AT241002B - Verfahren zur Herstellung von Lederfettungsmitteln durch Sulfonierung deperoxydierter ungesättigter Fettsäureester - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Lederfettungsmitteln durch Sulfonierung deperoxydierter ungesättigter Fettsäureester

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AT241002B AT632463A AT632463A AT241002B AT 241002 B AT241002 B AT 241002B AT 632463 A AT632463 A AT 632463A AT 632463 A AT632463 A AT 632463A AT 241002 B AT241002 B AT 241002B
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  Verfahren zur Herstellung von Lederfettungsmitteln durch Sulfonierung deperoxydierter ungesättigter Fettsäureester 
Die für die Lederfettung allgemein   üblichen   Sulfatierungsprodukte animalischer und vegetabilischer Öle geben bei alleiniger oder kombinierter Anwendung mit neutralen Fetten animalischen, vegetabilischen oder mineralischen Ursprunges Leder von guter Weichheit und befriedigender Fülle, die aber im Hinblick auf die Festigkeit und Glätte des Narbens nicht immer zufriedenstellend sind. Eine Verbesserung des Narbens lässt sich erzielen, wenn für die Lederfettung an Stelle der Sulfatierungsprodukte echte Sulfonierungsprodukte animalischer oder vegetabilischer Öle eingesetzt werden. Als Nachteil erweist sich jedoch, dass nunmehr Leder geringerer Fülle und geringerer Weichheit erhalten werden.

   Diesen ungünstigen Einflüssen lässt sich in gewissen Grenzen dadurch begegnen, dass man die Ölsulfonate mit Neutralölen und synthetischen Emulgatoren konfektioniert, was jedoch von Fall zu Fall ein umständliches Ausprobieren erforderlich macht. 



   Es wurde nun gefunden, dass man zu sehr guten Fettungseffekten bei gleichzeitiger ausgezeichneter Fülle und Festnarbigkeit der Leder gelangt, wenn man für die Fettung Sulfonierungsprodukte ungesättigter Fettsäureester verwendet, die durch Behandlung bestimmter animalischer, vegetabilischer bzw. synthetischer ungesättigter Öle oder Fette mit einem   Schwefeltrioxyd-Luft-bzw. Schwefeltrioxyd-Inertgas-   Gemisch erhalten werden. Dabei werden die Öle und Fette vor dieser Behandlung durch intensive Luftbegasung peroxydiert und im Anschluss daran deperoxydiert. 



   Zu diesem Zweck werden die ungesättigten Fettsäureester bei einer Temperatur von 65 bis 1000 C mit oder ohne Zusatz eines   Oxydationskatalysators.   wie z. B. Kobalt-, Mangan-, Bleioleat einer intensiven Luftbegasung oder einer Behandlung mit sonstigen sauerstoffhaltigen Gasgemischen unterzogen, bis eine Peroxydzahl von 200 bis 700 erreicht ist. Besonders günstige Ergebnisse im Hinblick auf die Endprodukte liefert die oxydative Luftbehandlung ohne Katalysatorzusatz bei einer Reaktionstemperatur von 80 bis 1000 C. Hieran schliesst sich eine thermische Behandlung bei   110 - 1600   C, vorzugsweise 1500 C an, wobei das peroxydierte Öl wieder deperoxydiert wird, bis die Peroxydzahl auf 0 abgesunken ist. 



   Erst im Anschluss an diese Behandlung erfolgt die Sulfonierung mit   5 -15'10,   vorzugsweise 10% Schwefeltrioxyd in Form eines   Schwefeltrioxyd-Luft-bzw. Schwefeltrioxyd-Inertgas-Gemisches mit einem Ge-   halt von 2 bis   10%,   vorzugsweise   3 - 7'10   an Schwefeltrioxyd bei einer Temperatur von 0 bis 200 C in diskontinuierlicher oder kontinuierlicher Reaktionsführung. 



   Wird die   Schwefeltrioxydsulfonierung   bereits vor der Deperoxydierung, also am peroxydhaltigen Material, vorgenommen, so erhält man sehr dunkle Produkte und die Reaktion verläuft mit einer sehr schlechten Schwefeltrioxydaufnahme. Im Anschluss an die Sulfonierung wird das saure Reaktionsprodukt zweckmässig bei einer Temperatur von 50 bis 700 C mit Wasserstoffperoxyd gebleicht und liefert nach vorsichtiger Neutralisation und Abdestillieren des Wassers beständige, blanke, schwach rötlichgefärbte Öle, die einen vorzüglich weichmachenden Effekt für Leder besitzen. 



