<Desc/Clms Page number 1>
Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung einer Fadenschleife zum Abbinden von Beuteln aller Art
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Herstellung einer Fadenschleife zum Abbinden von Beuteln aller Art, vorzugsweise zum Abbinden von Wurstdärmen aus Kunststoffen mit Hilfe eines um seine Achse drehbaren und in Achsrichtung verschiebbaren Wickelkopfes, der an seiner Stirnseite eine quer zur Achse liegende Einkerbung aufweist, in die der Faden eingelegt wird, worauf sich die von der Kerbung ablaufenden Fadenteile durch eine Drehung des Wickelkopfes um 3600 und Verschiebung des Wickelkopfes in Form einer Achterschleife um die Wangen des Wickelkopfes legen und nochmals in die Einkerbung eingelegt und dort festgehalten werden,
wonach durch Abstreifer die die Wangen umschlingenden Fadenteile von diesen abgestreift und annähernd in die durch die Einkerbung und die Wickelkopfachse gebildete Ebene gebracht werden und somit eine Schleife bilden, in die der Beutel bzw. das Wurstdarmende einbringbar ist.
Der Nachteil dieses Knotens besteht darin, dass nach der Knotenbildung noch eine Schleife zum Aufhängen der Beutel gebunden werden muss. Dies wurde bisher mit der Hand durchgeführt, indem die zwei etwas länger gehaltenen Enden des Knotens nochmals verknüpft wurden.
Die Erfindung bezweckt das Knüpfen einer Schleife zum Aufhängen der Därme ohne Handarbeit.
Das erfindungsgemässe Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, dass vor dem Abstreifen der die Wangen des Wickelkopfes umschlingenden Fadenteile ein Ende des Fadens durch ein Zurückführen des Fadens unter Bildung einer Schlaufe in die Einkerbung eingelegt wird, so dass die Einkerbung vor der Bildung der Schleife viermal vom Faden durchlaufen wird. Ein weiteres Verfahrensmerkmal liegt darin, dass der zur Bildung der Schlaufe zurückgeführte Fadenteil an seinem Ende mit einem Knoten versehen wird.
Die Vorrichtung nach der Erfindung besteht im wesentlichen aus dem Wickelkopf zum Bilden der Fadenschleife, einer Abwickelrolle für den Faden und einer vor dem Wickelkopf angeordneten gabelförmigen Doppelzange zum Übergeben des Fadens an eine darüber befindliche Fadengreiferzange ; sie ist dadurch gekennzeichnet, dass in der in der Ausgangslage des Wickelkopfes durch die Einkerbung und die Achse des Wickelkopfes verlaufenden Ebene die Fadengreiferzange fest und eine Mitnehmerrolle für den Faden hin-und herbewegbar angeordnet ist, deren eine Endstellung sich vor der Fadengreiferzange und deren andere Endstellung sich hinter dem Wickelkopf im Abstand der gewünschten Schlaufenlänge befindet, welche Mitnehmerrolle an dem von der Doppelzange zur Fadengreiferzange verlaufenden Fadenteil angreift und diesen zur Schlaufenbildung über den Wickelkopf zieht.
In den Zeichnungen ist der Gegenstand der Erfindung in einer Ausführungsform beispielsweise dargestellt.
Die Fig. 1 - 3 sind schematisch gehalten, sie dienen dazu, die Bildung einer derartigen Fadenschleife grundsätzlich zu erklären. Fig. 4 veranschaulicht die Konstruktion eines derartigen Wickelkopfes, aus den Fig. 5-11 ist die gesamte Vorrichtung und deren Wirkungsweise zu ersehen.
An Hand der schematisch gehaltenen Fig. 1-3 sei vorerst der an sich bekannte Vorgang beim Herstellen einer Fadenschleife grundsätzlich erklärt.
Der Einfachheit halber wird hier angenommen, dass der Wickelkopf stillsteht und der Faden zur Bil-
<Desc/Clms Page number 2>
dung der Fadenschleife um den Wickelkopf entsprechend herumgeführt bzw. angehoben wird. Grundsätzlich hat die Umhüllende des Wickelkopfes 4 die Gestalt eines Quaders. Auf einer Grundplatte sind zwei zueinander parallel liegende nach aufwärts ragende Wangen 5,6 vorgesehen. Am oberen Ende der Wangen liegen Einkerbungen 2,3 die als Führung für den Faden 1 dienen. Die der Grundplatte gegen- überliegende gedachte Fläche, die die oberen Enden der Wangen 5,6 mit den Einkerbungen 2,3 umfasst, wird als Stirnfläche des Wickelkopfes bezeichnet.
Gemäss Fig. 1 liegt der Faden 1 in den Einkerbungen 2,3 der Wangen 5,6 des Wickelkopfes 4, Es wird nun der Fadenteil 9 gemäss dem Pfeil A um den Wickelkopf 4 herumgelegt.
