12b und 15 eintreten können, wie dies besonders deutlich in Fig. 4 ersicht- lich ist. Die Folge davon ist eine sichere Halterung des Flügels 1 in der Kippstellung an zwei Punkten.
Selbst bei Fehlbedienung des Kipp-Schwenkbeschlages in der gekippten Flügelstellung bleibt die Zweipunktabstützung gewährleistet, weil der Zusatzarm 5 gegen Relativverschiebung zum Flügel 1 in der schlüssellochartigen Erweiterung 16 des Schiebeschlitzes 15 blockiert ist. Er verhindert damit ein Einschwenken der gelenkseitigen oberen Flügelecke in Richtung gegen den feststehenden Rahmen 2 und damit ein Absacken der verschlussseitigen unteren Flügelecke. Bei einer Fehlbedienung wird somit der Flügel 1 immer in Höhe der Kippgelenkachse gehalten, so dass die Fehlbedienung mit Leichtigkeit behoben werden kann.
Beim Drehöffnen des Flügels l bleiben die beiden Gleitzapfen 11 und 14 im wesentlichen parallel zur Längsrichtung der Schiebeschlitze 12 und 15 liegen, so dass sie ungehindert in die verengten Schlitzteile 12b und 15 eintreten können und damit diese Öffnungsbewegung nicht behindern.
Besonders zweckmässig ist es in der Praxis, wenn die schlüssellochartige Erweiterung 16 des Schiebeschlitzes 15 durch zahnförmige Einschnürungen 17 (Fig. 4) in ihrem Mittelbereich und in Querrichtung bis nahezu auf die Querschnittsbreite des Gleitzapfens 14 verengt ausgebildet ist. Es wird dadurch nicht nur das Eingleiten des Gleitzapfens 14 in den verengten Schiebeschlitz 15 beim Drehöffnen des Flügels 1 erleichtert, sondern durch die Sektorform der Einschnürungen 17 wird in der Kippstellung des Flügels 1 der Gleitzapfen 14 in eine Lage gezwängt, in der ein Eintreten in den Schiebeschlitz 15 ausgeschlossen ist.
Wie den Zeichnungen zu entnehmen ist, sind die Schiebeschlitze 12 und 15 in der Stulpschiene 13 symmetrisch zu deren Längsachse ausgebildet, wodurch auf einfache Art und Weise die rechte und linke Verwendbarkeit der Ausstellvorrichtung gewährleistet ist.
Die Gleitzapfen 11 und 14 können durch flache Blechplättchen gebildet werden, die mit dem Ausstellarm 4 bzw. dem Zusatzarm 5, z. B. durch Vernieten, verbunden sind und die an ihrem unteren Ende eine Scheibe 18 tragen, die ein Herausspringen der Zapfen 11 und 14 aus den Schiebeschlitzen verhindert (Fig. 4).
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