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Photoleitende Folie für die Bildreproduktion
Die Erfindung bezieht sich auf neue und gut brauchbare Folien für die Reproduktion von sichtbaren
Bildern. Die Erfindung betrifft im besonderen bilderzeugende Folien, die elektrolytisch entwickelt wer- den können.
Photoleitende, d. h. durch Lichteinwirkung leitfähig werdende Überzüge und Folienkonstruktionen sind bereits für viele Zwecke, einschliesslich der Reproduktion von Lichtbildern, vorgeschlagen worden.
Ein in letzter Zeit entwickeltes Bildreproduktionsverfahren umfasst das elektrolytische Entwickeln blei- bender und sichtbarer Bilder auf geeigneten photoleitenden Kopierfolien nach deren Exponierung mit aktinischen Lichtbildern.
Dieses Verfahren, das in der USA-Patentschrift Nr. 3, 010, 883 vom 30. März 1956 eingehend beschrie- ben ist, umfasst die Elektrolyse eines elektrolytischen Entwicklers und insbesondere das elektrische Niederschlagen eines metallischen oder andernsichtbar unterscheidbaren Überzuges auf der exponierten lichtempfindlichen Oberfläche, was gewöhnlich durch elektrolytische Reduktion erfolgt. Hiebei ist keine vorhergehende Aufladung der Kopierfolie nötig und die hergestellte Kopie erfordert keine nachfolgende Erhitzung oder andere Behandlung, um dem Bild Dauerhaftigkeit zu verleihen.
Es wurde jedoch gefunden, dass es zur erfolgreichen Anwendung des elektrolytischen Verfahrens unter anderem erforderlich ist, dass die empfindliche Folie stark photoleitend ist und nicht nur die Fähigkeit zur Festhaltung und Zerstreuung einer elektrostatischen Ladung aufweisen, sondern vielmehr bestimmte andere Leitfähigkeitsanforderungen erfüllen muss.
Diese Kopierfolien, die in ihren Einzelheiten in der USA-Patentschrift Nr. 3, 010, 884 genauer beschrieben sind, weisen im allgemeinen eine photoleitende Schicht von Zinkoxydpartikeln in einem isolierenden organischen Harzbindemittel auf. die einer anliegenden, elektrisch leitenden Schicht überlagert ist, wobei die kombinierten Schichten, wenn sie bei einer Helligkeit von 120 Meterkerzen (1300 Fusskerzen) dem einfallenden Licht einer Wolframlampe mit 31000 K ausgesetzt werden, eine Leitfähigkeit (Hell-Leitfähigkeit) von mindestens etwa 10-7 mho/cm aufweisen und eine Dunkel-Leitfähigkeit haben, die höchstens den zwanzigsten Teil der Hell-Leitfahigkeit erreicht. Kopierfolien mit photoleitendem Indiumoxyd und ihre Herstellung sind ebenfalls bekannt.
Im Bestreben, die Beschaffenheit. solcher photoleitender Kopierfolien zu verbessern, sind verschiedene Mittel zur Erhöhung der Dichte und des Kontrastes der Bilder unter Verwendung von elektrolytisch reduzierbaren Entwicklermaterialien, wie Silbersalze, versucht worden. Bisher wurde für die optisch diffuse Reflexionsdichte eines Silberbildes ein Maximum von etwa 1 zu erreichen versucht, ohne Rücksicht auf die Exponierung oder auf die in den Bildflächen niedergeschlagene Silbermenge, und der durchschnittliche Gradient der diffusen Reflexionsdichte gegen die logarithmische Expositionskurve, der ein Mass für den Kontrast gibt, war kleiner als 1. Solche Werte sind für den Druck von photographischen Negativen mit durchschnittlich kontinuierlichem Ton zu niedrig. Die Dichte hat ferner für die Anwendung bei vielen Strich- und Halbtonkopien nicht entsprochen.
Darüber hinaus muss eine Erhöhung der Bilddichte ohne so- genannte"Nadelstiche" (das sind elektrolytische Durchschläge der photoleitenden Schicht, welche Punkte mit starken Entwicklerablagerungen erzeugen), ohne Gelbwerden oder andere Verfärbungen der Folie
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und ohne Verlust der andern erwünschten Eigenschaften solcher Kopierfolien, z. B. gute Schärfe, leichte und schnelle Entwickelbarkeit, erreicht werden können.