Fig. 2 lässt die Stellung erkennen, in der die Fadenteile 1 und 9 den Wickelkopf 4 um 2700 umschlungen haben. Schlingt man nun diese Fadenteile 1 und 9 im selben Umschlingungssinn nochmals um 90 weiter, so gelangt man zur Stellung nach Fig. 3. Gleichzeitig mussten die Fadenteile 1 und 9 etwas angehoben werden, so dass sie an den höheren Stirnwänden 11, 12 der Einkerbungen 2, 3 zum Anliegen kamen. Dies ist aus Fig. 3 klar ersichtlich. Die um die beiden Wangen 5,6 geschlungenen Fa-
EMI2.1
von den Wangen 5,6 bilden diese Fadenteile eine Schleife, in die z. B. ein Wurstdarmende einbring- bar ist. Aus Fig. 3 ist noch zu ersehen, dass in dieser Zwischenstellung der Faden die Kerbungen 2,3 dreimal durchläuft. Dies ist an sich bekannt.
Gemäss der Erfindung wird nunmehr-wie in den Fig. 1-3 gestrichelt angedeutet-vor dem Abstreifen der die Wangen 5, 6 des Wickelkopfes 4 umschlingenden Fadenteile 13, 14 ein Ende 9 (Fig. l) des Fadens zurückgeführt, so dass sich eine Schlaufe 7 bildet. Der daran anschliessende Fadenteil ist mit 8 bezeichnet. Während des weiteren Umschlingens bis zur Stellung Fig. 2 kann in an sich be- kannter Weise im Fadenteil 8 der Knoten 10 gebildet werden. Die nächste Stellung Fig. 3 zeigt, dass die Ein-
EMI2.2
abgezogen (Fig. 4), nach oben verschwenkt und annähernd in die durch die Einkerbungen 2,3 und die Wickelkopfachse gebildete Ebene gebracht. Es kann dann-wie schon gesagt-durch diese so gebildeten Schleifenteile 13,14 ein Beutel gesteckt werden. Durch Anziehen des Fadenendes wird der Beutel abgebunden.
Die Schlaufe 7 bleibt bestehen und kann dazu verwendet werden, den Beutel aufzuhängen.
Beim praktischen Ausführungsbeispiel wird selbstverständlich nicht der Faden um den Wickelkopf 4 geschlungen und angehoben, sondern es dreht sich der Wickelkopf 4, und er wird zu gegebener Zeit abgesenkt. Der Vorgang vollzieht sich in der Praxis also kinematisch umgekehrt wie oben auseinandergesetzt.
Bei der in Fig. 4 dargestellten Konstruktion besteht der Wickelkopf 4 im wesentlichen aus den zwei parallel angeordneten Wangen 5,6, zwischen denen auf jeder Seite ein Abstreifer 15 bzw. 16 angelenkt ist. Der Wickelkopf ist an einer Antriebswelle 17 befestigt. Die Wangen 5, 6 weisen an ihren oberen Kanten mittig je eine Kerbe 2,3 auf, die dazu dienen, den Faden im Wickelkopf zu führen. Die an Hand der Fig. 1-3 geschilderte Bildung der Schleife findet hier sinngemäss statt. Zu beachten ist jetzt, dass sich die Abstreifer 15,16 vorerst in ihrer Grundstellung befinden, d. h. sie ragen nicht über die Wangen 5,6. Der Faden ist dabei durch eine nicht dargestellte Fadengreiferzange gehalten.
Eine Drehung des Wickelkopfes bewirkt nun, wie schon oben ausgeführt, dass der Faden sich entsprechend der Anzahl der Drehungen um den Wickelkopf legt. Die Wangen 5,6 sind dabei so ausgebildet, dass der Faden nach einer Umdrehung und einem kurzen Abwärtsgleiten des Wickelkopfes wieder in der durch die Kerben 2, 3 gegebenen Führung liegt. Der Faden ist nach einer Drehung von 3600 wieder um die beiden Wangen des Wickelkopfes geschlungen.
Gemäss der Erfindung wird der Faden nach Bildung der zweiten Schleife in die Führung (Einkerbung) des Wickelkopfes zurückgeführt. Danach werden die Abstreifer (15, 16), die in einer Kulissenführung 18 in der Antriebswelle 17 längsverschiebbar gelagert sind, nach oben ausgefahren. Nicht dargestellte Kur- venstücke bewegen dann die mittels einer Zugfeder 19 vorgespannten Abstreifer 15 und 16 gleichzeitig zur Mitte des Wickelkopfes, so dass in der Endstellung der Abstreifer die beiden Schleifen etwa in die senkrechte Ebene der Führung des Wickelkopfes gebracht sind.
Damit nun bei dem Ausfahren der Abstreifer 15 und 16 der Faden nicht aus der Führung des Wikkelkopfes gezogen wird, ist innen an den Seitenplatten 5 des Wickelkopfes jeweils eine Halteklaue 25 beweglich gelagert. Die Halteklauen 25 sind über einen Hebel 26 mittels einer Druckfeder 27 beaufschlagt, so dass beim Ausfahren der Abstreifer 15 und 16 die Druckfeder 27 auf den Hebel 26 wirkt und dadurch die Halteklauen 25 nach innen schwenkt. Der Faden wird bei dieser Stellung der Ab- streifer 15 und 16 durch die Halteklauen 25 in der Führung des Wickelkopfes festgehalten.