   Als Ausgangsmaterial für die erfindungsgemäss erhältlichen Sulfonierungsprodukte kommen vorzugsweise schwach ungesättigte Fettsäureester natürlichen oder synthetischen Ursprunges, die keine Hydroxylgruppen enthalten, in Frage. Als Beispiel für natürliche ungesättigte Öle seien Spermöl, Olivenöl, Klauenöl, Maisöl, Senföl, Reisöl, Baumwollsaatöl und Teesaatöl genannt, womit jedoch keine Beschränkung 

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 auf diese Öle vorgenommen werden soll. Als synthetische ungesättigte Öle seien beispielsweise Triolein (technischer   Ölsäureglycerinester)   und technischer Ölsäureoleylester aufgeführt. 



   Die Sulfonierungsprodukte können allein, in Verbindung mit Neutralölen (fette Öle, Mineralöl) und zur Abwandlung der Fettungseffekte auch in Verbindung mit andern bekannten Emulgatoren anionischer oder nichtionogener Art und Neutralölen angewendet werden. 



   Weitere Einzelheiten des erfindungsgemässen Verfahrens können den nachfolgenden Beispielen entnommen werden. 



   Die Suflonierungsstufe kann auch nach andern Methoden durchgeführt werden, wie sie für die Schwefeltrioxyd-Sulfonierung bekannt sind, also beispielsweise durch Sulfonierung mit Schwefeltrioxyd in Lösungsmitteln oder in Schwefeldioxyd. 



   Beispiel 1 : Durch 400 g Spermöl wird bei einer Temperatur von 900 C während   6-7h unter   Rühren ein lebhafter Luftstrom geleitet, wobei ein peroxydiertes Produkt mit einer Peroxydzahl von 700 entsteht. Hierauf wird der Luftstrom abgestellt und das Reaktionsprodukt unter Rühren eine halbe Stunde auf   1500   C erhitzt, wobei die Peroxydzahl auf Null zurückgeht. In dieses deperoxydiene Spermöl werden in Form eines   5% igen Schwefeltrioxyd-Luftgemisches   unter Kühlung und guter Durchmischung bei einer Temperatur von 10 bis 120 C 40 g Schwefeltrioxyd eingeleitet. Das erhaltene Sulfonierungsprodukt wird nach Zusatz von 40 g Wasser mit 20 g   40% gen   Wasserstoffperoxyd bei 600 C unter Rühren versetzt und 2 h gebleicht.

   Anschliessend wird unter guter Kühlung, wobei die Temperatur nicht über 200 C steigen darf, das Sulfonierungsprodukt mit Natronlauge neutralisiert und im Vakuum entwässert. Man erhält ein klares, schwach gefärbtes Öl, welches auch nach längerer Lagerung einheitlich bleibt und keinerlei Abscheidungen oder sonstige Veränderungen zeigt. 



   Chromoberleder werden im Fass bei 600 C während 45 min mittels 250% Flotte mit 5-6% der oben beschriebenen fettenden Substanz gelickert. Man erhält glatte, festnarbige Oberleder mit vollem rundem Griff von ausgezeichneter Weichheit, heller Färbung und guter   Lichtbeständigkeit.   



   Beispiel 2 : Entsprechend dem Beispiel 1 wird ein Spermölsufonierungsprodukt hergestellt, wobei unter sonst völlig gleichen Bedingungen lediglich die Menge des eingeleiteten Schwefeltrioxyds auf 60 g erhöht wird. 



   Chromoberleder werden bei 600 C während 45 min mittels 250% Flotte mit 5-6% der vorgenannten fettenden Substanz im Fass gelickert. Nach der Trocknung erhält man griffige, glatte, festnarbige Oberleder von ausgezeichneter Weichheit, heller Färbung und guter   Lichtbeständigkeit.   Ein ähnliches Ergebnis erhält man, wenn man als fettende Substanz ein Gemisch aus 70% des genannten Spermölsulfonierungsproduktes und   30%   Spermölfiltrat vom Erstarrungspunkt 80 C verwendet. 