Die Erfindung zielt deshalb auf die Schaffung einer verbesserten photoleitenden, d. h. durch Belichten leitfähig werdenden Kopierfolie ab.
Ein weiteres Ziel der Erfindung ist die Schaffung einer photoleitenden Kopierfolie, die elektrolytisch entwickelt werden kann, um ein Bild mit verbesserter Bilddichte, grösserem Bildkontrast und erhöhtem Widerstand gegen Verschmutzen zu erzeugen. Nach der Erfindung soll ferner eine verbesserte photoleitende Kopierfolie geschaffen werden, die gegen das Auftreten der sogenannten"Nadelstiche" (pinpointing) und gegen Vergilben beständig ist. Die erfindungsgemässe photoleitende Kopierfolie soll ein besseres Aussehen haben.
Die Erfindung bezweckt ferner die Schaffung eines Mittels, das die Herstellung photoleitender Kopierfolien von verschieden starkem Glanz gestattet.
Weitere Ziele und Vorteile der Erfindung gehen aus der nachfolgenden Beschreibung und den Beispielen hervor.
Die photoleitende Kopierfolie für die Bildreproduktion gemäss der Erfindung ist gekennzeichnet durch eine der photoleitenden Oberfläche der Folie überlagerte kontinuierliche glänzende, durchsichtige, zusammenhaltende und wasserdurchlässige Schicht, die eine filmbildende Kieselsäure, insbesondere ein getrocknetes Kieselsäuresol, enthält und im wesentlichen frei von Alkalimetallionen ist.
Bei der erfindungsgemäss ausgebildeten photoleitenden Kopierfolie liegt somit auf einer kontinuierlichen, elektrisch leitenden Schicht eine dünne, kontinuierliche und anliegende Schicht von photoleiten den Partikeln in einem wasserunlöslichen, isolierenden Bindemittel und über dieser photoleitenden Schicht
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säure muss filmbildende Eigenschaften haben zum Unterschied von Kieselsäuresorten, die aus dem wässerigen Sol zu einem unzusammenhängenden, leicht zerreissbaren Pulver trocknen. Die erstgenannten Kieselsäuresorten sind zur Bildung eines beständigen kolloidalen Sols mit einer Teilchengrösse im Bereich von 1 bis 100 mu Durchmesser, vorzugsweise von etwa 10 bis etwa 50 mfi, befähigt.
Diese Kieselsäuresorten, die sich zur Herstellung der erwünschten glatten, anhaftenden, zusammenhaltenden, wasserdurchlässigen Schicht eignen, sind als wässerige Sole mit bis zu etwa 5001o Feststoffgehalt im oben angeführten Teilchengrössenbereich erhältlich. Diese Sole haben eine hohe Reinheit und sind im wesentlichen frei von Alkalimetallkationen, z. B. Natrium, Kalium usw. Sie können durch allmähliches Wachsenlassen von Kieselsäure in wässeriger Natriumsilikatlösung erhalten werden, wobei sich das Siliziumdioxyd an Kristallkeimen der Kieselsäure ansetzt. Das hiebei erzeugte alkalische Sol wird durch Durchleiten durch einenionenaustauscher entionisiert, um die Natriumionen zu entfernen und den pH-Wert unter 5, vorzugsweise unter 4, herabzusetzen.
Eine solche Behandlung ist in der USA-Patentschrift Nr. 2, 244, 325 beschrieben. Ein typisches Kieselsäuresol ist "Nalcoag 1034A", ein entionisiertes, saures Sol, das 34 Gew. -0/0 Feststoffe mit einer Teilchengrösse im Bereich von 16 bis 22 mJ1 enthält und bei der Nalco Chemical Company in Chicago (Illinois) erhältlich ist. Andere Nalcoag-Kieselsäuresole, wie die mit der Bezeichnung 1015,1022, 1030, 1035 und 1050, können nach Entionisierung verwendet werden.