<Desc/Clms Page number 3>
In dieser Stellung wird das für das Abbinden vorbereitete Ende des Kunstdarmes mittels eines nicht dargestellten Haltebackens und Darmzange durch die beiden Schlingen gezogen. Durch das Zurückziehen des auf der Seite der Aufwickelrolle befindlichen Fadenendes, wobei das freie Ende festgehalten ist, ziehen sich erst die eine dann die andere Schlinge über dem Darmende zusammen. Das Einfahren der Abstreifer 15 und 16 wird während des Zusammenziehens der Schleifen durchgeführt und bewirkt eine Beaufschlagung des Hebels 26 durch die kurvenartig ausgebildete Innenkante des Abstreifers 15. Die Halteklauen 25 schwenken dadurch wieder nach aussen und geben den Faden frei. Der Faden wird danach vor dem Wickelkopf abgeschnitten und die fertige Knotenschleife mit dem Darmende aus dem Wikkelkopf gebracht.
Im folgenden soll nun die gesamte Vorrichtung zur Bildung der Knotenschleife nach den Fig. 5-11 beschrieben werden.
Die Vorrichtung besteht im wesentlichen aus einer Abwickelrolle 20, einer vor dem Wickelkopf 24 angeordneten gabelförmigen Doppelzange 21,21a und einer darüber befindlichen Fadengreiferzange 22 sowie einer Mitnehmerrolle 23.
In der Fig. 5 wird der von der Abwickelrolle 20 kommende Faden von der Zange 21a gefasst.
Die Doppelzange 21, 21 a bewegt sich danach in Richtung des Pfeiles x nach oben. Der Faden wird mit
EMI3.1
dengreiferzange 22 festgehalten, dies ist in der Fig. 7 dargestellt. In Fig. 8 ist die Mitnehmerrolle 23 mit dem Faden horizontal bis über den Wickelkopf 24 hinaus verschoben. Die über den Wickelkopf 24 hinaus transportierte Fadenlänge ist dabei für die Schlaufenbildung zum Aufhängen der Kunstdärme bestimmt. Der Wickelkopf 24 bewegt sich nun in Richtung des Pfeiles x (Fig. 8) nach oben, so dass der Faden in der obengenannten Einkerbung des Wickelkopfes 24 zu liegen kommt.
Die Fig. 9 zeigt den Wickelkopf 24 in Arbeitsstellung, nachdem die beiden Schleifen, wie eingangs erwähnt, durch Drehen des Wickelkopfes gebildet worden sind. Das von der Fadengreiferzange 22 und der Mitnehmerrolle 23 straff gespannte Fadenstück wird, wie die Fig. 10 zeigt, durch eine weitere Aufwärtsbewegung des Wickelkopfes 24, in die Einkerbung desselben eingelegt. Danach treten die Abstreifer in der bereits oben geschilderten Weise in Tätigkeit. Ein Anziehen des Fadens mittels der Aufwikkelrollen 20 führt dann zur Bildung der Knotenschlaufe mit Schlinge zum Aufhängen von Kunststoffdärmen. Diese Endstellung ist in der Fig. 11 dargestellt. Zur Sicherheit gegen ein Lösen der Schlinge zum Aufhängen kann noch eine bekannte Einrichtung zum Bilden eines einfachen Knotens 10 (Fig. 2, 3) an dem Fadenende vorgesehen sein.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Herstellung einer Fadenschleife zum Abbinden von Beuteln aller Art, vorzugsweise zum Abbinden von Wurstdärmen aus Kunststoffen, mit Hilfe eines um seine Achse drehbaren und in Achsrichtung verschiebbaren Wickelkopfes, der an seiner Stirnseite eine quer zur Achse liegende Einkerbung aufweist, in die der Faden eingelegt wird, worauf sich die von der Kerbung ablaufenden Fadenteile durch eine Drehung des Wickelkopfes um 3600 und Verschiebung des Wickelkopfes in Form einer Achterschleife um die Wangen des Wickelkopfes legen und nochmals in die Einkerbung eingelegt und dort festgehalten werden, wonach durch Abstreifer die die Wangen umschlingenden Fadenteile von diesen abgestreift und annähernd in die durch die Einkerbung und die Wickelkopfachse gebildete Ebene gebracht werden und so- mit eine Schleife bilden,
in die der Beutel bzw. das Wurstdarmende einbringbar ist, dadurch gekenn- z e i c hn e t, dass vor dem Abstreifen der die Wangen (5, 6) des Wickelkopfes (4,24) umschlingenden Fadenteile ein Ende des Fadens (9) durch ein Zurückführen des Fadens unter Bildung einer Schlaufe (7) in die Einkerbung eingelegt wird, so dass die Einkerbung (2, 3) vor der Bildung der Schleife viermal (Fig. 3) vom Faden durchlaufen wird.