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Natronlauge voltgefüilt ist, einem Druck von 13-15 Atm. ausgesetzt wird, wobei anfangs die im Schilf enthaltene Luft entweichen gelassen wird. Der Kessel kann direkt vermittels Dampfschlangen auf 60-700 C erwärmt (bei entsprechender Druckregulierung) oder nach einigen Stunden die angesaugte Schilfmasse aus dem Druckkessel herausgenommen und in gesonderten Gefässen auf 60-700 C erwärmt werden. Die Dauer des Erwärmens und die Weiterbehandlung erfolgt wie früher beschrieben.
Vorzugsweise wird das Verfahren jedoch in der Weise ausgeführt, dass zuerst evakuiert und sodann Druck angewendet wird, wobei gleichzeitig während der Druckwirkung
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heriges Brechen, Hocheln usw. in einen Siebkorb möglichst stark eingepresst, welch letzterer dann in den Druckzylinder eingeschoben wird. Nach erfolgtem Evakuieren desselben wird die auf 500 C erwärmte Natronlauge einfliessen gelassen, worauf der Kesselinhalt unter allmählich bis zu 15 Atm. steigendem Druck gesetzt wird, wodurch der letzte Rest von Luft aus dem Material entfernt wird. Bei niedrigerem Druck erfordert diese Entlüftung längere Zeit. Der Druck wird durch ungefähr eine Stunde aufrecht erhalten, worauf ma" die Lauge ablässt, den Siebkorb aus dem Druckzylinder aushebt und in eine Warmkammer abringt.
In der Warmkammer verbleibt das Material, welches ungefähr das drei bis drei-
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Temperatur von zirka 50-650C. Bei der zweiten Füllung des Kessels wird die von der ersten Charge zurückbleibende Lauge mitbenutzt und nur das Fehlende nachgefüllt, wobei man darauf zu achten hat, dass die neue und alte Lauge vor der Füllung gemischt werden ; die weitere Manipulation geht wie bei der ersten Füllung vor sich. Bei der dritten, vierten Füllung usf. wird ganz analog vorgegangen ; die zugegebene frische Lauge genügt vollauf zur Regenerierung derselben.
Wenn die mit Schilf gefüllten Siebkörbe im Warmraum bis zu zwölf Stunden geblieben, werden dieselben herausgeschoben, geöffnet, das Schilf durch Pressen von einem grossen Teile der aufgesaugten Flüssigkeit befreit, sodann mittels geeigneter mechanischer Waschmaschinen zuerst im warmen, dann im kalten Wasser ausgewaschen, hierauf gesäuert und nochmals im kalten Wasser gewaschen.
Die Fasermasse wird sodann durch Pressen (oder Zentrifuge) von der IIauptmengo des aufgesaugten Wassers befreit und endlich getrocknet. Die Ausbeute an Faser schwankt je nach der Qualität des Schilfes zwischen 30-400/0'
Die Vorzüge des beschriebenen Verfahrens bestehen : 1. In der Gewinnung eines schöneren und hochwertigeren Fasermaterials, 2. in der grösseren Ausbeute an Faser, 3. in der Ersparnis an Brennmaterialien und Betriebskosten.
Anstatt der vorliegend erwähnten Natronlauge könnte auch mit dem gleichen Erfolge eine andere a) ka ! isch wirkende Lauge, wie Kalilauge, Schwefelnatrium u. dgl. in Anwendung kommen.