Ebenso können Kieselsäuresole, die von der E. I. du Pont de Nemours & Co. in Wilmington (Delaware) unter der Bezeichnung"Ludox"in den Handel gebracht werden, ebenfalls nach Entionisierung verwendet werden. Chemisch modifizierte Kieselsäuren, z. B. veresterte Kieselsäuren, welche die weiter oben angeführten Eigenschaften besitzen, sind gleicherweise verwendbar. Die pyrolytisch hergestellten Kieselsäuren sind, obwohl sie in Wasser leicht dispergierbar sind, im allgemeinen zur Bildung des gewünschten glänzenden und kontinuierlichen, zusammenhaltenden Filmes auf der photoleitenden Oberfläche der Kopierfolie nicht fähig.
Bei im Handel erhältlichen filmbildenden Kieselsäuresolen können zusätzliche lonenaustauschbehandlungen-empfehlenswert sein, um Spuren von unerwünschten Alkalimetallkationen, wie Natriumionen, zu entfernen und dadurch die Neigung der an der Oberseite überzogenen photoleitenden Kopierfolie zu"Nadelstichlöchern"während der elektrolytischen Entwicklung herabzusetzen. So werden beispielsweise weniger als 100 Teile Natriumion je Million (berechnet als NaOH) bevorzugt.
Die verschiedenen Kieselsäuresole können schnell auf ihre Verwendbarkeit als filmbildende Kieselsäuresole und hinsichtlich anderer weiter oben angeführter Eigenschaften überprüft werden, indem ein geschliffener, korrosionsbeständiger Mikroskopobjektträger in das Kieselsäuresol eingetaucht und das Sol entweder mit einem heissen Luftstrom oder bei Raumtemperatur entfernt und getrocknet wird. Die Oberflächen des Objektträgers sollen vorher mit einem feinen Schleifmittel, d. h., entsprechend einem Sieb im Bereich von 320 bis 500 Maschen, geschliffen werden. Die geeigneten Kieselsäuresole trocknen ohne Trü-
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bung zu einem wasserunlöslichen Film auf, der die Streuung herabsetzt und die Durchsichtigkeit der geschliffenen Glasoberfläche erhöht.
Wässerige Lösungen von Farbstoffen, wie Methylenblau, werden an der überzogenen Oberfläche fest adsorbiert und durchspülung mit Wasser nicht wesentlich entfernt. Wenn das
Kieselsäuresol einen zu dicken Überzug bildet, wie dies bei Rissen oder Brüchen des Filmes auftritt, so wird das Sol mit Wasser verdünnt, um die Überzugsdicke zu verringern und die Prüfung wird wiederholt.
In deutlichem Gegensatz zu den brauchbaren Kieselsäuresolen ergeben andere Kieselsäuresole von nicht filmbildender Beschaffenheit beim Trocknen eine Trübung und trocknen nicht zu einem Überzug mit irgend einer merklichen Durchsichtigkeit auf. Ausserdem sind die nicht film bildenden Kieselsäureüberzü- ge von vornherein uneinheitlich und können von der Oberfläche leicht abgerieben werden. Nach dem Abspülen des getrockneten Objektträgers in Wasser bleibt nur wenig oder gar kein Farbstoff, z. B. Methylen- blau, an der überzogenen Fläche haften.
Im Gegensatz zu den filmbildenden Kieselsäuren sind organische Filmbildner, wie Polyvinylalkohol, Polyvinylpyrrolidon, Dimethylhydantoinformaldehyd, Gelatine usw. als unzufriedenstellend befunden worden, weil sie zu nachteiligen Wirkungen neigen, wie beträchtlich kleinere Entwicklungsgeschwindig- keit, Auftreten von Nadelstichen, Bildung von Gasbläschen unter dem obersten Überzug während des Entwickelns und schwere dauernde Entwicklerflecken und Verfärbungen.
Die glänzenden Kieselsäuredecküberzüge können durch Überziehen der Oberfläche der photoleitenden
Kopierfolie mit einem wässerigen Sol der filmbildenden Kieselsäure durch Tauchen, mit einem Messer oder Stab, einer Bürste oder Walze aufgetragen oder gewünschtenfalls im Abstreif- oder Gravuroffsetverfahren usw. hergestellt werden, um eine gleichmässige Überzugsdicke zu gewährleisten. Ebenso können auch andere Überzugsmethoden, einschliesslich der in der photographischen Technik gebräuchlichen Verfahrensweisen, angewendet werden. Im allgemeinen kann jede zur Herstellung einer gleichmässigen Überzugsschicht aus einem Material mit niedriger Viskosität auf einer nicht absorbierenden Unterlage geeignete Methode angewendet werden.