   Beispiel 3: 300 g Triolein werden entsprechend Beispiel 1 bei einer Temperatur von 900 C während 10 h   einerBehÅandlung mitLuft ausgesetzt, wobei einReaktionsprodukt   mit einer Peroxydzahl von 280 erhalten wird. Dieses wird durch Erhitzen auf 1500 C während einer halben Stunde bis zur Peroxydzahl 0 deperoxydiert und im Anschluss hieran mit 30 g Schwefeltrioxyd in Form eines   5% gen   Schwefeltrioxydstickstoffgemisches bei einer Temperatur von 8 bis 150 C umgesetzt. Nach der Bleichung mit 15 g einer   40% igen Wasserstoffperoxydiösung,   Neutralisation und Entwässerung erhält man ein klares, schwach rötlichgefärbtes Produkt, das bei längerer Lagerung keinerlei Veränderung erleidet. 



   Pastellgefärbte Handschuhleder   aus Lammfellen werden bei 600 C während   45 min mittels 250% Flotte mit   5 - 6go   obengenannten Sulfonierungsproduktes als fettende Substanz (auf Leder bezogen) im Fass gelickert und in üblicher Weise getrocknet und fertiggestellt. Man erhält volle, weiche und geschmeidige Handschuhleder, die gut lichtbeständig sind und einen fest aufliegenden Narben besitzen. 



   Beispiel 4 : 400 g Teesaatöl werden wie in Beispiel 1 angegeben, bei 900 C während 8 h mit Luft behandelt, bis eine Peroxydzahl von 350 erreicht ist. Das Reaktionsprodukt wird durch Erhitzen auf 1500 C während einer halben Stunde bis zur Peroxydzahl 0 deperoxydiert und hieran anschliessend mit 40 g Schwefeltrioxyd in Form eines 5% igen Schwefeltrioxyd-Luftgemisches umgesetzt. Nach Bleichung mit 20 g 400/oigen Wasserstoffperoxyd, Neutralisation und Entwässerung entsprechend der in Beispiel 1 gemachten Angaben wird ein klares, schwach rötliches und auch bei längerer Lagerung völlig stabiles Öl erhalten. 



   Werden Handschuhleder aus Lammfellen bei 600 C während 45 min mittels 250% Flotte mit 4-6% eines Gemisches aus 
70% des erhaltenen obigen Sulfonierungsproduktes,
10% Teesaatöl,   15%   Mineralöl von 3, 4 bis 40 E/200 C,
5% eines Anlagerungsproduktes von 5 bis 10 Mol Äthylenoxyd an 1 Mol eines Fettalkohols   C-C.-   

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 als fettende Substanz (auf Leder bezogen) im Fass gelickert und in üblicher Weise getrocknet und fertiggestellt, so erhält man volle weiche und geschmeidige Handschuhleder von guter   Lichtbeständigkeit.   



   Werden Chromoberleder entsprechend den in den Beispielen 1 und 2 angegebenen Verfahrensweisen mit 5-6% des obigen   Sulfonieruhgsproduktes   gefettet, so erhält man gut lichtbeständige, helle, weiche Oberleder von vollem rundem Griff mit fest aufliegenden Narben. 



    PATENTANSPRÜCHE:   
1. Verfahren zur Herstellung von Lederfettungsmitteln durch Sulfonierung deperoxydierter ungesättigter Fettsäureester, dadurch gekennzeichnet, dass man ungesättigtes Fettsäureester durch Behandlung mit sauerstoffhaltigen Gasen mit oder ohne Zusatz von Katalysatoren bei einer Temperatur von 65 bis 1000 C, insbesondere   80-100    C ohne Katalysatorzusatz, peroxydiert, bei einer Temperatur von 110 bis 1600 C, vorzugsweise 1500 C, deperoxydiert, hierauf mit Schwefeltrioxyd bzw. einem Schwefeltrioxyd enthaltenden Gasgemisch sulfoniert und die erhaltenen sauren Sulfonierungsprodukte nach einer gegebenenfalls mit Wasserstoffperoxyd bei einer vorzugsweisen Temperatur von 50 bis   70    C vorgenommenen Bleichung gegebenenfalls neutralisiert. 
 EMI3.1 


Claims (1)

  1. -70/0iges Schwefeltrioxyd-Luft- bzw.5-15%, vorzugsweise 10% Schwefeltrioxyd zum Einsatz gelangen.
    3. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass man als Ausgangsstoffe schwach ungesättigte, natürliche oder synthetische Fettsäureester einsetzt.
AT632463A 1962-08-07 1963-08-06 Verfahren zur Herstellung von Lederfettungsmitteln durch Sulfonierung deperoxydierter ungesättigter Fettsäureester AT241002B (de)

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