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Verwendung eines genadelten Wattevlieses
Die Erfindung besteht in der Verwendung eines genadelten Wattevlieses, als Abdeckung der Zellstoffschichte einer saugfähigen Einlage, vorzugsweise Windel, wobei das genadelte Wattevlies mit der Zellstoffschicht vorzugsweise durch Rändeln verbunden ist.
Aus dieser Verwendung eines genadelten Wattevlieses ergeben sich mannigfache Vorteile.
Wegen seiner hohen Saugfähigkeit findet Zellstoff als solcher für verschiedene, insbesondere hygienische Zwecke Anwendung. Er weist jedoch den Nachteil auf, dass er vor allem in angefeuchtetem Zustand trotz Imprägnierung nicht abriebfest ist. Verwendet man daher Zellstoff für eine saugfähige Einlage, die im Gebrauch unvermeidbar Verschiebungen unterworfen ist, so wuzelt sich der Zellstoff und reibt sich von dem ursprünglich zusammenhängenden Körper unter Bildung einzelner Röllchen ab. Vor allem tritt bei einer Verwendung von Zellstoff für Windeln ein solches Abreiben unangenehm in Erscheinung. Die Abriebrückstände bilden Körperchen, welche die Haut reizen und zum Wundliegen Anlass geben können.
Deshalb ist es üblich, den Zellstoff mit einer Abdeckung zu versehen, welche das Abreiben verhindern soll. Eine bekannte Abdeckung erfolgt durch Netzschläuche. Diese sind härter als der Zellstoff und können selbst Anlass zum Wundreiben sein. Überdies kann trotzdem zwischen den Netzlöchern hindurch ein Abreiben des Zellstoffes erfolgen.
Als Abdeckung einer saugfähigen Zellstoffschichte wäre Watte wegen ihrer schmiegsamen, weichen Struktur weit besser geeignet als ein Netzschlauch. Watte als solche hat aber ebenso wie Zellstoff den Nachteil mangelnder Abriebfestigkeit. Die Watteabdeckung einer Zellstoffschichte würde durch die Scheuerbewegungen bald zerreissen und sich in ballige Bestandteile zerteilen. Dadurch würde aber die Zellstoffschichte an die Oberfläche der Einlage gelangen und selbst die geschilderten Nachteile hervorrufen. Überdies müsste die Watteschichte relativ stark sein, um sie verarbeiten zu können.
Wird hingegen nicht lockere Watte, sondern im Sinne der Erfindung ein genadeltes Wattevlies als Abdeckung der Zellstoffschichte angewendet, so kommt die Watteschichte in einer verhältnismässig festen, fast filzartigen Konsistenz zur Anwendung. Trotz des Nadelns bleiben die guten Eigenschaften der Watte, also Saugfähigkeit, Flüssigkeitsdurchlässigkeit, Weichheit und Schmiegsamkeit beim Nadeln voll erhalten.
Die durch das Nadeln jedoch erzielte wesentliche Verfestigung ermöglicht es, das genadelte Wattevlies auch in dünner Lage einwandfrei weiterzuverarbeiten und als Abdeckung mit der Zellstoffschichte zu verbinden. Als genadeltes Vlies erhält die Watte eine ihr sonst fremde Abriebfestigkeit, u. zw. in hohem Ausmass, das sich im feuchten Zustand sogar noch weiter erhöht. Das genadelte Wattevlies verhindert als Abdeckung gleichzeitig, dass-beispielsweise bei Anwendung der Erfindung auf eine Windel-die abzudeckende zarte Kinderhaut direkt mit dem Zellstoff in Berührung kommt. Da das genadelte Wattevlies an sich abriebfest ist und der Zellstoff nicht auf der Haut aufliegt, ist die Bildung von Abriebrückständen und eine Hautreizung durch solche ausgeschlossen.
Die Verbindung der aus dem genadelten Wattevlies gebildeten Abdeckung mit der Zellstoffschichte kann auf beliebige Art, z. B. durch Nähen, Kleben, Punktverbindung od. dgl. erfolgen.
In besonders einfacher Weise kann das genadelte Wattevlies mit der Zellstoffschichte durch Rändeln verbunden werden.
Die Erfindung ist an Hand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispieles näher erläutert, ohne sich darauf zu beschränken. Hiebei stellt Fig. 1 eine Draufsicht und Fig. 2 eine Seitenansicht dar.
Gemäss dem Ausführungsbeispiel ist eine Zellstoffschichte 1 mit einer Abdeckung 2 aus einer Schichte genadelter Watte durch eine Rändelung 3 verbunden, die aus einzelnen Randeinpressungen 4 gebildet ist.
Die durch die Rändelung 3 erzielte filzartige Verbindung gewährleistet, dass die Abdeckung 2 aus genadelter Watte in ihrer ganzen Fläche fest auf der Zellstoffschichte 1 aufliegt. Damit ist ein guter Flüssigkeits- übergang von der Abdeckwatteschicht 2 in die Zellstoffschichte 1 gesichert. Im allgemeinen wird die Rändelung nur an den Randpartien nötig sein, da dort die grösste Gefahr einer Ablösung besteht.
Im Ausführungsbeispiel ist ein Teil einer langen, aus den Schichten 1 und 2 bestehenden Verbundbahn gezeigt, von der die benötigten Einlageteile abgeschnitten werden. Derartige Abschnitte können beispielsweise als Wegwerfwindel Verwendung finden. Es ist selbstverständlich auch möglich, Windeln als Einzelstücke herzustellen, die allseitig gerändelt sind.