Das wässerige Kieselsäuresol kann oberflächenaktive Zusätze enthalten, um die Benetzungsfähigkeit zu erhöhen und die Gleichmässigkeit des erzeugten Überzuges zu verbessern.
Wenn solche oberflächenaktive Zusätze gebraucht werden, so werden sie in niedriger Konzentration verwendet, um eine Trübung des photoleitenden Überzuges zu vermeiden. Die Konzentrationen dieser ober- flächenaktiven Zusätze liegenvorzugsweise unterO, 06 Gew.-%, bezogen auf Kieselsäure. Die Benetzungsfähigkeit kann auch durch Einverleiben eines mit Wasser mischbaren organischen Lösungsmittels in das wässerige Sol bis zu einer Menge von etwa 20 Vol. -0/0 erhöht werden. Niedere Alkylalkohole, wie Isopropanol oder Methanol, sind für diesen Zweck besonders wünschenswert.
Im allgemeinen soll die Flüch- tigkeit des mit Wasser mischbaren organischen Lösungsmittels jener von Wasser näher liegen, um das Auftreten des"Q'angenschalen"-Effektes zu verhüten, der durch ungleichmässiges Verflüchtigen des Lösungsmittels während des Trocknens des Kieselsäuredeeküberzuges verursacht werden kann.
Die Überzugsdicke ist für die Erzielung der bereits erwähnten Verbesserungen von Bedeutung. Obwohl das Überzugsgewicht in Abhängigkeit vom gewünschten Glanzgrad und folglich von der physikalischen Beschaffenheit der photoleitenden Oberfläche variiert, so muss das Trockenüberzugsgewicht einerseits gross genug sein, um einen kontinuierlichen glänzenden Decküberzug zu gewährleisten, anderseits aber
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im Kieselsäuredecküberzug zu vermeiden. Das Reissen wird durch ungleichmässiges oder übermässig rasches Trocknen des nassen Kieselsäureüberzuges, z. B. beim Trocknen bei erhöhter Temperatur verschlimmert, wie dies aus der Anstrichtechnik bekannt ist. Aus diesem Grunde wird das Trocknen bei Raumtem-
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ringerem Glanz werden meist die niedrigeren Überzugsgewichte angewendet.
Die durchsichtigen zusammenhaltenden Kieselsäurefilme gemäss der vorliegenden Erfindung können auch verschiedene andere Zusätze, einschliesslich der Entwicklermaterialien selbst (z. B. Zink-, Silberu. a. Metallsalze, elektrolytisch reduzierbare Farbstoffe) und viele andere Materialien enthalten, wie Filterfarbstoffe, AlOOH, Ammoniumpersulfat, Cersulfat, HCI, HNO,H POZnCI2, ZnF.,Zn(NO,)
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N'-Methy-bildende Kieselsäuren und kolloidaler Boehmit mit einer durchschnittlichen Teilchengrösse unter etwa 100 miL einverleibt werden. Keiner der verwendeten Zusätze soll die Durchsichtigkeit u. a. der weiter oben angeführten nützlichen Eigenschaften des Decküberzuges beeinträchtigen.
Wenn ein Papier mit geringerem Glanz erwünscht ist, so kann entweder ein Überzug der filmbildenden kolloidalen Kieselsäure aufgebracht werden, der eine kleinere Dicke als weiter oben angegeben hat oder es können in das Kieselsäuresol bis zu 20 Gel.-% der filmbildenden Kieselsäure einer nicht filmbildenden Kieselsäure von grösserer Teilchengrösse einverleibt werden, um eine halbglänzende oder matte Oberfläche zu erhalten.
Obgleich die glänzenden Kieselsäureschichten gemäss der Erfindung gewöhnlich direkt auf der photo-
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gen sein, die ihrerseits in Berührung mit der photoleitenden Oberfläche stehen. So können beispielsweise verschiedene photoleitende Kopierfolien, die auf der photoleitenden Schicht einen dünnen, lichtdurchlässigen Indiumoxydentwicklerüberzug haben, wie dies in der USA-Patentschrift Nr. 3, 085, 051 beschrieben ist, mit den glänzenden Kieselsäureschichten gemäss der Erfindung überzogen sein. Ebenso können auch verschiedene andere photoleitende Kopierfolien, die, wie in der USA-Patentschrift Nr. 3, 010, 883 erläutert ist, mit einem Gelatineüberzug versehen sind, der die gewünschten Entwicklermaterialien enthält, mit den glänzenden Kieselsäureschichten gemäss der vorliegenden Erfindung überzogen sein.
Der bereits weiter oben verwendete Ausdruck "überlagert" schliesst demnach sowohl die direkte als auch die indirekte Berührung mit der darunterliegenden photoleitenden Schicht ein.
Nach dem Entwickeln der gemäss der Erfindung mit Kieselsäure überzogenen photoleitenden Kopierfolie kann, insbesondere dann, wenn die Entwicklerlösung ein Silbersalz enthält, ein Stabilisierungsvorgang erwünscht sein, um eine Verfärbung der Hintergrundflächen durch in den Kieselsäureüberzug eingesickerten Entwickler zu verhüten. Für diesen Zweck kann eine Behandlung der Kopierfolienoberfläche mit irgend einem der in der photographischen Technik gebrauchten Silberstabilisatoren, z. B. mit quarternären Ammoniumhalogeniden (wie "Triton 400"), Saccharin, Äthylenthioharnstoff usw. angewendet werden.
Photoleitende Kopierfolienkonstruktionen, die mit den oben erläuterten filmbildenden Kieselsäuren überzogen werden können, sind vorstehend beschrieben worden. Brauchbare hochphotoleitende Materialien enthalten Zinkoxyd, Indium oxyd, Kadmiumsulfid usw. Die photoleitenden feinteiligen Materialien sind gleichmässig in einer isolierenden Bindemittelmatrix, z. B. einem Butadien-Styrol-Copolymer od. dgl. dispergiert und gewöhnlich auf einem elektrisch leitenden Hintergrund, z. B. auf einer Aluminiumfolie oder einem Polyester- oder andern Kunststoff-Film, der durch Aufdampfen mit Aluminium, Silber od. dgl. überzogen ist, aufgezogen.
Wenn solche photoleitende Kopierfolien in elektrostatischer Verfahrensweise entwickelt werden sollen, so muss der Hintergrund nicht unbedingt elektrisch leitend
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usw. sind gewöhnlich in der photoleltenden Schicht enthalten, um den spektralen Ansprechbereich des Photoleiters zu verbreitern.
Das elektrolytische Bildreproduktionsverfahren, bei dem die erfindungsgemässe Kopierfolie verwendet werden kann, hat das direkte Kopieren von Mikrofilmreproduktionen gedruckter Buchseiten, Schriftstücken u. dgl. innerhalb kurzer Zeit von der einleitenden Belichtung durch das Lichtbild bis zur Ablieferung des fertigen Druckes ermöglicht. Die erfindungsgemässen verbesserten Kopierfolien sind den bekannten Kopierfolien infolge ihrer Beständigkeit gegen Verschmutzung und ihrer Fähigkeit zur Herstellung von Drucken oder Reproduktionen mit beträchtlich erhöhter Bilddichte, grösserem Kontrast und guter Schärfe ohne merkliche Verschlechterung anderer Eigenschaften, wie Beständigkeit gegen das Auftreten des Nadelsticheffektes und relativ grosser Entwicklungsgeschwindigkeit, weit überlegen.
Die erfindung-
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gemässe Ausbildung macht photoleitende Kopierfolien ausserdem für den Druck sowohl von Schwarz-WeissNegativen mit kontinuierlichen Tonflächen als auch zur Herstellung von einfarbigen Abzügen von Farbnegativen mit kontinuierlichen Tonflächen geeignet.
Um die Wirkung eines filmbildenden Kieselsäureilberznges auf die Bildeigenschaften zu messen, wurden Probestücke einer photoleitenden Zinkoxyd-Kopierfolie (mit einem Gewichtsverhältnis von 4, 6 : 1 von Zinkoxyd zu einem Copolymer von Butadien/Styrol mit einem Molverhältnis von 30/70 auf einem Aluminiumfolienhintergrund) mittels einer 110 Linien Gravurwalze unter Verwendung der nachstehend beschriebenen filmbildenden Kieselsäuredispersion überzogen :
60 Gew.-Teile filmbildendes Kieselsäuresol (Nalcoag 1034,34 Gew.-'% SiO)
33,4 Gew.-Teile Wasser
6 Gew.-Teile Methylalkohol
0,6 Gew.-Teile-ZnSO . 7H 0
Hierauf wurde jeweils ein unüberzogenes und ein mit Kieselsäure überzogenes Probestück der Kopierfolien durch einen kontinuierlichen Graukeil neutraler Dichte 0 - 3 hindurch mit einfallendem Licht von 28 Meterkerzen (300 Fusskerzen) exponiert. Die Fig. 1-3 zeigen Diagramme der diffusen Reflexionsdichte D gegen den Logarithmus L der relativen Exposition für verschiedene Entwickler, wobei in jeder Figur die Kurve A die Messerebnisse bei den unüberzogenen Probestücken und die Kurve B die Messergebnisse bei den überzogenen Probestücken veranschaulicht.
Gemäss Fig. l wurde 10 sec lang belichtet. Die elektrolytische Entwicklung wurde durchgeführt, indem die belichteten Folien in einen Entwickler getaucht wurden, der
0,66 Gel.-% Silbernitrat, 1, 8 Gew.-% Äthylenthioharnstoff,
1 Gew. -0/0 Eisessig,
5 Gew. -0/0 Magnesiumacetat und 91, 54 Gew.-% destilliertes Wasser enthielt. Die Folien waren als Kathode angeschlossen und die Elektrolyse wurde 9 sec lang bei einer an- gelegten Spannung von 10 V durchgeführt. Die gesamte Stromdurchgangsdauer betrug 45% der Eintauch- dauer, weil die Elektrolyse in zyklischer Folge unterbrochen wurde, um die Polarisationswirkungen herab zusetzen.
Gemäss Fig. 2 wurde ebenfalls 19 sec lang belichtet. Die elektrolytische Entwicklung wurde durchge- führt, indem die belichteten Folien in einen Entwickler getaucht wurden, der
20 Gew.=%NiCl2.6H2O.
4 Teile Ammoniumchlorid,
4 Teile 28% igues wässeriges Ammoniumhydroxyd und
200 Teile destilliertes Wasser enthielt (PH = 6,5). Die Elektrolyse wurde 5 sec lang kontinuierlich bei einer Spannung von 25 V ausgeführt, wobei die Folien als Kathode angeschlossen waren.
Gemäss Fig. 3 wurde 5 sec lang belichtet. Die elektrolytische Entwicklung wurde durchgeführt, indem die belichteten Folien in einen Entwickler getaucht wurden, der
2 Gew. -0/0 Silbernitrat,
2 Gew.-% Magnesiumnitrat und 96% destilliertes Wasser enthielt. Die Folien waren als Kathode angeschlossen und die Elektrolyse wurde 0, 5 sec lang bei einer Spannung von 60 V ausgeführt. Die gesamte Stromdurchgangszeit betrug 10% der Gesamteintauchdauer, weil die Elektrolyse in zyklischer Folge unterbrochen wurde, um die Polarisationswirkungen herabzusetzen.
Aus den Kurven der Fig. 1-3 sind die höhere Maximaldichte, der steilere Gradient und die niedrige Verschleierung gegenüber den unüberzogenen Kopierfolien deutlich ersichtlich. Ausserdem ist erkennbar, dass eine andere bemerkenswerte Eigenschaft der mit Kieselsäure überzogenen Kopierfolien ihre Fähigkeit ist, mit fortgesetzt verlängerter Entwicklung sowohl die Dichte als auch den Kontrast zu vergrössern, im Gegensatz zu unüberzogenen Kopierfolien, die dazu neigen, ein Maximum der diffusen Reflexionsdichte von etwa 0, 9 oder weniger zu erreichen.
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Photoleitende Zinkoxyd-Kopierfolien (mit einem Gewichtsverhältnis von 4,6/1 von ZnO zu einem "Pliolite"-Bindemittel auf Aluminiumfolienhintergrund) wurden nach einer ausgedehnten Belichtung (u. zw. nach Sättigungsbelichtung) in einer wässerigen Lösung entwickelt. die Silbersalz und Thioharnstoff enthielt.
Durch Regelung der Entwicklungsdauer wurden verschiedene Bilddichten bis zu einem maximalen Wert der diffusen Reflexionsdichte D von etwa 0, 9 erreicht, wie in Fig. 4, Kurve A ersichtlich ist. Durch Überziehen dieserentwickelten Kopierfolien mit einem filmbildenden Kieselsäuresol (Nalcoag 1050, entionisiert, 3 - 4 g/m2 Überzugstrockengewicht) wurden die optischen Dichten, gemessen durch die diffusen Reflexionsdichten, bis zu etwa 0,2 Einheiten vergrössert (Fig. 4, Kurve C). Dies kann der optischen Wirkung zugeschrieben werden, die dadurch hervorgerufen wird, dass von einer glänzenden Oberfläche weniger Licht reflektiert wird und daher eine stärkere Eindringung und Absorption stattfindet.
Andere photoleitende Zinkoxyd-Kopierfolien wurden vor der Belichtung und vor dem Entwickeln mit dem gleichen Kieselsäuresol und mit demselben Bereich für das Überzugsgewicht überzogen. Nach dem Belichten und
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Weisetewerte nicht allein dem optischen Effekt zugeschrieben werden können, obwohl der wirksame Mechanismus nicht völlig bekannt ist.
Zu einem entionisierten wässerigen Sol einer filmbildenden Kieselsäure mit einem Gehalt von
28,5 Gew.-Teilen Kieselsäure (d. i. Naicoag 1034 A) in 66, 5 Teilen Wasser wurden 4, 75 Teile Isopropanol und 0,25 Teile konzentrierte Schwefelsäure zugesetzt. Dieses Sol wurde dann auf eine photoleitende Kopierfolie (Zinkoxyd in einer Bindemittelmatrix aus Butadien-Styrol-Copolymer auf einem Hintergrund aus einem Polyäthylenterephthalat mit aufgedampftem Aluminiumüberzug) mit einem Trockenüberzugsgewicht von 3 bis 4 g/m2 aufgetragen. Damit wurde eine hochglänzende polierte Fläche erhalten, die im Standardtest mit einem druckempfindlichen Cellophanband nicht entfernt werden konnte.
Diese überzogene Kopierfolie wurde belichtet und mit einem wässerigen Silberentwickler (20i'o AGNOB und 2% Magnesiumnitrat) unter Bildung eines dichten, beständigen, hoch kontrastreichen Bildes mit ausgezeichneter Schärfe und grosser Beständigkeit gegen Verschmutzung und ohne Neigung zum Entstehen von Nadelstichen entwickelt. Ähnliche Ergebnisse wurden bei Verwendung von Methylalkohol an Stelle von Isopropanol und von Zinksulfat statt Schwefelsäure erzielt.
Wie bereits weiter oben erläutert wurde, muss die filmbildende Kieselsäureschicht wasserdurchlässig sein. Eine einfache Prüfung auf Wasserdurchlässigkeit kann so ausgeführt werden, dass eine Magnesiumplatte mit dem zu prüfenden Kieselsäuresol überzogen und der Überzug entweder mit einem heissen Luftstrom oder bei normalen Raumtemperaturen getrocknet wird, um einen kontinuierlichen Überzug auf der Platte zu bilden. Hierauf werden wenige Tropfen einer verdünnten wässerigen Salzsäurelösung auf die überzogene Oberfläche gebracht. Nach wenigen Minuten ist der Überzug physikalisch entfernt und es kann eine gewisse. Ätzwirkung auf der metallischen Zinkunterlage festgestellt werden. Durch dieses Ätzen wird die Wasserdurchlässigkeit angezeigt.
Die beschriebenen Ausführungsformen und die Beispiele können im Rahmen des Erfindungsgedankens noch verschiedenartig abgewandelt werden.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Photoleitende Folie für die Bildreproduktion, gekennzeichnet durch eine der photoleitenden Oberfläche der Folie überlagerte kontinuierliche glänzende, durchsichtige, zusammenhaltende und wasserdurchlässige Schicht, die eine filmbildende Kieselsäure, insbesondere ein getrocknetes Kieselsäuresol, enthält und im wesentlichen frei von Alkalimetallionen ist.